Plüschie Theorie #1: Wozu Plüschies?

Nein, diese Plüschtierreihe ist weder für noch über Kinder. Wie es um unsere geistige Reife steht sei mal dahingestellt; d* Autor* ist tot – es lebe der Text. Es geht auch keineswegs darum sich nostalgisch eine gute alte Zeit zu erfinden. Es geht hier – wie sollte es anders sein – um postmoderne Subjekte. Wenn das was wir sind nicht zwangsläufig an der Haut endet oder von Haut umschlossene Entitäten umfassen muß1 lohnen sich immer Gedanken über Erweiterungen des „Ich“s2.

Wie Haraways Cyborg verwischen Plüschtiere gewohnte Abgrenzungen, sie sind in diesem Sinne ganz anders „Übergangsobjekte“ als es sich die Psychologie vorstellt. Sie bewohnen einen nicht-Raum der weder ganz „ich“, noch ganz „du“ ist, sie sind weder wirklich Subjekte, noch könnten wir guten Gewissens unsere kuscheligen Genoss*innen als reine Objekte bezeichnen. Jenseits der gewohnten Kategorien entsteht Interessantes.

So können Plüschtiere lebenslange Begleiter*innen sein und damit eine Kontinuität zwischen den vielen Personen die wir waren herstellen. So können wir erleben wie extrem vielseitig ein an sich unbewegliches Plüschtier ist. So kann ein aussagekräftiges Plüschtierbild (kurz Plüschie) Empathie mit Teilen von uns ausdrücken, die wir zuvor gar nicht bewußt wahrgenommen haben; und damit für sich und andere mehr oder anderes Selbst erschließen. So können und wollen wir hier erleben wie ein Plüschtier in unserer Phantasie ein Eigenleben entwickelt.

Wem das zu abstrakt ist: Laßt Euch von den Bildern belustigen, auch als Deko-Objekte die nichts weiter als schön sind lassen sich Plüschtiere einsetzen. Niedlichkeit siegt immer!

Holen wir uns also keine philosophischen Beulen an der Überlegung ob die vielen Möglichkeiten im Subjekt oder Objekt liegen. Der Blick bildet nie nur ab, er läßt etwas entstehen. Lassen wir uns darauf ein


Dank an Wolfseule, die Plüschmausbilder brachten mich zum Thema. Dank an K Kater, durch die Anregungen blieb ich beim Thema.

1 Haraway, Donna Jeanne: Ein Manifest für Cyborgs : Feminismus im Streit mit den Technowissenschaften; in: Dies.: Die Neuerfindung der Natur : Primaten, Cyborgs und Frauen; Frankurt/M, New York 1995; S. 33-72, S. 68. Vgl. Butler, Judith: Bodies that matter : on the discursive limits of „sex“; New York, London 1993; S. 1.

2 Dieser Text wurde auf einem Laptop mit dem Hostname „Extelligenz“ geschrieben.

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One Response to Plüschie Theorie #1: Wozu Plüschies?

  1. […] bereits untersuchten subjekttheoretischem und -praktischen Potential sei deshalb an dieser Stelle nocheinmal das Utopische an unseren kuscheligen Freund*innen […]

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