Positivismusgottesdienst #1

4. März 2013

Wenn der Positivismus die Fortsetzung der Religion mit anderen (wissenschaftlichen) Mitteln anstrebt und wenn Wittgenstein einer der reflektiertesten Vertreter*innen ist, wie können wir uns das vorstellen?

Eine Kathedrale, die „der allgemeine Begriff der Bedeutung […] mit einem Dunst umgibt“  (PU §5). Erbaut wurde dieses sehr moderne Gebäude ausschließlich aus den „Bausteinen […] Würfel, Säulen, Platten und Balken“, möglicherweise mit Material einer schweizer Baumarktkette und der Legende nach von nur von einem „Bauenden A mit einem Gehilfen B“ (PU §2). Über dem Eingang groß geschrieben steht „Die Welt ist alles was der Fall ist“ (Tractatus 1).Wir besuchen sie Sonntag, „wenn die Sprache feiert“ (PU §39). Denn zur Eucharestie gibt es „fünft rote Äpfel“ (PU §1). Als der Pfarrer – der wie ein Dorfschullehrer aussieht – den Raum betritt, wird es ganz still, denn „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen“ (Tractatus 7); außerdem trägt er einen Schürhaken. Die Predigt beginnt

„Wir fühlen, dass, selbst wenn alle möglichen wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind, unsere Lebensprobleme noch gar nicht berührt sind. Freilich bleibt dann eben keine Frage mehr; und eben dies ist die Antwort.“ (Tractatus 6.52)

Es setzt der Chor ein mit M.A.Numminen.

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Nerd ist … #1

26. Januar 2013

Original

… flüssiger in LaTeX oder hmtl Markup, als mit Großbuchstaben schreiben zu können


#fefeminismus all over again

17. Januar 2013

Das wird Euch genauso überraschen wie mich, aber Fefe hat mal wieder bis zur Schulter ins Klo gegriffen:

„Was zur Hölle geht in den Verstrahlten mit ihren Creepercards vor, dass sie zum 29C3 und nicht zur katholischen Kirche gehen?“(1)

Und ich denke mir:

  1. Sollte Fefe in kirchlichen Kontexten (kompetent) Creepercards verteilen, schenkt die Kulturellepraxis ihm eine Pussy-Riot-Platte
  2. So umstritten das Konzept der Creepercards sein mag, manchmal wünscht pers sich welche mit der Aufschrift „FAIL“, „*Facepalm*“ und „Blödmann“. Fragt sich, ob ich jemanden überredet bekomme, solch eine  zu photoshoppen …
  3. So ein Mist, dieser Artikel wird sicherlich mehr Zugriffe bekommen als die geistreicheren

Kulturellepraxis live

15. Januar 2013

„De bello Gallico“ – Der Ursprung des Gonzo Journalismus?


Frühneuzeitlicher Sysadmin

28. Dezember 2012

Zum 29c3 – jetzt in der najasten Stadt der Welt – gedenken wir all jenen Held*innen der Arbeit, die in High-Tech-Berufen eine besondere Stellunug eingenommen haben. Einsam hielten sie an ihren i.d.R. dunklen Arbeitsplätzen – deren Umfang als Wohlstandszeichen galt – die Technologie am Laufen; mißtrauisch beäugt, da viele diese Technik für Teufelszeug hielten, sodaß trotz häufig guter Entlohnung die Tätigkeit als eher Unehrliche galt. Möglichweise auch aus Antiintellektualismus, sie beschäftigen sich mit Vorgängen, die fern des Alltagswissens sind. Die Rede ist von Müller*n.


Kulturellepraxis live

5. Dezember 2012

Gastbeitrag von Ruben Mmkay

„Nietzsche war kein Punk, Nietzsche war ein Überpunk!“


Leak: Schwarz-Rot-Gold Productions

3. Oktober 2012

Gastbeitrag von Balduin

Nun sind die Planungen für den letzten, unvollendeten Eichinger-Film geleakt. Stellen wir uns ein verrauchtes Hinterzimmer vor:

Eichinger: Ich suche nach einer Idee für einen neuen Film
Bruno Ganz: Wie wäre es mit einem Nazi. Und Kommunisten. Genau: Ein Nazi der sich in einen Kommunisten verliebt.
E: Ein Schwulendrama im Dritten Reich?
Til Schweiger: Ja genau!
Praktikant: Ich habe Adorno gelesen, Schwule Nazis finde ich extrem stimmig
Stefan Aust: Naja, wenn das historisch stimmig sein soll, müssen wir noch Herrn Knopp für das Drehbuch gewinnen. Und Anne Will (oder wie die gerade heißt), kann dann den Film bewerben, als Zuständige für deutsche Aufarbeitung.
Eichinger: Aber wasnützt der beste Film, wenn in ihm keine junge, blonde Nachwuchs-Darstellerin auftaucht, die ICH entdeckt habe?