Deutsche im Ausland

6. November 2013

Früher waren es Pickelhauben, mittlerweile sind es Socken in Sandalen


Unfreiwilliger Towel Day

25. Mai 2013

Kulturellepraxis wünscht einen schönen Towel-Day.
Mehr zum Thema hier und hier

25.05.2013: DON’T PANIC, nicht die Daleks, sondern – so ähnlich – der Schlandmob fällt in London ein. Egal auf welche Weise sie dort hinkommen, Deutsche im Ausland können eine Landplage sein (gut, im Inland auch). Statt billigen Kalauern über Seelöwen und/oder Blitze fallen dieses mal besonders solche über mit Handtüchern reservierte Plätze auf.(1), (2) Die Douglas Adams Fangemeinde freut es.


Einkaufen in Schland

11. April 2013

Abends begab ich mich zum Supermarkt meiner Wahl – d.h., dem einzigen, der zu jener Zeit noch geöffnet hatte – und bekam an der Kasse ungefragt eine mysteriöse Packung in die Hand gedrückt. Auf der Rückseite steht lediglich, daß der Inhalt für Kinder unter 36 Monaten nicht geeignet sei. Nun die Vorderseite betrachtend stellt sich heraus, für mich auch nicht:

Unser Deutschland Eine Liebeserklärung in 180 Stickern! 5 Sammelsticker Gratis!*

WTF?!? Und ja, das schreit nach einer Parodie, bedenken wir zumal, daß sich die als solche dokumentierten Nazi-Morde seit 1990 in dieser Größenordnung bewegen.(1)

Kommentar zu „Gratis!*“ überflüssig, zumal die Homepage der Supermarktkette das Ziel, irgendwelchen Tand zu verticken kaum mit Pseudo-Quizshow-(Halb)Bildungsgelaber verschleiert. Welche Positionen durch welche Art von Bildungskanon fest- & fortgeschrieben werden soll hier nicht ausgewalzt werden. Interessanter ist in diesem Zusammenhang, daß der Inhalt als „Sticker“, nicht als „Aufkleber“ bezeichnet wird. Soll dies eine Distanzierung von Deutschnational(ist)en und Neonazis sein, die sich – Maskulisten nicht unähnlich – der Reinhaltung der deutschen Sprache verpflichtet fühlen? Oder zeigt es lediglich, daß hier sogar habituell nationalistische Ideologie die der kapitalistischen Rationalität untergeordnet ist?

Der Inhalt besteht wenig überraschend aus einigen Stickern, etwa 5x7cm groß. Bei den meisten handelt es sich um Ausschnitte größerer Bilder, die Motive sind also höchstens zu erahnen. Dann ein Berliner Wappen; denke „Berlin hat Deutschland zu dem gemacht das es mal war“ –Ekel Alfred. Auf einem soll wohl ein „Ritter“ (der erste Eindruck entspricht der Aufschrift auf der Rückseite) zu erkennen sein; welch ein Glück, daß wir historische Ritter nicht mehr fragen können, ob diese sich deutsch fühlten und mir ist gerade entfallen, welche Weltanschauung ihre Vorstellung von „deutsch“ bis in tiefste Vergangenheit projiziert hat. Zuguterletzt ein Glitzeraufkleber – nach queerem Identitätsgedöns sollte ich das doch eigentlich mögen – abgebildet wird ein „Deutscher Schäferhund„.

Aber das interessanteste Bild befindet sich auf der Packung: Hintergrund bildet ein in Schwarz-Rot-Gelb gehaltener Umriß aktueller Grenzen der BRD (sollte mal bei gelegenheit lernen die Kartennetzentwürfe bei sowas zu unterscheiden), im Vordergrund ein Gartenzwerg, ein Fußball, ein Teddybär [?], ein Apfel, eine Goethe-Briefmarke und eine weiblich lesbare, wahrscheinlich minderjährige (Werbung an Kinder richten, ich find’s so dreckig, aber wenigstens sparen wir uns so die Anspielung auf die zweite Strophe) blonde, weiße Person, Schwarz-Rot-Gold in Gesicht und um Hals tragend, mit erhobenen Armen. Irgendwie kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, als würde blond-weiß-ableoide (inkl. Gewicht nahe an der Norm) Körper mit „Deutschland“ assoziiert.

Heimwärts gehend sehe ich, ein Flakscheinwerfer strahlt wieder vom Hochbunker, dieses mal gen Osten.


Hochschulentwicklung

6. April 2013

Mit: FrlPia

Die Attraktivität dieses Fachbereiches Geschichte konnte bereits in der Vergangenheit, nach dem bahnbrechenden Wirken Heinrich von Treitschkes erfolgreich vermarktet werden: Sei es durch den Knoppismus, sei es in der Zusammenarbeit der Universität mit größeren Senior*innenresidenzen, deren Mangel an Tagesräumen mit Hilfe von Vorlesungen auszugleichen. So entstand in Marktoptimierung auf Kontaktstudierende bereits die Reihe „Erotik in Hitlers Cäsarbild“.

Doch auch jüngere Studierende müssen noch stärker als Kund*innen begriffen werden; viele fordern solch eine Behandlung auch schon aktiv ein. Lehre muß sich konsequent an Erwartungen und Wohlbefinden der Konsument*innen anpassen, ein sehr positiver Schritt sind wellness-basierte Evaluationsverfahren

Auf diesem Wege erreichen wir einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz, was letztlich auch höhere Preise rechtfertigt. Gerade in Seminaren zu moralisch aufgeladenen Themen existiert gewaltiger Optimierungsbedarf, viele werden unnötig aus ideologischen Ansprüchen der Lehrenden – Gutmenschentum – enttäuscht.

Das Treitschke-Insitut für geisteswissenschaftliche Nutzenoptimierung präsentiert im Rahmen seines innovativen Hochschulentwicklungsplans ein Musterprojekt aus der Geschichtswissenschaft: Das zeitgemäße und kund*innenorientierte Genozid-Seminar. Freuen Sie sich auf Themen wie

  • Einführungssitzung: Der Untergang des Abendlandes – Freies Assoziieren zu beliebigen Textstellen
  • Die demographische Katastrophe: Deutschland schafft sich ab
  • Der wirklich echt wahre Hufeisenplan: Deutschland muß (wieder) Kriege wegen Auschwitz führen
  • Der Kulturelle Genozid in Tibet
  • Das große Konzentrationslager Gaza
  • Der Holocaust auf Deinem Teller
  • Der Baumholocaust durch Stuttgart21 und IBA
  • Der aliierte Bombenholocaust auf Dresden und andere deutsche Städte
  • Der Babyholocaust: Abtreibung fordernde Feminazis
  • (Sex)“Arbeit macht frei“: Eine Femen Gastreferentin erläutert die Parallelen zwischen „Prostitution“ und Nationalsozialismus
  • Die Amis
    • „Indianer“ mit anschließendem Karl May Lesekreis
    • Hiroshima
    • Vietnam (Agent Orange & Napalm)
  • Die Massenvergewaltigungen und Gulags: Warum Operation Barbarossa eine notwedige Verteidigungsmaßnahme war
  • Stalingrad: Nichts kann furchtbarer gewesen sein
  • Nachbereitung: Gegenseitiges Schulterklopfen und gegenseitiges Versichern, daß weiße heterosexuelle christliche ableoid Deutsche – Mittelschicht aufwärts und nicht zu links – doch voll OK sind

Flachzangen im Sonderangebot #1

21. Februar 2013

„Alle Nazis, außer Teddy“

Links zum Begriff der Flachzange


Kannst Dir nicht ausdenken

31. Dezember 2012

Beim Einkaufen fällt mein Blick auf eine Feuerwerkskörperverpackung mit der Aufschrift: „Raketen made in germany“. Ja, das hat Tradition (1, 2).


P.S.: <protowitz>Militärische Verwendungszwecke von Pyrotechnik ‚raussuchen</protowitz>


Kulturellepraxis live

17. November 2012

Mit ihdl

Wenn Gewalt die Sprache der Dummen ist, biete ich gerne Übersetzungen für Nazis an“ – „Mh?“ – „Ist Witzeerklären nicht auch irgendwie epistemische Gewalt?“ – „Dann ist Kant epistemischer Slapstick“


Kulturellepraxis live: Zu spät

11. November 2012

„Deutschland gilt als verspätete Nation. Deshalb wird soviel Wert auf Pünktlichkeit gelegt.“


Vielleicht mag jepserd zu Japan kommentieren. Auch gerade der japanischen Geschäftswelt wird sehr viel Wertschätzung von Pünktlichkeit nachgesagt, gerade Japan kam spät, aber dafür umso heftiger zur Moderne (Moderne wohlgemerkt nie als linearer Fortschritt, sondern immer als Ideologie mit der Idee eines solchen verstanden).


Kulturellepraxis live

4. Oktober 2012

„Wieviele Nazis braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln?“ – „Keine, niemand braucht Nazis“(siehe hier und hier)

Btw.: Wer wegen der Kaffeehausdilettant*n Sendung zum 03.10. diese Seite gefunden hat, sucht sicherlich eine kleine Materialsammlung gegen Schland. Naja, wir haben nichts gegen Deutschland, jedenfalls noch nichts Wirkungsvolles:

  • Knarf Rellöm: Arme Kleine Deutsche(1)
  • Verbrochenes: Deutschland von der Karte streichen(2)
  • (Schopenhauer, Arthur: Parerga und Paralipomena : kleine philosophische Schriften Bd. 1; Zürich 1999 (Ersterscheinen: Berlin 1851); S. [suchsdirselbstheraus]: „Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.”
  • Pfiffe und Buhrufe auf schräges Deutschlandlied(3)
  • Kulturellepraxis: Tieffliegeralarm(4)
  • Postillon: Inflation : Wert des Begriffs Freiheit seit Gaucks Amtsantritt drastisch gefallen(5)
  • Deniz Yücel: Besser : Aspirin, Vitamin, Kokain – und Gauck(6) & An die Holzfäller von Lichtenhagen : Gaucks Eiche gefällt, sauber!(7)
  • Linkshirnextremisten: Baummanifest(8)
  • Titanic 10/2012: Briefe an die Leser: NDR Info
  • Monty Python: Lumberjack Song (9)
  • Kulturellepraxis: Plagaismus I (10)
  • Kulturellepraxis: Antiseptentrismus(11)
  • Plagaismus II (12)
  • Kulturellepraxis: Deutsche Bundesländer(13)
  • Titanic: Beängstigend(14)
  • Kulturellepraxis: Vergleich DDR – Kaiserreich(15)
  • Kulturellepraxis: 2012(16)
  • Die Goldenen Zitronen: ICE Bertold Brecht(17)
  • 17grad: Arminius – Einleitung zu Ep.89 „XFaktor (18)
  • Kulturellepraxis: Der Neandertaler(19)
  • Mel Brooks: Springtime for Hitler 1968(20)
  • Kulturellepraxis: Aus aktuellem Anlass 3: “Lena, Lena, Lenafghanistan”(21)
  • Extra3: Super Truppe(22)
  • Toten Hosen: 1000 gute Gründe(23)
  • Kulturellepraxis: Menschenmaterial(24)
  • Kulturellepraxis: Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich(25)
  • Kulturellepraxis Exportschlager(26)
  • Egotronic: Exportschlager Leitkultur(27)
  • Schland, Schloch(28)
  • Kulturellepraxis: Versöhnungen(29)
  • Linkshirnextremisten: Vorläufiges Nationen Manifest(30)
  • Kulturellepraxis: Radio Eriwan – Reloaded(31, 32)
  • Es war uns ein inneres Plenum eines selbstverwalteten Hausprojekts

Mondverschwörung

25. September 2012

In vergangenen Zeiten wurden Verschwörungstheorien im öffentlich-rechtlichen Fernsehen noch anders diskutiert – Bewertung von Art und Weise sei dem Urteil d* Leser*innen überlassen (m.E.: Rhetorik siegt über Substanz und Positivist*innen mag niemand; hoffe inständig, Yogeshwar hat mittlerweile mal die „Dialektik der Aufklärung“ gelesen).

Die Kulturellepraxis begrüßt ausdrücklich alle Verschwörungstheorien, denen zufolge sich Nazis in der Antarktis oder der Rückseite des Mondes aufhalten. Nicht nur, daß Iron Sky trotz allem einige äußerst unterhaltsame Momente hatte. Endlich kann der problematische, gleichwohl liebgewonnene Spruch „Nazis Raus“ wieder mit Inhalt gefüllt werden, mit sofortiger Wirkung sind Nazis zu ihresgleichen zu verbannen, wo sie hingehören, nämlich nach Neuschwabenland (Glatzen beschleunigen das Auskühlen) und/oder gleich ins All!