Kulturellepraxis live

29. Oktober 2018

„Da steht der Feind!“ – „Wo? Ich sehe nur einen Nebel aus Assoziationsketten …“

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Psychoanalyse gegen Nazis?

24. Oktober 2018

Mal wieder Kommentar zu einem Fundstück, dieses mal dieser Heise-Artikel via @MaditaPims

Kurz zusammengefaßt: Eine Studie am DIW widerlege mit statistischen Mitteln den Mythos daß es sich bei AfD Anhänger*innen um „Modernisierungsverlierer“ oder „Abgehängte“ handele. Das Durchschnittseinkommen sei überdurchschnittlich, deutlichste Korrelation ist die zu „Ausländerfeindlichkeit“[1]. Daß andere Studien einen unterdurchschnittlichen IQ unter AfD Anhänger*innen festgestellt haben stehe in keinem Widerspruch dazu, deute vielmehr auf geringe soziale Durchlässigkeit des Bildungssystems hin, Klasse werde vererbt. Dies ist nicht von Interesse für den Artikel, aber viel zu wichtig um es zu verschweigen.
Eine davon unabhängige Umfrage bei einem Dating-Portal – hier ein weiterer Artikel dazu, auf den wir uns im folgenden beziehen- ergab, daß Anzeichen für sexuelle Frustration unter AfD Anhänger*innen – speziell gegenüber solchen „linker“ Parteien – extrem hoch sei. Dies wird psychoanalytisch – u.a. mit Wilhelm Reich – erklärt, daß autoritäre Erziehung zu Triebunterdrückung führe, die wiederum in Haß und letztlich „Faschismus“ münde.

Zunächst einmal scheint dies das beste der großen Psychologieansätze von experimental-statistischer und psychoanalytischer Methode zu kombinieren: Wir haben eine Erhebung von Daten (n=700), statistische Korrelationen sagen aber nichts über Kausalitätsrichtungen aus, es folgt aus so etwas also keine Erklärung, auch wenn solche Ergebnisse bisweilen extrem suggestiv wirken und bisweilen in solcher Absicht erhoben werden. Wenn aber jetzt die Psychoanalyse eine Prognose trifft die zu diesen Ergebnissen paßt, scheint das deren Erklärungsmodell zu erhärten, quantitative und qualitative Forschung arbeiten zusammen und wenn wir die aggressiv-misogyne Incebewegung oder auch ein gewisses Bild von „Islamisten“ hinzunehmen scheint diese Erklärung einiges über die ursprüngliche Anwendung hinaus zu leisten.

So viel Truthyness sollte einen Skepsisalarm auslösen.

Versuchen wir es systematisch: Bei solchen Erhebungen haben wir mindestens drei Ansatzpunkte: 1.) Welche Unterscheidungen werden eingangs getroffen, was sind die Voraussetzungen und Vorannahmen hinter die die Messung nicht mehr zurück kann? Bedenken wir hierbei auch die Duhem-Quine These! 2.) Wurde die Erhebung und ihre statistische Auswertung methodisch sauber durchgeführt? Gerade im Zuge der „Reproduktionskrise“ u.a. in der Psychologie rückt v.a. diese Ebene immanenter Kritik in den Blick. 3.) Was folgt aus den Ergebnissen? Zwar können die meisten aufsagen daß Korrelation nicht Kausalität bedeute – fieselosophen fragen gar, wie sich Kausalität überhaupt beobachten ließe -, nehmen aber dennoch wenn es um Anwendung geht eine Kausalitätsrichtung an, die nicht direkt aus den Daten folgt; wir dürfen dabei auch nicht vergessen daß sich selbst beispielsweise die Newton’schen Gesetze nicht aus reiner Messdatenauswertung herleiten lassen. Das heißt nicht daß wir zu keinen Ergebnissen kommen können, es heißt nur daß diese Methode nicht ausreicht und vor vorwissenschaftliche Deutungen solcher Daten gewarnt werden muß, die Deutungskette ist nicht nur so schwach wie ihr schwächstes Glied, sondern wie alle Schwächen kombiniert.

1.) Gar nicht so sehr auf grundlegender Ebene in die Tiefe gehen wollend sei hier nur kurz darauf hingewiesen, daß „Frustration“ ein Begriff aus der Psychoanlyse ist – obwohl es experimentaltaugliche Operationalisierungen gibt – und gerade „sexuelle Frustration“ damit schon implizite Annahmen über Sexualität enthält. Die konkreten Fragen waren u.a. ob die Befragten in der Liebe schon „verarscht“ worden seien (wir nehmen an daß damit eine Art von Täuschung und nicht geschlechtsunabhängig anwendbare Sexualpraktiken gemeint sind), über ihr Liebesleben „verbittert“, Liebe an sich eine Lüge oder allgemein „liebevoller Umgang“ miteinander wünschenswert sei. Irgendwie scheinen diese Items zusammenzugehören, doch wie sie zusammengehören, bzw. was genau wir mit diesen Messen erweist sich bei näherer Untersuchung als nicht so einfach. „Sexuelle Frustration“ scheint wie eine gute Erklärung, aber gerade in dieser Phase des Experimentalaufbaus sollten wir uns vor voreiligen Erklärungen hüten.

2.) Sachkundige Ergänzungen hierzu willkommen. Es wäre v.a. zu fragen wie repräsentativ die Gruppe und die Anzahl der Versuchspersonen ist. Demoskopie geht m.W. davon aus daß Umfragen ab 2000 repräsentativ für die Wahlberechtigten in Schlandland sind, psychologische Studien fangen schon ab 31 an Statistik draufzuwerfen. So klingt für psychologische Verhältnisse =700 nach recht viel. Auf einem Dating-Portal findet sich sicherlich kein repräsentativer Schnitt zum Thema sexuelle Frustration: mindestens Leute die zufrieden mit ihrem Beziehungsstatus sind würden sich nicht dort anmelden. Wie sicher gestellt wurde daß Leute nicht mehrfach und Leute ehrlich abstimmten sei dahingestellt, es ist möglich daß das Studiendesign das berücksichtigt.

3.) Auch wenn bei Gelegenheit auf diesem Blog Kausalitätsbegriffe dekonstruiert werden sollten, für Naturwissenschaften – und solche die sich dafür halten – sind diese (wackelige?) Grundlage, wir lassen sie ersteinmal. Innerhalb des Kausalitätsparadigmas haben wir bei einer Korrelation drei möglichkeiten: Das Eine bewirkt das Andere, das Andere bewirkt das Eine, beides wird von etwas Drittem bewirkt.
So schön es wäre wenn rechte Überzeungungen sexuelle Frustration bewirkte – kein Sex mit Nazis -, so unwahrscheinlich klingt es leider.
Dafür daß sexuelle Frustration rechte Gesinnungen bewirkt spricht, daß es von Wilhelm Reich erklärt und damit indirekt vorhergesagt wurde. Nur haben wir psychoanalytisch eine alternative Hypothese, nämlich daß Nationalismus und Narzißmus zusammenhängen: Wegen krankhafter Sucht nach Selbstbestätigung wird sich mit Konstrukten wie „Nation“ aggressiv identifiziert, inkl. Erfolgen an denen die einzelne Person i.d.R. keinen Anteil hat. Da Freud auch einen Zusammenhang zwischen Narzißmus und Homosexualität vermutet und trotz Homofeindlichkeit Männerbündeleien und Hypermaskulinität in rechten Kreisen beliebt ist, wird daraus auch gerne ein Zusammenhang zwischen unterdrückter männlicher Homosexualität und Rechtsradikalismus abgeleitet. Zwar ließen sich diese Hypothesen alle geschickt kombinieren, doch geht es hier nicht um Heuristik, sondern um Bestätigung/Widerlegung. Und da können wir festhalten daß psychoanalytische Erklärungen offenbar keine präzise Wissenschaft sind und also eine mögliche Erklärung noch nicht allzu viel besagt.[2]
Die letzte Möglichkeit, daß die politischen Überzeugungen und die „sexuelle Frustration“ beide von etwas Drittem verursacht werden nimmt auch Studienleiter Gebauer an: Manche Menschen mit Beziehungsdefiziten begäben sich in eine Opferrolle und suchen „Sündenböcke“ für ihre Situation. Oder Theorie aus den gegenwärtigen Queerstudies draufwerfend: Eine Überzeugung eigenen Entitlements – bei gleichzeitiger Objektivierung potentieller Sexualpartnerinnen zu gesellschaftlichen Ressourcen – bewirkt sowohl Frustration dieser schrägen Erwartungen, als auch eine politische Gesinnung, die für Privilegien der eigenen Position kämpft und das ganze natürlich auch noch blumig essenzialisiert.

Wir haben also mehrere auf den ersten Blick plausible Erklärungen für ein Ergebnis. Und wir haben bei einigen massive Kollateralschäden wenn wir sie verallgemeinern – das Cliché vom „schwulen Nazi“ ist einfach nur homofeindlich, nicht nur aus moralischen Gründen scheint somit die queere Variante – turtle upon turtle of naturecultures all the way down – sympathischer, da sie mit weniger unbelegbaren Grundannahmen – wie dem Zirkelschluß daß Zweigeschlechtlichkeit, Fortpflanzung und Begehren sich bedingen, wobei etliche Fakten aus der Kurve fliegen – auskommt, was als wissenschaftliche Tugend gelten kann.

Auch in umgekehrter Richtung ist dieses Modell nicht wasserdicht: Auf Twitter befinden sich viele selbstidentifiziert sexuell unausgelastete, die dies aber v.a. in Form von Kalauern und #maturbatorpride[3] umsetzen. Sauberer argumentiert: Es gibt Asexuelle – das ist keine Krankheit – und ein psychoanalytisches Verständnis wie gesunde sexuelle Triebe zu funktionieren haben macht sie unsichtbar. Es gibt Leute mit Kontaktschwierigkeiten[4], die durch die lautstarke rechts-cismännlich-misogyne Incelbewegung übertönt werden. Solch eine Situation ist damit doppelt peinlich. Sie machen sich lieber unsichtbar, erst recht um nicht mit solchen Leuten identifiziert[5] zu werden. Es gibt homosexuelle Männer, die dies nicht offen zugeben mögen – auch solche die sich gerne maskulin[6] geben -, aber keine Nazis sind.

Und all diese Leute werfen wir mit voreiligen Erklärungen unter den Bus, obwohl die Erklärungen nicht zwingend sind, nur gut gestaltete Geschichten für höchstens einen Teil der Fälle. Und nur Korrelationen finden heißt: wir kennen die gesamte Kausalitätskette – so es soetwas überhaupt gibt – nicht, denn sonst könnten wir lückenlos und ein-eindeutig erklären, dies ist in psychologischen Bereichen einfach nicht möglich. Ob grundsätzlich, z.B. gar irgendeiner „Natur des Menschen“ oder nur praktisch, z.B: aufgrund von Komplexität bzw. Vielfalt an wirksamen Variablen sei dahingestellt.

Es führt also kein Automatismus von schlechten oder nicht vorhandenen sexuellen Erfahrungen zu Naziüberzeugungen. Sich in unangenehmer Situation auf Privilegien oder allgemeiner arschiges Verhalten zurückzuziehen (no free passes!) ist eine mögliche, aber keine zwingende Reaktion.

Also stehen wir wieder am Anfangspunkt: Wie deuten wir eine statistische Korrelation – so wir einfach einmal annehmen daß sie „hart“, also reproduzierbar ist? Was wollen wir überhaupt mit solchen Forschungen – vielleicht praktisch anwenden? Zu untersuchen ob sich Nazis durch Sex kurieren lassen wäre auf mehreren Ebenen unethisch. Alle Untervögelten unter Naziverdacht zu stellen erscheint absurd. Mit der Gebauer-Hypothese könnten versuchen für eine bestimmte Art von Kontaktschwierigkeiten und eine bestimmte Art politischer Gesinnung ähnliche Therapien zu finden, aber sollten wir politische Gesinnungen wirklich als Krankheiten einstufen? Nazis mit der Heilkraft der Pflastersteine kurieren?!?

Vielleicht stoßen wir hier an Grenzen psychologischer Fragestellungen: Wie viel können wir mit Individualpsychologie überhaupt über gesellschaftliche Phänomene aussagen? Somit wäre der Wurm doch auf 1. Ebene – Vorannahmen der Fragestellungen – zu suchen.


[1] Gemeint ist wohl Rassismus, zumal Rassist*innen selten zwischen Ausländern und deutschen PoC unterscheiden. Die deutsche Sprache kennt unzählige Worte für „Nazi“ und „Rassismus“; keines davon ist „Nazi“ oder „Rassismus“. Leider wirkt ein Text zu monoton wenn immer das gleiche Wort verwendet wird.

[2] Flache psychoanalytische Stories bringen uns hier nicht weiter, sie geben uns zwar fruchtbar scheinende Erkärungsskizzen, wie wir diese aber testen – sowohl Überprüfung von abgeleiteten Einzelaussagen als auch Entsorgung *istischer Elemente in den Grundlagen – muß hier offen bleiben. Damit brauchen wir Psychoanalyse nicht grundsätzlich zu verwerfen – auch wenn es sicherlich einfacher ist das zu tun -, haben aber viel Methodenarbeit zu leisten, bei der uns wiederum die Psychologie mit ihrem sehr engen neopositivistischen Verständnis von Wissenschaftlichkeit nicht weiterzuhelfen vermag. Sprich: Bessere psychoanalytische Ansätze gerne in die Kommentare!

[3] Auch wenn dies zugegebenermaßen eine humorvolle Herangehensweise ist: Wenn wir ganz queer annehmen daß keine Sexualität als ursprünglicher oder natürlicher als andere konstruiert werden sollte und wenn wir beachten, daß zwischen männlich und weiblich identifizierten Leuten große Häufigkeitsunterschiede bei autosexueller Stimulation gibt, die sich nicht biologisch erklären lassen, sollte Enttabuisierung durchaus queerfeministisches Anliegen sein!

[4] Das Faß, ob Kontaktschwierigkeiten auch nicht ausschließlich individualpsychologisch anzugehen wären – und wenn nein wie – machen wir vielleicht ein anderes mal auf, auch das entzieht sich mal wieder einfachen Antworten. Irgendwie hängt es mit dem Miteinander zusammen, aber jede normative Aussage führt zu Absurditäten.

[5] Um das Ganze noch zu verkomplizieren: Widerlegungen des Incelbewegungs-Entitlement werden übergeneralisiert werden, nichtasexuelle Leute ohne Intimbeziehungserfahrungen gebe es demnach gar nicht – zumindest nicht Kontaktschwierigkeiten als legitimes Problem -, weil ja niemand ein Anrecht auf Beziehungen habe. Impliziter ableismus kann dabei nicht ausgeschlossen werden. Wegen der Incelbewegung läßt sich aber nicht konstruktiv über soetwas diskutieren und also können wir die „kein Sex“ als „Zone der Unbewohnbarkeit“ höchstens über Asexualität erforschen. Fuckers.

[6] Ohne bestreiten zu können, daß toxische Maskulinität und rechtsextreme Gesinnungen viele Berührungspunkte haben. Aber wie schwierig das ist aus einem Zusammenhang eine belastbare Theorie zu basteln ist ja Thema dieses Artikels. Daß es möglich sein sollte nicht-toxische, nicht-chauvinistische, nicht-zweigeschlechtliche, sondern spielerische und queere Formen von maskulinem Ausdurck zu konstruieren und wir sicherlich in einigen Schwulenszenen interessantere Ansätze dafür als im Heterobereich finden sei auf einen anderen Artikel verschoben.


Systemische Umwelt?

11. Oktober 2018

Dieser Artikel ist Teil dessen womit er ringt: Duschgedanken statt systematischer Herangehensweise. Die Frage lautet: Ist die Systemik zu unsystematisch?

Von Heinz von Foerster in philosophisches Denken gelockt, habe ich bis heute eine Schwäche für diese Ecke der Systemtheorie. Und jüngst stieß ich auf ein paar Vorlesungsaufzeichnungen von und über Luhmann. Nun wird ihm gerne vorgeworfen „Armchair Soziologie“ zu betreiben, auch wenn sich viele informelle Beispiele finden, das sei das doch keine harte empirische Forschung.

Nun, ein Wissenschaftsverständnis das nur quantitative Erhebungen gelten läßt weigert sich nicht nur grundlegende Überlegungen über sich und ihren Gegenstand anzustellen, für sie wirkt je konkreter desto leichter zu messen und an Annahmen rutschen am besten die unmarkierten durch – adornitisch formuliert: Der Positivismus hat immer eine Tendenz die bestehenden Verhältnisse zu affirmieren. Doch bleibt die Frage: Mit welchen „Möglichkeiten sich selbst zu überraschen“ (Luhmann über den Nutzen von Methoden) können wir die Luhmann’sche Theoriebildung bestätigen oder widerlegen?

Dazu können wir uns eines Verständnisses von geschlossenen Systemen bedienen: Die Welt (Umwelt) darf sich meist nur in bestimmter Form „äußern“, in der Geschichtswissenschaft beispielsweise über historische Texte – Quellen -, in der Psychologie meist durch quantitative Daten, die am besten in einem Experiment erhoben wurden. Auch wenn Erweiterungen dieses Zugangs – z.B. in der Geschichtswissenschaft Methoden für Bilddeutung zu entwickeln – oftmals als Fortschritte gefeiert werden, diese Begrenzung ist nicht nur praktisch für den Wissenschaftsbetrieb – ermöglicht u.a. Transparenz und Reproduzierbarkeit -, sondern bildet konstitutive Gesten für ein Fach. Z.B. in der Geschichtswissenschaft sich von Geschichtsphilosophie abzugrenzen, z.B. in Psychologie das Experiment zur Grundlage zu erklären, auch wenn sich – beispielsweise mit dem Behaviorismus oder der kognitiven Wende – das Verständnis wie genau zu experimentieren sei mehrfach stark geändert hat.

Damit ist Falsifizierbarkeit – mal wieder – ein viel zu grobes Instrument. In Luhmann’schen Rahmen wäre eher zu fragen: Wie kann die Umwelt das System stören? Kann es sich mit unerwartetem Input ändern oder kann es höchstens zerstört werden? Betreiben wir „Cherry Picking“, können nur das betrachten was die Theorie erklären kann oder kann es zu Anomalien – im Kuhn’schen Sinne: innerhalb der Theorie für wichtig gehaltenen Beobachtungen die sich der gewöhnlichen Erklärungsweise der Theorie entziehen – kommen?

Für Luhmann habe ich leider keine Guten Antworten darauf. Vielleicht kommt es auf die „Anschlußfähigkeit“ an, wo kann ich Produktives damit anfangen – die Theorie und der Anwendungsbereich finden sozusagen zueinander. Dies spräche für Theorien denen einzelne Ergebnisse oder Denkfiguren zu entnehmen wären ohne gleich auf das gesamte Denksystem wie auf eine Bibel schwören zu müssen (in your face, adornitische Totalität!).

Auch viele philosophische Ansätze regulieren zwar ihre Argumentationsweisen, aber nicht direkt den Zugang zu Fakten/Welt – auch wenn es Versuche gibt sich von Nachbarwissenschaften abzugrenzen, „reine“ Philosophie zu betreiben, sei diese als folgerichtig, aber inhaltsleer abgetan -, das kann einerseits vorwissenschaftlich sein, andererseits geht es auch ganz  ohne Armchair nicht: Die Bedingungen der Beobachtung können nicht direkt beobachtet werden, in Luhmann’scher Denkweise formuliert: Jedes Beobachtungssystem produziert seinen blinden Fleck.

Daß Luhmanns Zugang zur Umwelt erstaunlich informell ist kann also sowohl als Stärke wie Schwäche gesehen werden. Sich grundlegende und nicht auf kleine empirische Studien ausgelegte Gedanken zu machen scheint mir in positivem Sinne unzeitgemäß und das Potential der „unfinished revolution“ systemischer Ansätze – u.a. des oben genannten Heinz von Foersters und seines Umfelds – für diesen Bereich fruchtbar machen zu wollen sympathisch. Die Welt ist zu groß für nur eine geschlossene Theorie.


Kommentar: Postmoderner Wahrheitsgewinn

29. September 2018

Wenn ich über Methoden der Wahrheitskonstruktion (meinetwegen auch -rekonstruktion, das ist diese Altersmilde) schreibe ist die virtuelle Teeküche Twitter sicherlich kein harter Ausgangspunkt. Dennoch fangen wir mal so an: Am „Nebentisch“ zufällig diesen Thread mitbekommen.

Kurz zusammengefaßt: Die Wahrheit werde uns nicht frei machen, bei politischen Entscheidungsprozessen wie der Kavanaugh Anhörung gehe es um handfeste politische Interessen und die Beteiligten unterscheiden nicht in „wahr“ oder „unwahr“, sondern ob etwas ihren Interessen diene. Sie gehen rechtfertigend davon aus daß alle anderen ebenso vorgehen. Sich in Details zu verlieren um immer wieder die „Wahrheit“ ans Licht zu bringen damit alles besser werde sei somit Zeitverschwendung.

Als praktischen Hinweis für politische Aktivist*innen könnten wir es dabei belassen: Das bessere Argument oder gar „die Wahrheit“(tm) auf der eigenen Seite zu haben bewirkt erstmal deprimierend wenig. Nebenher seien zweifel an demokratischer Redlichkeit angemeldet wenn Leute behaupten sie dienem dem Interesse einer abstrakten Masse/Allgemeinheit/Mehrheit.

„Postmodern“(tm) formuliert: Im Wahrheitsspiel politischer Durchsetzung sind bewährte Methoden Fakten festzustellen ein äußerst schwacher Zug, Wahrheitswirkungen werden nicht durch durch „guteGründe“(tm) im Sinne der Erkenntnis- oder normativer Argumentationstheorie hergestellt. Daß damit „reine“ Philosophie zu kurz greift und Interdisziplinarität was Feines wäre nur als Bonusbinsenweisheit. Rationalitäten die stattdessen am Werke sind zu untersuchen wäre tägliches Brot z.b. diskusrsanalytischer Methoden: die Zaubertricks verraten.

Das erklärt vielleicht auch weshalb sich mit solchen Methoden so gut untersuchen läßt, aber Versuche diese Theorien in Aktivismus umzusetzen oftmals schief gehen, z.B. mit sein-sollens Fehlschlüssen: Wir haben es mit Unterschiedlichsten Formen von wirksamer „Wahrheit“ zu tun: wie sollte sie zustande kommen, wie setzt sie sich durch, welche Funktionen muß sie erfüllen. Damit wäre „Wahrheit weitaus mehr als nur das Gegenteil von Lügen; was wiederum auch heißt daß sich aus der Erkenntnis daß gelogen wird noch nicht unbedingt rekonstruieren läßt was der Fall ist.

Fazit: Politiker*innen lügen und die Wahrheit alleine wird uns nicht frei machen. Duh.

Doch leider scheinen diese Erkenntnisse in der gegenwärtigen politischen Situation bereits „eingepreist“. „Die lügen doch eh alle“ oder pathologischer: „Die anderen lügen doch eh immer“ gehört schon zur Folkore. D.h. dies festzustellen bringt uns nicht wirklich weiter.

Schlimmer noch: So etwas hat Trump erst ermöglicht. Zum einen Authentizität: Als Gegenbild der aus zweckrationaler Opportunität lügender Politiker*innen bietet sich ein Authentizitätsideal an, das Trump gut zu darzustellen versteht; also er trotz zahlloser Lügen ehrlich wirkt – authentische Lügen (ist das „Hyperrealität“? Ich habe keine Ahnung). Zum anderen Kapitulation vor lauter Desinformationen: Wenn viel gelogen wird und wir es wissen ist es das einfachste sich die Wahrheit nach „Truthyness“ auszusuchen; was idr. stark mit Zugehörigkeit zusammenhängt. Bei Lügen mag es manchmal der Fall sein, aber Wahrheit läßt sich eben nicht an äußeren Authentizitätsmarkern erkennen.

Die Frage warum kein einzelnes Medium es (mehr?) schafft als neutrale Instanz zu gelten klammern wir an dieser Stelle mal aus.

Der Alltagsverstand produziert halbwegs brauchbare „Wahrheiten“ mittels möglichst unaufwendigen Methoden. Ich optimiere mein Vorgehen beim Abwasch nicht mit wissenschaftlichem Vorgehen, mache mir nicht bewußt daß ich von einem impliziten Modell ausgehe, überprüfe dieses auf konsistenz, sondern fange einfach irgendwie an nach dem was ich irgendwie mal gesehen gehört habe zum abwaschen und was schonmal irgendwie funktioniert zu haben scheint. Das Spart anstrengendes Denken, ist aber deshalb für ernsthaftere Fragen ungeeignet. Ein möglicher Zusammenhang zwischen Populismus und auf Politisches angewendetem Alltagsverstand sei hier aber auch ausgeklammert, so wie die Frage wie überhaupt politische Wahrheiten und Ziele zu Stande kommen, wir wollen auf einem Blog wie diesem ja nicht zu praktisch werden.

Die Wissenschaft hat konkrete Probleme wie z.B. Publication-Bias, Reproduktionskrise in einigen Fächern uvm. und grundsätzlichere, daß nämlich Entstehung und Verbreitung einer wissenschaftlichen Tatsache [Fleck 1935] kein einfaches beobachtendes Abbilden, sondern ein aktiver und sozialer Prozeß ist. Dessen Ergebnisse häufig vorläufig und uneindeutig sein können, damit gar nicht gängigen Vorstellungen von „Wahrheit“, geschweige denn „harten Wissenschaften“ entsprechen. Die Stärke der Wissenschaften, ein Prozeß und nicht dessen Ergebnisse zu sein wird nach solchen Vorstellungen leider als Schwäche wahrgenommen; und gerne den Geisteswissenschaften untergeschoben.

Interessant könnten evtl. auch – unter Kostendruck zeitgemäßer Medienproduktion völlig veraltete – journalistische Tugenden sein, wie sie z.B. Woodward jüngst eingebracht hat: Sich auf konkrete Ereignisse beziehen und die Informationen aus voneinander unabhängigen Quellen abgleichen. Nur stößt ein reines „was ist passiert“ auch an Grenzen – sonst bräuchten wir ja kein Kommentargenre; aber brauchen wir es? -, wir scheinen von „Wahrheit“ mehr zu erwarten.

Also statt eine abstrakte nicht erreichbare „Wahrheit“ zu verehren könnte es produktiv sein ersteinmal zu fragen was wir von der Wahrheit konkret wollen und wie dafür angemessene Methoden aussehen. „Postmodern“ formuliert: „Die Wahrheit“ als große Erzählung kann als gescheitert gelten; das heißt nicht daß sich mit „Wahrheit“ kein sinnvoller Unterschied mehr ausdrücken ließe oder daß es nur noch individuelle Gewißheiten gebe – im Gegenteil, auch das autonome Individuum ist eine der gescheiterten großen Erzählungen. D.h.: Wenn wir diese Theorien als Werkzeugkisten [Foucault 1976] für Befreiendes einsetzen wollen brauchen wir beide Kritiken: Die an der Objektivität und die an der Individualität.

Wir haben damit zwar keine metaphysische Letztbegründung für Wahrheitsproduktion und zugleich Verantwortung für unsere Wahrheitsproduktionsmethoden ohne das mit einem „ist so“ oder einem „ist ja eh beliebig“ abkürzen zu können. „Verantwortung“ heißt auch daß welche Methoden und welche Sorgfalt wir zur Erkenntnis anwenden auch zur ethischen Frage wird. Das ist nur etwas für Leute die sich mit Theorie das Leben schwerer, nicht einfacher machen wollen.

Der Schluß sich vor einfachen Wahrheiten zu hüten wäre genau so eine, also enden wir einfach mit – Truth: It’s complicated.


Psychoanalyse

5. September 2018

Heute auf Twitter: Eine ausgefranste – deshalb schwer verlinkbare – Diskussion über Psychoanalyse. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder textliche Schönheit seien hier deshalb ein paar Denkanstöße festgehalten, Diskussion in den Kommentaren oder auf Twitter möglich. Da sich hier bereits genug über Flachzangen frankfurter Fandoms aufgeregt wurde wird versucht die Diskussion ohne allzuviel Polemik gegen die schlimmsten Anhänger*innen zu führen, wer Verschwörungstheorien über „die Postmoderne™“ verbreitet gilt nicht als satisfaktionsfähig.

  • Im Kern die Frage der Wissenschaftlichkeit. Zwar wird diese oftmals bezweifelt, nur sollten diese Zweifel aus einem durchdachteren Wissenschaftsverständnis als implizitem oder explizitem Neopositivismus kommen
    • Reproduktionskrise der nach empirisch-statistisch Methode forschenden Psychologie
    • Das Karl Raimund Dilemma: Wenn wir Psychoanalyse und Marxismus wegen nicht falsifizierbarer bzw. aussagekräftiger Kernaussagen verwerfen, könnten wir auch die Evolutionstheorie nicht halten; erfolgreiche Theoriebildung scheint also anders zu bewerten sein, Grundannahmen wissenschaftliche Theorien müssen nicht zwingend empirisch hart sein, sie bewähren sich an den Einzelanwendungen
    • Wirkungsforschung: Die neopositivistische Konkurrenz der Verhaltenstheapie und die humanistische der Gesprächstherapie erzielen zwar vergleichbare, aber insgesamt nicht überzeugend bessere Erfolge als die psychoanalyselastige Tiefenpsychologie
  • Konkrete Probleme der Psychoanalyse umfassen u.a. die Praxis der Immunisierung eigener Thesen indem beispielsweise auf psychische Abwehrmechanismen verwiesen wird – Agencyaneignung sozusagen – und psychoanalytisch begründete Homofeindliche Aussagen bei konkreten – inkl. politischen – Psychoanalytiker*innen, so wie mögliche Essenzialisierungen von Triebgeschehen
    • Psychoanalyse als Sammlung von Metanarrativen aus denen sich einzelne Stories konstruieren lassen
    • Frage der Bewährungs- und Falsifikationsmöglichkeiten und -praxen dieser Stories
      • Konkret wäre hier Foucaults Kritik zu nennen: Die Annahme eines Geheimnisses kann dieses Geheimnis erst schaffen und Psychoanalyse als Fortsetzung der Beichte mit anderen Mitteln. Eine tiefere Wahrheit anzunehmen ist historisch gewachsen und muß für das Funktionieren der Praxis nicht zwingend existieren
  • Verhältnis von Aufklärung, Wissenschaft und Psychoanalyse
    • Eine Assoziationskette von „Aufklärung“ und „Materialismus“ kann leicht zu einem verkürzten Wissenschaftsverständnis führen
      • Antiessenzialismus oder GTFO!
    • Das „Psychische“ und v.a. nicht individuell „Psychische“ als Kuhn’sche Anomalie an zu einfachem Aufklärungsdenken
      • Frankfurter Schule als Versuch dies zu Gaffatapen
    • Frage ob andere Theorien – Nietzsches unbewußte Triebe, poststrukturalistische Subjekttheorien, Untergruppen der Psychoanalyse – Funktionen von Psychoanalyse in politischen Theorien besser leisten können
      • Siehe auch: Fromm-Adorno Kontroverse ob eine psychoanalytische Sozialpsychologie entwickelt werden müsse oder reine Freudrezeption reiche
  • Daraus ergeben sich folgende Fragen/Aufgaben
    • Ein (akzeptables und zeitgemäßes) Wissenschaftsverständnis der Psychoanalyse benennen/finden/entwickeln
    • Dieses sollte Immunisierungen von Annahmen durch psychoanalytisches Gedankengut klar widersprechen können
    • Umgang mit Homo- und Asexualität als „Nagelprobe“ für diese Theorie
  • Es bleibt die Frage ob das psychoanalyseimmanent geleistet werden kann – wenn ja wie genau -, eine gewaltige Dekonstruktionsarbeit (Dekonstruktion hier wirklich als Kofferwort von Destruktion und Konstruktion) geleistet werden muß oder eine andere komplett andere Theorie für den Gegenstandsbereich nötig ist
    • Wissen über das Unbewußte – woher nehmen und nicht stehlen?
  • Siehe auch: Frühere Psychoanalysekritik der Kulturellenpraxis

Eine Lanze für #9 Fallacyforschung

19. Juli 2018

“Eine Lanze für … : Hantologische Streifzüge zu totgesagten Konzepten, in theoretischen Abfällen containernd”, Teil 9: Eine Lanze für Fallacyforschung

Dieser Ansatz erscheint zunächst so fruchtbar und undogmatisch, da er nicht vorschreibt was oder wie zu denken sei, sondern nur offensichtliche Fehler bekämpft. Bedenken wir zudem die Beobachtung daß der s.g. „Rechtspopulismus“ keinen Wert auf logische Konsistenz oder Kohärenz legt, scheint es geradezu wie ein Gebot der Stunde für weniger fehlerhaftes Denken einzutreten. Umso mehr wenn wir diese Denkfehler als Alltagsdenken identifizieren, also die Mechanismen und Problemlösungsstrategien die uns ohne den Kopf zu sehr anzustrengen durch den Alltag bringen – ich überprüfe nicht erst die Falsifizierbarkeit meiner Annahmen um den Abwasch zu machen.

Kollateralnutzen sich eine gewisse Kenntnis im Bereich der Argumentationsfehler zuzulegen ist, diese schneller zu erkennen und damit – so sich diese häufen – auch schneller zu erkennen wenn eine Diskussion nicht ernsthaft geführt wird, sondern lediglich als Durchsetzungsstrategie genutzt wird.

Doch wie allgemein allzu große Hoffnungen daß Philosophie zu besserem Denken führe häufig durch konkrete Philosoph*n herbe enttäuscht werden, trifft dies besonders auf Leute zu, die besonders gerne Argumentations- und Denkfehlern – Kurz: Fallacies – nachjagen. Die Befürchtung, daß dieser Ansatz einfach zu formal ist und damit solch unordentlichen Sachen wie denken und Argumentieren nicht gerecht werden kann läßt sich hier leider nicht zerstreuen.

Nun fand sich aber auf Twitter ein Erklärungsversuch

People who are obsessed with logical fallacies suffer from the most severe fallacy: that disagreements are easily resolved. As though everyone secretly agrees, but half the population made a simple logical misstep and arrived at the wrong conclusion. —Existential Comics

Dann wäre aber nicht die Methodik das Problem, sondern implizite Annahmen ihrer Anwendung. Für die Argumentationstheorie, daß Konflikte auf einfachen Fehlern der Gegenseite beruhen, für die Erkenntnistheorie, daß die Wahrheit nur von einigen Fehlern verstellt sei, aber eigentlich einfach bzw. einfach zu erreichen sei.

Aus der Überzeugung daß genau das nicht der Fall sei wird es aber gerade interessant sich mit Verfahren der Erkenntnissuche – und also wo sie häufiger mal schiefgeht – zu beschäftigen:

„Wenn wir den Quellen der Erkenntnis nachforschen, begehen wir meist den Fehler, uns dieselben viel zu einfach vorzustellen“ –Fleck, Ludwik: Zur Krise der Wirklichkeit; in: Schäfer, Lothar (Hrsg.); Schnelle, Thomas (Hrsg.): Ludwik Fleck : Erfahrung und Tatsache; Frankfurt/M 1983; S. 46-58, S. 46.


Plüschie Theorie #4: Utopie

20. April 2018

Plüschietheorie ist nach wie vor ein Desiderat gesellschafts- und kulturwissenschaftlich orientierten Philosophie & Psychologie1. Wenn wir davon ausgehen daß unsere Untersuchungen zu Plüschtieren nichts mit Kindern bzw. Entwicklungspsychologie zu tun haben sollen findet sich an Forschungsstand in etwa – nichts.2

Dies verweist auch auf unheimliche Ungleichzeitigkeiten in Theoriebildungen: Da Plüschtiere in ihrer heutigen Form – der Zusammenhang zu älteren Verwandten wie Puppen wäre auch noch von künftigen Plüschtierstudies herzustellen – erst Ende des 19. Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden, haben freilich in der Antike, in der Aufklärung oder im 19. Jahrhundert verwurzelte Philosophien wenig dazu zu sagen. Falsch/kontextlos verstandene Beiträge zeitgenössischer Philosoph*innen zur Materialismus:Idealismus-Debatte tun ein Übriges, daß Themen wie diese lange unterschätzt wurden.

Neben bereits untersuchten subjekttheoretischem und -praktischen Potential sei deshalb an dieser Stelle nocheinmal das Utopische an unseren kuscheligen Freund*innen hervorgehoben:

  • Sie bilden nach @wolfseule die Antithese zu Leiden und Tod
  • Sie bieten schöne Momente der Kuschelig- & Niedlichkeit
  • Sie können damit Teil radikaler Selfcare sein
  • Sie verkörpern Potential zur Selbstentwicklung (siehe: Techniken des Selbst)
  • Sie sind etwas sehr Persönliches, damit nicht einfach nur bedeutungslose Dekoobjekte

Will sagen: Niemand ist zu alt für Plüschtiere! Kuschelt mit ihnen, teilt Bilder von ihnen wenn sie mögen, denkt darüber nach und vielleicht vielleicht wird die Welt dadurch irgendwie ein kleines bißchen besser.


1 Daß eine gesellschafts- und kulturwissenschaftlich orientierte Psychologie an sich (noch?) eine radikale wie notwendige Forderung darstellt hier nur am Rande.

2 In sofern können wir diesen Wolfseule-Artikel ohne Übertreibung als Pionierarbeit ansehen!