Flugzeugträger Verschwörung

26. November 2015

Fast hätten uns die Illaminaten die Sicht versiegelt, aber die Kulturellepraxis deckt auf:

News Executive meldet:1 Schlandland schicke einen Flugzeugträger, Frankreich gegen den IS/Daesh zu unterstützen. Nun gehen viele davon aus, es handele sich um eine Falschmeldung und es seien dänische oder schweizer Flugzeugträger gemeint.

Die erschreckende Wahrheit hingegen könnte auch folgende sein: Die angeblichen Beschaffungsprobleme bei der Bundeswehr waren lediglich ein Manöver, Geld für die Graf-Zeppelin-II unauffällig beiseite zu schaffen. Heimathafen ist der JadeWeserPort oder warum sollte sonst ein so großer Tiefwasserhafen ohne nennenswerte Auslastung gebaut werden? Es kommt schließlich niemand dort vorbei, d* diese Behauptung widerlegen könnte …


1. Es zeugt von Stil, diesen Tweet stehenzulassen. Für alle Fälle trotzdem ein Screenshot flugzeugtraeger


Kulturellepraxis live

23. Juni 2013

Nicht nur queerfeministische Philosoph*innen ziehen die Gegenwart von Slaughter-Dykes jener Sloterdijks bei weitem vor …


Einkaufen in Schland

11. April 2013

Abends begab ich mich zum Supermarkt meiner Wahl – d.h., dem einzigen, der zu jener Zeit noch geöffnet hatte – und bekam an der Kasse ungefragt eine mysteriöse Packung in die Hand gedrückt. Auf der Rückseite steht lediglich, daß der Inhalt für Kinder unter 36 Monaten nicht geeignet sei. Nun die Vorderseite betrachtend stellt sich heraus, für mich auch nicht:

Unser Deutschland Eine Liebeserklärung in 180 Stickern! 5 Sammelsticker Gratis!*

WTF?!? Und ja, das schreit nach einer Parodie, bedenken wir zumal, daß sich die als solche dokumentierten Nazi-Morde seit 1990 in dieser Größenordnung bewegen.(1)

Kommentar zu „Gratis!*“ überflüssig, zumal die Homepage der Supermarktkette das Ziel, irgendwelchen Tand zu verticken kaum mit Pseudo-Quizshow-(Halb)Bildungsgelaber verschleiert. Welche Positionen durch welche Art von Bildungskanon fest- & fortgeschrieben werden soll hier nicht ausgewalzt werden. Interessanter ist in diesem Zusammenhang, daß der Inhalt als „Sticker“, nicht als „Aufkleber“ bezeichnet wird. Soll dies eine Distanzierung von Deutschnational(ist)en und Neonazis sein, die sich – Maskulisten nicht unähnlich – der Reinhaltung der deutschen Sprache verpflichtet fühlen? Oder zeigt es lediglich, daß hier sogar habituell nationalistische Ideologie die der kapitalistischen Rationalität untergeordnet ist?

Der Inhalt besteht wenig überraschend aus einigen Stickern, etwa 5x7cm groß. Bei den meisten handelt es sich um Ausschnitte größerer Bilder, die Motive sind also höchstens zu erahnen. Dann ein Berliner Wappen; denke „Berlin hat Deutschland zu dem gemacht das es mal war“ –Ekel Alfred. Auf einem soll wohl ein „Ritter“ (der erste Eindruck entspricht der Aufschrift auf der Rückseite) zu erkennen sein; welch ein Glück, daß wir historische Ritter nicht mehr fragen können, ob diese sich deutsch fühlten und mir ist gerade entfallen, welche Weltanschauung ihre Vorstellung von „deutsch“ bis in tiefste Vergangenheit projiziert hat. Zuguterletzt ein Glitzeraufkleber – nach queerem Identitätsgedöns sollte ich das doch eigentlich mögen – abgebildet wird ein „Deutscher Schäferhund„.

Aber das interessanteste Bild befindet sich auf der Packung: Hintergrund bildet ein in Schwarz-Rot-Gelb gehaltener Umriß aktueller Grenzen der BRD (sollte mal bei gelegenheit lernen die Kartennetzentwürfe bei sowas zu unterscheiden), im Vordergrund ein Gartenzwerg, ein Fußball, ein Teddybär [?], ein Apfel, eine Goethe-Briefmarke und eine weiblich lesbare, wahrscheinlich minderjährige (Werbung an Kinder richten, ich find’s so dreckig, aber wenigstens sparen wir uns so die Anspielung auf die zweite Strophe) blonde, weiße Person, Schwarz-Rot-Gold in Gesicht und um Hals tragend, mit erhobenen Armen. Irgendwie kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, als würde blond-weiß-ableoide (inkl. Gewicht nahe an der Norm) Körper mit „Deutschland“ assoziiert.

Heimwärts gehend sehe ich, ein Flakscheinwerfer strahlt wieder vom Hochbunker, dieses mal gen Osten.


Hochschulentwicklung

6. April 2013

Mit: FrlPia

Die Attraktivität dieses Fachbereiches Geschichte konnte bereits in der Vergangenheit, nach dem bahnbrechenden Wirken Heinrich von Treitschkes erfolgreich vermarktet werden: Sei es durch den Knoppismus, sei es in der Zusammenarbeit der Universität mit größeren Senior*innenresidenzen, deren Mangel an Tagesräumen mit Hilfe von Vorlesungen auszugleichen. So entstand in Marktoptimierung auf Kontaktstudierende bereits die Reihe „Erotik in Hitlers Cäsarbild“.

Doch auch jüngere Studierende müssen noch stärker als Kund*innen begriffen werden; viele fordern solch eine Behandlung auch schon aktiv ein. Lehre muß sich konsequent an Erwartungen und Wohlbefinden der Konsument*innen anpassen, ein sehr positiver Schritt sind wellness-basierte Evaluationsverfahren

Auf diesem Wege erreichen wir einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz, was letztlich auch höhere Preise rechtfertigt. Gerade in Seminaren zu moralisch aufgeladenen Themen existiert gewaltiger Optimierungsbedarf, viele werden unnötig aus ideologischen Ansprüchen der Lehrenden – Gutmenschentum – enttäuscht.

Das Treitschke-Insitut für geisteswissenschaftliche Nutzenoptimierung präsentiert im Rahmen seines innovativen Hochschulentwicklungsplans ein Musterprojekt aus der Geschichtswissenschaft: Das zeitgemäße und kund*innenorientierte Genozid-Seminar. Freuen Sie sich auf Themen wie

  • Einführungssitzung: Der Untergang des Abendlandes – Freies Assoziieren zu beliebigen Textstellen
  • Die demographische Katastrophe: Deutschland schafft sich ab
  • Der wirklich echt wahre Hufeisenplan: Deutschland muß (wieder) Kriege wegen Auschwitz führen
  • Der Kulturelle Genozid in Tibet
  • Das große Konzentrationslager Gaza
  • Der Holocaust auf Deinem Teller
  • Der Baumholocaust durch Stuttgart21 und IBA
  • Der aliierte Bombenholocaust auf Dresden und andere deutsche Städte
  • Der Babyholocaust: Abtreibung fordernde Feminazis
  • (Sex)“Arbeit macht frei“: Eine Femen Gastreferentin erläutert die Parallelen zwischen „Prostitution“ und Nationalsozialismus
  • Die Amis
    • „Indianer“ mit anschließendem Karl May Lesekreis
    • Hiroshima
    • Vietnam (Agent Orange & Napalm)
  • Die Massenvergewaltigungen und Gulags: Warum Operation Barbarossa eine notwedige Verteidigungsmaßnahme war
  • Stalingrad: Nichts kann furchtbarer gewesen sein
  • Nachbereitung: Gegenseitiges Schulterklopfen und gegenseitiges Versichern, daß weiße heterosexuelle christliche ableoid Deutsche – Mittelschicht aufwärts und nicht zu links – doch voll OK sind

Omnibusthema

13. Februar 2013

Und wenn wir heute wieder einer RAF gedenken, die mit Bomben für ein besseres Deutschland gekämpft hat, sollten wir nicht vergessen, daß die Coventrierung des braunen Dresdens sich über mehrere Tage zog. Wären sogesehen Modelle der Avro 683 „Lancaster“ nicht romantische Valentinsgeschenke?


Kulturellepraxis live

15. Januar 2013

„De bello Gallico“ – Der Ursprung des Gonzo Journalismus?


Kannst Dir nicht ausdenken

31. Dezember 2012

Beim Einkaufen fällt mein Blick auf eine Feuerwerkskörperverpackung mit der Aufschrift: „Raketen made in germany“. Ja, das hat Tradition (1, 2).


P.S.: <protowitz>Militärische Verwendungszwecke von Pyrotechnik ‚raussuchen</protowitz>