Gattungsbeschreibung einer Bedrohten Art

16. November 2011

Heute präsentieren wir Euch eine weitere possierliche Art, den Erklärbär. Und das aus aktuellem Anlaß, da diskutiert wird, ihn mit seiner großen Schwester, dem Encyclopädchen auf die schwarz-rote Liste der bedrohlichen Arten zu setzen; eine Maßnahme, die darin resultiert, ihn mit sofortiger Wirkung ins Exil auf die Insel der unfähigen Maskottchen zu verfrachten und zwar in Palitücher verstrickt. Was hat er also getan, zum Problembär zu werden?

Nach deutscher Tradition wurde Bruno erschossen und Knut geliebt, weil letzterer weiß war. Aufgrund dieser kultürlichen Auslese hat sich bei privilegierten Arten wie dem Erklärbär noch nicht das funktionale Merkmal, über weißsein nachzudenken evolutionär herausbilden können. Weshalb er sich jetzt ständig den Kopf an unmarkierten Wänden stößt. Das ist schon deshalb so traurig, weil er und sein Schwesterchen andere vor philosophischen Beulen (PU §119) bewahren wollten.

Nun liegt er da, er hat sich übernommen. Die Kulturellepraxis wünscht ihm gute Besserung und ist sich sicher, er wird sich wieder erholen. Denn für ihn und sein Schwesterchen ist noch viel zu tun!

Nur sollte er künftig besser auf sich aufpassen. D.h., einerseits die Situiertheit eigenen und anderleute Wissens ernstnehmen, nicht mit seinen großen Tatzen anderen auf die Füße zu treten – diese Bärenart meint es meistens nicht böse, ist aber häufig sehr ungeschickt. Eigentlich nascht der Erklärbär ja gerne neues Wissen, aber dieser Honigtopf ist bitterer als die anderen. Hoffen wir, ihm bekommt’s, so manche haben sich den Theoriemagen damit verdorben. Zum anderen Andererseits hat er auch die schmerzhafte Erfahrung gemacht, daß gegen Ignoranz kein Gruppenknuddeln hilft; er wird lernen müssen, Ignoranz – auch wenn die sich gerne als solche hunterhältig tarnt – von Unwissenheit zu unterscheiden.

Als ersten Schritt druckt der Erklärbär AGB, daß er höchstens zwei der drei Anforderungen Kürze, Verständlichkeit und Nichttrivialität erfüllen kann.