Homophobe Drogenarbeit

Irgendwie habe ich mich immer gefragt, ob die Zweibrückenstraße1 so heißt, weil sie die Zugänge von (Ex)Freihafenbrücke und neuen Elbbrücken verbindet oder dies irgendwie mit der gleichnamigen Stadt zusammenhängt. Seit der zweibrückener Antidrogenkampagne für Jugendliche habe ich eine geschmackliche Präferenz.

Daß Schwul als Schimpfwort gar nicht geht und v.a. auch jungen Menschen – wie die Zielgruppe der Kampagne – das Leben, bzw. coming-out schwerer macht, sollte so klar sein, daß es verwundert, wenn Leute sowas verwenden. Doch auch ansonsten scheint diese Antidrogenreklame alle Clichés verfehlter Prävention zu erfüllen: Inhaltsleer, vorurteilsbeladen und damit im Eneffekt kontraproduktiv.

Beispiel: „Drogen machen häßlich“ übersetzt sich für einige in „nichts zu verlieren, Tüte bauen!“. Oder erst die Aussicht, männliche* Heteroprivilegien einfach wegsaufen – „alter, wirkst Du heute so straight – laß‘ uns einen heben gehen!“. Aber es könnte theoretisch sogar funktionieren: Wieviele sexuelle Übergriffe von besoffenen Hetero-Mackern blieben der Welt erspart, wenn die alle glaubten, sich zu betrinken sei ein homosexuelles Erkennungszeichen? Und das „Leben vom Kopf auf die Füße“ stellen? Manche sähen in „Drogen“ (btw.: geht’s noch undifferenzierter?!?) damit willkommene Abwechselung; andere würden überlegen, ob dies ein kopfstehendes Leben vom Kopf auf die Füße stellt („rauchen sie: Marx, die linkshegelianische Qualitätsdroge“)? Gut, Drogen, mit denen dies tatsächlich versucht wird, werden „Psychopharmaka“genannt  …

Jedenfalls hol ich mir ersteinmal ein Bierchen …


Protip: Um von der Anfahrt aus der Hafencity Richtung Freihafen links auf die Neue Elbbrücke zu kommen, kurz nach dem ehemaligen Zollhäuschen rechts abbiegen.

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