Wörterbuch Teil #6

Squaring := Dualistisches Denken und/oder Differenzierungsverweigerung durch moralische Aufladung vertreten, vgl. Dekonstruktionsverweigerung

Vermenscheln := Urheber*innen konkreten Unrechts verteidigen durch Rekurs auf allgemeine Menschlichkeit. Vgl. Schuldumkehr, Derailing und „ich liebe doch alle … alle Menschen“. Systematisch gesehen auf falscher Generalisierung basierend

Telodischer Fehlschluß := Gleichsetzung von einem Telos/Anspruch/Ideal und spezieller Methode/Konzeption, dies realisieren zu wollen. Systematisch gesehen falsche Generalisierung, gewisse Ähnlichkeit zu Zweck-Mittel-Verkehrung. Beispiele: Wenn Stalinist*innen behaupten, ihre Politik wäre der Inbegriff von „linker Bewegung“, wenn Positivismus mit Wissenschaftlichkeit gleichgesetzt wird, wenn vor etwas „humanistisch“ bzw. „ganzheitlich“ steht oder wenn die „freheitlich demokratische Grundordnung“ als notwendig oder hinreichend für Freiheit und Demokratie dargestellt wird.

Wilhelmsburger Halloween := Eierwürfe ohne vorherige Schnorrversuche, vgl. Effizienzoptimierung

Roche-n(1) := Pseudokreative Selbstdarstellung zu Kommerzliteratur verarbeiten, vgl. „pseudoprovokant, adj.“ und vgl. „Klasse, scheinkreative“

Argument, durchschlagendes(2) := 1991 Joule ganz sicher

Bärlauchdekonstrukt(3, 4) := Szenenase

Knacks, epistemologischer(5) := 無 (philosophisch)

Turn Turn := Der Zeitpunkt, ab dem angefangen wurde, alle Themenverschiebungen in Kulturwissenschaften als „Turn“ zu bezeichnen

Spronge Turn := Geturnter Towel Turn := „Schwamm ‚drüber“

Flachzange, die(6) := Polemiker*innen, die Faktenarm ihre Vorstellung von s.g. „Postmoderne“ ‚kritisieren‘, meist Theorien eine* anderen Denker* – häufig Theodor W. Adorno – dagegen personenkultig absolut setzend. Systematisch ließe sich der Argumentationsfehler folgendermaßen beschreiben: „Nebelkerzen anzünden, um Strohpuppen abzufackeln“ (thx, Lantzschi). Wir fragen uns an dieser Stelle ergebnisoffen, ob Roswitha oder Olaf Scholz über mehr Hintergrundwissen zur Queer Theory verfügt. Wobei Rowitha Scholz zumindest noch aus dem zweckraionalen Grund so handelt, sich trotz veralteter Forschungslage gegen ihre Konkurrenz durchzusetzen. Jüngeres Beispiel hier (alleine in der Ankündigung oberflächlich 14 sachliche Fehler gezählt! Swindle trifft es also wirklich. Und hiervon drucken wir uns irgendwann T-Shirts. Dabei wurde die Flachzangigkeit bereits auch fundiert auseinandergenommen; am Beispiel der Kontroverse um den Adorno-Preis an Judith Butler hat Lorettas Leselampe das ganze mit sehr viel Substanz genau untersucht. Die Kulturellepraxis hatte aus Zeit- und nervenökonomischen Gründen lediglich einige Gegenpolemiken, aber davon eine Menge (vgl. 1, 2, ,3, 4, 5, 6, 7).

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5 Responses to Wörterbuch Teil #6

  1. […] des “Turn-Turns” haben wir auch eines “Studies-Turn” zu verzeichnen, also eine Tendenz, […]

  2. […] nicht mit Argumenten gearbeitet. Wir bezeichneten diesen Spezialfall von appeal to emotion als “Squaring”: Denkverweigerung unter moralischem […]

  3. […] soll der Begriff “Turn”(1), (2), (3) doch nur signalisieren, es handele sich um eine abgedrehte […]

  4. […] hier; geprägt haben wir den Begriff “Flachzange” […]

  5. […] die(1) := Flachzange mit Talent zu verkürzter […]

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