Heute im Musikprogramm

Das diskursive Ensemble spielt für Sie „Rauschen“
(Premiere heute Abend in der Aula der Kulturellen Praxis)


Nach seiner letzten überaus erfolgreichen und gefeierten Symphonie „Schweigen„, bietet Ihnen das diskursive Ensemble mit „Rauschen“ erneut ein Meisterwerk aus der Kategorie moderner Kammermusik in drei Sätzen in der Formation eines klassischen Streichquartetts. Unter Anderem ermöglicht wird diese Performance durch ein Team erfahrener Archäolog*Innen, die das lange im Archiv verschollene und nur fragmentarisch erhaltene Notendokument rekonstruiert haben.

Die Musiksprache des ersten Satzes lebt von den zahlreich gesetzten flottierenden Signifikanten des äußerst gelungenen Hauptthemas, das sich schon direkt bei Beginn der Exposition vollständig entwickelt und konstituiert gibt. In der Durchführung gewinnt der musikalische Verlauf jedoch an Spannungen durch harmonische wie hegemonische Transformation und Modulation der zuvor hauptthematisch etablierten leitmotivischen Gestalt. Besonders mächtig wirkt hier die nicht erfolgte Auflösung des Vorhaltes der vorletzten Aussage und dem darauf folgenden trugschlüssigen Wechsel von Dominante zu Subdominante. In der Reprise schließlich werden diese konfliktuellen Tendenzen mit der unidentischen Wiederholung des Hauptthemas auf die Spitze getrieben, so dass ein Eindruck der Unabgeschlossenheit bleibt.

Der zweite Satz entfaltet seine narrative Kraft durch die Verwendung von An-Rufmotiven, mit programmatischem Verweis auf der Musik äußerliche Symboliken und Bedeutungen, die jedoch niemals vollständig abgebildet, stattdessen immer wieder verworfen werden. Das Wesen des zweiten Satzes ist dadurch stets von ambiguitären Positionen geprägt, die auch instrumentell in der Behandlung der zwei gegenstätzlich verlaufenden Violinenstimmen artikuliert wird. Die vermeintliche Stabilität der beiden Mittelstimmen im Inneren (2. Violine und Bratsche) wird permanent durch die zwei konstitutiven Außenstimmen (Cello und 1. Violine) untergraben und heimgesucht.

Der Schlusssatz schließlich stößt an die Grenzen der abendländischen Ra-T[i]onalität und dekonstruiert raffiniert – in teils serialistisch-französischer Manier und Radikalität – bereits endgültig erschlossen und geschichtlich gesichert geglaubte Bereiche des musikalischen Materials. Mehrdeutigkeit bleibt jedoch bestehen, da die Differenzen zu Ursatz und Urlinie sowie zu herkömmlichen Praktiken, Techniken und Paradigmen des Komponierens niemals eindeutig markiert werden und wohl auch nicht beabsichtigt markiert werden sollen.

Insgesamt also besteht der Reiz von „Rauschen“ in erster Linie aus diversen Verundeutlichungen und Unvorhersagbarkeiten musikalischer und zeitlicher Ereignisse.


Pressestimmen:

The Modest Witness Reviewer: „Rauschen“ des diskursiven Ensembles: Natürlich ein kulturelles Muss.

The Daily Panopticon: Lassen Sie sich das diskursive Ensemble nicht entgehen. Nein! Sie können dem diskursiven Ensemble nicht entgehen.

The Floating Text: Das diskursive Ensemble präsentiert sich in nie dagewesener und unbeschreiblicher Form.

Moderne Post: Anything goes!

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