Vorstadtpoesie

Political Ambiguity, Explicit SarcasmAn einem Gartentor vorbeikommend; dort hängt – wie öfters in dieser Gegend – das Bild eines Hundes. Doch diese Leute triggern ganz besonders meine Hundehalter*allergie, durch die Aufschrift in (auch noch schlechter, geradezu grasslicher) Gedichtform

„Siehst Du mich mal ohne Leine
brauchst Du Glück und schnelle Beine!“

Schon einige brenzlige Situation mit aggressiven unangeleinten Hunden inkl. anschließendem Dummkommens seitens der Halter*innen erlebt. Unprovoziert wohlgemerkt, es sei denn, nach Streß zu riechen gilt als Grund für Gewalt; wobei die Eigenschaft, empfundene Schwäche als Grund für Aggressivität zu sehen nicht bloß bei Hunden zu finden ist: Leinenzwang sollte es konsequenterweise für alle derartig empfindenden Tiere (ob menschliche oder nicht) geben. So überkommt mich – gleichwohl nicht so ganz Teenager – angesichts jenes Zweizeilers plötzlich die Lust zu dichten:

Bin auch ohne Lauferei Okay
Mit dem Messerchen und Pfefferspray
Danach stellt Herrchen sich die Frage:
Schlag ich es blutig? Reicht mir Klage?
Genieß‘ Freiheit auf Grundstück
Trag die Leine draußen doch
Dein Kadaver als Fundstück
Freut den guten Hobbykoch

Disclaimer

  1. Es ist unklar, ob Inhalt oder das holpernde Versmaß grausiger sind; naja, als Büttenrede geht’s durch
  2. Für dieses Gedicht kamen keine unschuldigen (menschlichen oder nichtmenschlichen) Tiere zu Schaden
  3. Die Kulturellepraxis will nicht offen/öffentlich zu Selbstjustiz aufrufen und weist darauf hin, daß gerichtliche Schritte gegen verantwortunglose Hundehalter*innen der legale Weg sind
  4. Glücklicherweise gehören Post-Its noch nicht zu meiner Survivalausrüstung
  5. Ob „Fleisch“ zu konsumieren grundlegend falsch ist, kann hier nicht geklärt werden; auch sollen die Tücken einer Mensch-Tier Unterscheidung nicht ausgelotet werden. Es sei nur festgestellt, daß die Trennung in Nutz- und Haustiere kaum sinnvoll aufrechtzuerhalten ist
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3 Responses to Vorstadtpoesie

  1. hackerschorsch sagt:

    Seh‘ ich ohne Lein‘ den Kläffer
    greif‘ ich gleich zum Spray mit Pfeffer.

  2. Odradek sagt:

    Kulturellepraxis live:
    „Für Hunde habe ich dies“ [zeigt Sprühflasche] – „Poppers?“ – „Wie übel wäre es, die zu verwechseln …“

  3. Odradek sagt:

    Noch so einer: „Ich brauche 5 Sekunden bis zur Tür … und Du?“(1) – „Ich brauche 0,5 Sekunden zur Waffe; und jetzt kommst Du …“

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