Debattenhonks

Diese komischen akademischen Rivalitätsinszenierungen von Adorniten und Foucaultianer*n erinnern irgendwie an die Kuhn-Popper Diskussionen: Die Anhänger*innenschaft ist gewaltig verhonkt, aber die meisten wissen (vorbewußt), daß es sich mit anderen nochnichteinmal zu streiten lohnt …

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2 Responses to Debattenhonks

  1. drkultur sagt:

    Ein Wissenschaftsnerdiger und foucaulthonkiger Kommentar hierzu: Gerade bei Bröckling folgende Fußnote gefunden:
    „Im Verhältnis zur Geschichte sieht Foucault auch eine entscheidende Differenz zwischen seinen Arbeiten und denen der „Frankfurter Schule“: „Mir schien, daß sie wenig Geschichte im eigentlichen Sinne treiben, daß sie sich auf Forschungen beziehen, die andere unternommen haben, auf die bereits vorliegende und beglaubigte Geschichtsschreibung einer Reihe guter, vorwiegend marxistisch gesinnter Historiker, die sie als Erklärungshintergrund anbieten. (…) Man könnte ihnen entgegnen, daß sie die Geschichte gierig verschlingen, die ihnen andere zubereitet haben. Sie verschlingen sie unzerkaut, als fertiges Produkt. Ich will damit nicht sagen, jeder müsse selbst die Geschichte konstruieren, die seinen Bedürfnissen entspricht; aber tatsächlich ist es so, daß ich mit den Arbeiten der Historiker nie ganz zufrieden war. Auch wenn ich auf viele historische Studien Bezug genommen und mich ihrer bedient habe, habe ich mir immer vorbehalten, in den Bereichen, die mich interessieren, die historischen Analysen selbst vorzunehmen (Michel Foucault, Der Mensch ist ein Erfahrungstier. Gespräch mit Ducio Trombadori, Frankfurt am Main 1996, S.86).“ S.78-79 aus: Bröckling, Ulrich: Das demokratisierte Panopticon. Subjektivierung und Kontrolle im 360°-Feedback. S.77-93 in: Honneth, Axel & Saar, Martin: Michel Foucault. Zwischenbilanz einer Rezeption. Frankfurter Foucault-Konferenz 2001. Frankfurt/M.: Suhrkamp, 2003.

    • Odradek sagt:

      Aus der geschichtswissenschaftlichen Ecke: Vieles der Frankfurter Schule zur Geschichte ist keine Geschichte i.e.S., eher schon Geschichtsphilosophie.

      Und Foucaults eigene Forschungen – bei allem Interesse für die methodischen Neuerungen – sind bestenfalls schludrig.

      Btw.: „mit den Arbeiten der Historiker nie ganz zufrieden“ zeigt, daß wir es doch mit einer Wissenschaft zu tun haben; wer uns die erwarteten Antworten auf die nicht-fachlichen Fragen liefert, verdient diese Bezeichnung nicht.

      Wir erinnern uns an den alten Diskursanalyse-Witz: „Wissen Sie, wo der Bahnhof ist?“ – „Nein, aber ich weiß, wie über den Bahnhof gesprochen wird.“

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