Die meinen es wenigstens nicht gut

Sicherlich entwickeln die meisten Spezialisierungen einen gewissen Fachjargon. Sicherlich läuft dessen Verwendung soweit unbewußt ab und prägt das Denken soweit, daß diese im Alltag fortzusetzen höchstens mit größerer Anstrengung zu vermeiden ist. Zumal – im Gegensatz etwa zum Vokabular mancher neologismusreicher Philosophierichtungen – viele Fachbegriffe den Eindruck erwecken, als wären sie dem Worte nach zu erschließen. Leider begehen bisweilen auch einige Nutzende solcher Begriffe und gar Konzepte diesen1 Fehler. Hinzu kommt, daß Leute, welche den Linguistic Turn und dessen Folgen ablehnen und/oder nicht zur Kenntnis nehmen häufig nicht überblicken, wie verräterisch Sprache für eine halbwegs geschulte Person sein kann.

Möglicherweise Pet Peeve d* Autor* ist pädagogisches Vokabular, speziell wenn dieses ins Humanistische oder gar Esoterische abdriftet (Beispiele: „Mein Eindruck ist“ – oder generell inflationärer Gebrauch von Ichaussagen an Stellen, an denen es pragmatisch keine sind, „Anschlußfähigkeit/abholen“,  „Achtsamkeit“).

Dies soll keine Lanze für die positivistische Psychologie brechen. Doch diese meint es wenigstens nicht gut.


1 Z.Zt. beliebtes Beispiel: Verkürzte Verwendungen und verkürzte Kritik dieser verkürzten Verwendungen des Begriffs „Privilegien“.

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