Psychoanalyse gegen Nazis?

24. Oktober 2018

Mal wieder Kommentar zu einem Fundstück, dieses mal dieser Heise-Artikel via @MaditaPims

Kurz zusammengefaßt: Eine Studie am DIW widerlege mit statistischen Mitteln den Mythos daß es sich bei AfD Anhänger*innen um „Modernisierungsverlierer“ oder „Abgehängte“ handele. Das Durchschnittseinkommen sei überdurchschnittlich, deutlichste Korrelation ist die zu „Ausländerfeindlichkeit“[1]. Daß andere Studien einen unterdurchschnittlichen IQ unter AfD Anhänger*innen festgestellt haben stehe in keinem Widerspruch dazu, deute vielmehr auf geringe soziale Durchlässigkeit des Bildungssystems hin, Klasse werde vererbt. Dies ist nicht von Interesse für den Artikel, aber viel zu wichtig um es zu verschweigen.
Eine davon unabhängige Umfrage bei einem Dating-Portal – hier ein weiterer Artikel dazu, auf den wir uns im folgenden beziehen- ergab, daß Anzeichen für sexuelle Frustration unter AfD Anhänger*innen – speziell gegenüber solchen „linker“ Parteien – extrem hoch sei. Dies wird psychoanalytisch – u.a. mit Wilhelm Reich – erklärt, daß autoritäre Erziehung zu Triebunterdrückung führe, die wiederum in Haß und letztlich „Faschismus“ münde.

Zunächst einmal scheint dies das beste der großen Psychologieansätze von experimental-statistischer und psychoanalytischer Methode zu kombinieren: Wir haben eine Erhebung von Daten (n=700), statistische Korrelationen sagen aber nichts über Kausalitätsrichtungen aus, es folgt aus so etwas also keine Erklärung, auch wenn solche Ergebnisse bisweilen extrem suggestiv wirken und bisweilen in solcher Absicht erhoben werden. Wenn aber jetzt die Psychoanalyse eine Prognose trifft die zu diesen Ergebnissen paßt, scheint das deren Erklärungsmodell zu erhärten, quantitative und qualitative Forschung arbeiten zusammen und wenn wir die aggressiv-misogyne Incebewegung oder auch ein gewisses Bild von „Islamisten“ hinzunehmen scheint diese Erklärung einiges über die ursprüngliche Anwendung hinaus zu leisten.

So viel Truthyness sollte einen Skepsisalarm auslösen.

Versuchen wir es systematisch: Bei solchen Erhebungen haben wir mindestens drei Ansatzpunkte: 1.) Welche Unterscheidungen werden eingangs getroffen, was sind die Voraussetzungen und Vorannahmen hinter die die Messung nicht mehr zurück kann? Bedenken wir hierbei auch die Duhem-Quine These! 2.) Wurde die Erhebung und ihre statistische Auswertung methodisch sauber durchgeführt? Gerade im Zuge der „Reproduktionskrise“ u.a. in der Psychologie rückt v.a. diese Ebene immanenter Kritik in den Blick. 3.) Was folgt aus den Ergebnissen? Zwar können die meisten aufsagen daß Korrelation nicht Kausalität bedeute – fieselosophen fragen gar, wie sich Kausalität überhaupt beobachten ließe -, nehmen aber dennoch wenn es um Anwendung geht eine Kausalitätsrichtung an, die nicht direkt aus den Daten folgt; wir dürfen dabei auch nicht vergessen daß sich selbst beispielsweise die Newton’schen Gesetze nicht aus reiner Messdatenauswertung herleiten lassen. Das heißt nicht daß wir zu keinen Ergebnissen kommen können, es heißt nur daß diese Methode nicht ausreicht und vor vorwissenschaftliche Deutungen solcher Daten gewarnt werden muß, die Deutungskette ist nicht nur so schwach wie ihr schwächstes Glied, sondern wie alle Schwächen kombiniert.

1.) Gar nicht so sehr auf grundlegender Ebene in die Tiefe gehen wollend sei hier nur kurz darauf hingewiesen, daß „Frustration“ ein Begriff aus der Psychoanlyse ist – obwohl es experimentaltaugliche Operationalisierungen gibt – und gerade „sexuelle Frustration“ damit schon implizite Annahmen über Sexualität enthält. Die konkreten Fragen waren u.a. ob die Befragten in der Liebe schon „verarscht“ worden seien (wir nehmen an daß damit eine Art von Täuschung und nicht geschlechtsunabhängig anwendbare Sexualpraktiken gemeint sind), über ihr Liebesleben „verbittert“, Liebe an sich eine Lüge oder allgemein „liebevoller Umgang“ miteinander wünschenswert sei. Irgendwie scheinen diese Items zusammenzugehören, doch wie sie zusammengehören, bzw. was genau wir mit diesen Messen erweist sich bei näherer Untersuchung als nicht so einfach. „Sexuelle Frustration“ scheint wie eine gute Erklärung, aber gerade in dieser Phase des Experimentalaufbaus sollten wir uns vor voreiligen Erklärungen hüten.

2.) Sachkundige Ergänzungen hierzu willkommen. Es wäre v.a. zu fragen wie repräsentativ die Gruppe und die Anzahl der Versuchspersonen ist. Demoskopie geht m.W. davon aus daß Umfragen ab 2000 repräsentativ für die Wahlberechtigten in Schlandland sind, psychologische Studien fangen schon ab 31 an Statistik draufzuwerfen. So klingt für psychologische Verhältnisse =700 nach recht viel. Auf einem Dating-Portal findet sich sicherlich kein repräsentativer Schnitt zum Thema sexuelle Frustration: mindestens Leute die zufrieden mit ihrem Beziehungsstatus sind würden sich nicht dort anmelden. Wie sicher gestellt wurde daß Leute nicht mehrfach und Leute ehrlich abstimmten sei dahingestellt, es ist möglich daß das Studiendesign das berücksichtigt.

3.) Auch wenn bei Gelegenheit auf diesem Blog Kausalitätsbegriffe dekonstruiert werden sollten, für Naturwissenschaften – und solche die sich dafür halten – sind diese (wackelige?) Grundlage, wir lassen sie ersteinmal. Innerhalb des Kausalitätsparadigmas haben wir bei einer Korrelation drei möglichkeiten: Das Eine bewirkt das Andere, das Andere bewirkt das Eine, beides wird von etwas Drittem bewirkt.
So schön es wäre wenn rechte Überzeungungen sexuelle Frustration bewirkte – kein Sex mit Nazis -, so unwahrscheinlich klingt es leider.
Dafür daß sexuelle Frustration rechte Gesinnungen bewirkt spricht, daß es von Wilhelm Reich erklärt und damit indirekt vorhergesagt wurde. Nur haben wir psychoanalytisch eine alternative Hypothese, nämlich daß Nationalismus und Narzißmus zusammenhängen: Wegen krankhafter Sucht nach Selbstbestätigung wird sich mit Konstrukten wie „Nation“ aggressiv identifiziert, inkl. Erfolgen an denen die einzelne Person i.d.R. keinen Anteil hat. Da Freud auch einen Zusammenhang zwischen Narzißmus und Homosexualität vermutet und trotz Homofeindlichkeit Männerbündeleien und Hypermaskulinität in rechten Kreisen beliebt ist, wird daraus auch gerne ein Zusammenhang zwischen unterdrückter männlicher Homosexualität und Rechtsradikalismus abgeleitet. Zwar ließen sich diese Hypothesen alle geschickt kombinieren, doch geht es hier nicht um Heuristik, sondern um Bestätigung/Widerlegung. Und da können wir festhalten daß psychoanalytische Erklärungen offenbar keine präzise Wissenschaft sind und also eine mögliche Erklärung noch nicht allzu viel besagt.[2]
Die letzte Möglichkeit, daß die politischen Überzeugungen und die „sexuelle Frustration“ beide von etwas Drittem verursacht werden nimmt auch Studienleiter Gebauer an: Manche Menschen mit Beziehungsdefiziten begäben sich in eine Opferrolle und suchen „Sündenböcke“ für ihre Situation. Oder Theorie aus den gegenwärtigen Queerstudies draufwerfend: Eine Überzeugung eigenen Entitlements – bei gleichzeitiger Objektivierung potentieller Sexualpartnerinnen zu gesellschaftlichen Ressourcen – bewirkt sowohl Frustration dieser schrägen Erwartungen, als auch eine politische Gesinnung, die für Privilegien der eigenen Position kämpft und das ganze natürlich auch noch blumig essenzialisiert.

Wir haben also mehrere auf den ersten Blick plausible Erklärungen für ein Ergebnis. Und wir haben bei einigen massive Kollateralschäden wenn wir sie verallgemeinern – das Cliché vom „schwulen Nazi“ ist einfach nur homofeindlich, nicht nur aus moralischen Gründen scheint somit die queere Variante – turtle upon turtle of naturecultures all the way down – sympathischer, da sie mit weniger unbelegbaren Grundannahmen – wie dem Zirkelschluß daß Zweigeschlechtlichkeit, Fortpflanzung und Begehren sich bedingen, wobei etliche Fakten aus der Kurve fliegen – auskommt, was als wissenschaftliche Tugend gelten kann.

Auch in umgekehrter Richtung ist dieses Modell nicht wasserdicht: Auf Twitter befinden sich viele selbstidentifiziert sexuell unausgelastete, die dies aber v.a. in Form von Kalauern und #maturbatorpride[3] umsetzen. Sauberer argumentiert: Es gibt Asexuelle – das ist keine Krankheit – und ein psychoanalytisches Verständnis wie gesunde sexuelle Triebe zu funktionieren haben macht sie unsichtbar. Es gibt Leute mit Kontaktschwierigkeiten[4], die durch die lautstarke rechts-cismännlich-misogyne Incelbewegung übertönt werden. Solch eine Situation ist damit doppelt peinlich. Sie machen sich lieber unsichtbar, erst recht um nicht mit solchen Leuten identifiziert[5] zu werden. Es gibt homosexuelle Männer, die dies nicht offen zugeben mögen – auch solche die sich gerne maskulin[6] geben -, aber keine Nazis sind.

Und all diese Leute werfen wir mit voreiligen Erklärungen unter den Bus, obwohl die Erklärungen nicht zwingend sind, nur gut gestaltete Geschichten für höchstens einen Teil der Fälle. Und nur Korrelationen finden heißt: wir kennen die gesamte Kausalitätskette – so es soetwas überhaupt gibt – nicht, denn sonst könnten wir lückenlos und ein-eindeutig erklären, dies ist in psychologischen Bereichen einfach nicht möglich. Ob grundsätzlich, z.B. gar irgendeiner „Natur des Menschen“ oder nur praktisch, z.B: aufgrund von Komplexität bzw. Vielfalt an wirksamen Variablen sei dahingestellt.

Es führt also kein Automatismus von schlechten oder nicht vorhandenen sexuellen Erfahrungen zu Naziüberzeugungen. Sich in unangenehmer Situation auf Privilegien oder allgemeiner arschiges Verhalten zurückzuziehen (no free passes!) ist eine mögliche, aber keine zwingende Reaktion.

Also stehen wir wieder am Anfangspunkt: Wie deuten wir eine statistische Korrelation – so wir einfach einmal annehmen daß sie „hart“, also reproduzierbar ist? Was wollen wir überhaupt mit solchen Forschungen – vielleicht praktisch anwenden? Zu untersuchen ob sich Nazis durch Sex kurieren lassen wäre auf mehreren Ebenen unethisch. Alle Untervögelten unter Naziverdacht zu stellen erscheint absurd. Mit der Gebauer-Hypothese könnten versuchen für eine bestimmte Art von Kontaktschwierigkeiten und eine bestimmte Art politischer Gesinnung ähnliche Therapien zu finden, aber sollten wir politische Gesinnungen wirklich als Krankheiten einstufen? Nazis mit der Heilkraft der Pflastersteine kurieren?!?

Vielleicht stoßen wir hier an Grenzen psychologischer Fragestellungen: Wie viel können wir mit Individualpsychologie überhaupt über gesellschaftliche Phänomene aussagen? Somit wäre der Wurm doch auf 1. Ebene – Vorannahmen der Fragestellungen – zu suchen.


[1] Gemeint ist wohl Rassismus, zumal Rassist*innen selten zwischen Ausländern und deutschen PoC unterscheiden. Die deutsche Sprache kennt unzählige Worte für „Nazi“ und „Rassismus“; keines davon ist „Nazi“ oder „Rassismus“. Leider wirkt ein Text zu monoton wenn immer das gleiche Wort verwendet wird.

[2] Flache psychoanalytische Stories bringen uns hier nicht weiter, sie geben uns zwar fruchtbar scheinende Erkärungsskizzen, wie wir diese aber testen – sowohl Überprüfung von abgeleiteten Einzelaussagen als auch Entsorgung *istischer Elemente in den Grundlagen – muß hier offen bleiben. Damit brauchen wir Psychoanalyse nicht grundsätzlich zu verwerfen – auch wenn es sicherlich einfacher ist das zu tun -, haben aber viel Methodenarbeit zu leisten, bei der uns wiederum die Psychologie mit ihrem sehr engen neopositivistischen Verständnis von Wissenschaftlichkeit nicht weiterzuhelfen vermag. Sprich: Bessere psychoanalytische Ansätze gerne in die Kommentare!

[3] Auch wenn dies zugegebenermaßen eine humorvolle Herangehensweise ist: Wenn wir ganz queer annehmen daß keine Sexualität als ursprünglicher oder natürlicher als andere konstruiert werden sollte und wenn wir beachten, daß zwischen männlich und weiblich identifizierten Leuten große Häufigkeitsunterschiede bei autosexueller Stimulation gibt, die sich nicht biologisch erklären lassen, sollte Enttabuisierung durchaus queerfeministisches Anliegen sein!

[4] Das Faß, ob Kontaktschwierigkeiten auch nicht ausschließlich individualpsychologisch anzugehen wären – und wenn nein wie – machen wir vielleicht ein anderes mal auf, auch das entzieht sich mal wieder einfachen Antworten. Irgendwie hängt es mit dem Miteinander zusammen, aber jede normative Aussage führt zu Absurditäten.

[5] Um das Ganze noch zu verkomplizieren: Widerlegungen des Incelbewegungs-Entitlement werden übergeneralisiert werden, nichtasexuelle Leute ohne Intimbeziehungserfahrungen gebe es demnach gar nicht – zumindest nicht Kontaktschwierigkeiten als legitimes Problem -, weil ja niemand ein Anrecht auf Beziehungen habe. Impliziter ableismus kann dabei nicht ausgeschlossen werden. Wegen der Incelbewegung läßt sich aber nicht konstruktiv über soetwas diskutieren und also können wir die „kein Sex“ als „Zone der Unbewohnbarkeit“ höchstens über Asexualität erforschen. Fuckers.

[6] Ohne bestreiten zu können, daß toxische Maskulinität und rechtsextreme Gesinnungen viele Berührungspunkte haben. Aber wie schwierig das ist aus einem Zusammenhang eine belastbare Theorie zu basteln ist ja Thema dieses Artikels. Daß es möglich sein sollte nicht-toxische, nicht-chauvinistische, nicht-zweigeschlechtliche, sondern spielerische und queere Formen von maskulinem Ausdurck zu konstruieren und wir sicherlich in einigen Schwulenszenen interessantere Ansätze dafür als im Heterobereich finden sei auf einen anderen Artikel verschoben.

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Locker Room Talk

14. Oktober 2016

Nachdem diverse Anschuldigungen Donald Drumpf neige zu sexueller Belästigung wie soviele seiner Untragbarkeiten im „postfaktischen“ Diskurs versickert sind, fiel ihm das doch noch auf die Füße. Er, der sich – unprofessionell wie immer – im Januar über ein schlecht funktionierendes Mikrofon im Pensacola Bay Center beschwerte stolperte über ein allzu gut funktionierendes. Auf dem Weg zu einem Soap Opera Cameo in 2005 wurde ein Gespräch mitgeschnitten in dem Trump Hinweise zur sexuellen Belästigung von Frauen gab („Grab them by the pussy“; wir hoffen als Reaktion auf viel Pussy Riot). Jener Trump der die – sprichwörtlich gewordene – Silversternacht in Köln und die Behauptung, Mexiko schicke Vergewaltiger als Gründe gegen Migration sieht; der Unterschied sei „when you’re a star, they let you do it“. Daß sein Gesprächspartner Billy Bush ein Cousin des ehemaligen Gouverneurs und Präsidentschaftskandidaten-Kandidaten Jeb „FNX“[1] Bush war sei noch als pikantes Detail am Rade genannt.

Trump entschuldigte sich halbherzig mit der Begründung er sei nicht perfekt, es sei nur „locker room talk“ gewesen und Bill Clinton sei ja viel schlimmer. Dieser rhetorische Kniff, zu betonen wieviel schlimmer die anderen(tm) seien scheint das einzige was den Trump Anhänger*innen angesichts sinkender Umfragewerde und sich distanzierender republikanischer Partei bleibt. Wie jemand wie Trump überhaupt soviele Anhänger*innen bekommen konnte und wie der „postfaktische“ Diskurs – für den Drumpf wie kein anderer Populist steht – funktioniert sollte dringend ausführlicher aufgearbeitet werden, hier zunächst einmal „nur“ ein paar Anmerkungen zum „locker room talk“.

Es distanzierten sich u.a. Profi-Sportler von diesem Begriff, überraschenderweise werde beim Leistungssport in der Umkleide nicht über soetwas gesprochen. Daß deutsche Fußballer zugeben, schwule kollegen im Umkleideraum wären ihnen unangenehm tut scheinbar nichts zur sache. Nun mögen einige an feministischen Diskursen ernsthaft und wohlwollend teilnehmende männlich identifizierbare tatsächlich intakte Filterbubbles haben oder rechtzeitig aus dem Schrank gekommen sein um nichts von soetwas mitbekommen zu haben, aber leider ist derartiges sexistische Gelaber unter Heteromännern – auf Deutsch auch „Herrengespräche“ genannt – ein Ding.

Dies nicht zu verleugnen scheint auch deswegen so wichtig, da soetwas zu den Aspekten gehören, die das Aufwachsen als ungeoutet schwul oder asexuell schwerer machen, Menschen der geballten Heteronormativität aussetzen. Auch die Niceguys(tm) fallen ja nicht vom Himmel, wir könnten sie als das Produkt der in diesen Gesprächen ganz besonders übel manifestierten Diskurse darstellen. Diese Gespräche sind ein Reproduktionsmechanismus toxischer Männlichkeit in einer merkwüdigen – sehr drumpfigen – Überlagerung von „ich sage wie es ist“ und „ich meine es ja nicht ernst/wörtlich“. Freilich nicht so harmlos bei die Protagonisten behaupten, sondern ein oftmals unterbelichteter Aspekt der Rapeculture.

Ohne jetzt – nach sonstiger Gewohnheit – Diskurstheorie abzuhandeln sei vorausgesetzt, daß auf kommunikativem Weg Normalitäten und Selbstverständlichkeiten hergestellt werden und sich Diskurse zu etwas verdichten können was „Wahrheit“ genannt wird. Soziale Zusammenhänge können ihre eigenen Realitäten schaffen – im Extrem bei Sekten -, womit Theorien, welche diese Mechanismen untersuchen nicht die Ursache – killing the messenger -, sondern ein notwendiges Werkzeug sind, solch einen Irrsinn zu untersuchen.


Männer im Bildungssystem

29. Dezember 2014

Gastbeitrag von Hackerschorsch

Zu der angeblichen „Ungerechtigkeit im Bildungssystem“:

Bevor hier eine Ungerechtigkeit zweifelsfrei bewiesen ist, sollten wir keine voreiligen Schlüsse ziehen. Die Benotung in den Schulen erfolgt ausschließlich nach Leistung (und ist heute so gerecht wie nie zuvor!). Wir sollten uns einfach endlich eingestehen, dass Männer für geistige Aufgaben weniger geeignet sind. Das weiß doch eigentlich jeder: Jungs sind von klein an körperlich aktiver, interessieren sich für Bagger und Lastwegen. Sie sehnen sich nach einfachen körperlichen Tätigkeiten (Es gibt vielleicht Ausnahmen, aber werden die wirklich glücklich? Tut man denen einen Gefallen, wenn man sie lässt?).

Die Natur hat für den Mann eindeutig die einfachen körperlichen Tätigkeiten vorgesehen; Männer sind nun einmal kräftiger, das kann man nicht wegdiskutieren. Es ist daher schon in Ordnung, wenn Männer keine höhere Schulbildung bekommen.

Und überhaupt: Unser eigentliches Problem in Deutschland ist der Fachkräftemangel. Da kann man sich nicht aufhalten mit angeblichen Ungerechtigkeiten im Bildungssystem. Wir sollten uns lieber darauf konzentrieren, diejenigen, die besser geeignet sind für geistige und filigrane Tätigkeiten, also Frauen, effektiver darauf vorzubereiten.

Man muss als Mann ja gar nicht enttäuscht sein, keine höhere Schulbildung bekommen zu können, für unser Volk ist es auch wichtig zu baggern, zu schaufeln und schwere Sachen zu heben. Wir müssen den Männern nur genügend Anerkennung dafür zukommen lassen (ab und zu mal Schokolade und Blumen mitbringen!). Dann stört es sie auch nicht, wenn sie nicht studieren können.


Kulturellepraxis live

13. Februar 2014

Gastbeitrag von Réné Garde

Oral History: Schon früher haben die sich geleckt


Kulturellepraxis live

18. Januar 2014

„Aber Du bist doch eine Frau?“ – „Nö, ich bin kein abstrahierendes Konzept“


„Fundstück“

17. Juli 2013

Crosspostinigsvermeidungsverlinkung

Unter Beteiligung von Teilen der Kulturellenpraxis (Odradek) ist ein Artikel mit @sanczny und @yetzt zum Thema RZB unter dem Titel „Romantische Hachscheiße : Beziehungsformen mit ≥0 Partner*innen funktionieren einfach nicht“ entstanden, welchen Ihr HIER und HIER nachzulesen vermögt (bzw. nach nicht ganz neutraler Ansicht d* Coautor*n: solltet!).


Kulturellepraxis Shop #2 Queerer Nagellack

30. Dezember 2012

Dank an Vassago1911

‚Unmarkierter‘ Nagellack wird viel zu häufig als Produkt nur für weiblich gelesene Wesen gedacht; explizite Hinweise, daß auch „Männer“(tm) sowas nutzen könnten (true story) machen es aber nicht besser. Wir träumen von einem Warnhinweis:

„Achtung, dieser Nagellack wurde nur für 23 Geschlechter getestet“

Wem das zu quantitativ ist:

„Vorsicht, für bislang unbekannte Formen des Geschlechtsausdrucks liegen naheliegenderweise keinerlei Erfahrungswerte vor“

Ein Nagellack für sich nicht verortende wäre dagegen wohl eher ein Ladenhüter …