Das Kreuz mit den Privilegiendebatten

13. November 2013

Dieses Thema „Privilegien“ und die Frage ihrer richtigen Kritik ist kontrovers; insofern herrscht Bedarf nach mehr guten Artikeln und weniger schlechten Polemiken. Da die Kulturellepraxis dies gerade nicht zu leisten vermag, versuchen wir, wenigstens auf der Metaebene beizutragen und an dieser Stelle do-s & don’t-s vorzuschlagen, basierend darauf, was in bisheriger Lektüre an Käse unterkam.

  • Es sollte klar erläutert werden, was „Privileg“ bedeuten soll
    • Ebenfalls hilfreich: Im Blick zu behalten, was „Privileg“ bedeuten kann
    • Im falle der Rekonstruktion andererleute Verwendungen ist das principle of charity unbedingt anzuwenden
  • Klar herausstellen: Wird über verkürzte Lesarten oder das Potential einer Theoriepraxis gesprochen?
    • Wenn Ersteres der Fall ist: Wer nimmt diese Verkürzungen vor und wie verbreitet sind diese?
  • Es sollten Quellen genutzt werden, diese sinnvoll und nicht suggestiv ausgewählt, sowie offengelegt. Für diesen Artikel reden wir uns mal hierauf (sowie die dortigen Links) ‚raus.
  • Es sollte auf unnötige (küchen-)Psychoanalyse verzichtet werden: Derartige Debatten funkionieren oftmals – auch da es damit so einfach ist – über gegenseitige Unterstellungen versteckter/unbewußter niederer Motive. (z.B. „Lustfeindlichkeit“ vs. „Privilegienverteidigung“).
    • Sicherlich kann gerade in derartigen Debatten nicht die Deutungshoheit für die Motive einzelner Personen ihnen selbst überlassen werden
      • Gerade versuche, derartige Debatten durch „ich meine ja nur …“ und „die uns doch auch …“ artige Argumentationsfehler zu derailen trugen höchstwahrscheinlich massiv zur Verbreitung des Privilegienbegriffs als Gegenstrategie bei
      • Aus der ethischen Mottenkiste seien – leider mit dem äußerst problematischen Utilitarismus verbundene – konsequenzialistische Moralvorstellungen gefischt: Die Motive müssen nicht zwangsläufig ausschlaggebend zur Bewertung von Handlungen/Taten sein
      • Aus der psychologischen Mottenkiste sei die – leider mit dem äußerst problematischen Behaviorismus verbundene – Blackbox-Metapher gefischt: Wir können anderen Menschen nicht in die Köpfe sehen (und wenn doch: Es bringt nichts, wenn wir etwas über ihr Denken wissen wollen)
    • Die Psychoanalyse bietet einen mit etwas Wissen und Erfahrung gut zu bedienenden und Plausibilität erzeugenden Narrativgenerator
      • Gewarnt sei vor dem God Trick, die Psychoanalyse verleitet ganz besonders dazu
      • Oftmals kann mit einer „misanthropischen Unterstellung“ (Schulz von Thun) Kommunikation abgebrochen werden
        • Dies sei hier nicht generell bewertet, manchmal kann soetwas hilfreich sein. Nur sollten wir uns bewußt sein, es handelt sich damit lediglich um einen Zug in einem Macht-/Dominanzspiel, kein cat’s cradle (Haraway) gemeinsamer Wissensproduktion
      • Viele Ausprägungen der Psychoanalyse – auch die der Kritischen Theorie – sind heteronoramtiv und/bzw. homofeindlich. Siehe zur Psychoanalyse allgemein beliebige Lehrbücher, siehe zur Frankfurter Schule im Speziellen: Halle, Randall: Zwischen Marxismus und Psychoanalyse : Antifaschismus und Antihomosexualität in der Frankfurter Schule; in: Zeitschrift für Sexualforschung 9 (1996) S. 343-357.
      • Nahe am Kern der Theorie – also kaum durch kleinere Korrekturen behebbar – steht ein Modell unbewußter Triebe. Damit wird zumindest eine Art von Vorstellung über Begehren bzw. dessen Essenzialisierung nicht aus psychoanalytischer Theroriebildung loszuwerden sein. Welche impliziten Probleme/Ausschlüsse wir uns damit einhandeln sei am Beispiel von Asexualität verdeutlicht
    • Für die Erkenntnis, daß Motive nicht zwangsläufig bewußt und nicht zwangsläufig wie dargestellt sein müssen, sei auf Freud verzichtet – Koksen oder schreiben, eines von beidem hätte er lassen sollen – und auf den – gleichwohl nicht minder sexistischen – Nietzsche zurückgegriffen
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Humanismus abschaffen oder doch lieber dekonstruieren?

31. August 2012

Mit Odradek

Am Eingang des Supermarktes das Bild eines Hundes (Messerwetzen durch Odradek) „Wir müssen draußen bleiben“.

Indessen in diesem Supermarkt: Als Angestellte* dieses Supermarktes ist mensch [sic!] verpflichtet bzw. dazu angehalten, Ungeziefer im Interesse des Unternehmes zu vernichten: z.B. Fliegen im Kuchentresen, Wespen in der Obstabteilung, Getreidemotten beim Mehl etc.

Wieso?

Nein, liebe unkritischen Kritiker, das ist nicht nur der böse Kapitalismus, den da die/der Chef*In des Unternehmens verkörpert und die/der seine Angestellten zum Schutze des Eigentums und Umsatzes zum Fliegenklatschen anstiftet („Wenn die Fliegen das Obst anknabbern, kann ich das nicht mehr verkaufen!“)…sondern es ist auch die Versicherungsproblematik (Versicherung, wo – menschlicher? – Verstand zugunsten des Formalismus zurücktreten muß), die aus der Produktion von potenziellen Risiken und Gefahren für Leib und Seele hervorgeht, welche wir wiederum getrost mit biopolitischen und persönlichkeitsrechtlichen Diskursen in Verbindung bringen können: „Wenn die Wespen die Kunden stechen, dann haben wir eine Klage alá „McDonalds Kaffeebecher“ am Hals.“ „Die Fliegen sind eine Gefahr, denn sie verteilen Keime!“ Und die Keimbekämpfung ist EU-Vorschrift. Jede Gesellschaft hatte Reinheitsdiskurse.

Wenn ein*e Kund*In allerdings eine halbe Melone plumpsen lässt oder in der Brotabteilung sämtliche Brote betoucht, dann darf ich den/die nicht totschlagen, obwohl das doch auch umsatzschädigend ist: „Kann ich nicht mehr verkaufen, weil die Melone ist Matsch, weil die Keime von der/dem sind jetzt auf allen Broten verteilt. Igit!“

WILLKOMMEN ALSO IM HUMANISMUS!!!!

Da wo im Interesse der Menschen (gut, liebe unkritischen Kritiker*: auch im Interesse eines Unternehmens, diesen Zusammenhang sehen wir und betonen wir gerne) nichtmenschliche Tiere einfach ohne großes Nachdenken eliminiert werden, und Menschen andere Menschen nicht eliminieren dürfen.

Oder dürfen sie? Das Unternehmen Staat erteilt Ausnahmegenehmigungen, von denen die flächendeckendste „Krieg“ (oder „bewaffneter Konflikt“ oder „Friedensintervention mit rubustem Mandat“) genannt wird. Der s.g. „finale Rettungsschuß“ funktioniert nach oben angeführter Logik: Um (menschliche) Tiere  zu schützen kann, darf, muß eines getötet werden. Nicht so leichtfertig wie die Fliegen im Supermarkt. Hier werden Hierarchisierungen sichtbar, von denen die Mensch-Tier Trennung sicherlich eine der größeren ist, aber nicht die einzige. Die Angestellten werden nicht dazu angehalten, das erwähnte Hundeverbot auf gleiche Weise wie das Insektenverbot durchzusetzen. Rassistische Morde werden nicht mit der Vehemenz verfolgt wie klassistische. Auch dürfen zwar begrabbelnde Kund*n nicht getötet werden, Obdachlose aber vom Gelände vertrieben. Mit Derrida1 können wir festhalten, wer „Tier“ sagt, sagt was Dummes. Mit anderen Worten: die/der Obdachlose (oder noch weiter ausgedrückt: die zivilgesellschaftlich nicht ertragbare und verwahrloste Gestalt) fällt gleichbedeutend mit Hunden in die Zwischenstufe der humanistischen Hierarchie (ein Schild vor dem Supermarkt, das Obdachlosen genauso wie Hunden den Eintritt verwehrt, schickt sich aber nicht, dieser Auschlussmechanismus bleibt also zunächst unsichtbar). Jede Gesellschaft bringt ein Wahrheitsregime (Normen/Maßstäbe/Naturalisierungen/ethische Codes etc.) hervor, „das von Anfang an entscheidet, was eine anerkennbare Form des Seins ist und was nicht.“ 2

Zur Ordnung dieser Hierarchie: Ganz oben (und vollends human, privilegiert, vom Wahrheitsregime „anerkannt“) der/die brave, verantwortungsbewußte, engagierte, produktive Bürger*In; in der Mitte stehen die Unproduktiven, Verwahrlosten, Unterklassigen (ökonomisch/kulturell/sozial) sowie die ‚ethnisch‘, ‚geistig‘ und ‚körperlich‘ Abweichenden zusammen mit Haus- und Nutztieren; unten das Ungeziefer. Die Mitte der Hierarchie ist äußerst prekär und durchlässig nach unten.

Was mach ‚mer also jetzt? Humanismus abschaffen oder dekonstruieren? Denn essenzialistisch legitmieren lässt er sich nicht: „Menschen bringen Tiere um, das liegt in der Natur. Genauso wie andere Tiere andere Tiere töten.“ Gegenfrage: „Wenn es doch selbst in der sog. Natur Kannibalismus gibt, wieso darf ich dann nicht auch andere Menschen jagen und essen?“ Und „If they are our brothers, how come we can’t eat them?“ (1). Ach, Mist… Humanismus eben.

Kommen wir zum philosophischen Teil:

Der humanistische Grundannahme „der Mensch ist“ impliziert stets sein Gegenteil, Nicht-Menschen. Dies trifft der Spezies nicht zugeordnete deutlich härter, ist aber nicht auf diese beschränkt. In der obigen Hierarchie, stellen die Unproduktiven, Verwahrlosten, Unterklassigen das konstitutive Außen für die hegemoniale Subjektform, also die Form eines „kompletten Menschen“: Das unproduktive (oder unkreative) Subjekt, ohne Bereitschaft etwas zu bewegen und an sich selbst Arbeit zu leisten (personal growth), stellt beispielsweise das konstitutive Außen zum Subjekt der creative class.3 Das primitive Subjekt bildet seit dem 19. Jahrhundert (in unterschiedlichen Formen: zunächst die Kolonialvölker, heute sind es vor Allem die nach westlichen Standards politisch (und wirtschaftlich) unzivilisierten, nicht-demokratiefähigen, „chaotischen“ Regionen der Welt (akutelle Beispiele: Ägypten, Syrien)) das konstitutive Außen zum zivilisierten bürgerlichen Subjekt, ebenso wie die Unterklassigen (bspw. das Proletariat des 19. Jahrhunderts, heute vermischt sich Nicht-Gebildetheit mit der Anforderung des Kreativseins und wird zum neuen Subjekt der Unterklasse: die uncreative class?). Bedenken wir zudem die Bedeutung von Tier- und Naturvergleichen in allerhand Diskriminierungsformen.

Zur Kenntlichkeit verfremdet aus dem 13. Jahrhundert: „Das vollkommenste unter den Tieren ist der Pygmäe. Von allen macht er den meisten Gebrauch von seinem Gedächtnis und von Lauten, wenn er sich verständigen will. Deshalb imitiert er Vernunft, ohne sie wirklich zu besitzen. Vernunft ist das Vermögen der Seele, auf Grundlage der Erfahrung aus zurückliegenden Erinnerungen und durch syllogistische Folgerungen zu lernen, Universale abzuleiten und sie auf ähnliche Fälle in Kunst und Wissenschaft anzuwenden. Das aber vermag der Pygmäe nicht.“4 Wer glaubt solche Rassismen seien Geschichte, der führe sich noch einmal obige Hierarchie vor Augen: Die Grenzen werden heute lediglich anders gezogen. Diskurse wandeln sich.

Vielleicht könnten wir hier Connell aus der Mottenkiste holen. Mit einem Theorietransplantat ersetzen wir in guter europäischer Tradition „Mann“ durch „Mensch“. Brauchbar ist hier vielleicht der Begriff „Komplizenschaft“, bedenken wir, daß „Mensch“ durch gewisse Anforderungen hergestellt wird, erfüllen die wenigsten alle Kriterien vollkommen – sie dürften auch Widersprüche enthalten: eine „Subjektkultur“ ist niemals rein, sondern beinhaltet „Friktionen“ und Kontingenzprobleme,5 Widersprüche und Alternativen bilden (neben dem kulturellen Außen) konstitutive Bestandteile. Jedoch bietet es dividendenartig dennoch Vorteile, sich in dieses Hierarchiesystem einzufügen.


 1 Derrida, Jacques: Das Tier, welche ein Wort!; in: Stiftung Deutsches Hygiene-Museum: Mensch und Tier : Eine paradoxe Beziehung (Begleitbuch zur Ausstellung “Mensch und Tier. Eine Paradoxe Beziehung”, Deutsches Hygiene-Museum Dresden, 22. November 2002 bis 10. August 2003); Ostfildern 2002; S. 191-210, S. 191.
2 Butler, Judith: Kritik der ethischen Gewalt. Frankfurt a.M. 2003, S.31.
3 vgl. Reckwitz, Andreas: Das hybride Subjekt. Eine Theorie der Subjektkulturen von der bürgerlichen Moderne zur Postmoderne. Weilerswist 2008, S.500-630.
4 zitiert nach: Magnus, Albertus: De animalibus XXI. 1,2, S.1327; vgl. hierzu: Friedrich, Udo: Menschentier und Tiermensch. Diskurse der Grenzziehung und Grenzüberschreitung im Mittelalter. Göttingen, 2009, S.139.
5 vgl. Reckwitz, Andreas: Das hybride Subjekt, S.14ff.


Erläuterung zum Twitter Banner

15. August 2012

Wegen ungeeigneter Breite brauchten wir für Twitter neues Personenkultbild (Kontext1, Kontext2 für die jüngeren Leser*innen). Dank gewisser Bildbearbeitungskünste sieht dieses jetzt optimiert auf Twittergeegnete Ausmaße so aus:

Die Auswahl geschah nicht ohne Bedacht. Marx und Engels hatten beide zeitgleich gewirkt und Lenin hat sich auf sie bezogen. Foucault und Derrida wirkten zeitgleich und Butler bezieht sich auf jene. Von daher sind wir gespannt, wann sie ihren genealogischen dekonstruktions-Staat ausruft; aber nicht wo


man PoMo

8. August 2012

Postmoderne ist die Fortsetzung der Moderne mit anderen Mitteln


Genderstudies

13. März 2012

Einiges wurde über Quoten diskutiert. Bei den Gender/QueerStudiesprofessuren können festhalten: In Hamburg und den meisten anderen deutschen Universitätsstädten gibt es gleichviele (selbstidentifizierte) Männer, wie Frauen und sogar solche, die sich nicht in der Zweigeschlechtlichkeit einrichten wollen oder können sind nicht unsichtbarer als erstgenannte. Letztlich bietet diese Stelle einen Ausblick, wie Menschheit sein sollte.


Aus aktuellem Anlass: Neumann auf der Berlinale

10. Februar 2012

Bundesbeauftragter für Kultur und Medien Bernd Neumann mahnte und erinnerte gestern bei der Eröffnung der Berlinale daran, dass in Ländern wie dem Iran und China, die Kunst mit Füßen getreten werde und es wichtig sei, dass „Flagge gezeigt wird für Menschenrechte und für die Freiheit der Kunst.“

Die Kulturelle Praxis mahnt und erinntert hieran.


Länglicher Kommentar

25. Januar 2012

Fortsetzung zu In die Zukunft schauen

Um nicht drkulturs Artikel das 9fache an Kommtar anzuhängen, mache ich einfach mal einen Artikel daraus:

Zukunft, welche Zukunft? Kulturellepraxis live: „2012 ist gar kein Weltuntergang“ – „Es sei denn, ich hätte da noch ein Wörtchen mitzureden [diabolisches Grinsen]“

Beim in-die-Zukunft-schauen immer ganz interessanter Fehler, Quantitative Hochrechnungen mit qualitativen Änderungen gleichzusetzen. Mit geradezu dekonstruktivistischem Humor äußerte sich dazu Heinz von Foerster: Statistisch berechnet erreicht die Weltbevölkerung am 13.11.2026 (natürlich ein Freitag) eine unendliche Anzahl. Wenn Low-Level Wissenschaftstheorien zuträfen, könnten ohnehin Historiker*innen Prognosen stellen (und die weigern sich, da ihr Fach aus Abgrenzung von der Geschichtsphilosophie entstand).

Die Themenauswahl dieser modernen Schamanen ist bezeichnend: Evolution (eine Fortschrittserzählung strapazierend: Die ewig-gestrigen Modernisten, die mit Evolution ihre Vorurteile im Namen der Natur bestätigen wollen – als wäre das nicht schoneinmal schiefgegangen – gegen die ewig-vorgestrigen, die selbst dafür zu blöd sind), Sex1 und Computertechnik.

Und ohne eine gewisse Cyborgaffinitiät verleugnen zu können, sich das Gehirn unmetaphorisch als einen Computer vorzustellen war vielleicht in den 50ern noch nicht peinlich. Von allen möglichen Einwänden nur kurz das poststrukturalistische Gemäkel: Die Grenzen des Computers sind die Grenzen der formalen Logik. Damit ist keine Spockige Emotionsmetaphysik gemeint, sondern daß die Sprachauffassung der Logik und die Idee der „Implementierung“ auf Repräsentation angewiesen ist; das sind aber Sprach- und Realitätsauffassungen, die als veraltet gelten können (mist, wieder eine Fortschrittsnarration).

KI, Cyborgs und Körper bleiben ein wahnsinnig spannendes Thema, von daher sei geistig Naschhaften der JDGG-Vortrag von Bernd Robben empfohlen und Hoffnung auf eine Veröffentlichung von Draude & Kluß gemacht.


1 Vgl. Schnurr, Eva-Maria: Typisch Mädchen, typisch Junge; in: Stöcker, Mira (Hrsg.): Das F-Wort : Feminismus ist sexy; Königstein/Taunus 2007; S. [suchsdirselbstraus]: „‚Franzosen haben ein größeres Hirnareal für Sex. Deutsche sind genetisch bedingt besonders schnell darin, Gartenzwer­ge zu erkennen. Und bei Muslimen sorgt ein Hormon für vermehrte Aggressionsschübe – Forscher bringen das mit der erhöhten Neigung zu Terroranschlägen in Verbindung. Schwachsinn? Genau das. Doch stünde oben „Männer“ statt Franzosen oder Muslime, „Frauen“ statt Deutsche und „Unordnung“ statt Gartenzwerge, die Zeilen könnten in jeder Zeitung auftauchen. -Kann sogar sein, dass Franzo­sen besonders charmant sind und Anschläge derzeit vor allem islamischen Tätern anzulasten sind. Niemand jedoch käme auf die Idee, dafür biologische Ursachen zu vermu­ten. Die Kultur! Die Tradition! Die soziale Situation! Die Weltpolitik! Es gibt tausend Gründe, warum Menschen so sind, wie sie sind, so handeln, wie sie handeln. Doch wenn es darum geht, Verhalten oder Eigenschaften von Männern oder Frauen zu erklären, gibt es nur noch eine Deutung: die Biologie.“