#Cutenessrevolution anderswo #8: Kuscheltier als Geheimnis?

3. September 2020

Zunächst einmal ist es schön, daß unsere kuscheligen Companions ihren Weg in die FAZ gefunden haben, gleichwohl nur als irgendwie merkwürdiges Geheimnis ihrer großen Trampler. Und das, obwohl aus dem Artikel hervorgeht wie verbreitet plüschige Companionship ist. Wir hätten uns ein anderes Metanarrativ gewünscht.

#Cutnessrevolution heißt für uns auch sich als Spielende zu begegnen. Und wir sind mehr als viele Denken!


#Cutenessrevolution anderswo #7: Islieb?

2. September 2020

Dem ist nichts hinzuzufügen!


#Cutenessrevolution anderswo #6: Podcast zur Teddybärgeschichte

7. Dezember 2019

Der zugegebenermaßen recht knapp gehaltene und auch nicht nur durch die Werbepausen recht kommerziell klingende Podcast „Pessimists Archive“ beschäftigt sich mit Teddybären. Da können die Plüschtierstudies natürlich nicht weghören.

Die oberflächlichen Aspekte – Steiff und Michtom bringen beide 1902 Spielzeugbären heraus, nach einer Jagdgeschichte über Theodore Roosevelt (Roosevelt der 26.) setzt sich die Bezeichnung „Teddy Bear“ für soetwas durch – wurden ja auch in unseren Plüschstudies erwähnt, doch dieser Podcast spricht einen weiteren Aspekt an: 1907 wurden „Teddybären“ im US Amerikanischen Blätterwald kontrovers diskutiert, in einer Weise, die für diskursgeschichtliche Herangehensweisen1 äußerst fruchtbar2 scheint.

Da auch im Podcast darauf hingewiesen wird, daß es nicht viel Forschung zu Teddybären gibt, sei an dieser Stelle nochmal darauf hingewiesen: Die Plüschtierstudies könnten eine interdisziplinäre Dissertationsfabrik werden, wenn nur internationale Konferenzen und ein Institut finanziert würden *prettypleasewithcherryontop*!

Zum Inhalt: Da Teddybären zunächst als Jungendspielzeug gedeutet wurden und da befürchtet wurde, sie könnten Puppen – die als Mittel Mädchen zur Häuslichkeit zu erziehen gesehen wurden – verdrängen, gab es panische eugenisch durchsetzte Warnungen von Konservativen daß Teddybären eine Gefahr für die Gesellschaft seien; es kristallisierten sich also Diskurse zu Race und Gender an diesen – damals gar nicht mal so – kuscheligen Companions. Dies ließe sich weiter spinnen zur These daß Plüschtiere eine subversive Kraft besäßen und zeigt, daß auch Feminismus und Plüschstudies ein längst nicht zuende gedachtes Thema sind, also ihre hier dargestellte Anschlußfähigkeit an Haraways Cyborgfeminismus nur eine erste Schneise durchs Themenfeld sind.

Am Ende wird erwähnt, daß Teddybären im Laufe ihrer Entwicklung immer stärker in Richtung Niedlichkeit optimiert wurden. Doch da es über „Kindchenschema“ und Evolution von Konsumprodukten gedeutet wird, bringt uns das erstmal leider nicht über einen Funfact hinaus und zeigt, daß bei allen interessanten Informationen nicht ums selbst Denken und Forschen herumkommen, solche Podcast mögen zwar bisweilen anregen, werden es uns aber nicht abnehmen.


1 Früher hätten hier Hinweise auf die einschlägige Literatur gestanden. Daß Landwehr und Sarasin gute Einführungen dazu geschrieben haben nur am Rande. Leider nicht mehr auf dem Laufenden seiend, sei statt einer Bibliographie ein willkürlich gewähltes Beispiel aus jüngerer Zeit wie sich sowas an einem anderen Thema praktisch aufziehen läßt präsentiert.

2 Mythenmetz’sche Abschweifung: Im Podcast wird kurz erwähnt, daß umstritten ist, wie alt das Konzept von Kindheit ist. Ließe sich „reaparieren“ mit der Aussage, daß das heutige Konzept – inkl. v.a. der Abgrenzungen – erstaunlich neu und erstaunlich veränderbar ist – und ja, diese Veränderungen auch im Zusammenhang mit den Produktionsverhältnissen stehen -, aber ein plattes „gab es nicht“ für frühere Verständnisse etwas kurz greift; Puppen sind bereits in der Antike nachgewiesen. Hier hilft Foucault, bzw. diskursgeschichtliche Methodik weiter: Was etwas vor der diskursiven Überformung ist läßt sich nicht sinnvoll sagen, das Wissen darüber wurde immer in vermachteten Prozessen hervorgebracht, in sofern macht es Sinn statt einem „Ding an sich“ nachjagen zu wollen, sich anzuschauen, wie sich beispielsweise das Sprechen über den Gegenstand geändert hat. Das heißt auch, daß die gesellschaftliche/kulturelle/sprachliche/usw. Bedingtheit unseres Wissens und Denkens zu hinterfragen mehr und anderes bedeutet als einfache „ist konstruiert“ oder „gibt es nicht“ Aussagen, sondern einen methodischen Aufwand erfordert; also vorsicht vor den falschen Denkabkürzungen!


#cutenessrevolution anderswo #5: Chiijohn

26. November 2019

Last Week Tonight beschäftigte sich bereits zuvor mit japanischen Maskottchen, u.a. mit einer Story über Chitan, einem inoffiziellen Maskottchen von welchem niedliche, aber äußerst kontroverse Videos kursierten. Abschlossen wurde der Bericht dadurch, daß als Ersatz für Chitan dem offiziellen Maskottchen der Stadt Susaki Shinjo-Kun ein neues, Moderator John Oliver ähnliches namens Maskottchen namens Chiijohn zur Seite gestellt wurde. Dazu gibt es jetzt eine sehr schön erzählte Folgegeschichte, die John Oliver mit Worten anmoderiert, die auch ein Grundsatzprogramm der Plüschstudies sein könnten:

The whole saga was heartwarming, wholesome and basically the exact opposite of what it feels like being alive right

Viel Spaß!

In Otter News: Ein Significant Otter auf Reisen


#cutenessrevolution anderswo #2: Spirit Bear

29. Juni 2019

Dank an Zweig_fragment für das Fundstück

Spirit Bear aus Prince George (British Columbia) ist nicht nur erfolgreich politisch aktiv und setzt sich für die Rechte von indigenen Kindern in Kanada ein, nach über zehn Jahren Engagements erhielt dieser unermüdliche Teddy einen Ehrentitel als „Honorary Bearister“ an der Osgoode Hall Law School. Artikel dazu hier.

Niedlichkeit sieg immer, Plüschtiere an die Macht!


#cutenessrevolution anderswo #1: TAZ

13. Juni 2019

In der Taz ist jüngst ein Artikel zu Plüschtieren erschienen mit dem richtigen und wichtigen Sätzen: „Ich glaube, in Wahrheit ist die Kuscheltierfraktion groß. Wir sind viele.“ —Christina Spitzmüller: Ein weicher Freund, der schweigt.

Interessant ist, daß diese „viele“ keine Masse oder Organisation ist, sondern ein Gefüge. Die #cutenessrevolution besteht aus vielen Leuten die außer dem gemeinsamen Interesse relativ wenig gemein haben. Es geht nicht darum ein großes Ganzes anzustreben, sondern flauschige Verbindungen zu entdecken und schaffen. Finanziert uns jemand eine Konferenzenreihe oder ein Institut (wir haben schon Vorschläge für mögliche Standorte) dazu *prettypleasewithcherryontop*?

Ihr seht: Wer abgefahrene und unapologetische Plüschtiertheorie will ist hier in der Kulturellenpraxis richtig – Plüschtiere an die Macht!


Gastbeitrag: Kuschelplüsch

22. April 2018

„In einer Zeit, wo 9/10 Menschen chronisch unterkuschelt sind, zeigt sich die Bedeutung von Plüschtieren!“


Wörterbuch Teil #8

8. Oktober 2014

Kort := Kofferwort für „Kofferwort“

Piepel := (von „people“) Ersetzungsversuch für „man“

Schrödingers Freundschaft := Unbeobachtet unbestimmbar, ob diese noch am Leben ist

Queerleninismus, der := Eine Begehrensform oder Subjektposition als allgemein emanzipatorisch darstellen

menscheln (verb) := 1. Wort, um andere als konformistische Zweckrationalitäten – beispielsweise moralische – verniedlichend herabzuwerten 2. Nicht ungefährliche Tendenz, über Konzepte und Rituale (i.d.R. „Gefühl“, „Verständnis“ o.ä.) Gemeinschaftstotalitäten durchzusetzen

Meinungsfreiheit, die := Nach Meinung einiger Freiheit von Reflexion oder Kritik

Bahamas-Gewinde := „Mit der Kritik der Bahamas ist es wie mit Schrauben: Nach fest kommt locker“ –Hermann Gremliza (zugeschrieben), d.h., ein durch unsachgemäße Verwendung freidrehendes Gewinde

Beugekontraktur, Kapitalismuskritische := Kritik ist schräger art und komplett versteift

GMV, der := „Gesunder Menschenverstand“ (abwertend)

Hamburger Sicherheitswetter, das := Wasser von vorne


Gefahrengebiets-Playlist

6. Januar 2014

Zusammen mit Sanczny,
Dank an @loveheartcore & @fuerdieteilung

Weite Teile Hamburgs wurden aus recht zweifelhaften Gründen zum „Gefahrengebiet“ erklärt [1, 2], was massive Kontrollen [3, 4, 5], nicht-so-ganz-legale Durchsuchungen und Aufenthaltsverbote/Platzverweise für alle bedeutet, welche dem Profil entsprechen. Da sich Hamburger Polizist*innen ohnehin ungeliebt fühlen[6, 7], ließe sich ihr harter Alltag mit ein wenig musikalischer Beschallung der Anwohner*innen abwechselungsreicher gestalten.

Als Service der Kulturellenpraxis präsentieren wir deshalb:
Gefahrengebiet – eine Playlist für Gefahrengebiete und andere musikalische Notstände.


„Fundstück“

17. Juli 2013

Crosspostinigsvermeidungsverlinkung

Unter Beteiligung von Teilen der Kulturellenpraxis (Odradek) ist ein Artikel mit @sanczny und @yetzt zum Thema RZB unter dem Titel „Romantische Hachscheiße : Beziehungsformen mit ≥0 Partner*innen funktionieren einfach nicht“ entstanden, welchen Ihr HIER und HIER nachzulesen vermögt (bzw. nach nicht ganz neutraler Ansicht d* Coautor*n: solltet!).