Kulturellepraxis live

30. Januar 2012

„Es ist mittlerweile statistisch erwiesen … (kleiner Scherz am Rande)“


Kulturellepraxis live: Bonding

29. Januar 2012

„Ich kann Bonding und Bondage nicht auseinanderhalten“ – „Ich schon und weiß was ich davon bevorzuge …“

Btw.: Nach Regel 34 müßte es Bonding-Pr0n1 geben. Wie können wir uns das vorstellen? „Hast Du Lust zu netzwerken? Ich zeige Dir meine Flexibilität“ – „Oh ja, Du hast einen so großen Marktwert“?!?

Vielleicht besser, sich neoliberale Sexualität nicht so genau vorzustellen. Löst das eigenverantwortliche Subjekt beispielsweise das Problem des Begehrens eigenhändig? Oder gilt hier der Grundsatz ‘was nichts kostet ist nichts wert’?


1 Um das Niveau zu drücken: „The Cure“ fans download pornography from the internet.


Honktheorie #3 (Hochschulabsolvent*Innen)

28. Januar 2012

Fortsetzung zu Honktheorie der Wissenschaftsentwicklung und Honktheorie #2 (ein praktischer Vorschlag)

Einer Redensart zufolge sind Honks „Hauptschüler ohne nennenswerte Kenntnisse“.1 Da die Kulturelle Praxis in ihrer typisch akribisch-investigato-genealogischen Manier aber bereits aufklärte2, dass es sich um sog. Expert*Innen handelt, muss gefragt werden, ob diese Redensart, dem – der Subjektform „Expert*In“ zugrundeliegenden – Ausbildungs-/Dressur-/Kontrollkomplex3 Hochschule gemäß, nicht umgeschrieben werden müsste in

„Hochschulabsolvent*Innen ohne nennenswerte Kenntnisse“

a.k.a.

„Hochschulabsolvent*In: optimal netter Karriereschritt“


1 Die vermutliche Herkunft vom englischen „honky“ = „Weißer“ hier etwas verzerrend; gleichwohl auch jene Genealogie etwas abgewonnen werden kann, nicht nur korreliert Honkigkeit häufig mit weißseien, es beinhaltet auch meist ein Schwimmen im Unmarkierten.
2 „aufgeklärt“ hier im Verständnis eines 2nd order [and a half] enlightments
3 Ja, was ist eigentlich die Uni?


Blog-Spam fail

27. Januar 2012

Wir haben z.Zt. 10-20 Spamversuche pro Monat (also mutmaßlich sogar mehr regelmäßige Leser*innen als Spammer, es sei denn, unsere Inhalte schrecken in letzter Sekunde ab ;) ) und jetzt endlich einen schönen Fail:

Eine höchstwahrscheinlich ernst gemeinte und komerzielle Seite für Hypnose und Radionik (ganz Antinotosistisch möchte ich hinzufügen: Wohl auch noch aus München) hat versucht, bei kfermions letzter Populärwissenschafts-Pardodie den Kommentar „Klasse, vielen Dank für die Infos! Gigantisch was sich da im Moment so tut!“ zu hinterlassen.

Erster Gedanke war, es handele sich wohl um automatisierten Spam zur „Traffic Optimierung“. Doch jüngst skeptisch bei impliziten Automatisierungsannahmen bekomme ich die Vorstellung nicht aus dem Kopf, unsere Wissenschaftstravestien könnten in eso-kommerziellen Kreisen passen

Mit diesem Gedanken wird allerdings ein Spamversuch bei „Substadt“ richtig schräg: „It’s obviously what I am looking for“. Naja, wonach Leute manchmal suchen


kulturellepraxis live

26. Januar 2012

Dank an Laufmoos

„Beziehungen mit ≥0 Partiner*innen funktionieren nicht [1]“ – „Aber zumindest läßt sich die Verantwortung dafür auf mehr leute verteilen“


Länglicher Kommentar

25. Januar 2012

Fortsetzung zu In die Zukunft schauen

Um nicht drkulturs Artikel das 9fache an Kommtar anzuhängen, mache ich einfach mal einen Artikel daraus:

Zukunft, welche Zukunft? Kulturellepraxis live: „2012 ist gar kein Weltuntergang“ – „Es sei denn, ich hätte da noch ein Wörtchen mitzureden [diabolisches Grinsen]„

Beim in-die-Zukunft-schauen immer ganz interessanter Fehler, Quantitative Hochrechnungen mit qualitativen Änderungen gleichzusetzen. Mit geradezu dekonstruktivistischem Humor äußerte sich dazu Heinz von Foerster: Statistisch berechnet erreicht die Weltbevölkerung am 13.11.2026 (natürlich ein Freitag) eine unendliche Anzahl. Wenn Low-Level Wissenschaftstheorien zuträfen, könnten ohnehin Historiker*innen Prognosen stellen (und die weigern sich, da ihr Fach aus Abgrenzung von der Geschichtsphilosophie entstand).

Die Themenauswahl dieser modernen Schamanen ist bezeichnend: Evolution (eine Fortschrittserzählung strapazierend: Die ewig-gestrigen Modernisten, die mit Evolution ihre Vorurteile im Namen der Natur bestätigen wollen – als wäre das nicht schoneinmal schiefgegangen – gegen die ewig-vorgestrigen, die selbst dafür zu blöd sind), Sex1 und Computertechnik.

Und ohne eine gewisse Cyborgaffinitiät verleugnen zu können, sich das Gehirn unmetaphorisch als einen Computer vorzustellen war vielleicht in den 50ern noch nicht peinlich. Von allen möglichen Einwänden nur kurz das poststrukturalistische Gemäkel: Die Grenzen des Computers sind die Grenzen der formalen Logik. Damit ist keine Spockige Emotionsmetaphysik gemeint, sondern daß die Sprachauffassung der Logik und die Idee der „Implementierung“ auf Repräsentation angewiesen ist; das sind aber Sprach- und Realitätsauffassungen, die als veraltet gelten können (mist, wieder eine Fortschrittsnarration).

KI, Cyborgs und Körper bleiben ein wahnsinnig spannendes Thema, von daher sei geistig Naschhaften der JDGG-Vortrag von Bernd Robben empfohlen und Hoffnung auf eine Veröffentlichung von Draude & Kluß gemacht.


1 Vgl. Schnurr, Eva-Maria: Typisch Mädchen, typisch Junge; in: Stöcker, Mira (Hrsg.): Das F-Wort : Feminismus ist sexy; Königstein/Taunus 2007; S. [suchsdirselbstraus]: „‘Franzosen haben ein größeres Hirnareal für Sex. Deutsche sind genetisch bedingt besonders schnell darin, Gartenzwer­ge zu erkennen. Und bei Muslimen sorgt ein Hormon für vermehrte Aggressionsschübe – Forscher bringen das mit der erhöhten Neigung zu Terroranschlägen in Verbindung. Schwachsinn? Genau das. Doch stünde oben „Männer“ statt Franzosen oder Muslime, „Frauen“ statt Deutsche und „Unordnung“ statt Gartenzwerge, die Zeilen könnten in jeder Zeitung auftauchen. -Kann sogar sein, dass Franzo­sen besonders charmant sind und Anschläge derzeit vor allem islamischen Tätern anzulasten sind. Niemand jedoch käme auf die Idee, dafür biologische Ursachen zu vermu­ten. Die Kultur! Die Tradition! Die soziale Situation! Die Weltpolitik! Es gibt tausend Gründe, warum Menschen so sind, wie sie sind, so handeln, wie sie handeln. Doch wenn es darum geht, Verhalten oder Eigenschaften von Männern oder Frauen zu erklären, gibt es nur noch eine Deutung: die Biologie.“


In die Zukunft schauen

24. Januar 2012

Gruselig ist‘s, wenn Evolutionstheoretiker*Innen die Zukunft vorhersagen, da kann ich mir ja genauso gut aus der Glaskugel, aus der Hand, aus Nostradamus oder aus dem Maya-Kalender vorlesen lassen.


Assimilation

23. Januar 2012

Political Ambiguity, Explicit SarcasmDas Treitschke-Institut hat gemeinsam mit einem Think Tank des Trayçke Enstitüsü Diyabakır eine neue Idee entwickelt, die Assimilation der türkischen Zuwandernden in der n-ten Generation (n>>0) in das deutsche Volk1 noch effektiver zu gestalten: Zukünftig sollen Vor- und Nachnamen nur noch in eingedeutschter Form verwendet werden.2 Einige Prominente haben schon angedeutet, mit gutem Beispiel voranzugehen:

  • Glückliche Eigenprovinz [früher: Mesut Özil]
  • Herrscher Eisenkern [früher: Cem Özdemir]
  • Rosenherz (Dunkelwirt) Feld [früher: Gülcan (Karahancı) Kamps]
  • Süße (Ruhmseh) Oger [früher: Nazan (Üngör) Eckes]
  • Starke Gazelle [früher: Bülent Ceylan]
  • der Fels ist brennbar [früher: Kaya Yanar]
  • Tulpe Weißsonne [früher: Lale Akgün]
  • Eroberer Invasion [früher: Fatih Akın]
  • Fließend aus Kekil [früher: Sibel Kekilli]
  • der Frühling ist rot [früher: Bahar Kızıl]

Auch einige Türken mit wirtschaftlichen, politischen oder kulturellen Verbindungen nach Deutschland haben schon angedeutet, dem Beispiel zu folgen:

  • Stadtrichter Baumwoll [früher: Orhan Pamuk]
  • Gottknecht Rose [früher: Abdullah Gül]
  • Respekt Fohlenyip Frühfalke [früher: Recep Tayyip Erdoğan]
  • Auserwähltes Boot [früher: Mustafa Sandal]
  • Wesir [früher: Tarkan]

Im Gegenzug versprachen mehrere deutsche Spitzenpolitiker*innen, sich zum Staatsbesuch in der Türkei auch mit der türkischen Entsprechung ihres Namens ansprechen lassen zu wollen:

  • Melek Farkel [früher: Angela Merkel]
  • Ormanherif Batıdalga [früher: Guido Westerwelle]
  • Ayıcık Leyen’li [früher: Ursula3 von der Leyen]
  • Athalil Gül [früher: Philipp Rösler]
  • Sabine Halkevleri-Şakırdamadağı [früher: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger]
  • Zafermasal Cebrail [früher: Sigmar Gabriel]
  • Çiftçiyi Tekmele [früher: Jürgen Trittin]

1 Bekanntlich wird Integration in Milligörüsch (mGö) ausgedrückt, wobei 1 Görüsch bedeutet, dass die deutsche Nationalhymne fehlerfrei gesungen werden kann. Einige Werte sind:

  • Lothar de Maizière (1990): 500 mGö
  • Sarah Connor (2005): 724 mGö
  • kfermion: 976 mGö
  • Wolfgang Bosbach: 1000 mGö
  • Udo Voigt: 2983 mGö

2 Dies soll dazu dienen, die unter türkischstämmigen Deutschen verbreitete Armut einzudämmen.
3 „Ayıcık“= der kleine Bär / die kleine Bärin (das Türkische kennt kein grammatisches Geschlecht). Im Türkischen ist „Bär“ ein Schimpfwort, da der Bär als faul und ungeschickt gilt.


Falscher Spam

22. Januar 2012

Eine eMail bekommen mit dem Betreff „Typisches Männer Problem“. Und für Sekundenbruchteile hoffte ich, es handele sich um Spam gegen Sexismus …


Haben US-amerikanische Physiker eine spektakuläre Quanten-Zeitreise-Matrix entwickelt?

21. Januar 2012

Gastbeitrag von Alwin Talmess

wissenschaftlich aussehendes Bild

(kp/Hamburg) Seit Albert Einstein zählt die Relativitätstheorie als Schlüssel zu einem der größten Rätsel der Menschheit. Nun gelang es Forschern am MIT mit einem verblüffenden Experiment, Erkenntnisse aus Hirnforschung und Nanotechnologie zu kombinieren, um mithilfe eines Lasers Antiprotonen in einer Art Wurmloch für mehrere hundert Attosekunden unsichtbar zu machen. „Die Idee, eine derartige Singularität im Labor herzustellen, hatten wir bei der Analyse der Flugdaten kosmischer Tauonen“, erklärt der Leiter der interdisziplinären Arbeitsgruppe, Neil Grasse deTyson. „Diese gelangen von weit entfernten Pulsaren mit annähernd Lichtgeschwindigkeit in unsere Galaxis und damit zu uns auf die Erde.“ Die Heisenberg’sche Unschärferelation besage dann, so deTyson weiter, dass sich die enorm energiereichen Leptonen ähnlich wie in der Nähe elektromagnetisch geladener Schwarzer Löcher verhalten. Die Teilchen wurden mit einem 150 Millionen Dollar teuren supraleitenden Deltaband-Plasma-Spektrometer nachgewiesen. Folgende spektakulär aussehende Formel

beweist im Zusammenhang mit dieser Skizze des Experiments

dass die Entropie der Teilchen niedriger ausfällt als es die Boltzmann-Gleichung nahe legt. „Wir müssen uns das ganze so vorstellen wie bei einem Film,“ erklärt deTyson, “ dort sehen wir in sekundenbruchteiligen Abfolgen einzelner Bilder, die uns Informationen liefern und uns als kontinuierlich ablaufendes Ereignis erscheinen. Zwischen den einzelnen Bildern ist aber in Wirklichkeit eine Zeitlücke, die wir nicht wahrnehmen. Diese Lücke bietet uns keine Shannon-Information, es passiert nichts. Ähnlich verhält es sich bei unserem erzeugten Effekt. Die von uns nachgewiesenen Teilchen füllen diese künstlich erzeugte Lücke.“

eine berühmte Zeichnung von Da Vinci

Die Teilchen könnten die Antwort auf ewige Fragen der Physik liefern. Die Arbeitsgruppe geht davon aus, dass sie Auslöser des Big Bang gewesen sind. Mit Hilfe verfeinerter technischer Möglichkeiten ließe sich der erzielte Laboreffekt sogar noch vergrößern und praktisch nutzbar machen: „Wir können nicht ausschließen, dass uns diese Technologie in Zukunft helfen wird, die großen Probleme der Menschheit wie Überbevölkerung, AIDS, den Unterschied zwischen Mann und Frau oder den Klimawandel zu lösen“, so deTyson.

Wissenschaftliche Studien hatten schon vorher gezeigt, dass Dunkle Materie den selben statistischen Gesetzmäßigkeiten wie das ideale Kelvon-Thompson-Gas in fraktalen Dimensionen unterliegt. DeTyson: „Dieses unglaubliche Verhalten ließ uns erst sogar vermuten, wir hätten es mit einer außerirdischen Intelligenz zu tun. Es stellte sich aber heraus, dass dieses Verhalten schon Ende des letzten Jahrtausends in der Chaostheorie bekannt war.“

Als kommendes Projekt der Arbeitsgruppe ist die Entwicklung einer Zeitmaschine geplant. Das MIT bietet 10 Mio $ für eine freiwillige Testperson, die ins Jahr 1933 zurückgeschickt wird und es schafft Hitler umzubringen.


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