Sprachhack nach hinten losgegangen

Vorgeschichte: Die Kämpfe gegen elektronische Wahlverfahren wurden aussichtsreich, als es gelang gegenüber dem Begriff der „Wahlmaschinen“ den des „Wahlcomputers“ zu etablieren. Mein Becher ist btw. gerade doppelt so groß wie er sein müßte.

Diversity“ hat ernsthaften Vertreter*innen von Antidiskriminierungspolitiken schon so manche Probleme bereitet oder wird es (siehe), doch taucht der Begriff auch auf komplett anderen Feldern als Modewort auf: Die Biologie nutzt es als Ersatz für „Artenreichtum“. Nun ist das äußerst elegant, denn „wenig Diversity“ klingt längst nicht so dramatisch wie „Artenarmut“.

Das könnte eine schöne Ersetzung werden, doch der Begriff der „Art“ klingt für fühlende Wesen – geschweige denn angenommene Gruppen solcher – arg problematisch vorbelastet. Falls gute Ersetzungsideen bestehen, nutzt die Kommentarfunktion.

Wobei das Risiko besteht, daß derartige Ersetzungen zu Euphemismen ausgebaut werden. Das Treitschke-Institut vermeldet bereits: „Wir befinden uns in einer Gesellschaft mit einem hohen Anderungsreichtum„.

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