Plüschie Theorie #4: Utopie

20. April 2018

Plüschietheorie ist nach wie vor ein Desiderat gesellschafts- und kulturwissenschaftlich orientierten Philosophie & Psychologie1. Wenn wir davon ausgehen daß unsere Untersuchungen zu Plüschtieren nichts mit Kindern bzw. Entwicklungspsychologie zu tun haben sollen findet sich an Forschungsstand in etwa – nichts.2

Dies verweist auch auf unheimliche Ungleichzeitigkeiten in Theoriebildungen: Da Plüschtiere in ihrer heutigen Form – der Zusammenhang zu älteren Verwandten wie Puppen wäre auch noch von künftigen Plüschtierstudies herzustellen – erst Ende des 19. Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden, haben freilich in der Antike, in der Aufklärung oder im 19. Jahrhundert verwurzelte Philosophien wenig dazu zu sagen. Falsch/kontextlos verstandene Beiträge zeitgenössischer Philosoph*innen zur Materialismus:Idealismus-Debatte tun ein Übriges, daß Themen wie diese lange unterschätzt wurden.

Neben bereits untersuchten subjekttheoretischem und -praktischen Potential sei deshalb an dieser Stelle nocheinmal das Utopische an unseren kuscheligen Freund*innen hervorgehoben:

  • Sie bilden nach @wolfseule die Antithese zu Leiden und Tod
  • Sie bieten schöne Momente der Kuschelig- & Niedlichkeit
  • Sie können damit Teil radikaler Selfcare sein
  • Sie verkörpern Potential zur Selbstentwicklung (siehe: Techniken des Selbst)
  • Sie sind etwas sehr Persönliches, damit nicht einfach nur bedeutungslose Dekoobjekte

Will sagen: Niemand ist zu alt für Plüschtiere! Kuschelt mit ihnen, teilt Bilder von ihnen wenn sie mögen, denkt darüber nach und vielleicht vielleicht wird die Welt dadurch irgendwie ein kleines bißchen besser.


1 Daß eine gesellschafts- und kulturwissenschaftlich orientierte Psychologie an sich (noch?) eine radikale wie notwendige Forderung darstellt hier nur am Rande.

2 In sofern können wir diesen Wolfseule-Artikel ohne Übertreibung als Pionierarbeit ansehen!

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Zur Feier des Tages

8. März 2018

Ob schreibend …


… oder lauernd …


… oder kontroverse magische Praktiken versuchend


Wobei auch Selfcare radikal sein kann


Die Kulturellepraxis wünscht Euch einen kämpferischen 8.März!


Kroko statt GroKo!

6. März 2018

Die Kulturellepraxis legt hiermit einen konstruktiven Vorschlag zur Regierungsbildung vor:

Plüschtiere an die Macht!

Von Kroko existiert bereits eine Arbeitsprobe: Hier die Neujahrsansprache 2015 (leider in Flash).


Plüsch-Solidarität

22. Februar 2018


Wenn Plüschtiere aufeinandertreffen



Gut, manchmal geht das auch schief …



Die Punkprinzessin und Fauchi Stormborn bildeten gleich eine Lesegruppe



WG Gruppenplüschie zum Einzug



Schnuffi erzählt von seinen Reisen




Katzen haben manchmal magische Heilkräfte




Kroko teilt das Kissen


Auch wenn Fauchi Stormborn die Gewalt gegen Drachen in „Game of Thrones“ Angst macht


Schlaflosigkeit

14. Februar 2018




Na gut, da es um Plüschies geht ausnahmsweise mal ein optimistisches Ende


Das ist kein Laptop mit Überhitzungsproblem, das ist ein Kadsenwärmer!



Plüschie Theorie #3: Waschen

6. Februar 2018

Dieses Highlight in unserer Plüschtier-Reihe war zugleich ihr Stein des Anstoßes, auf diesem Text basieren viele der Ideen: Ein @Wolfseule Artikel, der extrem unterhaltsam geschrieben die theoretische Tiefe des Themas eröffnet. Herzlichsten Dank an die Autorin, viel Spaß & Erkenntnis beim Lesen für alle anderen!

Dorothea Studthoff

Über die Schwierigkeit, ein Plüschtier zu waschen

Wer mit dem latenten Urvertrauen in Trost durch Berühren einer weichen, trockenen Substanz sich jede Nacht mit einem Plüschtier zu Bett begibt, der sieht sich bald mit einem Dilemma konfrontiert: der eigene Narzissmus wird unhygienisch. Zu sehr manifestiert sich die Selbstliebe bis zu dem Punkt, an dem man praktisch mit sich selbst kuschelt. Buchstäblich. Einerseits der Punkt, an dem das Plüschtier den Status des Übergangsobjektes längst schon durchschritten hat und sich nun an diesem Punkt befindet, dessen Signifikanz allein von der Fragilität des Charakters des Besitzers/der Besitzerin, beziehungsweise Hüters oder Hüterin des Plüschtieres abhängt.
Andererseits ist es nun einmal so, dass die Überreste der Kruste der menschlichen Existenz, die Nacht für Nacht in den flauschigen Plüsch gepresst und geschabt wurde, sichtbar und – vielleicht sogar noch signifikanter – riechbar gemacht werden. Es ist der olfaktorische Abdruck eines ungeduschten ICHs in vielfach und geschwächter Ausgabe, das Eau de Moilette einer kuschelbedürftigen aber misanthropischen Persönlichkeit und damit eine langzeitbelichtete geruchliche Feldaufnahme aller Facetten der Personen, die, jeden Tag neu, im immer gleichen und sich dabei ewig verändernden Körper gefangen, zu ihren inanimierten Kuschelgefährten unter das Plumeau kriechen, das, genau wie die plüschigen Gesellen, schwer trägt an den Überresten menschlicher Hautschuppen, Talg und dem Grind des Tages.
Das Plüschtier an sich ist für den erwachsenen Menschen, der den Lernprozess der Unterscheidung von Innen und Außen bereits durchgemacht hat und ihn nun wieder in Frage stellt, ein Mittel, sich selbst auszuweiten, die geizig gezogenen Grenzen bezüglich dessen, was zu einem gehört, aufzuweichen. „Ach, ach, ach!“ mag da einer sagen, der sich die E.T.A. Hoffmann-Lektüre zu arg zu Herzen genommen hat „Gut enden kann das nicht, es ist hohl und gefährlich und böse.“ Aber wer so etwas sagt, der hat noch nie in die gewitzten Augen eines Plüschtiers geblickt, dessen Sprache er spricht. Plüschtiere sind nicht tot, sie waren niemals im spießigen, beengten Begriff der organisch entstandenen Kohlenstoffverbindungen mit Verrottungsmechanismus bei Ausbleiben der Sauerstofffunktion und der Fähigkeit „ICH“ lauter als alles andere zu brüllen, lebendig, drum ist ihnen der Zustand „tot“ unmöglich. Auch krank können sie nicht werden, sie können lediglich die Krankheiten ihres Erschaffers oder Erschafferin absorbieren und zum Teil von sich machen.
Was sie jedoch sein können ist verletzt, beschädigt und in ihrer ursprünglichen Form so gestört, dass man von einer Verstümmelung sprechen kann, deren Effekt ein deutlichen Unterschied in der vertrauten Handhabung ihrer in Form gekuschelten plüschigen Körper haben kann. Aber auch da wird adaptiert, wird niemals aufgegeben, weil auf diese Weise zu kapitulieren und den Tod eines Plüschtiers anzuerkennen, in dessen Struktur das Konzept Tod niemals angelegt war, völlig unnötig ist. Das Plüschtier ist unsterblich und ist somit dem Menschen überlegen, der ihm alles geben kann, außer seiner eigenen Sterblichkeit. Und damit wird der von ihm absorbierte Schmutz ebenfalls unsterblich. Außer, es wird gewaschen.

Damit wären einige der Aspekte, die beim Vorhaben, ein Plüschtier zu waschen, eine Rolle spielen und eine Problematik darstellen, angerissen und sollen im Folgenden elaboriert werden: die Verortung der Persönlichkeit des Stofftieres, beziehungsweise die ihm immanente Dialektik als Gegenstand einerseits und als Personenerweiterung bis hin zur Abnabelung als selbstständige Person andererseits; die physische Manifestation des Bundes mit dem Plüschtier, in anderen Worten: Schmutz; die Notwendigkeit, das Plüschtier in der eigenen Realität zu fixieren und die Frage, was von dem Plüschtier bleibt, wenn die eigene Realität sein natürliches Ende findet? Kann ein Stofftier ein natürliches Ende haben, wenn es doch nicht sterben kann?

Schmutz oder Ich?
Der menschliche Körper, die Hülle des Selbst, endet ziemlich genau da, wo man ihn anfassen kann. Einen Körper kann man nur an seinem „Außen“ anfassen, selbst wenn man ihn aufschneidet, ist lediglich die Oberfläche des „Außen“ vergrößert. Und doch bröselt er permanent, schwitzt, schuppt sich, durchläuft eine diskrete Metamorphose, dehnt sich (Kuchen!) oder löst sich auf (Tränen!), lässt sich aber immer nachvollziehen und nachverfolgen, wenn auch nicht in aller Vollständigkeit.
Den menschlichen Geist, die individuelle Gedankenwelt, auf einsamen Posten im Gestrüpp der Diskurse, lässt sich nicht anfassen, ergo ist die Abgrenzung problematisch. Sie lässt sich zum Teil aussprechen und formulieren, ist aus dem Treibsand der Worte gebaut, was die Übung nicht eben einfacher macht. Das Plüschtier residiert in den Zwischenräumen dieser Entitäten, ohne sie wirklich zu verknüpfen. Obwohl das Plüschtier als Gefährte vor allen Dingen ein Konzept ist, ein geistige Kreation und eine Wiederspiegelung und abstrakte Verkörperung der Notwendigkeiten zur Beseitigung der Unzulänglichkeiten des eigenen Lebens, ist seine physische Präsenz zur Erfüllung seiner Rolle unabdingbar. Das ist die Hauptaufgabe eines jeden Plüschtieres, das nicht ohne Grund auch „Kuscheltier“ genannt wird: schlicht da zu sein, in Reichweite des menschlichen Gefährten. Der Körperkontakt ist essentiell für die Kommunikation, denn um den Repräsentanten der Wunscherfüllung nach stillem Trost erfahrbar zu machen, muss er der Welt eine eigene Oberfläche entbieten. Das tut das Plüschtier, das ein Gegenstand ist, bis es zu einem Gefährten wird, das Anteile seines Gefährten verkörpert. Es wird nie zu einem Alter Ego, weil es durch diese komplette Transformation seine Trost-Wirkung verlieren würde, denn dann nähme es auch den Schmerz und die Mängel in sich auf. Es ist die Stütze, die einem außerhalb des eigenen Körpers eine Sicherheit bietet, einen tatsächlichen Griff, eine Halterung, die jederzeit genutzt werden kann, ohne Rücksicht nehmen zu müssen oder Angst vor Grenzüberschreitungen haben zu müssen. Ein Plüschtier hat niemals Kopfschmerzen und braucht keinen persönlichen Freiraum. Und trotzdem entsteht bei jedem mit einem innigen Verhältnis zu einem Stofftier ein gewisser Ethos im Umgang damit. Wer würde sich schon mit Absicht auf ein geliebtes Stofftier setzen oder es bei Kälte draußen liegen lassen? Ein Stofftier fordert keinen respektvollen Umgang, aber den vollen Wert und Gewinn aus ihm erkennt man erst, wenn man ihn ihm entgegenbringt. Und warum bringt man einem Plüschtier überhaupt diesen Respekt entgegen? Wie kommt es, dass ein solches Bedürfnis nach Nähe zu einem als Gegenstand in die Welt gebrachten Zwischenwesen entstehen kann?
Was dem Menschen seine Menschlichkeit, ist dem Plüschtier seine Niedlichkeit. Diese ergibt sich aus seiner Beschaffenheit, denn ein Plüschtier hat nichts inne, was dieser Niedlichkeit entgegenwirken könnte, seine Harmlosigkeit ist absolut, da es keine Gedanken formulieren oder kommunizieren kann und auch nicht handeln kann. Seine Existenz definiert sich durch die unschuldige Liebe, die man ihm entgegenbringt und es ist darum ohne Ausnahme niedlich, weil es nichts geben kann, als diese Liebe anzunehmen. Verzweiflung, Hass oder Zorn kann es nur registrieren, nicht auflösen oder verarbeiten, darum bleiben diese in der Existenz des Plüschtiers außen vor. Niedlichkeit entsteht durch Harmlosigkeit und diese bietet das Plüschtier in Perfektion und macht es somit zum idealen Gefährten, da es sich so so vollkommen flexibel und flauschig in das eigene Gedankenfeld einfügen lässt. Das Plüschtier bietet nur Erinnerungen, keine Gedanken, es ist der Munin ohne Hugin, ein einsamer Rabe, der den Schnabel tröstend in die Armbeuge seines Gefährten steckt.
Und genau so, nicht durch einen besiegelnden Akt, sondern durch die ständige Wiederholung der Berührungen, entsteht die körperliche Verbindung: das im Fell des Stofftieres bleiben bei jeder Berührung kleine Reste des Menschen und setzen sich dort fest, die irgendwann durch ihre dunkle Schattierung zu sehen sind und dann auch zu riechen. Das Stofftier ist menschlich geworden und trägt die Insignien der andauernden Kuschelei als Ausdruck der Verbundenheit. Im Prinzip ist es keine Verbundenheit in dem Sinne, das Plüschtier ist nun sein Besitzer, weil es nun das ist, was der Besitzer einmal war. Darin begründet sich die Hemmung, ein Plüschtier zu waschen: man spült einen sichtbaren Teil von sich selbst durch den Abguss, entfernt allen sichtbaren Nachweis der innigen Beziehung zu dem plüschigen Gefährten, reinigt ihn von all der Schmach, die man trostsuchend in seinem Fell hinterließ und setzt sie damit wieder frei. Das Plüschtier zu waschen bedeutet einen unumkehrbaren Bruch in der Kontinuität der Beziehung zu ihm, die ja wie beschrieben, sehr stark von der körperlichen Beziehung zu ihm abhängt. Die Beziehung zu dem Plüschtier war in dessen Körper eingeschrieben, aber nicht so, dass man sie nicht wieder ausradieren könnte. Das Waschen ist eine Art Wiedergeburt für das Plüschtier, das daraus mit ein wenig verdichtetem, aber frisch duftendem Pelz daraus hervorgeht.

Dann beginnt der Zirkel von vorn. Die wenigsten wollen das, weil ein Neuanfang immer Abschied bedeutet und ein Abschied fast immer Schmerz und das Plüschtier verkörpert ja gerade das Gegenteil von Schmerz.

Das Plüschtier ist die Verkörperung des Gegenteils von Schmerz und Tod, ihr Antipode. Denn das Plüschtier kann nicht sterben und wenn sein Besitzer stirbt, lebt in seinem Fell ein Stück seines Körpers weiter, und zwar ein unveränderliches Stück, das nicht durch eine eigene Entwicklung, durch Wachsen oder durch eine eigene Sinnenwelt – wie das bei Kindern der Fall ist – korrumpiert wird.


Nachtrag der Kulturellenpraxis


Update: Es gibt ein Video vom untersuchten Vorgang!


Elke Wittich: Riecht nach Liebeskummertränen

5. Februar 2018

Mit freundlicher Genehmigung der Autorin haben wir die Ehre einen Ausschnitt aus diesem Jungle World Artikel im Rahmen unserer Plüschie-Reihe zu übernehmen

So ein bisschen albern ist dieses »würde ich nie im Leben hergeben« ja schon, denn ganz oft braucht es nur veränderte Lebensumstände, technische Fortschritte oder auch nur neue Moden, und schon wird aus dem geliebten Dingens etwas unerhört Rückständiges, Unbrauchbares, Scheußliches – und so sind die Müllkippen voll mit Sachen, die einst für unverzichtbar gehalten und dann ganz einfach fortgeworfen wurden. Natürlich gibt es Ausnahmen, meinen Teddy zum Beispiel. Daran, wie er in mein Leben getreten ist, kann ich mich nicht erinnern, weil ich erst einen Tag alt war, aber wie die Familie übereinstimmend berichtete, war es damals, als mein Onkel ihn mir beim ersten Besuch ins Babybettchen legte, Abneigung auf den ersten Blick. Wobei Abneigung wohl ein Euphemismus ist: Ich konnte das blöde Scheißvieh nicht ausstehen, und das ungefähr zweieinhalb Jahre lang. Und dann kam der Tag, der alles änderte: Afrah, Omas ansonsten bemerkenswert gutmütiger Airdale-Terrier, schnappte sich den Teddy und verbuddelte ihn im Garten. Zwischen zwei Tannen, wo er vielleicht heute noch liegen würde, wenn ich nicht plötzlich entschieden hätte, dass ein weiteres Leben ohne ihn zwar möglich, aber nicht erstrebenswert wäre, und energisch Teddys Wiederbeschaffung verlangte. Der umgehend losgeschickte familiäre Suchtrupp grub das nunmehr geliebte Viech wieder aus und seither sind wir unzertrennlich, Teddy und ich. Naja, so ganz stimmt das nicht. Er darf nicht überallhin mit, weil er schon ziemlich kaputtgeliebt ist. Netterweise fanden sich im Laufe seines bisherigen Lebens zwar immer wieder Leute, die ihn geflickt haben (sogar mein Bruder hat einige sehr hübsche Frotteeflicken auf ihm hinterlassen, sozusagen als tätige Reue, nachdem er eine meiner Barbies geköpft hatte), aber jede weitere Reparaturarbeit würde die historischen Näharbeiten zerstören, und das geht natürlich nicht. Außerdem hat Teddy ein gebrochenes Bein, weshalb er ein geruhsames Leben im Regal neben dem Bett führen muss. Nur ganz manchmal darf er allerdings doch mit. Damals zum Beispiel, als von der IG Medien irgendwie nochmal versucht wurde, zwischen der Jungen Welt und uns doch noch eine Schlichtung hinzubekommen, kam er mit, nach der Gesamtlage gucken. Was nicht jeden der Kollegen freute, weil das alles ja so unglaublich wichtig war, und wie sieht das denn aus, wenn ein Teddy dabei ist, so einen kindischen Quatsch meinst du doch nicht ernst, oder? Oh wohl. Tat Teddy nämlich echt mal gut, zu sehen, dass er es besitzertechnisch viel schlimmer hätte treffen können als mit mir. Und nein, er muss auch jetzt nicht immer bloß im Regal sitzen. Manchmal wird er ein bisschen geknuddelt. Und es wird an ihm gerochen, er riecht nämlich nach Kindheit und Liebeskummertränen und nach allem, wonach viel beanspruchte Teddys so riechen. Und ganz manchmal bekommt er neue Anziehsachen. Früher trug Teddy wahlweise das Blümchenkleid einer sehr verhassten Puppe (die nicht lachte, weshalb ich praktisch sofort nach dem Auspacken ihren Mund mit einer Nagelschere beidseitig zu einem Lächeln verbreitern wollte, mit dem Erfolg, dass ich danach eine nichtlachende Puppe mit Schmissen im Gesicht hatte) oder einen von Oma gestrickten Overall, aber die Sachen sind schon lange kaputt. Da man ja nie so genau weiß, ob Teddy nicht doch friert, bekam er letztens einen Pullover gehäkelt, genauer: Es wurde so lange um ihn herum gehäkelt, bis etwas Pulloverähnliches entstand. Eine Hose hat er allerdings nicht gehandarbeitet bekommen – aber das ist auch nicht so schlimm, denn Teddy hat mittlerweile einen eigenen Twitteraccount (@ElqueesTeddy) und dadurch Kontakt zu anderen Teddys, die zwar schicke Oberbekleidung wie Lederjacken, aber auch alle keine Hosen haben. Ach ja, Teddy heißt natürlich im wirklichen Leben nicht Teddy, sondern anders, aber wie, das geht niemanden was an, denn auch Kuscheltiere haben das Recht auf ihre Privatsphäre. Und ich würde ihn niemals hergeben. Für nichts in der Welt.


Über jenen Twitteraccount läßt sich auch ein Bild dieses Teddys inkl. Häkelpullover finden.