Koan eine* Unerleuteten #1

19. November 2012
  • Ignore this Bullet Point!
  • Stell‘ Dir einen Tisch vor, den keine* wahrnimmt
  • Realität -> Kopf => Aua!
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Kulturellepraxis live

26. September 2012

„Furchtbar, wie diese Fundichristen schon Kinder in jungen Jahren versuchen zu indoktrinieren“ – „Die SPD veranstaltet auch Kinderfeste“ – „Die SPD verbindet das wenigstens nicht mit Idealen“


Säkularismus

25. August 2012

Gastbeitrag von Balduin

Staat und Kirche sollten getrennt sein. Anderen Müll trennen wir schliesslich auch.


Hexentanz

1. April 2012

Irgendwie haben sich viele in (queer)feministischen Kreisen die Frage gestellt, ob eher Cyborg oder Göttin – gleichwohl diese in einem „spiral dance“ verbunden sind(1) – wären. Nun stellen wir uns unter letzteren häufig „natur“verbundene (verbunden mit einer Erfindung?) Esoteriker*innen vor, die sich berufen fühlen, alte Hexentraditionen zu bewahren.

Doch das Hexendasein konnte weitaus cyborgiger als allgemein angenommen sein. Stellen wir uns etwa einen Hexensabbat in den 80ern vor, zwischen Radomen und Antennen. Es fällt auf, ein nicht unerheblicher Teil der dortigen Anlage wurde vom GRU (siehe) betrieben. Damit liegt nahe, daß die Speznas nicht wie bislang angenommen mittels Fallschirmen über Feindesland ausgesetzt werden, sondern dorthin auf Besen reiten. Taugen Speznas-Hexen schon zur feministischen Figuration?

Damit hätten wir ein Mittel zur Hexenjagd, sie tragen Ringelshirts


Religion:

31. März 2012

„Das Leben lenkt nur vom Wesentlichen ab“


Japanische Philosophie

27. Dezember 2011

Heute stellen wir die – recht unbekannte und dennoch häufig genutzte – japanische Philosophie des Mu-Sen (無線) vor.

無 (Mu) steht für die Leere, das Nichts, der Zustand, den der esoterische Geist anzustreben sucht. Ein altehrwürdiges Prinzip Zen-Buddhistischer Weisheitsle(e/h)ren.

線 (Sen) bedeutet u.a. „Richtung“. Die Philosophie des Musen steht also für die weite Offenheit eines richtungslosen Denkens. Im besten Falle sollte es wegen dieser Offenheit so kryptisch wie ein Koan sein.

In guter Tradition esoterischer Konzepte kann Erleuchtung käuflich erworben werden.


Eso mal wieder

9. Juli 2011

Disclaimer: Die verstreute Esoterikkritik auf diesem Blog soll hier nicht erschöpfend zusammengefaßt werden, Beißreflexe gegen derartige Welterklärungen werden als bekannt vorausgesetzt.

Nun wird in der Zeit beklagt, daß irrationale Lehren sich an der Uni breitzumachen versuchen. D.h. Unwissenschaftliches Buzzwordlernen mit dem sich viel Geld machen läßt, „oft wird der Hokuspokus dabei mit Steuergeldern gefördert.“ Die meinen leider nicht BWL. „Besonders deutlich zu beobachten ist der Einzug des Hokuspokus in der Medizin.“ – nur geht es im Medizinstudium um Auswendiglernen von Fach“wissen“ zur berufsqualifizierenden Ausbildung, das hat nichts mit Wissenschaft zu tun.1

(Diese) Polemik beiseite,es verwundert nicht sonderlich. Nicht nur, daß magische Weltbilder mit dem Niedergang des Bildungssystems – mit allem Kaputtsparen und der Umstellung auf Ausbildungssystem, der Rückkehr des Nürnberger Trichters – erklärt werden könnten; wir haben es nicht mit einer kommenden, sondern geschehenen Bildungskatastrophe zu tun – pars prototo sei der Außenminister oder diverse Ex-Doktor*Innen genannt.

Doch auch die Vorwürfe gegen „die Esoterik“ erweisen sich als Problematisch (vgl. feine Atheisten). Da wäre zum einen der Vorwurf „falscher Prämissen“, während die Wirksamkeit als nicht berücksichtigenswert behandelt wird (wir berichteten). Diese Denkweise ist es übrigens auch, die Interdisziplinarität so anstrengend gestaltet, statt Anregungen auszutauschen, wird über Prämissen gestritten, bis der Austausch auf Minimalkonsens des Halbbildungsniveaus endet/verreckt.

Die vielleicht umstrittensten sind jene der „Wissenschaftlichkeit“. Wenn lediglich gestritten wird, wer über die „wahren Fakten“ verfügt, kann eine gefährliche Symmetrie zwischen den Glaubensrichtungen behauptet werden – viele „Esoteriker“ denken genauso, mit der Konsequenz ist,  sich möglichst viele „wissenschaftliche Fakten“ in ihr Glaubenssystem einzuverleiben2. Dies wird auch nur mäßig durch oberflächliche Methodiken gemindert, „Experiment“3, „Mathematik“ (Astrologie) lassen sich in gewissem Umfang auch in Pseudowissenschaft integrieren, der Unterschied – auch: Das Erfolgsrezept der Physik – muß woanders liegen. Dennoch scheinen aus wissenschaftlicher Sicht derartige Pseudo-Wissenschaften sympathischer als der kreationistische Weg, gleichwohl beides letztlich nur mit dem Ziel betrieben wird, einen szeneinternen „Common-Sense“4 zu affirmieren.

„Wissenschaft“ sollte gerade nicht als die Summe ihrer Ergebnisse, sondern der Prozeß ihrer Erschaffung, Überprüfung/Verbreitung und Änderung gesehen werden. Simple Beispiele: Planck ohne die zugrundeliegende Mathematik verstehen zu wollen (siehe) oder von Foerster ohne Kybernetik („radikaler Konstruktivismus“). Text ohne Kontext gibt’s nicht …

Sicherlich, viele haben „Geisteswissenschaften“ in der Schule als ‚Laberfächer‘ kennengelernt und nie zur Kenntnis genommen, wieviel Rechercheaufwand hinter einer geisteswissenschaftlichen Tatsachenbehauptung stehen sollte. Häufig mehr als in Experimental- und Lehrbuchwissenschaften5. Problem ist, in vielen Bereichen – u.a. deswegen, Wissenschaftstheorie wäre ja Philosophie – herrscht eine veraltete und naive Vorstellung von Wissenschaftlichkeit.

Conclusion: Wenn also von szientistischer Seite keine fundierteren Einwände als ein pauschales „unwissenschaftlich“ kommen, verwundert es nicht, daß die „Esoteriker“ alle Mittel ausschöpfen, sich die Position aneignen, als „Wissenschaftler*Innen“ sprechen zu können. Das Schlimmste daran: Da sich Rationalitäten im Wandel befinden (RTFFF), ist ihr Erfolg leider nicht von einer überzeitlichen Wahrheit ausgeschlossen.


1 Der Vollständigkeit halber sei zum Thema Medizin hingewiesen auf: Fleck, Ludwik: Über einige besondere Merkmale des ärztlichen Denkens [1927]; in: ders.: Erfahrung und Tatsache : Gesammelte Aufsätze; hg.v. Schnelle, Thomas; Schäfer, Lothar; Frankfurt/M 1983; S. 37-45.

2 Unübertroffen bei der Diskursanalyse dessen ist Eitler.

3 Eine der scharfsinnigsten Kritiken an der statistisch-experimentellen Methodik findet sich in der Kritischen Psychologie. Da das Hauptwerk (Holzkamp, Klaus: Grundlegung der Psychologie; Frankfurt/M 1983.) kaum jemandem zuzumuten ist, seien die ersten Kapitel empfohlen von Markard, Morus: Einführung in die Kritische Psychologie; Hamburg 2009.

4 Die Queertheory unterlag zuvielen Korrekturen und Austausch aus und mit Bewegungspolitiken und benachbarten Wissensbereichen, als daß sie in diesen Einwand aufgenommen werden könnte.

5 Zum Unterscheidung und Verhältnis von Zeitschrifwissenschaft, Handbuchwissenschaft und populärer Wissenschaft siehe Fleck, Ludwik: Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache; Frankfurt/M 1980 (Ersterscheinen: Basel 1935); S. 146-164.