Einigung der EU zur Verteilung von Geflüchteten

Abstauberartikel oder Postillon-Fanfiction

Wie die DPO kurz nach Redaktionsschluß des Postillons meldete kam es zu einem Durchbruch in den langwierigen und bislang erfolglosen Verhandlungen der EU-Innenminister*innen für eine „gerechtere“ Verteilung, welches EU-Land wieviele Geflüchtete künftig aufnehmen wird. Die künftigen Quoten orientieren sich nach am Verursacher*innenprinzip, die Eigenverantwortung der Staaten steigernd wird Profit an Fluchtursachen ausschlaggebend für Aufnahme.

Metageschwurbel

Das Problem zeigt sich bereits in graphischer Aufbereitung der Quoten. Werden lediglich absolute Zahlen angegeben? Schlandland in gutem Licht darzustellen kann darüberhinaus auch die Anzahl der eingegangenen Anträge statt tatsächlich aufzunehmender genutzt werden. Wichtig hierbei ist, die um mehrere Dimensionen höheren Zahlen der benachbarten Länder von Krisenregionen zu verschweigen. Die Geflüchtetenzahlen ließen sich allerdings auch nach Anzahl der Gesamtbevölkerung des aufnehmenden Landes darstellen. Dieser Zusammenhang weckt schöne Assoziationen zu ‚Überfremdung’sdiskursen und führt damit zu systematischer Überschätzung von Migrationsbewegungen allgemein. Bereits als linksextremistische Propaganda – daran ändert auch die Tatsache nichts, hierbei Menschenrechte nach wirtschaftlichen Kriterien zu sortieren – zu gelten hat die Rechnung, aufgenommene Geflüchtete nach BIP aufzulisten. Die Kulturellepraxis konnte bislang noch keine Statistik nach Profiten aus Fluchtursachen finden.

Ein Sprecher des Treitschke-Instituts für geisteswissenschaftliche Nutzenoptimierung hierzu: „Sehen Sie, das ist der Reiz der quantitativen Wissenschaften und der Grund, weshalb unsere Arbeit so schwer ist. Gleichwohl in Erhebung und Berechnung durchaus komplex, können diese die prinzipielle Einfachheit ihrer Daten nutzen. Je einfacher etwas zu Erheben ist, desto mehr Gewißheit produziert es. Beispielsweise die absoluten Zahlen der Anträge auf Asyl ausschließlich in EU-Staaten, an diese Zahlen ist leicht ranzukommen, die Ergebnisse lassen sich als präzise darstellen – oder zur Not scheinpräzise, 93,8347925294% der Studien geben mehr Nachkommastellen an als durch die Genauigkeit ihrer Methoden gerechtfertigt ist -, das ist Wohlfühlgewißheit, die Sie verlieren, wenn Sie sowas schwammiges und schlecht operationalisierbares suchen wie ‚Geflüchtete pro Profit aus Fluchtursachen‘! Selbst analytische Philosoph*innen ergehen sich endlos in Definitionsfragen, während Psycholog*innen einfach ohne solchen Ballast operationalisieren. Wir lernen schon in der Schule, die Wahrheit muß einfach sein und je augenscheinlicher, desto konkreter ist etwas. Für einen tollen Streeetlight-Effect müssen wir Geisteswissenschaften meist den Common-Sense bemühen. Was nicht heißt, daß wir nicht ganz vorne mit dabei sein können. Nehmen Sie z.B. Merkels ‚wir können nicht alle aufnehmen‘, da stecken bereits auf den ersten Blick zwei schöne Fallacies – False Dilemma und Nivana – aus unserem Haus drin.“

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