Warenförmigkeit

6. April 2012

Das Treitschke-Institut für geisteswissenschaftliche Nutzenoptimierung stellt sich auf die Seite von 51 Tatort-Autor*n. Geradezu aufopferungsvoll riskieren sie gar die Blamage – es erfordert Mut, sich an einer derartigen Dabatte zu beteiligen, ohne Basics, wie den Unterschied zwischen Urheberrecht und Copyright zu kennen. Sie repräsentieren darüberhinaus ein Vorbild an Solidarität, sorgen sie sich doch sosehr um Kreative, die von der Rechteverwertung ihrer Arbeit leben, während sie selbst lediglich *ismen auf Rundfunkgebühren Unspannendes reproduzieren. Verdienstvoll repräsentieren sie wichtige Grundsätze des Instituts, wenn sie darauf hinweisen, daß wir uns von ein paar Lebenslügen verabschieden müssen: Die Umsonstmentalität muß endlich aufhören!

Viele Bürger [wie so häufig von Tatortautor*innen sind Bürgerinnen höchstwahrscheinlich auch ein wenig mitgemeint, aber nur, falls diese weiß, mittelschicht, ableoid, deutsche staatsbürger*innen sind und auch sonst hinreichend unmarkierte kategorien bewohnen; Anm.d.Red.] konsumieren private Radio- und Fernsehprogramme teilweise sogar Freie Radios (alleine das gehört verboten!), ohne dafür zahlen zu wollen. Den meisten fehlt dabei fehlt komplett das Unrechtsbewußtsein. Einige glauben gar, mit ihren Rundfunkgebühren, von denen weder private noch freie Sender etwas bekommen ein Angebot diesen Ausmaßes abzugelten. Manche besitzen gar die Unverschämtheit, sich nicht die Werbung anzusehen. Wo soll das hinführen? Wir wissen doch: Ohne freien Markt kommen höchstens solche Sachen wie Tatort-Drehbücher heraus. Und Wirtschaft ist Verwaltung des Mangels; weshalb Kopierbares mit allen Mitteln verknappt werden muß, um Vielfalt zu schaffen. Das hat auch in der Vergangenheit funktioniert. Es ist nuneinmal ein Naturgesetz, daß nur die Produktionsweise funktioniert, welche alles – Subjekte ohnehin – als Waren in diesem engeren Sinne behandelt und pro Stück im „gleichen“ Tausch verstoffwechselt. Anonsten wird es bald keine Waren mehr geben. Alles Andere ist Demagogie einer Umsonstkultur, „frei“ und „kostenfrei“ zu verwechseln. Um nicht zu sagen: Kommunismus! [schön wär’s! Anm.d.Red.]

Darum fordern wir in einem ersten Schritt postprivacy-angemessen Fernsehapparate mit Kamera auszuliefern – in anderen Bereichen nehmen schließlich auch Einschränkungen der Privatsphäre zur Strafverfolgung hin -, nur diese Vorgehensweise ist fair, denn so läßt sich genau kontrollieren, was auch wirklich gesehen wurde. Dies erleichtert nicht nur die Marktforschung, auch können Zuschauer[*innen; Anm.d.Red.] davon profitieren. Der Livestream kann kostenpflichtig empfangen werden, sodaß die Sicherheitsbehörden sich endlich am Rundfunk beteiligen. Auch bietet dies einen positiven Anreiz, auf das eigene Äußere zu achten, attraktive Menschen könnten beim Fernsehen gar Gewinne erzielen.