Eilmeldung

26. September 2011

Skandal: Jeder 5. Bundesbürger (es wird gemutmaßt, daß auch alle Innen und _) hat nicht-deutsche Vorfahren. Schlimmer noch Es muß im 19. Jahrhundert eine gewaltige Katastrophe gegeben haben, aus der dann weitere folgten. Denn wie eine Studie des Treitschke Instituts jetzt herausfand, kann niemand Vorfahren mit deutscher Staatsbürgerschaft vor 1871 vorweisen.

Und dann fragt man sich dann doch, wer soll eigentlich woraus, raus aus wo oder rein wohin …


„Frauen“Fußball

30. Juni 2011

Daß der Ableoid-Frauen-Fußball-WM deutlich weniger Bedeutung zugemessen wird – schon sichtbar am Zusatz „Frauen-Fußball“ gegenüber dem der Männer, die unmarkierten „Fußball“ spielen – ist Ausdruck des Sexismus unserer Gesellschaft (wohlgemerkt, mit der Utopie, daß niemand mehr Frau oder Mann sein muß, vgl.).

Damit hat die Freude, dieses mal nicht übermäßig von Nationalismussymbolen und einem Sport der mich nicht interessiert belästigt zu werden einen schalen beigeschmack …


Häh?

25. Juni 2011

Political Ambiguity, Explicit Sarcasm Neue Wälder im Weltnaturerbe. Damit soll verdeutlicht werden, daß Buchenwald in der deutschen Natur liegt.


Wir sind Fußball

22. Mai 2011

Newsflash

+++Zum 59. mal gewinnt eine deutsche Mannschaft den DFB Pokal+++


Nervige Zwangskollektive

14. Mai 2011

Nach Michael Schumachers Siegen hingen in vielen Schrebergärten Fahnen in Schwarz-Rot-Senf (damals, vor der Ableois-Männer-Fußball WM 2006 noch überwiegend verschämt mit Rallye Streifen); wohlgemerkt keine Schweizer. Dabei gibt es doch noch andere zwangskollektivistische Zuschreibungen, wieso nicht z.B. Jutta Kleinschmidts Siege als Anlaß für Lila Fahnen?

Wir sind also gespannt, was uns die Ableoid-Frauen-Fußball WM dieses Jahr an Ausflaggung bringt (Bastelidee: Ghillie Suit aus Fahnenstücken) und v.a. wann endlich auch mal Blindenfußball nationalistisch ausgeschlachtet wird.


„Fremd im eigenen Land“

30. Januar 2011

(Vgl.: Der kommende Austand S. 19 & Foucault, Michel: Der Intellektuelle und der Mächtige; in: ders.: Schriften in vier Bänden : Bd.4: 1980-1988; Frankfurt/M 2005; 924-931, S. 928f.)

Wer sich nicht fremd fühlt, hat ein Problem. Wer einen Staat1 als Eigenes empfindet/postuliert hat ein größeres.


1„Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.“ (Schopenhauer, Arthur: Parerga und Paralipomena : kleine philosophische Schriften Bd. 1; Zürich 1999 (Ersterscheinen: Berlin 1851); S. [suchsdirselbstheraus].)


Fronterlebnisse

6. Dezember 2010

Samstag beim Einkaufen an einem Weihnachtsmarkt vorbeigekommen. Tatsächlich herrscht Grund zur Terrorangst: Konsumterror, Weihnachtsterror (und anderen werfen wir Säkularitätsdefizite vor; wobei sich noch diskutieren läßt, ob „Weihnachten“ nicht ökonomischer Gottesdienst ist), Gedrängeterror, terroristisch tobende Kinder. Die Straße ‚runter befindet sich auch noch ein Geschäft für Koffer! Kein Wunder also, daß Osama bin Laden Terrorist*Innen vor deutschen Weihnachtsmärkten warnt. Dennoch reicht das alles nicht ganz, sich als Held* zu imaginieren.


Hartz4

22. November 2010

Political Ambiguity, Explicit SarcasmGerüchte, daß zur Industrieförderung Alkohol- und Tabakwaren wieder in den Regelsatz einbezogen werden, sind falsch. Sparen wir uns also die Frage, ob Genußmittel der Menschenwürde zuträglich sein könnten, viel bessere Chancen auf Erfolg haben Überlegungen, wie solche dieser abträglich verwendet werden können. Die Kulturellepraxis enthüllt mal wieder Pläne, die so geheim sind, daß auch wir sie nicht kennen.

In sozialrassistischer Anschauung dürfen nur die richtigen Menschen Kinder bekommen; fairerweise ließe sich ergänzen, daß Biopolitik ja auch einfacher und bewährter ist, als eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen, zumal das sozial-selektive Bildungssystem teils als Errungenschaft betrachtet wird. Deshalb wird zu drastischen Mitteln gegriffen: Künftig soll Tabak und Alkohol zum Selbstkostenpreis an die s.g. „Unterschicht“1 ausgegeben werden, da diese Genußmittel die Fruchtbarkeit massiv schädigen. Die Entwicklung von Soma läßt noch auf sich warten.


1 Der Begriff „Unterschicht“ wäre übrigens nur in der Annahme beleidigend, die Betroffenen träfe die volle Schuld an ihrer sozialen Lage.


Reichstag

20. November 2010

In Zusammenarbeit mit Prokopius

Frage an Radio Eriwan: „Stimmt es, daß ein Sturmangriff islamistischer Terroristen*Innen auf den Reichstag bevorsteht?“

„Im Prinzip ja, nur ist es kein Sturmangriff, sondern ein Brandanschlag, es handelt sich auch nicht um Islamist*Innen, sondern um angebliche Kommunist*Innen und der Anschlag steht auch nicht bevor, sondern ereignete sich am 27.02.1933″


Stadtneurosen

8. November 2010

Irgendwie hat es die Psychoanalyse schon immer gewusst: Nicht nur Menschen können psychisch Erkranken, sondern auch Organisationen. Jetzt ist es amtlich. „Auch Städte sind neurotisch“, so der Titel einer auf dem psychoanalytischen Kongress Warschau vorgestellten Studie. Ihr Inhalt: Psychische Störungen, die sich bei Menschen beobachten lassen, können auch auf Einrichtungen, ja sogar ganze Städte, übertragen werden. Damit nicht genug, spezifische bei Störungen auftretende Verhaltensmuster ließen sich ebenfalls hier nachweisen. „Auch eine Stadt hat Komplexe und kann neidisch werden“, erklärt Dr. Ahlhaus von der Psychologischen Fakultät der Universität Freudenstadt.

Doch worauf soll eine Stadt neidisch sein? Die Antwort ist ebenso einfach wie genial: Auf andere Städte. „Das Phänomen ist hier ähnlich wie beim Menschen“, so Dr. Ahlhaus, „die weniger schönen, wichtigen, kulturellen, Städte beneiden die anderen.“ Doch welche Kriterien legen fest ob eine Stadt weniger schön ist? Nach den Untersuchungen von Dr. Ahlhaus scheint das Vorhandensein historischer Bauten, vor allem Schlösser, wichtiges städtisches Selbstbewusstseinskriterium zu sein, ebenso wie ein internationaler Flughafen mit mindestens vier Terminals oder der Status als Hauptstadt. „Wir konnten einen regelrechten ‚Schlossneid‘ bei schlosslosen Städten feststellen, ebenso Minderwertigkeitskomplexe wegen zu kleiner Flughäfen bzw. Bahnhöfe“, sagt Ahlhaus. Das Verblüffendste aber: laut der Ahlhaus Studie bedienen sich  Städte ähnlicher Bewältigungstragegien wie Patienten aus Fleisch und Blut. „Das müssen Sie sich ungefähr so vorstellen, wie Teenager, die sich übermäßig schminken um erwachsener zu wirken. Es werden vollmundige Namen wie ‚Messe- oder Kongressstadt‘ genutzt“, auch das Einverleiben nicht städtischer Gemeinden in eine sogenannte Metropolregion ist, gemäß Ahlaus  ein typisches Verhaltensmuster bei Schlossneid. „Meist wird zudem versucht, das nicht vorhandene Schloss durch pompöse Neubauten wie Konzerthallen, oder Einkaufspassagen zu kompensieren“, erklärt Ahlhaus hierzu.

Dabei ist nicht jede Konkurrenz zwischen Städten gleich als Neid auszulegen, noch ist sie per se schädlich. Laut Ahlhaus  ist simples Imponiergehabe, etwa das Ausrichten einer städtischen Großveranstaltung,  an sich harmlos. In einigen Fällen kann sich aus dieser kleinen neurotischen Störung jedoch eine handfeste Psychose entwickeln, „dass sind die Fälle bei denen wir von ‚pathologischen Schlossneid‘ sprechen“, erläutert Ahlhaus. Hier erreicht die Störung einen therapiebedürftigen Grad. Bei pathologischem Schlossneid wird, folgt man Ahlhaus Studie, das gesamte Verhalten einer Stadt von nicht zu befriedigenden Geltungsdrang gesteuert. Es kommt zu einer Wahrnehmungsverschiebung die diesen Geltungsdrang als städtische Kernaufgabe erscheinen lässt. In einem zweiten Stadium werden ihm alle städtischen Funkionen untergeordnet. Wenn jetzt nicht eingegriffen wird, folgt über kurz oder lang der finanzielle und physische Kollaps. Die Stadt kann ihre Kernaufgaben nicht mehr wahrnehmen kurze Zeit später setzt der soziale (Bildung, soziale Projekte) und letztendlich der physische Verfall (kaputte Straßen, marode Funktionsgebäude) ein.

Ob eine Therapie ähnlich wie beim Menschen möglich ist, darüber streitet die Wissenschaft, einig sind sich die Experten nur in dem Punkt, dass eine Kur schnellst möglich gefunden werden muss.

Betroffene Bürger werden es Ihnen danken!