Sensei Weisheiten #6

23. März 2011

Die mystischen Erklärungen gelten für tief;
die Wahrheit ist, dass sie noch nicht einmal oberflächlich sind.

Nietzsche

Werbeanzeigen

Sensei Weisheiten #3

18. März 2011

Der Charakter ist wie das Schwert:
Wir müssen lernen, auch die stumpfe Seite für uns zu nutzen


Merkwürdig

9. September 2010

Political Ambiguity, Explicit Sarcasm Apropos „gegen“: Wieso hörte pers bei dem medial überkochten Koranverbrennungs-Gedöns1 nichts von atheistischen gegen-Verbrennungen? Bei dem „ich verbrenne was Dir heilig ist“-Spiel hat diese Fraktion doch gewissen Vorteil …


1 Vom mittelhochdeutschen „gedense“ und damit wenig mit Fleischspießen zu tun habend.


Spontanverdacht

22. August 2010

Hiermit wird gegen viele Kritische (mit großem ‚K‘) Theoretiker*Innen der Spontanverdacht erhoben, ‚Opfer‘ des linken common sense zu sein. Da dieses Denkkollektiv auf vielerlei Arten sich institutionalisiert (hat) und – indem dessen Aussagen- und Meinungssysteme deckungsgleiche Teilmengen anderer common senses bilden – sich diskursiv (ge)festigt (hat), hierdurch ermächtigt (repressiv wie produktiv), andere Stimmen des ‚Links-‚, ‚Dagegen-‚ oder ‚Kritischseins‘ zu entstellen, finden viele Suchende die Antworten auf ihre Fragen in den von ihm ausgehenden Projektionen und Gestaltbildungen.

btw: das soll nicht heißen, dass dieses Denkkollektiv grundsätzlich nur Unsinn produziert (so mögen einige Prämissen durchaus richtig, viele Konklusionen aber falsch sein).

Ein ähnlicher Vorwurf muss im Übrigen vielen post******** Denkenden (besonders auffällig im kreativ-künstlerischen Bereich, als modisches Distinktionsmittel, aber natürlich auch nicht selten in den Wissenschaften, wiederum als Denkkollektive, vertreten) gemacht werden, deren Foucault-, Derrida-, Haraway- und Butlerexegesen u.ä. so manchen (!?bürgerlichen?!) Psychoanalytiker*Innen mit ihren dogmatischen Freudexegesen in nichts nachstehen.


Religiöses Verhalten

11. August 2010

Bedeutet Religion (inkl. säkularer) nicht letztlich Prokrastination? „Im nächsten Leben und/oder wenn der Erlöser kommt, ergibt das alles schon Sinn“?

Dann kann die rituelle Bedeutung von THC nicht unterbewertet werden. Demnächst: Entwurf einer Mate Religion.


Atheismus

14. Juni 2010

Wo Wunschdenken nicht von Einschätzungen zu trennen ist: „im Zweifel für den Zweifel“1; aber wie ist dann überhaupt Wollen2 möglich?


1 Nein, diese Band ist mir vollkommen unbekannt!
2 Vgl. Nietzsche, Friedrich: Nachgelassene Fragmente : 1875-1879; München 1999; S. 19: „In Wahrheit heißt etwas wollen, ein Experiment machen, um zu erfahren, was wir können; darüber kann uns allein der Erfolg oder Misserfolg belehren.“


Fahrstuhl kaputt…

6. Juni 2010

…und ich musste die Treppe nehmen. Fast oben angekommen wurde ich im Treppenhaus von zwei Personen abgefangen, die mich über Gott befragen wollten.1 Nach meiner Weigerung drückten sie mir schließlich eine Broschüre in die Hand.
Titel der Broschüre: „Ist Gott männlich oder weiblich?“
Darin ein Lösungsvorschlag, der durch folgenden Auszug (der Webpräsenz dieser Kirchengemeinde entnommen) wiedergegeben sei:

Zwei Abbilder Gottes
Lasst uns in der Bibel über die Existenz unserer geistigen Mutter erfahren.

1. Mose 1:26-27 „Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei … Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.“

Am obigen Bibelvers können zwei Bilder Gottes erkennen, nämlich ein männliches sowie ein weibliches. Bis jetzt redeten wir das männliche Abbild Gottes mit Gottvater an. Wie sollte dann die weibliche Göttlichkeit genannt werden? Selbstverständlich Mutter! Deswegen sprach Gott: „Nun wollen wir Menschen machen, ein Abbild von uns, das uns ähnlich ist.“

„Uns“ weist auf die Mehrzahl hin und heißt auf Hebräisch „Elohim“. Elohim bedeutet Götter und drückt Gottheit im Plural aus, nämlich Gott als Mann und Frau. Einige sind der Meinung, „uns“ beziehe sich auf Gottvater, dessen Sohn und den Heiligen Geist. Wenn sie Recht hätten, dann müsste es im Grunde in dieser Welt drei verschiedene Abbilder des Menschen geben, und zwar einen Gott-, Sohn- und Heiligen Geistähnlichen. Aber auf Erden sind bloß zwei andersartige Ebenbilder des Allmächtigen, d.h. Mann und Frau. [sic!!!]2

Daher ist der Gott in Genesis 1:26 pluralistisch gemeint und als männlicher (Gottvater) sowie weiblicher Gott (Gottmutter) zu verstehen.

…ich schlussfolgere: wenn wir Geschlecht abschaffen, schaffen wir auch gleichzeitig Gott ab. Prima!



1Hatten die Beiden etwa absichtlich den Fahrstuhl manipuliert, um im Treppenhaus zu lauern?
2Diese Selbstverständlichkeit ist keine. Klassiker hierzu sind
Laqueur, Thomas: Making sex : body and gender from the Greeks to Freud; Cambridge/Mass (u.a.) (6)1994. Neueres hierzu von/bei Heinzi Voss