Schlaflosigkeit

14. Februar 2018




Na gut, da es um Plüschies geht ausnahmsweise mal ein optimistisches Ende


Das ist kein Laptop mit Überhitzungsproblem, das ist ein Kadsenwärmer!


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Elke Wittich: Riecht nach Liebeskummertränen

5. Februar 2018

Mit freundlicher Genehmigung der Autorin haben wir die Ehre einen Ausschnitt aus diesem Jungle World Artikel im Rahmen unserer Plüschie-Reihe zu übernehmen

So ein bisschen albern ist dieses »würde ich nie im Leben hergeben« ja schon, denn ganz oft braucht es nur veränderte Lebensumstände, technische Fortschritte oder auch nur neue Moden, und schon wird aus dem geliebten Dingens etwas unerhört Rückständiges, Unbrauchbares, Scheußliches – und so sind die Müllkippen voll mit Sachen, die einst für unverzichtbar gehalten und dann ganz einfach fortgeworfen wurden. Natürlich gibt es Ausnahmen, meinen Teddy zum Beispiel. Daran, wie er in mein Leben getreten ist, kann ich mich nicht erinnern, weil ich erst einen Tag alt war, aber wie die Familie übereinstimmend berichtete, war es damals, als mein Onkel ihn mir beim ersten Besuch ins Babybettchen legte, Abneigung auf den ersten Blick. Wobei Abneigung wohl ein Euphemismus ist: Ich konnte das blöde Scheißvieh nicht ausstehen, und das ungefähr zweieinhalb Jahre lang. Und dann kam der Tag, der alles änderte: Afrah, Omas ansonsten bemerkenswert gutmütiger Airdale-Terrier, schnappte sich den Teddy und verbuddelte ihn im Garten. Zwischen zwei Tannen, wo er vielleicht heute noch liegen würde, wenn ich nicht plötzlich entschieden hätte, dass ein weiteres Leben ohne ihn zwar möglich, aber nicht erstrebenswert wäre, und energisch Teddys Wiederbeschaffung verlangte. Der umgehend losgeschickte familiäre Suchtrupp grub das nunmehr geliebte Viech wieder aus und seither sind wir unzertrennlich, Teddy und ich. Naja, so ganz stimmt das nicht. Er darf nicht überallhin mit, weil er schon ziemlich kaputtgeliebt ist. Netterweise fanden sich im Laufe seines bisherigen Lebens zwar immer wieder Leute, die ihn geflickt haben (sogar mein Bruder hat einige sehr hübsche Frotteeflicken auf ihm hinterlassen, sozusagen als tätige Reue, nachdem er eine meiner Barbies geköpft hatte), aber jede weitere Reparaturarbeit würde die historischen Näharbeiten zerstören, und das geht natürlich nicht. Außerdem hat Teddy ein gebrochenes Bein, weshalb er ein geruhsames Leben im Regal neben dem Bett führen muss. Nur ganz manchmal darf er allerdings doch mit. Damals zum Beispiel, als von der IG Medien irgendwie nochmal versucht wurde, zwischen der Jungen Welt und uns doch noch eine Schlichtung hinzubekommen, kam er mit, nach der Gesamtlage gucken. Was nicht jeden der Kollegen freute, weil das alles ja so unglaublich wichtig war, und wie sieht das denn aus, wenn ein Teddy dabei ist, so einen kindischen Quatsch meinst du doch nicht ernst, oder? Oh wohl. Tat Teddy nämlich echt mal gut, zu sehen, dass er es besitzertechnisch viel schlimmer hätte treffen können als mit mir. Und nein, er muss auch jetzt nicht immer bloß im Regal sitzen. Manchmal wird er ein bisschen geknuddelt. Und es wird an ihm gerochen, er riecht nämlich nach Kindheit und Liebeskummertränen und nach allem, wonach viel beanspruchte Teddys so riechen. Und ganz manchmal bekommt er neue Anziehsachen. Früher trug Teddy wahlweise das Blümchenkleid einer sehr verhassten Puppe (die nicht lachte, weshalb ich praktisch sofort nach dem Auspacken ihren Mund mit einer Nagelschere beidseitig zu einem Lächeln verbreitern wollte, mit dem Erfolg, dass ich danach eine nichtlachende Puppe mit Schmissen im Gesicht hatte) oder einen von Oma gestrickten Overall, aber die Sachen sind schon lange kaputt. Da man ja nie so genau weiß, ob Teddy nicht doch friert, bekam er letztens einen Pullover gehäkelt, genauer: Es wurde so lange um ihn herum gehäkelt, bis etwas Pulloverähnliches entstand. Eine Hose hat er allerdings nicht gehandarbeitet bekommen – aber das ist auch nicht so schlimm, denn Teddy hat mittlerweile einen eigenen Twitteraccount (@ElqueesTeddy) und dadurch Kontakt zu anderen Teddys, die zwar schicke Oberbekleidung wie Lederjacken, aber auch alle keine Hosen haben. Ach ja, Teddy heißt natürlich im wirklichen Leben nicht Teddy, sondern anders, aber wie, das geht niemanden was an, denn auch Kuscheltiere haben das Recht auf ihre Privatsphäre. Und ich würde ihn niemals hergeben. Für nichts in der Welt.


Über jenen Twitteraccount läßt sich auch ein Bild dieses Teddys inkl. Häkelpullover finden.


Schreibprozeß

4. Februar 2018


Reiseplüschies

2. Februar 2018

Wenn Reiseplüschies ein wichtiges Subgenre der Plüschies sind, stellt sich die Frage wie Plüschtiere eigentlich am liebesten reisen.

Im Rucksack?


Auf dem Fahrrad? Oder doch lieber auf dem Gepäckträger?


Für weit reisende Abenteurer wie Schnuffi gibt es häufig keine Alternative zum Fliegen


Plüschtier Theorie #2: Reiseplüschies

29. Januar 2018

Ein vielleicht nicht allzu originelles, aber deshalb umso bekannteres Subgenre der Plüschtierbilder (Plüschies) sind die Reisplüschies1. Gerade oftmals fotographierte Motive persönlicher zu gestalten oder handwerklich sauber einen Vordergrund für das Bild zu schaffen stehen/liegen/sitzen Plüschtiere gerne bereit. Das ist schöner, individueller und niedlicher als es ein einfallsloses Selbstbild (Selfie) jemals sein könnte. Hinzu kommt, daß wir Situationen mit dem Kontext Plüschtier aus Sicht des Plüschtieres unmittelbarer, im Moment wahrnehmen können; mag beispielsweise d* Fotograph*in noch so routiniert oder abgeklärt erfahren reisen, für das Plüschtier bleibt es ein großes Abenteuer.


Dank an @Anireyk für den Hinweis auf den Paddington Bear und v.a. auf Tscheburaschka. Dank an @fruchtblase für den Hinweis auf die reisenden Gartenzwerge.

1 Die Trope dürfte so alt wie Reisebilder selbst sein, zumal sich sowohl Teddybären als auch Rollfilmkameras gegen Anfang des 20. Jahrhunderts zu verbreiten begannen. Historische Forschungen dazu könnten interessant sein, aber nicht Aufgabe dieses kostenlosen Interessanzblogs. Ein im deutschsprachigen Raum bekanntes – und damit die Trope popularisierendes – Beispiel ist die Kinderbuchreihe um Felix den Hasen, über einen Stoffhasen der seiner vormaligen Besitzerin Briefe/Postkarten schreibt. vgl. Langen, Annette; Droop, Constanza: Briefe von Felix : ein kleiner Hase auf Weltreise; Münster 1994. Deutlich älter, möglicherweise Stilprägend für reisende Teddybären ist der Paddington Bear, auch wenn dieser zunächst nur ankam. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch Tscheburaschka; gleichwohl es sich nicht explizit um ein Plüschtier handelt wurde diese Figur oftmals als solches gelesen. Zu guter letzt sei kurz auf die verwandten reisenden Gartenzwerge verwiesen, am bekanntesten wohl in „die fabelhafte Welt der Amélie“.


PSA/PttC: Flachzangen

20. Mai 2017

Auf der Suche nach interessanten Gedanken begegnen uns häufig Artikel und Vorträge, die sich zwar auf interessant-theoretisches Zeug beziehen, bei näherer betrachtung aber nicht nur nicht bilden, sondern Halbbildung1 vermitteln.

So werden beispielsweise empirisch und/oder argumentativ bestenfalls dünne Assoziationsketten einander gegenübergestellt. Selbst wenn das als „Dialektik“ zu verkauft wird, billige Dualismen sind Denkfallen aus denen sich rauszumanövrieren schwer sein kann.

Konkret bezieht sich dies häufig auf die unter dem Begriff „Flachzangen“ häufiger schon berantete Tendenz, essenzialistische Gewißheiten gegen poststrukturalistische Verkomplizierungen durch Verteufelung jenes (meist unter dem allerweltsbegriff „Postmoderne“, gleichwohl dieser Vorwurf gegen sehr unterschiedliche Strömungen in Stellung gebracht wird) zu „verteidigen“. Killing the messenger. Letztlich haben wir es hier häufig – und das bei scheinbar abstrakten Texten – mit Abstraktionsfeindlichkeit und damit – scheinbar „intellektuellem“ – Antiintellektualismus zu tun. Politische und akademische Lagerbildung macht es attraktiv auf diese Weise mit Uneinigkeiten umzugehen.2

Auf einem begrenzten und geteilten Raum von Gewißheiten ein paar leicht originelle Denkfiguren zu drehen hat nichts mit Erkenntnissuche zu tun. Fallacies – v.a. Zirkelschlüssen und Strohpuppen – zu erkennen sollte wichtiger sein als die Truthiness des Ergebnisses zu bewerten.



1 „Das Halbwissen ist siegreicher, als das Ganzwissen: es kennt die Dinge einfacher, als sie sind, und macht daher seine Meinung fasslicher und überzeugender.“ —Nietzsche


2. Ernsthaftes Denken bedeutet Aufwand. Deshalb bietet die Kulturellepraxis auch nur ähnlich aufwandsarme Gegenpolemiken statt unbezahlte Arbeit.


Verkehrsmittel

8. Februar 2017

Was ist besser als ein Shetland-Pony im Kofferraum?
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