Occupy [nerviges]

Um 7 Uhr gehen die Laubgebläse in unerträglichem Getöse los; beim Nachlassen des Kaffees kurz vor 10 aber alles still ist. Also denke ich über Allgemeineres nach:

Gesetzt, daß Schlaf, Wohnraum und Erwerbsarbeit z.Zt. Notwendigkeiten, geradezu Grundbedürfnisse, sind, wieso ist das alles so schwer zu kriegen?

Doch als wäre das nicht nervig genug, sind die Antworten darauf noch viel schlimmer. Das beknackteste Beispiel – wie so oft – von Libertüllen: „Das Problem an Arbeits- und Wohnungsmarkt ist nur die Überregulierung“, d.h., wohnungs- und arbeitssuchende befänden sich in einer weniger hilflosen Lage, sobald sie weniger Rechte haben. lol? Aber auch was von Pseudo-Links kommt: „Es wird alles besser, wenn wir die Banker los sind“. Nicht daß ich denen eine Träne nachweisen würde. Und so plane ich Initiativen:

Für meinen Schlaf also „occupy nursery“. Läßt sich das ausweiten? Naja, „occupy workspace“ („planzt Eure roten Banner der Arbeit / auf jeden Acker, auf jede Fabrik / Dann steigt aus den Trümmern der alten Gesellschaft die sozialistische Weltrepublik“ [1]) oder „occupy living space“ sind nicht mehr das sind, was sie mal waren; aber vielleicht dennoch näher am Knackpunkt.Vielleicht ist das das Problem, daß hinter einem „Occupy“ der Impetus des Aneignens statt Aufhebens steht? Müssen wir bei Gelegenheit mal durchdeklinieren, welche Strategien bei welchen Gegenständen angemessen sind (sicherlich nicht eine überall). Naja, dennoch rufen wir aus Solidarität mit allen Prekarisierten Sexarbeiter*innen laut aus: „Occupy my ass!“

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One Response to Occupy [nerviges]

  1. […] Vergessen sollten wir auch nicht, dass es problematisch wäre von dem Kapitalismus zu sprechen (mit Marx Neoliberalismus zu kritisieren funzt irgendwie nicht so richtig). Stattdessen den Plural zu benutzen oder aber den Kapitalismus als Ergebnis/Materialisierungsform und nicht Ausgangspunkt diskursiver Mechanismen zu sehen und damit eine ‘andere’ Brille aufzusetzen, scheint sinnvoller.1 So kann Kapitalismuskritik (oder vielleicht allgemeiner: Kritik der politischen Ökonomie) nicht ein einziges monolithisches Großprojekt sein – von dem viele immernoch träumen, sondern eine in Teilen und eben dadurch in verkürzten Schritten ablaufende Arbeit. Was aber o.g. Dünnsinn nicht intelligenter macht, siehe occupy. […]

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