Invention of Tradition #1 Elbvertiefung

Spätestens seit Hobsbawm wissen wir, s.g. „Traditionen“ v.a. der narrativen Struktur „das war schon immer so und sollte so bleiben“ sind meist Folgen der Moderne; daß läßt sich allein daran gut zeigen, daß sie i.d.R. deutlich neuer als meist gedacht sind. Beispiel: Das Dirndl kam Ende des 19. Jahrhunderts auf, – Hankycode-artige Bindungsarten wahrscheinlich noch später – und von der „deutschen“ Kartoffel wollen wir gar nicht erst anfangen.

Wenn aber (Erd)Äppel unter die Erfindung von Tradition fallen, wie sehen dann die soziokulturellen Folgen der Elbvertiefung im Obstanbaugebiet des Alten Landes aus? Da wir mit Nahrungsmitteln – nicht nur bei Buchstabensuppe – Zeichen konsumieren, dürfte auch Geschmack etwas Verschiebbares sein. Bald schon werden wir es als traditionelle norddeutsche Spezialität gelten, mindestens einmal die woche ein Gericht zu genießen mit Altländer Salzappel.

Dabei kann die Veränderung doch als Chance gesehen werden: Das Alte Land wird zum neuen Lüneburg. Und klimawandelsbedingt früher oder später auch umgekehrt.

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