Kevin & Chantal

Mit ihdl

Mittlerweile gibt es bereits für eine Zuordnung von gewissen Namen mit (ostdeutscher) Unterschicht Neologismen: „Kevinismus“ und „Chantalisierung“. Dies scheint reichlich überflüssig, könnten wir doch auch das eigentliche Problem beim Namen nennen: Antisolanismus und v.a. Klassismus. Aber wollen wir die Betrachtung nicht auf das Stigma begrenzen, sondern das oftmal übersehene symbolische Empowerment in derartigen Namen vergegenwärtigen:

So wurden die Kevins benannt nach Kevin Mitnick, einem der weltweit bekanntesten Hacker. Dahinter steckt also die Agenda, sich die Produktionsmittel des Informationsalters anzueignen und den Autoritäten durch technischen Sachverstand, gepaart mit Kreativität (vulgo: hacken) zuzusetzen. Auch erhebt diese Namensgebung Anspruch auf Zugehörigkeit zur – sonst recht privilegienblinden und mittelschichtsweißeheterocismänner dominierten – Geek-/Nerd-Kultur. Eine durch und durch sozialrevolutionäre Agenda.

Noch radikaler ist der Name Chantal. Unterschichtskinder nach einer der wichtigsten postmarxistischen Theoretikerinnen zu benennen zeugt nicht nur von einem höheren Reflexionsniveau als weite Teile der – ebenfalls mittelschichtsweißdominierten – Linken, sondern ist eine klare Kampfansage an herrschende Essenzialismen und Hegemonien.

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