Bewegung

6. Januar 2015

NeDiFEN := Nerdige Discordier*innen für die Erisierung des Nachtlandes

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Mannifest für Shirtfreiheit

1. April 2014
Mit: Sanczny

Gemeinsame Erklärung der
Shirtless Dude Section (SDS) der Kantianisch-autonomen Manntifa
AG Sozialistischer Dudebroism in der Piratenpartei
Brozialistische Einheitsfront Deutschland
Mimimitglieder der Gruppe „No Male Tears From Krauts“
Verein der Freunde und Förderer der Übriggebliebenen der KPD/ML (VDFFÜKPDML)

§ 1
Wir sind gegen Rassismus, Faschismus, Nationalismus, Patriotismus, Grauzone, Homophobie, Stigmatisierung, Kapitalismus und Tierquälerei.

§ 1.1 Rassistisch sind Nazis und gegen die tragen wir einen Button.

§ 2
Whoa! … und gegen Sexismus.

§ 3
Unserer Auffassung nach ist es kein Sexismus sich auszuziehen, wenn einem warm ist.

§ 4
Sollte sich unsere Meinung ändern, ist Ausziehen doch Sexismus. Aber das ist jetzt nicht der Fall. Siehe § 3.

§ 5
In dem Fall würden wir zukünftig mit Bekleidung unter die Dusche gehen. Aber bis dahin sehen wir keinen Grund, den Strand zu meiden.

§ 5.1 Es sei denn, es ist nicht warm.

§ 5.2 Die Fülle an FKK-Stränden zeigt, dass die DDR wohl doch das bessere Deutschland war.

§ 6
Wir diskriminieren niemanden aufgrund seines Geschlechts oder seiner sexuellen Orientierung und werden es auch niiiemals tun.

§ 6.1 Jedenfalls keine Männer.

§ 7
Das Verbot der Oberkörperentblößung von männlichen Männern impliziert, dass Frauen sich bei Hitze ebenfalls nicht entkleiden dürfen. Das ist unserer Meinung nach sexistisch.

§ 7.1 Frauen dürfen sich natürlich auch ausziehen. Hrrrhrrr.

§ 7.2 Folgen von Sexismus zur Kenntnis zu nehmen ist sexistisch.

§ 7.2.1 Kein Herrschaftsverhältnis ist so umfassend, dass es sich nicht wegignorieren lässt, wir schaffen das schließlich auch.

§ 7.2.2 Sollten einzelne Punkte dieser Erklärung keinen Sinn ergeben, bleibt davon die allgemeine Superheit dieser Erklärung insgesamt unberührt.

§ 7.2.3 Ob wir gekifft haben? Selber doof!

§ 7.3 Wir unterstützen die Annexion der Krim durch das oberkörperfreiheitliche Putin-Regime.

§ 7.4 Wir unterstützen auch den oberkörperfreiheitlichen Kampf von Femen. Fashion = Fasc– nee, Moment. Naked Freedom!

§ 8
Wir bemühen uns, das soziale Miteinander zu optimieren, aber wir wollen nicht PC sein. Das sagen auch unsere Freunde.

§ 8.1 Das sagen auch Thilo Sarrazin, Matthias Matussek oder Birgit Kelle, aber die sind nicht unsere Freunde, denn sie machen keine Musik.

§ 8.2 Wir können auch nicht PC sein, wir benutzen Mac.

§ 9
Wenn uns warm ist, ziehen wir uns aus. Basta!

§ 10
Wenn uns kalt ist, ziehen wir uns an. Auch basta!

§ 10.1 Somit sind nicht uns, sondern höchstens den Witterungsbedingungen Vorwürfe zu machen.

§ 10.2 Aber uns sind keine Vorwürfe zu machen.

§ 10.3 Aber wer Vorwürfe macht fordert: Nieder mit den Hochdruckgebieten!

§ 11
Wir respektieren die Autonomie autonomer Zentren.

§ 11.1 Es sei denn, es geht um Bekleidung.

§ 11.2 Oder starren.

§ 12
Freiheit ist immer die Freiheit der Unbekleideten!

§ 12.1 Sowohl in Körperkultmuskulatur, als auch Getränkebauch stecken Jahre der Arbeit, die nicht umsonst investiert sein dürfen.
*
Shirtfreiheitsverbot trifft uns alle!
Unterstützerunterschriften in die Kommentare!
Unterschreibt auch unsere Petition für Freiluftpinkeln!
*
[Abgeschrieben bei: Stellungnahme von „Abbruch“ zum Konzertabbruch in der Scherer8, FB]


Kulturellepraxis live

13. Februar 2014

Gastbeitrag von Réné Garde

Oral History: Schon früher haben die sich geleckt


Gefahrengebiets-Playlist

6. Januar 2014

Zusammen mit Sanczny,
Dank an @loveheartcore & @fuerdieteilung

Weite Teile Hamburgs wurden aus recht zweifelhaften Gründen zum „Gefahrengebiet“ erklärt [1, 2], was massive Kontrollen [3, 4, 5], nicht-so-ganz-legale Durchsuchungen und Aufenthaltsverbote/Platzverweise für alle bedeutet, welche dem Profil entsprechen. Da sich Hamburger Polizist*innen ohnehin ungeliebt fühlen[6, 7], ließe sich ihr harter Alltag mit ein wenig musikalischer Beschallung der Anwohner*innen abwechselungsreicher gestalten.

Als Service der Kulturellenpraxis präsentieren wir deshalb:
Gefahrengebiet – eine Playlist für Gefahrengebiete und andere musikalische Notstände.


Das Kreuz mit den Privilegiendebatten

13. November 2013

Dieses Thema „Privilegien“ und die Frage ihrer richtigen Kritik ist kontrovers; insofern herrscht Bedarf nach mehr guten Artikeln und weniger schlechten Polemiken. Da die Kulturellepraxis dies gerade nicht zu leisten vermag, versuchen wir, wenigstens auf der Metaebene beizutragen und an dieser Stelle do-s & don’t-s vorzuschlagen, basierend darauf, was in bisheriger Lektüre an Käse unterkam.

  • Es sollte klar erläutert werden, was „Privileg“ bedeuten soll
    • Ebenfalls hilfreich: Im Blick zu behalten, was „Privileg“ bedeuten kann
    • Im falle der Rekonstruktion andererleute Verwendungen ist das principle of charity unbedingt anzuwenden
  • Klar herausstellen: Wird über verkürzte Lesarten oder das Potential einer Theoriepraxis gesprochen?
    • Wenn Ersteres der Fall ist: Wer nimmt diese Verkürzungen vor und wie verbreitet sind diese?
  • Es sollten Quellen genutzt werden, diese sinnvoll und nicht suggestiv ausgewählt, sowie offengelegt. Für diesen Artikel reden wir uns mal hierauf (sowie die dortigen Links) ‚raus.
  • Es sollte auf unnötige (küchen-)Psychoanalyse verzichtet werden: Derartige Debatten funkionieren oftmals – auch da es damit so einfach ist – über gegenseitige Unterstellungen versteckter/unbewußter niederer Motive. (z.B. „Lustfeindlichkeit“ vs. „Privilegienverteidigung“).
    • Sicherlich kann gerade in derartigen Debatten nicht die Deutungshoheit für die Motive einzelner Personen ihnen selbst überlassen werden
      • Gerade versuche, derartige Debatten durch „ich meine ja nur …“ und „die uns doch auch …“ artige Argumentationsfehler zu derailen trugen höchstwahrscheinlich massiv zur Verbreitung des Privilegienbegriffs als Gegenstrategie bei
      • Aus der ethischen Mottenkiste seien – leider mit dem äußerst problematischen Utilitarismus verbundene – konsequenzialistische Moralvorstellungen gefischt: Die Motive müssen nicht zwangsläufig ausschlaggebend zur Bewertung von Handlungen/Taten sein
      • Aus der psychologischen Mottenkiste sei die – leider mit dem äußerst problematischen Behaviorismus verbundene – Blackbox-Metapher gefischt: Wir können anderen Menschen nicht in die Köpfe sehen (und wenn doch: Es bringt nichts, wenn wir etwas über ihr Denken wissen wollen)
    • Die Psychoanalyse bietet einen mit etwas Wissen und Erfahrung gut zu bedienenden und Plausibilität erzeugenden Narrativgenerator
      • Gewarnt sei vor dem God Trick, die Psychoanalyse verleitet ganz besonders dazu
      • Oftmals kann mit einer „misanthropischen Unterstellung“ (Schulz von Thun) Kommunikation abgebrochen werden
        • Dies sei hier nicht generell bewertet, manchmal kann soetwas hilfreich sein. Nur sollten wir uns bewußt sein, es handelt sich damit lediglich um einen Zug in einem Macht-/Dominanzspiel, kein cat’s cradle (Haraway) gemeinsamer Wissensproduktion
      • Viele Ausprägungen der Psychoanalyse – auch die der Kritischen Theorie – sind heteronoramtiv und/bzw. homofeindlich. Siehe zur Psychoanalyse allgemein beliebige Lehrbücher, siehe zur Frankfurter Schule im Speziellen: Halle, Randall: Zwischen Marxismus und Psychoanalyse : Antifaschismus und Antihomosexualität in der Frankfurter Schule; in: Zeitschrift für Sexualforschung 9 (1996) S. 343-357.
      • Nahe am Kern der Theorie – also kaum durch kleinere Korrekturen behebbar – steht ein Modell unbewußter Triebe. Damit wird zumindest eine Art von Vorstellung über Begehren bzw. dessen Essenzialisierung nicht aus psychoanalytischer Theroriebildung loszuwerden sein. Welche impliziten Probleme/Ausschlüsse wir uns damit einhandeln sei am Beispiel von Asexualität verdeutlicht
    • Für die Erkenntnis, daß Motive nicht zwangsläufig bewußt und nicht zwangsläufig wie dargestellt sein müssen, sei auf Freud verzichtet – Koksen oder schreiben, eines von beidem hätte er lassen sollen – und auf den – gleichwohl nicht minder sexistischen – Nietzsche zurückgegriffen

Leute gibt’s

12. Oktober 2013

Mit: drkultur

Szenenase – damit die Hornbrille hält


Eine Lanze für #8 Spaltung

21. August 2013

Eine Coproduktion mit @Elquee, @Bewitchedmind und @Sanczny
Crosspost mit Linkshirnextremist*n
Es gibt drei Unterschiede

tl;dr: Jede [an dieser Stelle entspann sich eine kontroverse Debatte, ob in einem Filmklassikerzitat ein solches Wort einfach ersetzt werden dürfe und wenn ja mit welchem Adjektiv wir uns zu bezeichnen hätten] Gruppe wie die unsere muß eine solche Interessensdivergenz innerhalb ihrer Machtbasis reflektieren! (1)
Wo gespalten wird, fliegen Späne. Nuklide.

Sei es, da ein einfacherer Text zweier bärtiger Philsophen (der eine hieß wie Chemnitz) massiv auf Abgrenzung setzt – Modelllernen -, sei es, da wir alle rechthaben studiert haben, sei es, daß nicht nur unter Verschwörungstheoretiker*innen Probleme und Konflikte als von einem Anderen™ verursacht gelten, welches sich außerhalb der eigenen – per definitionem emanzipatorischen – Gruppe befindet oder zumindest befinden sollte, ist speziell unter dem empty signifier „links“ der Glaube verbreitet, alles werde gut, wenn nur dieBösen™ erst einmal weg sind. Womit nicht – Dekonstruktion, Digga – behauptet werden soll, die Arbeit mit Knalltüten sei wünschenswert. Wir fordern somit, alle Spalter*innen abzuspalten! Alternativ ginge auch, hartnäckige Spaltungsunwillige in Gletscherspalten zu werfen, damit sie Ruhe geben.

Doch sollten wir die produktiven Aspekte von Spaltungen nicht unterschätzen. Beispielsweise gehen sowohl „Science“, als auch „Scheißen“ oder „Schizophrenie“ auf die indogermanische Wurzel *skei- (spalten, trennen) zurück (vgl. auch). Von daher lohnt es sich, das ganze aus naturwissenschaftlicher Sicht zu betrachten:

Die Spaltung einer Bewegung setzt die Bindungsenergie jener Gruppe frei. Die Bindungsenergie läßt sich praktisch erfahrbar machen auf Plena – und artverwandten Sitzungen -, nämlich in dem Gefühl, daß eine* die gesamte Lebensenergie aus dem Leib gezogen werde. Wegen hoher Bindungsenergie läuft der Großteil politischer Arbeit auf Organisierung hinaus (außer Plenum nichts gewesen). In Fachkreisen wird dies „Windowsprinzip“ genannt, wenn das Betriebssystem einen Großteil der Ressourcen verbraucht. Messbar wird die Bindungsenergie durch den s.g. „Massendefekt“, d.h., der eigene Anspruch auf Gewichtigkeit bei den Massen gilt als nicht erfüllt.

Die Bindungsenergie wird im Zuge des Spaltungsprozesses in „Reibungshitze“ umgesetzt. Jene gilt als das Gegenteil von Nestwärme, daraus können wir davon ausgehen, daß in allzu harmonischen Gruppen menschliche Kälte vorherrscht.

Die wenigsten wissen, daß diese Bindungsenergie nicht nur Ursache der Erderwärmung ist – zusätzlich zum CO2 Problem durch die bei Spaltungsprozessen produzierte heiße Luft -, sondern auch umgelenkt wird auf die Turbinen, welche den Kapitalismus™ antreiben. Bespielsweise zieht jede Spaltung eine große Menge neu gegründeter Zeitungen, Kneipen und Konzertgruppen nach sich. Außerdem werfen Spaltungsprodukte aller Erfahrung nach ab dem ersten Tag ihres Bestehens pro Monat rund zehn T-Shirts, Kapuzenpullis und andere Bekleidungsgegenstände mit ihrem Anliegen entsprechenden Motiven neu auf den Markt. Die Spaltung stärkt so gesehen die gesellschaftliche Totalität; welch eine Dialektik.

Gerüchte, daß linkshirnextremistische Terrorist*innen an einer Technologie arbeiten, die Spaltungsenergie als Doomsday-Waffe einzusetzen, konnten bislang weder bestätigt noch widerlegt werden. Auch an einem Wundermittel gegen die berüchtigte Haarspaltung a.k.a. Spliss wird unseres Wissens nicht gearbeitet, obwohl dies ausgesprochen notwendig wäre.

Das Ergebnis einer Spaltung sind s.g. „freie Radikale“, welche aufgrund ihres gesteigerten Bindungsbedürfnisses besonders aggressiv wirken.

Darin lässt sich schon erkennen, Spaltprodukte müssen fachgerecht entsorgt werden, und zwar in den Sonderabfallkategorien „Die, die sowieso immer unrecht haben“, „Die, die unrecht haben, weil sie noch unrechter haben als die, die sowieso immer unrecht haben“, „Die, die unrecht haben, weil sie auch nicht schlauer sind als die, die sowieso immer unrecht haben“.und „Die, die unrecht haben, weil sie auch nicht schlauer sind als die, die noch unrechter haben als die, die sowieso immer unrecht haben.“
Die Endlagerungsfrage wird so lange diskutiert, bis die Spaltprodukte dem natürlichen Zerfall erlegen sind.

Bitte beachten: Auch bei Spaltungen muss die Contenance gewahrt bleiben.
Ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass ausschließlich dem Anlass gemäße Speisen und Getränke gereicht werden

Softdrinks
Eine Diskussion um die imperialistische Drecksbrause bzw das beste Getränk, das der freie Westen hervorgebracht hat, kann helfen, Spaltungen zu beschleunigen. Coca Cola ist daher ein Muss

Beilagen
Kartoffelspalten

Champagner
Spaltung heißt auf französisch clivage, was immerhin mit ein wenig gutem Willen aller Beteiligter* ein bisschen so klingt wie Veuve Cliquot

Spaltet mit!


*Achtung: Unbedingt aufpassen, dass der gute Wille nicht überhand nimmt, am Ende wird sich sonst nicht gespalten, was ja sehr schade wäre