Begriffsklärung

31. Januar 2013

„Das Kapitalverhältnis aufheben“ (weniger linkshelianisch formuliert: „Die Ätzverhältnisse dekonstruieren“) bedeutet etwas entscheidend Anderes – und vielleicht Kompliziertes -, als „Kapitalismus abschaffen“: Letzteres träte mittels eines Weltuntergangs(1), (2), (3), (4), (5) als Kollateralnutzen ein, Ersteres wäre dadurch nicht nur nicht erreicht, sondern gar verunmöglicht.

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Kulturellepraxis live

4. Oktober 2012

„Wieviele Nazis braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln?“ – „Keine, niemand braucht Nazis“(siehe hier und hier)

Btw.: Wer wegen der Kaffeehausdilettant*n Sendung zum 03.10. diese Seite gefunden hat, sucht sicherlich eine kleine Materialsammlung gegen Schland. Naja, wir haben nichts gegen Deutschland, jedenfalls noch nichts Wirkungsvolles:

  • Knarf Rellöm: Arme Kleine Deutsche(1)
  • Verbrochenes: Deutschland von der Karte streichen(2)
  • (Schopenhauer, Arthur: Parerga und Paralipomena : kleine philosophische Schriften Bd. 1; Zürich 1999 (Ersterscheinen: Berlin 1851); S. [suchsdirselbstheraus]: „Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.”
  • Pfiffe und Buhrufe auf schräges Deutschlandlied(3)
  • Kulturellepraxis: Tieffliegeralarm(4)
  • Postillon: Inflation : Wert des Begriffs Freiheit seit Gaucks Amtsantritt drastisch gefallen(5)
  • Deniz Yücel: Besser : Aspirin, Vitamin, Kokain – und Gauck(6) & An die Holzfäller von Lichtenhagen : Gaucks Eiche gefällt, sauber!(7)
  • Linkshirnextremisten: Baummanifest(8)
  • Titanic 10/2012: Briefe an die Leser: NDR Info
  • Monty Python: Lumberjack Song (9)
  • Kulturellepraxis: Plagaismus I (10)
  • Kulturellepraxis: Antiseptentrismus(11)
  • Plagaismus II (12)
  • Kulturellepraxis: Deutsche Bundesländer(13)
  • Titanic: Beängstigend(14)
  • Kulturellepraxis: Vergleich DDR – Kaiserreich(15)
  • Kulturellepraxis: 2012(16)
  • Die Goldenen Zitronen: ICE Bertold Brecht(17)
  • 17grad: Arminius – Einleitung zu Ep.89 „XFaktor (18)
  • Kulturellepraxis: Der Neandertaler(19)
  • Mel Brooks: Springtime for Hitler 1968(20)
  • Kulturellepraxis: Aus aktuellem Anlass 3: “Lena, Lena, Lenafghanistan”(21)
  • Extra3: Super Truppe(22)
  • Toten Hosen: 1000 gute Gründe(23)
  • Kulturellepraxis: Menschenmaterial(24)
  • Kulturellepraxis: Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich(25)
  • Kulturellepraxis Exportschlager(26)
  • Egotronic: Exportschlager Leitkultur(27)
  • Schland, Schloch(28)
  • Kulturellepraxis: Versöhnungen(29)
  • Linkshirnextremisten: Vorläufiges Nationen Manifest(30)
  • Kulturellepraxis: Radio Eriwan – Reloaded(31, 32)
  • Es war uns ein inneres Plenum eines selbstverwalteten Hausprojekts

Noch einen Bus verpaßt …

14. Februar 2012

Nein, auch heute nichts Besonderes zu sehen.


Länglicher Kommentar

25. Januar 2012

Fortsetzung zu In die Zukunft schauen

Um nicht drkulturs Artikel das 9fache an Kommtar anzuhängen, mache ich einfach mal einen Artikel daraus:

Zukunft, welche Zukunft? Kulturellepraxis live: „2012 ist gar kein Weltuntergang“ – „Es sei denn, ich hätte da noch ein Wörtchen mitzureden [diabolisches Grinsen]“

Beim in-die-Zukunft-schauen immer ganz interessanter Fehler, Quantitative Hochrechnungen mit qualitativen Änderungen gleichzusetzen. Mit geradezu dekonstruktivistischem Humor äußerte sich dazu Heinz von Foerster: Statistisch berechnet erreicht die Weltbevölkerung am 13.11.2026 (natürlich ein Freitag) eine unendliche Anzahl. Wenn Low-Level Wissenschaftstheorien zuträfen, könnten ohnehin Historiker*innen Prognosen stellen (und die weigern sich, da ihr Fach aus Abgrenzung von der Geschichtsphilosophie entstand).

Die Themenauswahl dieser modernen Schamanen ist bezeichnend: Evolution (eine Fortschrittserzählung strapazierend: Die ewig-gestrigen Modernisten, die mit Evolution ihre Vorurteile im Namen der Natur bestätigen wollen – als wäre das nicht schoneinmal schiefgegangen – gegen die ewig-vorgestrigen, die selbst dafür zu blöd sind), Sex1 und Computertechnik.

Und ohne eine gewisse Cyborgaffinitiät verleugnen zu können, sich das Gehirn unmetaphorisch als einen Computer vorzustellen war vielleicht in den 50ern noch nicht peinlich. Von allen möglichen Einwänden nur kurz das poststrukturalistische Gemäkel: Die Grenzen des Computers sind die Grenzen der formalen Logik. Damit ist keine Spockige Emotionsmetaphysik gemeint, sondern daß die Sprachauffassung der Logik und die Idee der „Implementierung“ auf Repräsentation angewiesen ist; das sind aber Sprach- und Realitätsauffassungen, die als veraltet gelten können (mist, wieder eine Fortschrittsnarration).

KI, Cyborgs und Körper bleiben ein wahnsinnig spannendes Thema, von daher sei geistig Naschhaften der JDGG-Vortrag von Bernd Robben empfohlen und Hoffnung auf eine Veröffentlichung von Draude & Kluß gemacht.


1 Vgl. Schnurr, Eva-Maria: Typisch Mädchen, typisch Junge; in: Stöcker, Mira (Hrsg.): Das F-Wort : Feminismus ist sexy; Königstein/Taunus 2007; S. [suchsdirselbstraus]: „‚Franzosen haben ein größeres Hirnareal für Sex. Deutsche sind genetisch bedingt besonders schnell darin, Gartenzwer­ge zu erkennen. Und bei Muslimen sorgt ein Hormon für vermehrte Aggressionsschübe – Forscher bringen das mit der erhöhten Neigung zu Terroranschlägen in Verbindung. Schwachsinn? Genau das. Doch stünde oben „Männer“ statt Franzosen oder Muslime, „Frauen“ statt Deutsche und „Unordnung“ statt Gartenzwerge, die Zeilen könnten in jeder Zeitung auftauchen. -Kann sogar sein, dass Franzo­sen besonders charmant sind und Anschläge derzeit vor allem islamischen Tätern anzulasten sind. Niemand jedoch käme auf die Idee, dafür biologische Ursachen zu vermu­ten. Die Kultur! Die Tradition! Die soziale Situation! Die Weltpolitik! Es gibt tausend Gründe, warum Menschen so sind, wie sie sind, so handeln, wie sie handeln. Doch wenn es darum geht, Verhalten oder Eigenschaften von Männern oder Frauen zu erklären, gibt es nur noch eine Deutung: die Biologie.“


Der Neue Thymian

5. Januar 2012

Dank an ihdl

Einige mögen meinen, der Mode-Buzzword Zusatz „2.0“ tauge nur noch für Discount Bärlauch-Aufstrich. Und die Marketingmaschine des Treitschke-Instituts setzt sich in Bewegung, künftig erhältlich:

  • Post Bärlauch
  • Neo Bärlauch
  • Rethinking Bärlauch
  • Reconstructing Bärlauch
  • Bärlauch-Dekonstrukt
    • Das wäre auch eine gute Beleidigung
  • Neuro Bärlauch
  • Systemischer Bärlauchaufstrich
  • Ganzheitlicher Bärlauchaufstrich
  • Kritisch-emanzipatorischer Bärlauchaufstrich
  • Humanistischer Bärlauchaufstrich
  • Effizienzoptimierter Just-In-Time Bärlauchaufstrich

Das Koch-Quiz

24. Oktober 2011

Fortsetzung zu Diskurstheorie

Das Kulturellepraxis-Quiz: Aus welchem Kochbuch stammt folgender Satz:

„Lotos ist eine orientalische Speise. Heute noch spielen die fein geschnittenen Scheibchen ihre Rolle in der chinesischen und indischen Küche.“

a) Tim Mälzer: Kochen leicht gemacht
b) Ralf Zacherl: Richtig genießen!
c) Max Horkheimer & Theodor W. Adorno: Dialektik der Aufklärung

AUFLÖSUNG


U-Bahn Angriffe

29. August 2011

Sarrazin berichtet laut Titanic in der Zeit, daß er sich angegriffen fühle, als junge Männer „offenkundig türkischer oder arabischer Herkunft“ gegen eine Fensterscheibe schlugen. Hatte der ein Glück, daß diesen Monat gewaltbereite Schläger nur eine Hand freihaben.

Hackerschorsch fragte bereits, als Sarrazin aus einem türkischen Restaurant ‚rausgeworfen wurde: Wieso hat eigentlich niemand von den weißenseienden geholfen? Also, ihn ‚rauszuwerfen.

Update: Das Zeitinterview. Gefunden durch „Ameisen“