#Cutenessrevolution anderswo #8: Kuscheltier als Geheimnis?

3. September 2020

Zunächst einmal ist es schön, daß unsere kuscheligen Companions ihren Weg in die FAZ gefunden haben, gleichwohl nur als irgendwie merkwürdiges Geheimnis ihrer großen Trampler. Und das, obwohl aus dem Artikel hervorgeht wie verbreitet plüschige Companionship ist. Wir hätten uns ein anderes Metanarrativ gewünscht.

#Cutnessrevolution heißt für uns auch sich als Spielende zu begegnen. Und wir sind mehr als viele Denken!


#Cutenessrevolution anderswo #7: Islieb?

2. September 2020

Dem ist nichts hinzuzufügen!


Plüschie Theorie #12 Kitsch

26. August 2020

Dank an K Kater

Wie grenzen wir die Plüschies von Kitsch ab? Gar nicht! Kitsch ist der Mut zu dummen Gefühlen und warum sollten wir uns verkneifen was Freude bereitet? Zu diesem Zweck müssen Plüschies auch nicht unbedingt originell sein; zumindest nicht in dem Sinne, daß sie die gebräuchlichen Ausdrucksmöglichkeiten zwingend erweitern müssen, es geht schließlich nicht um die Mittel, diese zum Zweck zu erheben kann gar vom Wesentlichen ablenken.

Nicht originell, aber betrachtenswert?

Das heißt nicht, daß Plüschies nicht Avantgarde sein können. Mit ihrer vollen Hingabe ließen sie sich beispielsweise als Camp bezeichnen und damit als queerästhetische „Kunst“ – wasauchimmer das ist. Doch spielt dies für ihr Entstehen keine Rolle, gewolltes Camp – Camping – wäre genau was Camp das subversive Potential nimmt und über „Bad Taste“ in den heteronormativen Mainstream Eingang findet; wenn Camp nicht ohnehin schon längst dort angekommen ist. Eher geht es um „Plüschies von unten“, also daß Mangel an Ausrüstung, Ausbildung und Inszenierungsaufwand niemanden abhalten sollte; mehr noch: der scheinbare Mangel läßt sich wiederum als Autentizitätsmarker nutzen.

Krokos Reaktion ist nicht übertrieben, sie ist … Camp?

Praktisch geht es zunächst darum die Vielseitigkeit unserer kuscheligen Companions zu finden, wie beispielsweise geringfügig geänderte Perspektiven zu einem komplett anderen Ausdruck führen können. Damit wird eine mögliche Originalität nicht von einem Künstlergenie erschaffen, sondern an einem – oftmals massenproduzierten – Plüschtier entdeckt. D.h. auch, daß der Zufall bei den Aufnahmen immer eine Rolle spielen sollte, speziell bei aufwendiger inszenierten.

Ein Motiv, drei verschiedene Ausdrucksmöglichkeiten

Ideal ist es, Bilder zu schaffen auf denen Plüschtiere so lebendig scheinen wie in unserer Phantasie; der scheinbare Nachteil, daß sie sich – zumindest von sich aus – nicht bewegen können, wird für das Medium Foto fast zum Vorteil. Doch beduetet dies auch Verantwortung: Um den Subjektstatus der kuscheligen Companions zu affirmieren, sollte jedes Bild Respekt vor diesem ausdrücken, d.h. es ist an uns ihre Eigenwilligkeit darzustellen und sie nicht aus der Rolle fallen zu lassen. D.h., wir müssen die Agency von teilfiktiven – aber sind wir das nicht alle in einem gewissen Sinne – Subjekten respektieren; so sehr im Namen falsch verstandener Originalität die Grenzüberschreitung reizt. Diese Grenzen lassen sich nicht als Regeln formalisieren – höchstens eines das sich mit jeder Anwendung ändert -, es läßt sich nicht präzise definieren, nur schwammig mit Wegweisern wie „Flauschigkeit“ was genau möglich ist und was droht die zu schaffende Fiktion zu zerstören, diese Grenze ist also höchstens eine zu erspürende, keinesfalls eine klare.

Kroko mit MNS

Diese Grenze verläuft aber nicht – wie es bei einer möglichen Deutung von „Kitsch“ der Fall wäre – zwischen komplett Angenehmem und Unangenehmem. Unsere kuscheligen Companions begleiten uns in Krisenzeiten, manche sind besser darin in Abgründe zu schauen als andere, aber im Spiel, das ja unser Verhältnis zu ihnen – und über sie hoffentlich untereinander, das ist die Utopie der Cutenessrevolution – ausmacht werden die Schrecken der Realität nicht verdoppelt, sondern im Optimalfall transformiert.

Kroko hilft bei unangenehmem Behördenkram

Ein gutes Beispiel wie so ein Umgang aussehen kann findet sich in der 2014er Drei Fragezeichen Livetournee „Phonophobia – Sinfonie der Angst“. Peter Shaw Sprecher Jens Wawrechek fragt ob sie gerade jemanden getötet hätten, argumentiert – gegen die Tode in den Titeln und eine harmlose Form von Grusel gehört zu diesem Hörspielgenre -, daß sie das nicht dürften, schlagendes Argument ist am Ende: „Wie soll man denn dabei einschlafen?“, woraufhin die Szene nach Rückspulgeräuschen geändert wird. D.h., hier werden die Regeln des fiktiven Universums angesprochen, im Bruch der 4. Wand zeigt sich die ironische Distanz der Sprecher*innen zu ihren Figuren, aber sie halten sich letztlich an die Grenze, daß jemanden umzubringen unpassend wäre. Dieses gleichzeitig ironische, aber auch respektvolle Verhältnis zu einer fiktiven Welt und ihren Figuren können wir als Merkmal, wenn nicht gar Grundhaltung der Cutenessrevolution festlegen.


Plüschie Theorie #10: Avantgarde

17. Juni 2020

„Vielleicht ist es ja schon offensichtlich, aber da ich es gerne sagen möchte: Ich scheiße auch auf die revolutionären Avantgarden des ganzen Planeten.“ –Subcommandante Marcos, zitiert nach @elquee

Doch muß eins um auf die Avantgarde scheißen diese hinter sich gelassen haben. Doch wie und wo das geht hängt davon ab wie der theoretich-aktivistische – Plüschtier– & Barbiebilder mal als cutenessrevolutionärer Aktivismus verstanden – Raum strukturiert ist; gerade wenn wir ihn mit unserer Arbeit de- oder restrukturieren wollen.

Denn letztlich sind wir in Gefügen/Netzen/Mannigfaltigkeiten immer in der Mitte, von der aus wir den Verbindungen zu allen Seiten folgen können. Flausch streckt die Fasern nach uns aus und umschließt uns, es ist damit Teil der Circlusphere. Es geht ja gerade darum von hierarchischen, baumartigen Strukturen wegzukommen – weary of holism, but needy for connection -, über neue narrativen zu neuen Denk-, Wissens- und Gemeinschaftsstrukturen zu kommen.

D.h. was nahe(liegend), was fern, was vorne, was hinten ist hängt von den Verbindungen ab die wir knüpfen. Damit sind die Plüschtierstudies „vorne“ da sie die ersten sind die so etwas – strategisch offen gelassen was die Alleinstellungsmerkmale dieses „etwas“ sind – produzieren und „vorne“ daß sie einladen ihnen zu folgen; oder geben sie Impulse in eine Richtung? Dann wären sie aber schon wieder hinter dem was sie anschieben! Kümmmern wir uns also beim Tanzen nicht so sehr darum wann wir nun gerade wo stehen, sondern lassen uns auf die Bewegungen ein!


Plüschie Theorie #11: Weltraum

1. Juni 2020

Bereits auf Reisen tragen die Plüschtiere unsere Hoffnungen, Romantisierungen und Begeisterung. Eine Steigerung davon sind die Weltraumplüschies.

Raumfahrende Plüschtiere haben eine lange Tradition, so alt wie die bemannte1 Raumfahrt. So können diese die Schwerelosigkeit demonstrieren und als leichte und weiche Wesen dabei ungefährlich zu sein; Cuteness im Sinne von Harmlosigkeit hat hier also praktisch-handlungsrelevante Bedeutung. Dazu paßt, daß seit den 60ern der Comichund Snoopy mit Genehmigung des Schöpfers Charles M. Schulz als Sicherheitssymbol bei der NASA eingesetzt wird.

Mit Raumfahrt, pilotierter1 zumal, sind Hoffnungen verbunden, daß sich die Menschheit als ein Ganzes begreifen könne, Forschung zu positiven Dingen wie Erkenntnisvermehrung/Entdeckung eingesetzt werde. Zwar ließe sich dies als Gegenbild zu Ängsten vor Kernwaffen konstruieren, dieses Konstrukt müßte aber vernachlässigen daß diese durch Raketentechnik einsetzbarer wurden.

Die Raumfahrt war zunächst ein Nebenprodukt der militärischen Raketenforschung. Schlimmer noch: Mit Privatisierung der Raumfahrt und mit militärischer Nutzung des Alls, instituttionell durch die US-„Space Force“ – vorerst symbolisch – vorangetrieben ist das Thema der Territorialiserung des Alls aktueller denn je. Weltraum als Spielwiese der Wissenschaft gilt – wie im Falle des Internets – zur nostalgischen Vergangenheitsverklärung zu verkommen. Mit Haraway können wir nur darauf hinweisen, daß Cyborgs ihren Wurzeln gegenüber untreu sind und das Cyborgmanifest während Kämpfen gegen Kernkraftwerke und SDI („Star Wars“) geschrieben wurde, wir es also nicht mit einer reinen Utopie zu tun haben, sondern die Dystopie – so in Elon Musks Bioshock ähnlichen Marsbesiedlungsvorstellungen – beängstigend nahe liegt, wir uns dem widersprüchlichen Gemenge also nur mit Ironie nähern können.

„The main trouble with cyborgs, of course, is that they are the illegitimate offspring of militarism and patriarchal capitalism, not to mention state socialism. But illegitimate offspring are often exceedingly unfaithful to their origins. Their fathers, after all, are inessential.“ —Cyborgmanifest, S.10.

Auf die Frage „was tun?“ ist die erste Antwort „was tun“. Welche auswirkungen der technische „Fortschritt“ hat und in welche Richtung diese Prozesse laufen ist kein Schicksal. Aber es erfordert politisches Engagement. Der springende Punkt ist dann, daß sich nur gemeinsam die  vollends verwaltete Welt bekämpfen läßt, aber dieses Sich-Organisieren eben nicht selbst dieses vollends verwaltete sein/werden soll. Nur ist der „Partiality“ teil der „postmodernen“ Antwort bei der Raumfahrt unzureichend, gerade wenn wir Ressourcen – sei es für die Raumfahrt, sei es gegen die kritisierenswerten Aspekte – bündeln wollen. Da müssen wir tiefer in die Beziehungsweisen- und Organsationsformen Werkzeugkiste greifen. Die gebotenen Optionen an Verwaltungsformen – staatliche Autorität oder „freie“ Wirtschaft“ sollten uns jedenfalls zu einem „keines davon“ anstacheln.

Es kommt auf die Gemeinschaftsformen an. Die Plüschtiere rücken wegen Covid-19 zusammen, solange wir es nicht können.

„Postmoderne“ im Sinne des Scheiterns der großen Erzählungen läßt sich so verstehen, daß diese in viele kleinere, nebeneineinander und widersprüchlich existierende zerfallen. Die praktische Seite davon wäre Standpunkttheorie und die Einsicht, daß abstrakte Gleichheitsansätze in Antidiskriminierungsfragen meist nur eine mächtige unmarkierte Position repräsentierten. Doch dies ist nur eine der vielen möglichen Erzählungen über Postmoderne und sie stößt gerade hier an eine ihrer Grenzen: Grundlagenforschung ist – gerade in der Raumfahrt – teuer und per defitionem nicht unmittelbar Nutzbringend. Auch müssen wir feststellen daß es nur genau eine Erde gibt. D.h. für die pilotierte1 Raumfahrt sollten wir eine kleine große Erzählung der Moderne bewahren. Zumal die Dystopie ja immer mitfliegt und wir das Weltraum dieser zumindest nicht kampflos überlassen sollten!2

Die praktische Seite dieser Utopie ist die ISS, in vielen Bereichen rivalisierende Staaten finanzieren die Raumstation gemeinsam, für die Astronauten scheint Nationalität eher etwas von folkloristischer Freizeitgestaltung – welches Plüschtier und welche Musik dabei ist – als lebensbestimmende Identität zu haben, denn der Alltag ist von den praktischen Anforderungen geprägt. Hier gibt es eine gemeinsame Sprache: Die Sprache der Wissenschaft.

Ein Moment, der diese Weltraumplüschutopie verkörpert wäre dieses Aufeinandertreffen alter Bekannter: Ein deutscher Astronaut bringt zwei Figuren aus der Wissenschaftskommunikationssendung „Sendung mit der Maus“ mit, ein US Astronaut wegen der tschechischen Herkunft seiner Ehefrau ein Plüschtier der Zeichentrickfigur kleinen Maulwurf, der aber auch in der Sendung mit der Maus gezeigt wurde.

„Cyborg unities are mon­strous and illegitimate; in our present political circumstances, we could hardly hope for more potent myths for resistance and recoupling.“ —Cyborgmanifest S. 13.

Vielleicht sind Cyborgs dafür eine etwas technische Figuration – so würde wahrscheinlich die späte Haraway einwenden -, doch genau da kommen unsere kuscheligen Companions ins Spiel. Auch im wörtlichen Sinne: nämlich u.a. sich als Spielende begegnen, wobei die Wissenschaft ein sehr ernstes Spiel ist. Das Plüschtier kennt nicht die harte Konkurrenz, die wir sowohl in der Wirtschaft wie der Wissenschaft erleben müssen. Das Plüschtier will nicht die welt kontrollieren; und ist damit umso geeigneter sie ein kleines bißchen auszurichten: Plüschtiere an die Macht!

„Monster“ sind auch eine von Haraways wiederkehrenden Figurationen der Widerständigkeit. Gerade da wir bei einigen Themen die schrecklichen Aspekte nicht ausblenden können. Doch Monster sind auch beliebte Plüschfiguren, verlieren aber in ihrer Niedlichkeit den Schrecken.

Solange Plüschtiere mitfliegen ist materialisierte Hoffnung auf diese kleine große Utopie der Raumfahrt immernoch dabei!


1 Halt, nein, das geht so nicht! 1963 war nicht erst gestern, Mann zu sein ist keine Voraussetzung. „Crewed“ wäre zwar geschlechtneutral, aber letztlich muß sich doch auch ein deutsches Wort dafür finden lassen ohne auf Umschreibungen zurückzugreifen. Hier ist freilich entscheidend ob die Missionen beplüscht sind. Mit Rückübersetzung aus dem Russischen versuchen wir es mal mit „pilotierter“.

2 Bei Plüschtieren gilt: „I’m guided by the beauty of our weapons“!

Noch ’ne Kleinigkeit: Das aktuelle Space Plüschtier, Ty-Saurier Tremor ist im Space-X Shop deutlich überteuert, support you local store! Und falls dieser Typ vergriffen sein sollte: Es gibt so viele Plüschtierfabrikate die schon im Weltall waren …


Geisteswissenschaftliche Triage

3. April 2020

Mit Covid-19 verbreiten sich auch die gefährlichen Fehleinschätzungen1 exponentiell. Wie reagieren wir auf solche aus dem engeren Umfeld – beispielweise der Bio- oder Wahlfamilie? Das Problem ist leider aus bereichen wie Queer, Antirassismus, Antiinllektualismuskritik bekannt. Das Phänomen der Orks2 und Trolle erschwert offene Kommuikation, sollte uns aber nicht entmutigen diese grundsätzlich anzustreben.3 Zumal sich einzububblen häufig nur zu Spaltungen über noch kleinere Unstimmigkeiten führt.

Die Kulturellepraxis rät deshalb zur Erklärbärtriage: Vor einer Erklärung abzuschätzen wie hoch die Erfolgsaussichten sind, möglicherweise modifziert durch eine Einschätzung wie wichtig eine* die Person ist.

Für die GuteSache(tm) aufgerieben helft Ihr nichts und niemandem, Self Care kann radikal sein!


1 Die Folgen von gezielten – inkl. zur Verhaltenskontrolle „wohlmeinenden“ – Desinformationen wären ein eigener Beitrag. Kurz: Wir sind auf epistemische Arbeitsteilung angewiesen und die Folgen von Informationen verselbstständigen sich, also 1.: don’t do it und 2.: gute und v.a. vertrauenswürdige Wissenschaftskommunikation rettet Leben.

2 Kleinere Verwandte der Trolle. Sie scheinen zunächst interessiert, sind aber nicht bereit zu lernen oder auch nur sich auf neue Gedanken einzulassen, womit Versuche etwas zu erklären in Zeit- und gewaltiger Energieverschwendung enden.

3 Best Practice: Humor um das Vor-den-Kopf-stoßen abzufedern und unterhaltsam auf Widersprüche aufmerksam zu machen. Gute Literaturlisten um Interessierten den Einstieg zu erleichtern und einen Haufen Vorrecherche zu ersparen, Uninteressierten ein RTFM zu präsentieren. Kurze, dichte Kommentare um zu sehen, ob sich die Mühe gemacht wird die Gedanken zu „entpacken“. All diese Strategien zielen darauf ab, zum einen den emotionalen Aufwand gering zu halten, zum anderen zu erkennen ob das Gegenüber grundsätzlich bereit ist eigene Mühen zu investieren und wenn nicht es lustvoll vor den Kopf zu stoßen.


#Cutenessrevolution anderswo #6: Podcast zur Teddybärgeschichte

7. Dezember 2019

Der zugegebenermaßen recht knapp gehaltene und auch nicht nur durch die Werbepausen recht kommerziell klingende Podcast „Pessimists Archive“ beschäftigt sich mit Teddybären. Da können die Plüschtierstudies natürlich nicht weghören.

Die oberflächlichen Aspekte – Steiff und Michtom bringen beide 1902 Spielzeugbären heraus, nach einer Jagdgeschichte über Theodore Roosevelt (Roosevelt der 26.) setzt sich die Bezeichnung „Teddy Bear“ für soetwas durch – wurden ja auch in unseren Plüschstudies erwähnt, doch dieser Podcast spricht einen weiteren Aspekt an: 1907 wurden „Teddybären“ im US Amerikanischen Blätterwald kontrovers diskutiert, in einer Weise, die für diskursgeschichtliche Herangehensweisen1 äußerst fruchtbar2 scheint.

Da auch im Podcast darauf hingewiesen wird, daß es nicht viel Forschung zu Teddybären gibt, sei an dieser Stelle nochmal darauf hingewiesen: Die Plüschtierstudies könnten eine interdisziplinäre Dissertationsfabrik werden, wenn nur internationale Konferenzen und ein Institut finanziert würden *prettypleasewithcherryontop*!

Zum Inhalt: Da Teddybären zunächst als Jungendspielzeug gedeutet wurden und da befürchtet wurde, sie könnten Puppen – die als Mittel Mädchen zur Häuslichkeit zu erziehen gesehen wurden – verdrängen, gab es panische eugenisch durchsetzte Warnungen von Konservativen daß Teddybären eine Gefahr für die Gesellschaft seien; es kristallisierten sich also Diskurse zu Race und Gender an diesen – damals gar nicht mal so – kuscheligen Companions. Dies ließe sich weiter spinnen zur These daß Plüschtiere eine subversive Kraft besäßen und zeigt, daß auch Feminismus und Plüschstudies ein längst nicht zuende gedachtes Thema sind, also ihre hier dargestellte Anschlußfähigkeit an Haraways Cyborgfeminismus nur eine erste Schneise durchs Themenfeld sind.

Am Ende wird erwähnt, daß Teddybären im Laufe ihrer Entwicklung immer stärker in Richtung Niedlichkeit optimiert wurden. Doch da es über „Kindchenschema“ und Evolution von Konsumprodukten gedeutet wird, bringt uns das erstmal leider nicht über einen Funfact hinaus und zeigt, daß bei allen interessanten Informationen nicht ums selbst Denken und Forschen herumkommen, solche Podcast mögen zwar bisweilen anregen, werden es uns aber nicht abnehmen.


1 Früher hätten hier Hinweise auf die einschlägige Literatur gestanden. Daß Landwehr und Sarasin gute Einführungen dazu geschrieben haben nur am Rande. Leider nicht mehr auf dem Laufenden seiend, sei statt einer Bibliographie ein willkürlich gewähltes Beispiel aus jüngerer Zeit wie sich sowas an einem anderen Thema praktisch aufziehen läßt präsentiert.

2 Mythenmetz’sche Abschweifung: Im Podcast wird kurz erwähnt, daß umstritten ist, wie alt das Konzept von Kindheit ist. Ließe sich „reaparieren“ mit der Aussage, daß das heutige Konzept – inkl. v.a. der Abgrenzungen – erstaunlich neu und erstaunlich veränderbar ist – und ja, diese Veränderungen auch im Zusammenhang mit den Produktionsverhältnissen stehen -, aber ein plattes „gab es nicht“ für frühere Verständnisse etwas kurz greift; Puppen sind bereits in der Antike nachgewiesen. Hier hilft Foucault, bzw. diskursgeschichtliche Methodik weiter: Was etwas vor der diskursiven Überformung ist läßt sich nicht sinnvoll sagen, das Wissen darüber wurde immer in vermachteten Prozessen hervorgebracht, in sofern macht es Sinn statt einem „Ding an sich“ nachjagen zu wollen, sich anzuschauen, wie sich beispielsweise das Sprechen über den Gegenstand geändert hat. Das heißt auch, daß die gesellschaftliche/kulturelle/sprachliche/usw. Bedingtheit unseres Wissens und Denkens zu hinterfragen mehr und anderes bedeutet als einfache „ist konstruiert“ oder „gibt es nicht“ Aussagen, sondern einen methodischen Aufwand erfordert; also vorsicht vor den falschen Denkabkürzungen!


#cutenessrevolution anderswo #5: Chiijohn

26. November 2019

Last Week Tonight beschäftigte sich bereits zuvor mit japanischen Maskottchen, u.a. mit einer Story über Chitan, einem inoffiziellen Maskottchen von welchem niedliche, aber äußerst kontroverse Videos kursierten. Abschlossen wurde der Bericht dadurch, daß als Ersatz für Chitan dem offiziellen Maskottchen der Stadt Susaki Shinjo-Kun ein neues, Moderator John Oliver ähnliches namens Maskottchen namens Chiijohn zur Seite gestellt wurde. Dazu gibt es jetzt eine sehr schön erzählte Folgegeschichte, die John Oliver mit Worten anmoderiert, die auch ein Grundsatzprogramm der Plüschstudies sein könnten:

The whole saga was heartwarming, wholesome and basically the exact opposite of what it feels like being alive right

Viel Spaß!

In Otter News: Ein Significant Otter auf Reisen


Hörflausch – Plüschtierstudies als Podcast

9. Oktober 2019

Eigentlich sollte nur der Plüschtiervortrag gesendet werden, jetzt wurde es dank Fiction for Fairies & Cyborgs doch eher ein Beispiel dafür was Freies Radio alles kann.

Fauchi Stormborn bei einem früheren Vortrag

Die freie Version findet sich Bei freie-radios.net und auf der soundcloud, doch aufgrund der CC-Lizenz können die Dateien ja auch weitergegeben oder woanders gespiegelt werden.

Mobile Abschlußkonferenz der Kulturellenpraxis zur Sendung


Frohen Brückentag!

4. Oktober 2019

Venedig gilt mit 426 Brücken in der historischen Altstadt als brückenreich. Hamburg verfügt über 2496. Hier Ansichten und Plüschies von unserer liebsten.