Gefahrengebiets-Playlist

6. Januar 2014

Zusammen mit Sanczny,
Dank an @loveheartcore & @fuerdieteilung

Weite Teile Hamburgs wurden aus recht zweifelhaften Gründen zum „Gefahrengebiet“ erklärt [1, 2], was massive Kontrollen [3, 4, 5], nicht-so-ganz-legale Durchsuchungen und Aufenthaltsverbote/Platzverweise für alle bedeutet, welche dem Profil entsprechen. Da sich Hamburger Polizist*innen ohnehin ungeliebt fühlen[6, 7], ließe sich ihr harter Alltag mit ein wenig musikalischer Beschallung der Anwohner*innen abwechselungsreicher gestalten.

Als Service der Kulturellenpraxis präsentieren wir deshalb:
Gefahrengebiet – eine Playlist für Gefahrengebiete und andere musikalische Notstände.

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Österliche Musiksammlung

31. März 2013

Da es als höflich gilt, anderen frohe hegemoniale Feiertage zu wünschen (Kontext des Bildes), wird hiermit die Technik des Rückdatierens genutzt


Hit #2

18. Januar 2013

Teil 1

If you’re having rap problems I feel bad for you, son
I’ve got 99 problems and sexism is one

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Urheberrecht

30. September 2012

Unabhängig von der wirklich höchst merkwürdigen Auffassung der Einheit eines Werkes, baut das Urheberrecht auf die folgende Säule auf:
Es herrscht das „Schöpferprinzip“ (§7UrhG): Urheber*In des Werkes kann nur die Schöpfer*In des Werkes sein. Das heißt, als Schöpfer*Innen kommen nur natürliche Personen in Frage, Computer, Tiere, juristische Personen etc. nicht.

Wir erkennen den impliziten Idealismus dieses Gesetzes: Die Idee kommt vor ihrer materiellen Verwirklichung (algorithmisch-computergenerierte Musik oder eine Katze, die über eine Klaviatur läuft, hat keine Idee). Seltsamerweise basieren wiederum musikwissenschaftliche Gutachten (nach Kriterien d. Werkanalyse), die Grundlage für gerichtliche Urteile zum Urheberrecht darstellen, auf einem impliziten Positivismus.

Wir resümieren: Hier stellt der Kapitalismus den Hegel vom Kopf auf die Füße!


Heute im Musikprogramm

25. Februar 2012

Das diskursive Ensemble spielt für Sie „Rauschen“
(Premiere heute Abend in der Aula der Kulturellen Praxis)


Nach seiner letzten überaus erfolgreichen und gefeierten Symphonie „Schweigen„, bietet Ihnen das diskursive Ensemble mit „Rauschen“ erneut ein Meisterwerk aus der Kategorie moderner Kammermusik in drei Sätzen in der Formation eines klassischen Streichquartetts. Unter Anderem ermöglicht wird diese Performance durch ein Team erfahrener Archäolog*Innen, die das lange im Archiv verschollene und nur fragmentarisch erhaltene Notendokument rekonstruiert haben.

Die Musiksprache des ersten Satzes lebt von den zahlreich gesetzten flottierenden Signifikanten des äußerst gelungenen Hauptthemas, das sich schon direkt bei Beginn der Exposition vollständig entwickelt und konstituiert gibt. In der Durchführung gewinnt der musikalische Verlauf jedoch an Spannungen durch harmonische wie hegemonische Transformation und Modulation der zuvor hauptthematisch etablierten leitmotivischen Gestalt. Besonders mächtig wirkt hier die nicht erfolgte Auflösung des Vorhaltes der vorletzten Aussage und dem darauf folgenden trugschlüssigen Wechsel von Dominante zu Subdominante. In der Reprise schließlich werden diese konfliktuellen Tendenzen mit der unidentischen Wiederholung des Hauptthemas auf die Spitze getrieben, so dass ein Eindruck der Unabgeschlossenheit bleibt.

Der zweite Satz entfaltet seine narrative Kraft durch die Verwendung von An-Rufmotiven, mit programmatischem Verweis auf der Musik äußerliche Symboliken und Bedeutungen, die jedoch niemals vollständig abgebildet, stattdessen immer wieder verworfen werden. Das Wesen des zweiten Satzes ist dadurch stets von ambiguitären Positionen geprägt, die auch instrumentell in der Behandlung der zwei gegenstätzlich verlaufenden Violinenstimmen artikuliert wird. Die vermeintliche Stabilität der beiden Mittelstimmen im Inneren (2. Violine und Bratsche) wird permanent durch die zwei konstitutiven Außenstimmen (Cello und 1. Violine) untergraben und heimgesucht.

Der Schlusssatz schließlich stößt an die Grenzen der abendländischen Ra-T[i]onalität und dekonstruiert raffiniert – in teils serialistisch-französischer Manier und Radikalität – bereits endgültig erschlossen und geschichtlich gesichert geglaubte Bereiche des musikalischen Materials. Mehrdeutigkeit bleibt jedoch bestehen, da die Differenzen zu Ursatz und Urlinie sowie zu herkömmlichen Praktiken, Techniken und Paradigmen des Komponierens niemals eindeutig markiert werden und wohl auch nicht beabsichtigt markiert werden sollen.

Insgesamt also besteht der Reiz von „Rauschen“ in erster Linie aus diversen Verundeutlichungen und Unvorhersagbarkeiten musikalischer und zeitlicher Ereignisse.


Pressestimmen:

The Modest Witness Reviewer: „Rauschen“ des diskursiven Ensembles: Natürlich ein kulturelles Muss.

The Daily Panopticon: Lassen Sie sich das diskursive Ensemble nicht entgehen. Nein! Sie können dem diskursiven Ensemble nicht entgehen.

The Floating Text: Das diskursive Ensemble präsentiert sich in nie dagewesener und unbeschreiblicher Form.

Moderne Post: Anything goes!


Kulturellepraxis aktuell

6. Dezember 2011

Bei drei mindestens drei Hamburger*Innen kam es die letzten Tage unabhängig voneinander und ohne einen ungewöhnlichen Anlaß (nicht mehr geraucht als sonst) zu einem Fehlalarm des Rauchmelders. Mindestens zwei dieser Geräte waren optische Rauchmelder, bei ca. 1/10 ihrer Lebensdauer.

Woran kann dies liegen? Kam irgendwas in die Luft heute Nacht? Wurde die Luft kontaminiert durch Liebe? Oder will Hamburg mal wieder in seinem Schlossneid aufholen und mit der Berliner Luft konkurrieren?


Richtige Musik und Hip Hop!

3. November 2011

An der Supermarktkasse.
Mit zwei Menschen ins Gespräch verwickelt werdend.
Other: „…und studieren Sie?“
Self: „Ja!“
Other: „Was denn?“
Self: „Musikwissenschaft.“
Other: „Ah, ist ja interessant… Also richtige Musik? Oder Hip Hop oder sowas?“
In diesem Moment nicht auf Krawall gebürstet, sagte Self grummelnd: „Naja, eben alles mögliche.“

Note to Self: Fürs nächste Mal folgende Antwortmöglichkeiten:
a) „Nein, ich studiere ausschließlich falsche Musik.“
b) „Ich studiere Jazz. Also teilweise richtig.“
c) „Ich studiere richtige Musik mit falschem Bewußtsein.“
d) Die Antwort rappen und mit Beatboxing untermalen.