Sächsische Stadt

26. Februar 2014

Carole Magne fac itervm


Dank an @Anireyk & @unvollkommen

Disclaimer: Uns ist bewußt, daß sich die „Sachsenkriege“ eher auf dem Gebiet der heutigen Bundesländer Niedersachsen, sowie NRW abspielten, daß auch dieses Reich keine 1000 Jahre gehalten hat – gleichwohl länger als 12 – und daß sich um eine differenzierte Bewertung der historischen Person unabhängig von unkritischem Personenkult bemüht werden sollte. Diskussionsbeiträge zur Karolingischen Renaissance sind uns willkommen und deutlich interessanter, als solche zu Zeitgeschichtlichem. Auch Korrekturvorschläge und damit verbundene philologische Debatten sind auch erwünscht.

P.S.

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RAF kämpft für Deutschland

6. Februar 2013

Die – auch von uns geäußerte – Forderung nach verlängerter Kapitalismuskritik ist vielleicht immernoch verkürzt: Wenn wir „verkürzte Kapitalismuskritik“ als massentaugliche Variante von „strukturell antisemitische Kapitalismuskritik“1 definieren, fällt die RAF eindeutig darunter, gleichwohl sie verglichen mit manch konformistischer Revolte noch intellektuell wirkt.

Deren verkürzte Kapitalismuskritik hatte aber die Tendenz, über das Ziel hinauszuschießen. Wir sollten also genauer festlegen, inwieweit die verkürzte Kapitalismuskritik zu verlängern ist und sollten den ganzen Prozeß2 einen Schritt weiterdenken: Elfmeterschießen?


1 Das Wörtchen „Strukturell“ könnte zu Mißverständnissen führen. Analog zur Rassismusforschung sollten wir davon ausgehen, daß ein sinnvoller Begriff „Antisemitismus“ sich auf gesellschaftliche Strukturen beziehen muß. Hier ist es allerdings dennoch kein Pleonasmus, sondern ein wichtiger Zusatz. Denn gemeint ist, daß diese Kapitalismuskritik Gemeinsamkeiten, bzw. Ähnlichkeiten mit dem antisemitischen Deutungsmuster aufweist, die leicht, aber nicht zwangsläufig in direkten Antisemitismus umschlagen. Chefzyniker*innen würden hinzufügen, daß diese Differenzierung für einige einen Kollateralnutzen in der Personalbewertung hat: Marxens problematische Äußerungen über „Juden“ aus der Definition rausnehmen zu können, Lenins – von dem mir keine offen antisemitischen Bemerkungen geläufig sind – unkritische Anhänger*innen (lasse offen, ob hier auch eine potentielle Sinndopplung droht) aber trefflich kritisieren zu können.

2 An dessen Ende Kaubonbons stehen mögen, die uns aber unter jetzigen Bedingungen zuviel Mao und zuviel kapitalistische Produktionsweise enthalten. Höchstwahrscheinlich auch, da nur ihr Konkurrenzprodukt als vegan gilt …


Realsozialismus

11. Dezember 2012

„Alleine diese Idee, sich das Schlechte zum guten aneignen zu wollen und einfach ein ‚Volks-‚ davorzusetzen“ – „Nenne ein Beispiel“ – „Volksmörder“


Kulturellepraxis live

17. November 2012

Mit ihdl

Wenn Gewalt die Sprache der Dummen ist, biete ich gerne Übersetzungen für Nazis an“ – „Mh?“ – „Ist Witzeerklären nicht auch irgendwie epistemische Gewalt?“ – „Dann ist Kant epistemischer Slapstick“


Schwarmjustiz

1. Juni 2012

Verurteilung wegen Aufrufs zur Schwarmjustiz; welch ein Glück, daß der zu lynchende sich als unschuldig erwiesen hatte, wie hätte sonst die öffentliche Reaktion ausgesehen? Die Strafe wurde btw. nicht wegen dieser Tat verhängt, sondern wegen Verzichts auf einen Anwalt. Ein RechtsexperteHonk dazu „es ist ja nicht so, als wären dies islamistische oder linksextremistische Gewaltphantasien gewesen, gesundes Volksempfinden ist im deutschen Rechtssystem so verwurzelt wie die Sicherungsverwahrung.“

Indessen prüft Facebook Zivilrechtliche Schritte, der Mordaufruf war eindeutig AGB-widrig: Lynchmorde sind ‚Events‘, keine ‚Kommentare‘. Dies mag auch die Unentschlossenheit des Lynchmobs bedingt haben.

Das Pressebüro Joseph Konys hingegen begrüßte das Urteil mit der Kurzmitteilung „die deutsche Justiz hat eine eindeutiges Zeichen gegen Selbstjustizbestrebungen auf Facebook gesetzt.“, während das Innenministerium meint „dieser skandalöse Fall eines pädophilen – ach, er war Unschuldig? Ja? Ich fang nochmal von vorne an – dieser skandalöse Fall eines Mordaufrufs zeigt mal wieder, daß die Anonymität im Netz enden muß und wir dafür die Vorratsdatenspeicherung brauchen!“

Ein Kommentator auf NDR-Info stapaziert das naheliegende Bild des „dünnen Lackes der Zivilisation“; so schön die Pointe wäre, Facebook versetze uns in die vor-Steinzeit, das stimmt nicht. Sowas tarnt sich nur als „Naturrecht“, das ist nicht vorzivilisatorisch, sowas geschieht nicht trotz Zivilisation; ist das gar die Dialektik der Zivilisation?


Doch sinnvoll

28. März 2012

Vormals hatten wir vorher noch kritisiert, die U4 zeige, daß die Stadt lieber eine U-Bahnlinie plane, in der die richtigen meist nicht fahren werden, als eine, die die falschen nutzen würden. Doch stimmt dies nicht ganz, diese Linie hat durchaus einen gewissen Gebrauchswert …


U-Bahn Angriffe

29. August 2011

Sarrazin berichtet laut Titanic in der Zeit, daß er sich angegriffen fühle, als junge Männer „offenkundig türkischer oder arabischer Herkunft“ gegen eine Fensterscheibe schlugen. Hatte der ein Glück, daß diesen Monat gewaltbereite Schläger nur eine Hand freihaben.

Hackerschorsch fragte bereits, als Sarrazin aus einem türkischen Restaurant ‚rausgeworfen wurde: Wieso hat eigentlich niemand von den weißenseienden geholfen? Also, ihn ‚rauszuwerfen.

Update: Das Zeitinterview. Gefunden durch „Ameisen“