Intellenz

8. September 2019

Ist es – unter Berücksichtigung des „falschen Ganzen“1 herrschender Verhältnisse – intelligent die verfügbare Intelligenz zu nutzen um sich das Leben einfacher2 zu machen oder schwieriger?

Plüschschwein Sokrates3, alias „Sokra-Pig“


1 Schließungen des Möglichkeitsraums trotz scheinbarer Widersprüche – genauer: Gegensätze – innerhalb wird bezeichnet mit dem aus fortgeschrittenen Dialektikarten entlehnten wissenschaftlichen Fachbegriff „Gesamtscheiße“

2 „Einfacher“ heißt auch, die vorhandenen Handlungsoptionen hinzunehmen und somit die „Gesamtscheiße“ aus der sie entstammen dadurch performativ zu festigen, ein Phänomen was die Kritische Psychologie als „restriktives Handeln“ zu fassen sucht, welches dem Subjekt dieser Theorie zu Folge letztlich immer schade

3 „It is better to be a human dissatisfied than a pig satisfied; better to be Socrates dissatisfied than a fool satisfied. And if the fool, or the pig, are of a different opinion, it is because they only know their own side of the question.“ —John Stuart Mill

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Y-Tours auf der Schiene

21. August 2019

Viele Transportmittel der Bundeswehr befinden sich in nicht oder nur eingeschränkt funktionstüchtigem Zustand. Aber die zahlreichen, aktiven, gut vernetzten, aber anscheinend nur ein paar Linksextremist*n störenden Neonazis im tödlichsten Trachtenvereins des Landes wollen auf ihre Rechtsrockkonzerte und Prepper-Vernetzungstreffen.

Die Bundesregierung hier setzt klare Prioritäten: Während Geld für heimische Beatmung eingespart wird dürfen Bundeswehrsoldat*innen in Uniform künftig kostenlos die Bahn – inkl. ICE – nutzen. Kosten läßt sich die Bundesregierung dies „rund vier millionen Euro im Jahr“, was bei laut Bundeswehr.de 181.377 aktiven ziemlich genau 22€ pro Person pro Jahr bedeutet. Zum Vergleich: Eine Bahncard100 2. Klasse kostet derzeit 4395€ für ein Jahr und gewöhnliche Arbeitnehmer*innen müssen geldwerte Vorteile von über 44€ im Monat versteuern.

Da sich Uniformen gut fälschen lassen schlagen wir vor, daß dazu ein Sturmgewehr mitgeführt werden muß. Tatsächlich wird zu diesem Zweck ein Buchungsportal geplant; die gebuchten Plätze gehen vom Sparpreiskontingent ab.

Wie wird soetwas begründet? Die Verteidigungsministerin meint laut Zeit: „Die Bundeswehr wird damit sichtbarer in unserer Gesellschaft.“ Noch klarer drückt es CSU Landesgruppenchef Dobrint laut Spiegel-Online aus: Es gehe um einen „Beitrag für die Sichtbarkeit der Soldaten in der Gesellschaft. ‚Übrigens geht dies auch einher mit einem stärkeren Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger'“

Daß weniger Sichtbarkeit – und überhaupt Bedeutung – des Militärs vielleicht eine gesellschaftliche Errungenschaft sein könnte, daß gar die Person in der Uniform Staatsbürger*in bleiben sollte, also das Militär sich der Zivilgesellschaft annähern sollte, nicht umgekehrt gilt höchstwahrscheinlich schon wieder als linksextreme position. Von daher bleibt nur zu kritisieren daß die Soldat*innen doch bitte nicht wie in einer Geländeübung rumlaufen sollen, sondern gefälligst Ausgehuniform anlegen.

Was das Sicherheitsgefühl angeht: Leute die spotten daß diese Truppe niemandem Angst einjage haben noch keine Gruppen junger Männer im Zug erlebt: die Fußballfans bekommen künftig Unterstützung für das Bahnfahrerlebnis; und alle sind sie für Schland. Betrachten wir das Problem genauer: Wir haben eine Korrelation zwischen jungen Männern Anteil der 20- bis 29-Jährigen: 54,34 Prozent – und Bundeswehrangehörigen. Junge Männer sind genau die Gruppe von der die meisten Gewaltverbrechen ausgehen. Beachten wir daß Pazifist*innen in der Bundeswehr nicht vertreten sein dürften, rechtsextremistische Vorfälle hingegen aber häufiger bekannt werden – mit hoher Dunkelziffer, denn wegen Corpsgeist kann davon ausgegangen werden daß viele nicht gemeldet werden -, haben wir somit ein erhöhtes Risikoprofil für aggressives Verhalten; selbst wenn wir vernachlässigen, daß diese Leute ja zum töten ausgebildet werden mußten. Auch Autoritätskritische Leute werden in der Bundeswehr keinen Platz haben, viel mehr scheint – worauf Dobrints Äußerungen auch hindeutet – das Militär eine Faszination auf autoritäre Persönlichkeiten auszuüben. Dies bedeutet aber weitere Risikofaktoren im Sozialverhalten der künftigen kostenlosen Bahnreisenden: Hängt doch die autoritäre Persönlichkeit eng mit toxischer Männlichkeit und dessen Ritualen wie exzessivem Alkholkonsum zusammen; und in der Tat wird ein solcher Bundeswehrangehörigen in ihrer Freizeit gerne nachgesagt. Auch erzeugt ein autoritäres Umfeld eine Lust an der scheinbaren unmittelbaren Befreiung, dem „Über die Stränge schlagen“ als Ausgleich. Zu guterletzt existiert ein Zusammenhang zwischen autoritärer Persönlichkeit, Narzißmus – ein Selbstbild das nur durch Abwehr, u.a. durch Projekt, aufrechterhalten wird – und Nationalismus.

Wir können also auf Basis mehrerer psychologischer Herangehensweisen festhalten, daß eine deutlich höhere Korrelation von Soldat*innen zu Gewaltverbrechen als bei der Durchschnittsbevölkerung zu rechnen ist. Salopper ausgedrückt: Da wird ein Haufen Stressofanten in die Züge kommen. Also nicht nur werden wissenschaftlich informierte Bürger*innen durch Soldat*innen im Zug weniger „Sicherheitsgefühl“ haben, die Vorstellung daß sich welche von Bemerkungen wie der Dobrints ermutigt sehen die „Sicherheit“ in die eigene Hand zu nehmen läßt weiteren Anstieg von Verbrechen fürchten. Wer der Ansicht ist damit zu Unrecht verdächtigt zu werden, möge sich gegen Racial Profiling einsetzen statt dem eine „not all“ Argumentation entgegenzusetzen, wir diskutieren hier schließlich nur statistische Risikofaktoren.

Es bleibt also zu fragen was das soll. Handelt es sich lediglich um Werbegeschenke Konservativer an ihre Zielgruppe bzw. erwähnte autoritäre Faszination mit dem Militär und dessen Symbolgehalt? Wird darauf gesetzt daß die Probleme v.a. marginalisierte Gruppen treffen werden? Oder geht es tatsächlich darum Militär und Militarismus als Mittel der Innenpolitik nutzen zu wollen, wie wir es bei Diskussionen um Bundeswehreinsatz im Inneren und Ausstattung der Polizei beobachten können? Einfacher ausgedrückt: Ist es wieder so weit?

Von daher seien hier Leute vorgeschlagen die vor/statt Bundeswehrangehörigen kostenlos Bahn fahren können sollten

  • PTBS erkrankte: Soldat*in zu sein heißt nicht zwingend im Auslandseinsatz gewesen zu sein, Auslandseinsatz heißt nicht im Kampfeinsatz gewesen zu sein, Kampfeinsatz heißt nicht dadurch geschädigt worden zu sein. Von daher wäre es sinnvoller einfach alle Leute mit posttraumatischer Belastungsstörung zu unterstützten
  • Freiwillige Feuerwehrleute: Angehörige dieser Gruppe riskieren wirklich ihr Leben und nicht nur für die deutsche Außenpolitik, sondern um konkrete Menschen zu retten. Prvilegien wurden u.a. durch Klagen auf „Gleichbehandlung“ abgebaut. Im Unglücksfall wissen diese Leute was zu tun ist, ihre Anwesenheit erhöht also tatsächlich die Sicherheit
  • Pflegepersonal: Unter schlechten arbeitsbedingungen opfern diese Leute ihre Gesundheit um wirklich notwendige soziale Tätigkeiten zu verrichten. Es herrscht Personalmangel in diesem Bereich, d.h. zusätzliche Anreize diesen Beruf zu ergreifen kommen letztlich allen zu gute. Pflegepersonal weiß wie es in medizinischen Notfällen zu reagieren hat und wie sie sich in schwierigen Situationen durchsetzen, also auch ihre Anwesenheit erhöht somit die Sicherheit im Zug
  • Radfahrer*innen: Sie riskieren täglich ihr Leben für unseren Planeten. Da viel über „Kampfradler“ schwadroniert wird erhöht es zumindest die gefühlte sicherheit wenn mehr von ihnen von der Straße auf die Bahn verlegt werden
  • Bahnpersonal: Dieses ist mit der neuen Regelung nämlich schlechter gestellt als Bundeswehrangehörige #keinepointe
  • Alle: Für den ÖPNV wird der entgeldlose Fahrgastverkehr länger diskutiert, durch eine Umlage könnte das Ticketwesen und das daraus folgende Kontroll(un)wesen – inkl. wegen Schwarzfahrens1 im Gefändnis sitzenden – gespart werden, die ökologisch notwendige Verkehrswende vorangetrieben werden und Sozialausgleich geschaffen werden, in den Städten die Einnahmen durch Tourismus steigen. Für den Fernverkehr scheint dies zwar derzeit recht radikal, aber die Verteidigungsministerin hat gezeigt daß es für 22€ pro Jahr pro Person ginge

1 An dieser Stelle sei dafür plädiert vor den rassistischen Assoziationen die dieses Wort auslöst nicht durch Ersetzung davonzulaufen, sondern ihnen mit einem Eigentlichkeitsmove die Wurzeln aus dem Rotwelsch entgegenzusetzen. Demnach hieße „schwarz fahren“ ‚eigentlich‘ „arm fahren“. Darin steckt mehr vergessene Sozialkritik als in den naheliegenden Ersetzungen und es bietet Anlaß über die bekämpften Spuren des Jiddischen und Romanes im Deutschen aufzuklären, so auch hier.


Wenn Wissenschaftler*innen über ihr Fach schreiben

20. März 2019

Kritik der Struktur „die denken das Falsche“ greift meist zu kurz; wenn überhaupt wohin. Sie ist zwar ein Standardzug im Konkurrenzkampf, aber damit alleine bleibt dieser schon ausgeblendet. Konkret hieße das, eine Kritik an Fehlentwicklungen in einem Fach – vielleicht erweiterbar auf linkspolitische Theoriepraxisdiskurse – sollte besser strukturelle/institutionelle berücksichtigen. Wir könnten das an den alten „Materialismus“:“Idealismus“ Gegensatz des 19. Jahrhunderts versuchen anzuknüpfen; müssen wir aber nicht.

Aus Sicht motvierter Geisteswissenschaftler*innen bedeutet Wissenschaft zunächst – sozusagen „den Acker pflügen“ – den Forschungsstand durchzugehen. Wenn sich die Arbeit darin erschöpfte hätten wir den Spott der Naturwissenschaftler*innen sogar verdient, aber Wissenschaft ist ein gemeinschaftliches Unterfangen, da macht es Sinn sich erstmal einen Überblick über den Wissensstand der Gemeinschaft zu verschaffen. Wenn wir dann noch aufhören zu unterschätzen wie veränderlich, kontrovers- poststruk formuliert: „brüchig“ – dieses Wissen sein kann und das ohne daß es sich mit Sortieren in „wahr“ und „unwahr“ so einfach lösen ließe – auch wenn es wieder der einfachste Zug im Theoriewettkampf ist alles was der eigenen Theorie/Hypothese entgegensteht als „falsch“ oder „irrelevant“ bei Seite zu räumen, Papier ist geduldig – können wir das Gerede vom „Cargo Kult“ bei Seite packen und mit der Vorbereitungsarbeit beginnen.

Was uns zum nächsten Problemkomplex bringt: Dem Verhältnis von Fach- und Populärwissenschaft zu Interdisziplinarität. Wir können öfters beobachten daß wenn Wissenschaftler*innen über Fragen die in ihr Fach fallen sprechen keinen Unterschied zu machen scheinen wenn sie über den Bereich ihrer speziellen Kompetenz hinausgehen, oftmals merken sie das gar nicht bewußt. Psychologisch interessant ist dabei wie sehr anscheinend die Anrufung als Expert*in, das Wahrgenommenwerden als kompetent auch die Selbstwahrnehmung beeinflußt. Das ist nicht nur eine Fehlerquelle, diese ließe sich noch durch gründlicheres und breiteres Einlesen abstellen, gerade Enzyklopädien erweisen sich als erstaunlich hilfreich die Randbereiche des eigenen Wissens abzurunden. Das Problem hängt darüber hinaus damit zusammen daß andere Arbeitsbereiche und erst recht Fächer andere Formen von Arbeitsweisen, Kontextwissens, Denkstil haben. Und soetwas wie „Alltagsverstand“ sollte keineswegs mit Abwesenheit von Denkstilen verwechselt werden, nur weil es einen Pool von Wissen und Denkweisen bietet die über die Fachgrenzen hinausgehen; es handelt sich um eine Denkweise, die meist einfachere, aber dafür deutlich fehleranfälligere Methoden nutzt – gerade davon wegzukommen gibt es ja Wissenschaft.

Polemisches Beispiel: Wenn Naturwissenschaftler*innen über „die Geschichte“ schreiben wissen studierte Historiker*innen schnell daß diese keinen „Stallgeruch“ haben, selbst wenn keine groben sachlichen Schnitzer vorkommen. Was eher unwahrscheinlich ist, gerade im Bereich Wissenschaftsgeschichte gibt es das Phänomen der Lehrbuchmythen. Es gehört zur fachlichen Kompetenz abschätzen zu können wo und wie weit einem Hand- oder Lehrbuch zu trauen ist, aber bei den „Geschichte des“ Teils überschätzen gerade Naturwissenschaftler*innen diese oftmals. Hinzu kommt, daß historische Umbrüche gerne zu einer Fortschrittsgeschichte umgeschrieben werden, T.S.Kuhn läßt grüßen. Wenn dann auch noch mit dem „Cargo Kult“ Argument etwas für richtig gehaltenes wiederholt wird ohne feinsäuberlich transparent zu machen woher welche Aussage genau stammt, können sich Desinformationen gut verbreiten. Oder praxisnäher: Eine falsche Aussage über die Geschichte des eigenen Faches kann nicht mit Messdaten kollidieren, etwas historisch zu widerlegen funktioniert überhaupt vollkommen anders als etwas physikalisch zu widerlegen. Damit entsteht der Eindruck als wären beispielsweise historische Aussagen nicht im selben Sinne wahrheitsfähig wie beispielsweise physikalische; einige nehmen dies als selbst erfüllende Lizenz zur Dummschwätzerei.

Doch funktioniert ja Wissenschaft nicht vollkommen unabhängig von denen die sie betreiben. D.h. ein Beweis oder eine Widerlegung sollte zwar gemäß ihrer fachlichen Relevanz und methodischen Korrektheit Wirkung entfalten (blenden wir mal aus wie uneindeutig diese Kriterien bei näherer Betrachtung sein können), sie entfalten aber nur ihre Wirkung wenn sie wahrgenommen werden und genug der richtigen Leute sie akzeptieren. D.h. Beweis und Widerlegung ist immer auch etwas Soziales im Wissenschaftsbetrieb, was nicht gegen das Ideal – als regulierendes Ideal – spricht, daß nur sachliche und fachliche Kriterien relevant sein sollten.

Dies bringt uns wieder in die Nähe der Anfangsthese und läßt sie uns als – Präsupposition einer – Frage reformulieren: Wie sieht das Verhältnis von inneren und äußeren Faktoren bei der wissenschaftlichen Wissenschaftsproduktion aus? Dies ist eine schwierige und viel diskutierte Frage die sich hier nicht so schnell lösen läßt, dennoch eine steile These dazu: Je mehr wir die äußeren Faktoren anerkennen, desto mehr können wir innere als Leitideal fordern. Doch die Inneren sollten ja nicht Erfindung – also Science-Fiction, sry für das Wortspiel – sein, sondern schon im Zusammenhang mit dem was Wissenschaft macht stehen.

Auch das Problem können wir hier nicht lösen, es bringt uns aber auf den letzten Problemkomplex: Das Verhältnis von Wissenschaft und Wissenschaftstheorie. Daß verstehen und anwenden nicht das selbe sind und sich die Wertigkeit immer wieder umkehren läßt ist Gegenstand zahlloser Physiker-, Ingeneur- und Mathematiker*innenwitze. Wieso sollten also Fachwissenschaftler*innen auf der Metaebene ihrer Tätigkeit – gemeint ist Wissenschaftstheorie, nicht Metaphysik, nochmals sry fürs Wortspiel – sonderlich kompetent sein, selbst Methodologie ist etwas Anderes als Methodik, d.h. hat ihre eigene Methodik. Also ist dies wieder so ein Bereich in denen viele Fachwissenschaftler*innen wenn sie Populärwissenschaft oder Wissenschaftskommunikation betreiben nicht merken wenn sie über die Grenzen ihrer Fähigkeiten hinaus gehen. Zu merken ist dies häufig leicht durch das Literaturverzeichnis. Gesetzt den Fall daß Fragen über Wissenschaft und nicht nur aus der Wissenschaft berücksichtigt werden, stehen Philosoph*innen dort nur als bildungsbürgerliche Referenz oder wurde der Forschungsstand durchgeackert, so daß dort die Leute stehen die einschlägige Sachen zu den Themen des Buches von sich gegeben haben? Wenn beispielsweise diskutiert wird welchen Einfluß Schönheit/Eleganz auf Theoriebildung haben sollte wäre zu erwarten ein paar Konventionalist*n im Literaturverzeichnis zu finden.

Umgekehrt gilt ein ähnlicher – aber entgegengesetzter – Einwand für Wissenschaftstheoretiker*innen, die versuchen ihre Tätigkeit auf ihren Kompetenzbereich – idr. einen auch sehr kleinen Bereich der Philosophie – ein zugrenzen, sie reden auch oftmals Blech, aber gerade dadurch nicht in anderen Bereichen dilettieren zu wollen, es geht ja wie erwähnt um Philosophy of Science, nicht Philosophy of Science Fiction (in your face, Sir Karl). D.h. Wissenschaftstheorie muß sich auch mit mindestens einer betrachteten Fachwissenschaft und mit Wissenschaftsgeschichte auseinandersetzen.

Auch hier können wir nur ersteinmal das Problem auf-, aber leider nicht zumachen. Eine sehr alte Antwort – hantologisch in philosophischen Abfällen containernd – wäre die Vorstellung daß Philosophie im Dialog stattfinde. Diese Vorstellung ist zwar sowohl durch die Art vieler Leute – gerade Philosoph*innen und solcher die es gerne wären – Dialoge zu führen diskreditiert; auch durchregeln bringt hier wenig, formale Systeme lassen sich hacken. Aber manchmal funktioniert es trotzdem. Auch Interdisziplinarität wäre hierbei ein Stichwort das oft fällt, doch selten ernst genug genommen wird und häufig in der Praxis scheitert – und es ist anzunehmen daß auch hier nicht nur charakterschwächen der beteiligten sondern Strukturen des Wissenschaftsbetriebs hinter stecken. Gute Vorschläge bitte in die Kommentare. Eine FSK-Sendereihe beantwortet diese Fragen Friedell-nahe mit dem schillernden Begriff „Dilettant*n“. Nicht zuletzt meint dies die ältere Bedeutung, nämlich Freude daran zu haben, es aber nicht beruflich zu machen, auch gerade das hier angerissene, sich auch an Themen außerhalb der fachlichem Komfortzone zu trauen, aber eben im Bewußtsein genau dies zu tun und dabei keine vorschnellen Antworten, sondern lieber kontroverse Fragen zu suchen und v.a. Neugierde als wissenschaftliche Tugend anzusehen; was für Wissenschaftsjournalismus i.w.S. und Essaysimus funktionieren mag, für Wissenschaft selbst jedoch kein vollständiges Patentrezept ist.

Truth – It’s complicated.


Flachzangen, immer wieder

26. Januar 2019

Mal wieder auf eine Materialsammlung von „Kritik“ an Queerfeminismus und allem was locker damit assoziiert wird gestoßen; will das nicht verlinken, will nicht in der tiefe analysieren – schon gar nicht für umme -, also beteilige ich mich einfach mal an dem Quatsch und rante inhaltsleer drauflos.

Letztlich wird mit Mitteln von Verschwörungstheorien gearbeitet, Gerüchte, Falschaussagen, Gewohnheitsaussagen und -deutungsmuster, Othering zwecks Selbstverständnisfestigung. Ohne jetzt abstreiten zu können oder wollen daß viel – gerade auf Anwendungs- & Populärebene – im Argen liegt macht soetwas sinnvolle Kritik noch schwerer. Um bessere Theoriebildung kann es also schoneinmal nicht gehen.

Wie konnte es so weit kommen, daß akademische und bewegungsinterne Konkurrenz auf diesem Niveau angegriffen wird? Und anscheinend geht das nicht auf „die Postmoderne“ zurück, da es ja ihre Gegner*innen offensichtlich noch stärker betrifft und die Angegriffenen kaum noch tote französische Menners mit ihren schwer lesbaren Büchern in den Mittelpunkt stellen. Also: Don’t kill the messenger!

Nehmen wir mal die Forderungen nach „Materialismus“ ernster, denn so können wir ausschließen, daß es sich einfach um Versagen einzelner handelt oder daß das zu bekämpfende Problem irgendwelche falschen Theorien bzw. Meinungen sind. Also mit solch einer Form von Kritik überhaupt irgendetwas auszurichten ist. Ohne uns allzu lange beim Beobachter*innenproblem aufzuhalten, „Materialismus“ heißt auch daß Konzept und Ding nicht das selbe sind. Wenn also behauptet wird durch eine „materialistische“ Position im Namen der Dinge sprechen zu können, haben wir es lediglich mit Material für die Rundablage zu tun.

Nehmen wir mal an Wasser fließe immer von oben nach unten. Das schließt nicht aus gegen den Strom zu schwimmen, macht das aber schwer und v.a. längerfristig aussichtslos. Tote Fische schwimmen nicht nur mit dem Strom, sondern auch oben. Also statt stolz Recht zu haben wäre zu fragen warum so viel Müll wahrheitsfähig ist, d.h. wieso keine Überprüfungsmechanismen greifen, die solche Verschwörungstheorien – und bei der Gelegenheit auch gleich dumme Queer-Verflachungen auf der anderen Seite – eingrenzen.

Woran liegt das? Ich weiß es auch nicht. Aber bedenken wir daß ein fluffig-metaphysisches Konzept von Wahrheit nie hinreichend für Theoriebildungen war, müßten wir uns die Strukturen der Wahrheitsproduktionsmaschinerie anschauen. Also z.B. die „~krisen~“gebeutelten Printmedien und die reformgeplagten Universitäten. Kurzgeasagt: die „materiellen“ ressourcen sind in beiden Kontexten knapper geworden. Die Universitäten boten vor einiger Zeit noch gewaltige Freiheiten – warum auch nicht, das ist deutlich billiger als uns zu hospitalisieren -, es wird die „Linksintellektuellen“ Nische übervölkert haben. Mittlerweile haben die Universtitäten einen Haufen von Veränderungen hinter sich, die gerne mit dem Wort „Bologna“ abgekürzt werden. Klar wird sich das auf die Theoriebildung ausgewirkt haben.

Ich habe keine Antwort und keinen optimistischen Spin für Euch, sondern schreibe nur Nullnummern im 31. Stock. Schreibt doch einfach ein eigenen Ende und laßt es vielleicht hier in den Kommentaren.


Plenumsphobie

21. Dezember 2018

Dieses Stück ist mitten aus dem Leben gegriffen, beeindruckend vollständig und gut umgesetzt. Kurzgesagt: Hit too close to home.

Wir könnten es bei dem Seufzer der bedrängten Angestellten belassen und aus dem Kontetext Meme wie „Meetnapping“ oder „I survived another meeting that should have been an email“ importieren. Doch unterschätzen wir nicht das Problem.

Zunächst einmal geht es um Koordinationsarbeit und gemeinsame Entscheidungsfindung. Im Berufsleben und in politischen Zusammenhängen wo die Entscheidungsstrukturen idR. hierarchisch getroffen werden ist der Aspekt von Meetings also nur zeitverschwendende Demokratiesimulation. Nur können wir selbst schon in einem so einfachen Setting wie sozialpsychologischen Kleingruppenexperimenten nachweisen, daß je komplexer die Aufgaben werden, desto mehr geht der anfängliche Vorteile von zentralisierten Strukturen verloren. Damit ist festzuhalten: Wenn einzelne Personen oder Untergruppen ein Plenum dominieren deutet das darauf hin daß wir die dort verbrachte Lebenszeit lieber mit bezahlter Arbeit verbracht hätten. An dieser Stelle seien Zweifel angemeldet ob sich soetwas durch formale Regelungen angehen läßt, komplexe formale Systeme lassen sich immer hacken.

Das bringt uns schon zum nächsten Problem: Die naheliegende Lösung für Probleme mit dem Miteinander auf Plena wären Regeln einzuführen. Neben allgemeinem Zweifel an formalen Systemen, durch diese Regeln wird das ganze häufig noch anstrengender, sperriger, komplizierter. Nicht daß es im Einzelfall nicht helfen kann und allgemeiner in erwünschtem Verhalten resultieren kann, wie eine gute Lösung klingt das nicht, eher nach Flickschusterei.

Plena grundsätzlich abzulehnen wirft nicht nur die Frage auf wie wir dann gemeinsame Entscheidungen und Koordinationen hinbekommen sollen – und es ist eine ernstgemeinte Frage, keine rhetorische, wir wollen hier schließlich nicht Mittel und Zweck gleichsetzen. Das bringt uns zum entscheidenden Punkt: Linke Plena haben irgendwie meist das Ziel einer besseren Gesellschaft – wie klein oder groß diese Verbesserung auch aussehen mag, wie indirekt das konkrete Plenum auch damit zusammenhängt. Wenn jetzt aber die „Sachzwänge“ der politischen Arbeit dafür sorgen daß wir uns regelmäßig gegenseitig quälen – denn wer Plena mag ist Teil des Problems und sollte keine Besuchen dürfen – scheint es mit der Utopie eines besseren Miteinanders nicht so weit her zu sein; und nein, das Ziel zu erreichen in ferne Zukunft, die alles vorherige rechtfertigt zu verlegen ist keine Lösung.

Fazit: Wir hätten längst eine bessere Gesellschaft wenn es nicht so furchtbar wäre sich zu organisieren. Wenn eine andere Gesellschaft möglich ist, müßte ein anderes unmittelbares Miteinander auch bei politischer Koordinations- und Entscheidungsarbeit zumindest in Ansätzen erkennbar sein können.

Ich habe keine Antworten. Denn die offensichtlichen Antworten – von pädagogisch-methodengläubigen Regelwerken bis „seid lieb zueinander“ – wirken häufig nur problemverschärfend, „konstruktivistische“ Philosophien müssen sich an dieser Stelle bewähren mehr als Schönwetterrelativismus zu sein. Ich will nur sagen: Bei den Beziehungsweisen spielt die Musik!


Kommentar: Postmoderner Wahrheitsgewinn

29. September 2018

Wenn ich über Methoden der Wahrheitskonstruktion (meinetwegen auch -rekonstruktion, das ist diese Altersmilde) schreibe ist die virtuelle Teeküche Twitter sicherlich kein harter Ausgangspunkt. Dennoch fangen wir mal so an: Am „Nebentisch“ zufällig diesen Thread mitbekommen.

Kurz zusammengefaßt: Die Wahrheit werde uns nicht frei machen, bei politischen Entscheidungsprozessen wie der Kavanaugh Anhörung gehe es um handfeste politische Interessen und die Beteiligten unterscheiden nicht in „wahr“ oder „unwahr“, sondern ob etwas ihren Interessen diene. Sie gehen rechtfertigend davon aus daß alle anderen ebenso vorgehen. Sich in Details zu verlieren um immer wieder die „Wahrheit“ ans Licht zu bringen damit alles besser werde sei somit Zeitverschwendung.

Als praktischen Hinweis für politische Aktivist*innen könnten wir es dabei belassen: Das bessere Argument oder gar „die Wahrheit“(tm) auf der eigenen Seite zu haben bewirkt erstmal deprimierend wenig. Nebenher seien zweifel an demokratischer Redlichkeit angemeldet wenn Leute behaupten sie dienem dem Interesse einer abstrakten Masse/Allgemeinheit/Mehrheit.

„Postmodern“(tm) formuliert: Im Wahrheitsspiel politischer Durchsetzung sind bewährte Methoden Fakten festzustellen ein äußerst schwacher Zug, Wahrheitswirkungen werden nicht durch durch „guteGründe“(tm) im Sinne der Erkenntnis- oder normativer Argumentationstheorie hergestellt. Daß damit „reine“ Philosophie zu kurz greift und Interdisziplinarität was Feines wäre nur als Bonusbinsenweisheit. Rationalitäten die stattdessen am Werke sind zu untersuchen wäre tägliches Brot z.b. diskusrsanalytischer Methoden: die Zaubertricks verraten.

Das erklärt vielleicht auch weshalb sich mit solchen Methoden so gut untersuchen läßt, aber Versuche diese Theorien in Aktivismus umzusetzen oftmals schief gehen, z.B. mit sein-sollens Fehlschlüssen: Wir haben es mit Unterschiedlichsten Formen von wirksamer „Wahrheit“ zu tun: wie sollte sie zustande kommen, wie setzt sie sich durch, welche Funktionen muß sie erfüllen. Damit wäre „Wahrheit weitaus mehr als nur das Gegenteil von Lügen; was wiederum auch heißt daß sich aus der Erkenntnis daß gelogen wird noch nicht unbedingt rekonstruieren läßt was der Fall ist.

Fazit: Politiker*innen lügen und die Wahrheit alleine wird uns nicht frei machen. Duh.

Doch leider scheinen diese Erkenntnisse in der gegenwärtigen politischen Situation bereits „eingepreist“. „Die lügen doch eh alle“ oder pathologischer: „Die anderen lügen doch eh immer“ gehört schon zur Folkore. D.h. dies festzustellen bringt uns nicht wirklich weiter.

Schlimmer noch: So etwas hat Trump erst ermöglicht. Zum einen Authentizität: Als Gegenbild der aus zweckrationaler Opportunität lügender Politiker*innen bietet sich ein Authentizitätsideal an, das Trump gut zu darzustellen versteht; also er trotz zahlloser Lügen ehrlich wirkt – authentische Lügen (ist das „Hyperrealität“? Ich habe keine Ahnung). Zum anderen Kapitulation vor lauter Desinformationen: Wenn viel gelogen wird und wir es wissen ist es das einfachste sich die Wahrheit nach „Truthyness“ auszusuchen; was idr. stark mit Zugehörigkeit zusammenhängt. Bei Lügen mag es manchmal der Fall sein, aber Wahrheit läßt sich eben nicht an äußeren Authentizitätsmarkern erkennen.

Die Frage warum kein einzelnes Medium es (mehr?) schafft als neutrale Instanz zu gelten klammern wir an dieser Stelle mal aus.

Der Alltagsverstand produziert halbwegs brauchbare „Wahrheiten“ mittels möglichst unaufwendigen Methoden. Ich optimiere mein Vorgehen beim Abwasch nicht mit wissenschaftlichem Vorgehen, mache mir nicht bewußt daß ich von einem impliziten Modell ausgehe, überprüfe dieses auf konsistenz, sondern fange einfach irgendwie an nach dem was ich irgendwie mal gesehen gehört habe zum abwaschen und was schonmal irgendwie funktioniert zu haben scheint. Das Spart anstrengendes Denken, ist aber deshalb für ernsthaftere Fragen ungeeignet. Ein möglicher Zusammenhang zwischen Populismus und auf Politisches angewendetem Alltagsverstand sei hier aber auch ausgeklammert, so wie die Frage wie überhaupt politische Wahrheiten und Ziele zu Stande kommen, wir wollen auf einem Blog wie diesem ja nicht zu praktisch werden.

Die Wissenschaft hat konkrete Probleme wie z.B. Publication-Bias, Reproduktionskrise in einigen Fächern uvm. und grundsätzlichere, daß nämlich Entstehung und Verbreitung einer wissenschaftlichen Tatsache [Fleck 1935] kein einfaches beobachtendes Abbilden, sondern ein aktiver und sozialer Prozeß ist. Dessen Ergebnisse häufig vorläufig und uneindeutig sein können, damit gar nicht gängigen Vorstellungen von „Wahrheit“, geschweige denn „harten Wissenschaften“ entsprechen. Die Stärke der Wissenschaften, ein Prozeß und nicht dessen Ergebnisse zu sein wird nach solchen Vorstellungen leider als Schwäche wahrgenommen; und gerne den Geisteswissenschaften untergeschoben.

Interessant könnten evtl. auch – unter Kostendruck zeitgemäßer Medienproduktion völlig veraltete – journalistische Tugenden sein, wie sie z.B. Woodward jüngst eingebracht hat: Sich auf konkrete Ereignisse beziehen und die Informationen aus voneinander unabhängigen Quellen abgleichen. Nur stößt ein reines „was ist passiert“ auch an Grenzen – sonst bräuchten wir ja kein Kommentargenre; aber brauchen wir es? -, wir scheinen von „Wahrheit“ mehr zu erwarten.

Also statt eine abstrakte nicht erreichbare „Wahrheit“ zu verehren könnte es produktiv sein ersteinmal zu fragen was wir von der Wahrheit konkret wollen und wie dafür angemessene Methoden aussehen. „Postmodern“ formuliert: „Die Wahrheit“ als große Erzählung kann als gescheitert gelten; das heißt nicht daß sich mit „Wahrheit“ kein sinnvoller Unterschied mehr ausdrücken ließe oder daß es nur noch individuelle Gewißheiten gebe – im Gegenteil, auch das autonome Individuum ist eine der gescheiterten großen Erzählungen. D.h.: Wenn wir diese Theorien als Werkzeugkisten [Foucault 1976] für Befreiendes einsetzen wollen brauchen wir beide Kritiken: Die an der Objektivität und die an der Individualität.

Wir haben damit zwar keine metaphysische Letztbegründung für Wahrheitsproduktion und zugleich Verantwortung für unsere Wahrheitsproduktionsmethoden ohne das mit einem „ist so“ oder einem „ist ja eh beliebig“ abkürzen zu können. „Verantwortung“ heißt auch daß welche Methoden und welche Sorgfalt wir zur Erkenntnis anwenden auch zur ethischen Frage wird. Das ist nur etwas für Leute die sich mit Theorie das Leben schwerer, nicht einfacher machen wollen.

Der Schluß sich vor einfachen Wahrheiten zu hüten wäre genau so eine, also enden wir einfach mit – Truth: It’s complicated.


Flachzangen immer wieder

23. August 2018

Dank an @momorulez für den Hinweis

Gut eingebubblet um wenig davon mitzubekommen und keine Motivation für lau ausführlich zu recherchieren – Unsinn ist ohnehin leichter in die Welt zu setzen als zu widerlegen – ließ es sich dennoch nicht vermeiden neueste Tiefpunkte die im Assoziationsraum „Postmoderne“ verbreitet werden schmerzlich wahrzunehmen.

Die Gefährdung durch die Postmoderne™ wurde anscheinend von „neoliberal“ auf „faschistisch“ hochgestuft. Im Rauschen des Diskurses sind Essenzialismusvorwürfe an den Poststrukturalismus zu vernehmen. Nach Jahrzehnten der ermüdenden Relativismusdebatten und „killing the messenger“ für vorhergesagte „postfaktische“ Politikstrategien nun auf einmal Essenzialismus?!?

Dahinter scheint eine Assoziationskette von „Poststrukturalismus = Postmoderne = Critical Whiteness = Ethnopluralismus“ zu stehen.

Daß diese Gleichsetzungen nicht zutreffen und darüber hinaus die einzelnen Positionen lediglich durch Gerüchte beschrieben werden wurde – u.a. hier – schon so häufig erklärt, daß wir uns damit nicht weiter aufhalten sollten. Viel mehr beängstigt diese Ignoranz, zumal wenn wir genauer untersuchen wie diese funktioniert: Wir haben gestapelte Assoziationsketten, Gerüchte, welche sich zu Wahrheitswirkungen verdichten, ein wir:die-Schema, bei dem auch noch die Gegner*innen alle irgendwie zusammenhängen und nur erfolgreich sind indem sie falsch spielen. Das sind Muster von Verschwörungstheorien und dennoch gehen sie in sich als links verstehenden Kreisen als Theoriediskussion durch.

Zusammenhänge von Verschwörungstheorie, Antiintellektualismus und Antisemitismus aufzuzeigen sei den Leser*innen als einfache Hausaufgabe überlassen.

Bei theoretische Positionen kann eins schonmal unterschiedlicher Ansicht sein – wir kommen nur mit Irrtumslizenz weiter. Die Unis bieten auch nicht mehr so viele Freiräume, womit theoretisch in die Tiefe zu gehen schwieriger geworden ist. Auch wenn Leute sich in ihren Kämpfen nicht so sehr in diese theoretische Tiefen gehen wollen ist das nachvollziehbar; gleichwohl das – äußerst bewegliche – Verhältnis von Kämpfen und Theorie gründliche Reflexion vertragen könnte, doch wird gerade sowas durch haltlosen Behauptungen erschwert.

Verschwörungsdenken und Desinformationen um andere anzugreifen ist unter keinen Umständen emanzipatorisch.