Dudelfunk

6. Mai 2011

Political Ambiguity, Explicit SarcasmVorgängerinstitution des modernen Radios war der Gottesdienst, in seiner Kombination aus kürzeren Wortbeiträgen, Jingles („Kyrie Eleison“, das berüchtigte „Amen in der Kirche“) und ganz viel nicht sonderlich originelle Musik.

Die Kirche der Zukunft wird mit einem Harvariechor ausgestattet, dessen Silencedetektor anspringt, falls mal keine gläubigen da sind.

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Gewissenhaft losprügeln

1. Mai 2011

Political Ambiguity, Explicit SarcasmLiebe Leute. Denkt bitte auch dieses Jahr daran: Wenn die Nazis damals den 1.Mai nicht zum gesetzlichen Feiertag gemacht hätten, dann hättet Ihr heute einen festen Termin weniger, ihnen eins aufs Maul zu geben.


Nuklearer Müll

21. März 2011

Political Ambiguity, Explicit Sarcasm
Nach Plänen, die so geheim sind, daß wir keine Hinweise auf sie finden konnten, plant die Bundesregierung ein kostengünstiges Konzept für zur Endlagerung radioaktiver Stoffe. Der Markt wird es schon richten: Dem Prinzip von Angebot und Nachfrage gemäß wird dieser an Selbstabholer*Innnen verschenkt.

Die Aussichten auf Erfolg stehen nach Recherchen der Kulturellenpraxis allerdings bereits in Frage. Ein Pressesprecher des Dachverbands DVfT (Deutsche Vereinigung fanatischer Terrorist/Innen) dazu: „Vor einigen Jahren hätten wir diese Möglichkeit sehr begrüßt, aber dank der Ausweitung der Zeitarbeit ist es wirklich nicht mehr schwer, an derartiges Material heranzukommen. Spätestens seit Wallraffs ‚Ganz Unten‘ weiß auch die Öffentlichkeit ja auch, wiesehr Zeitarbeiter Giftstoffen ungeschützt ausgesetzt werden und bisweilen sogar hohe Strahlendosen abbekommen. Beim Fleiß unser Mitarbeiter – wir sind schließlich Fanatiker, keine Sozialschmarotzer – summiert sich das natürlich gewaltig. So ist es binnen weniger Monate möglich, eine schmutzige Bombe aus Zeitarbeitern – und natürlich auch Innnen – zu produzieren.“


Kontext

27. Februar 2011

Political Ambiguity, Explicit Sarcasm

Dank an xsportismordx für den SurfTip

Die Spiegel-Berichterstattung über die RAF1 hat sich im Laufe der Zeit – in welcher dieses Thema historisch wurde – massiv gewandelt Erfahrungsbericht bei Spiegel.de (achtung: Spiegel lesen kann zu sieben Jahren Unglück führen!):

„Dann, plötzlich, schlich ein [..] ins Fadenkreuz. Klein und niedlich. „Ich musste mich sehr überwinden zu schießen“, sagt die Jung[..]. Warum sie trotzdem abdrückte? „Wir tun ja Gutes“, sagt sie. Ähnlich erlebte es [Der Name des mutmaßlichen Terroristien ist der Redaktion bekannt]: Er zitterte bei seinem ersten Schuss am ganzen Körper. „Ich töte schließlich ein Lebewesen“, sagt er. […] „Wir übernehmen die Rolle der natürlichen Feinde, die es heute nicht mehr gibt.“

Ach, nein, da ist uns ein Fehler unterlaufen, es ging im Spiegel gar nicht um Terrorismus gegen die Mächtigen in Politik und Wirtschaft, sondern um Füchse (und zwar welche, die sich nicht in Burschenschaften finden). Das ändert moralisch alles – ein Fuchs richtet wenig Schaden an und könnte als fühlendes Wesen betrachtet werden …

Disclaimer: Ob dies nun heißt, daß terroristische Gewalt legitim sei oder in den Jäger*Innenbegründungen der Wurm ist, mögen die Leser*Innen mit ihrem Gewissen klären (oder auf die Tags sehen) – aber uns das Ergebnis nicht anlasten.


1 Vgl.: Eberhardt, Kim: „Stark genug, den Krieg zu erklären?“ : die Rote Armee Fraktion (RAF) im Spiegel der bundesdeutschen Presse (1972-1977); Hamburg 2004 (Magisterarbeit Geschichte).


Ideologie-Fail

1. Dezember 2010

Political Ambiguity, Explicit SarcasmApropos Heiterscheitern-induziertes Gegrantel: Da mittlerweile Ableismuskonferenzen ohne Barrierefreiheit angeboten werden (siehe auch), wohl auch, da gewisse Univeritäten „Barrierefreiheit“ auf „bauliche Maßnahmen“ reduzieren (diese Information ist fast eines von diesen gerade trendigen „Leaks“), wollte die Kulturellepraxis das faktenfreie Gerüchte von Friedenskonferenzen verbreiten, die aus Oberndorf am Neckar finanziert werden, entschied sich jedoch, lieber akademische Modetrends mitzunehmen und plant demächt ein Arbeitsessen: Antispeziesismus bei Rinderbraten.


Europahymne

21. November 2010

Political Ambiguity, Explicit Sarcasm Oh Du mein geliebter Stier
Nimm mich auf dem Fell vom Bär

Wir kamen als letzte
Ungestraft über das Mittelmeer

Alle Menschen werden Brüder
Und wer ein Mensch ist, sagen wir

Die Welt ist uns Untertarn
Ob Mensch, ob markiert oder Tier


Radio Eriwan – Reloaded

9. Oktober 2010

Political Ambiguity, Explicit Sarcasm„Kann ich als gute* Antideutsche* eigentlich gute* Tierbefreier* werden?“ – „Im Prinzip ja, aber wieso wollen Sie sich das Leben doppelt schwer machen?“

„Stimmt es, daß der Sozialismus seit 1989 am Abgrund steht“ – „Im Prinzip ja, denn der Kapitalismus ist viel weiter“

„Erinnern die Stuttgarter Proteste nicht an die Leipziger Montagsdemos“ – „Im Prinzip nein, die Volkspolizei war nie so professionell-erfahren in der Gewaltanwendung gegen Demonstriende“

„Darf ich im schwarzen Kappuzensweatshirt demonstrieren“ – „Im Prinzip ja, Blutflecken lassen sich mit kaltem Wasser gut entfernen“

„Kann ich mich zwischen sitzblockierende Kinder und einen Wasserwerfer stellen?“(1) – „Ja, aber nur einmal“

„Ist es möglich, sich mit nacktem Hintern auf einen Igel zu setzen?“ – „Im Prinzip ja, es gibt drei Möglichkeiten: Entweder ist der Igel rasiert oder es ist der Hintern eines Anderen oder es ist eine Anweisung der ArGe“

„Ist es wahr, daß die Deutsche Bahn durch einen Hackerangriff lahmgelegt werden könnte“ – „Im Prinzip ja, aber wieso sollten Sie solchen Aufwand betreiben, wenn ein zu warmer oder kalter Tag ausreicht?“

„Läßt sich in der BRD das Leben in vollen Zügen genießen“ – „Im Prinzip ja, die meisten Bahnstrecke kommen dafür in Frage“

„Wie verhält sich die Bundesregierung in einer vollkommen ausweglosen Situation?“ – „Fragen aus der Wirtschaft werden nicht beantwortet“

„Können die Freien Demokraten eine freie Demokratie aufbauen“ – „Im Prinzip ja, aber haben Sie schonmal einen Zitronenfalter gesehen der Zitronen faltet?“

„Gibt es in der BRD Internetzensur“ – „Im Prinzip nicht, es ist uns aber leider nicht möglich, auf diese Frage näher einzugehen.“

„Stimmt es, daß der heutige Überwachungsapparat mit dem des MfS vergleichbar ist“ – „Im Prinzip nein, die Stasi hatte weitaus geringere technische Kapazitäten zum Abhören und Mitlesen“

„Ist Leben auf der Venus möglich“ – „Nein, dort auch nicht“

„Stimmt es, daß sich angesichts der Kulturindustrie Stereoanlagen erübrigen“ – „Im Prinzip ja, pers. hört ohnehin von allen Seiten das gleiche“

„Gibt es eine liberal-demokratische Definition von Beraterverträgen“ – „Im Prinzip ja, eine Zuzahlung, die das werktätige Volk in Gestalt seiner frei gewählten Vertreter*Innen bekommt“

„Haben Josef Ackermanns Anwälte erwirkt, ein Plakat mit der Aufschrift ‚wir arbeiten lieber für zehn Banker, als für einen Hartz4 Empfänger‘ von einer Fabrik zu entfernen?“ – „Im Prinzip ja, aber es handelte sich um eine Sargfabrik“

„Stimmt es, daß ein Mitarbeiter des diplomatischen Dienstes entlassen wurde, nachdem er den Außenminister als ungebildet und korrupt beschimpfte?“ – „Im Prinzip ja, aber er wurde nicht wegen Beleidigung entlassen, sondern wegen Geheimnisverrats“

„Stimmt es, daß ein Angestellter entlassen wurde, nur weil er ein übrgiggebliebenes Brötchen gegessen hatte?“ – „Im Prinzip ja, doch erfolgte die Entlassung wegen Verstoßes gegen die Hygienevorschriften“

„Als ALG-2 Empfänger habe ich folgende Frage: Früher lebten wir im grausamen Nationalsozialismus, danach in der totalitären DDR, aber was ist jetzt?“ – „Schauen Sie auf den Kalender: Montag“

„Ist die Bildungssituation BRD trotz Studiengebühren und Bologna noch gut?“ – „Im Prinzip ja, verglichen mit der Lage in einigen Jahren …“

„Ist es wahr, daß auf dem Arbeitsmarkt eine Schnecke schneller fortbewegt als ein Pferd?“ – „Im Prinzip ja, das Pferd beherrscht nicht die Kunst des Kriechens“

„Läßt sich Liebe marktwirtschaftlich optimieren?“ – „Im Prinzip ja, aber schade um die Liebe“

„Sind die segensreichen Auswirkungen der freien Marktwirtschaft auf der ganzen Welt bekannt?“ – „Im Prinzip ja, das ist ja ihr größtes Handicap“

„Stimmt es, daß der freie Markt alle Probleme lösen kann?“ – „Im Prinzip ja, nur wird die Art, wie er es tut immer ein Problem bleiben“

„Stimmt es, daß in der Politik Vetternwirtschaft herrscht?“ – „Im Prinzip nein, führende Politiker sind keine Vettern, sondern Verbindungs-Brüder“