Von den Höhen und Tiefen des Nachschlagens

Eine unerwartete – und für Foucault Anhänger*Innen zu frühe – verwendung des Begriffs „Diskurs“ in der Dialektik der Aufklärung – wir berichteten. Wiki hilft bei prä-60er Diskursbegriffen nicht weiter, also der Griff ins Bücherregeal. Der erste Mittelstraß, Jürgen: Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie : Bd.1 A-G; Mannheim 1994. Während verschiedene Spielarten von „Dialektik“ jeweils ganze Seiten füllen hat „Diskurs“ lediglich eine halbe Spalte! Das nennt sich wohl Hegelmonie. Und diese paar Zeilen handeln nur von Labermas! Darunter ein kleiner Fünfzeiler zu „diskursiv/Diskursivität“: „oft synonym zu begrifflich, Antonym: intuitiv [Hervorhebungen des Originaltextes, Anm. d. Autor*]“

Damit hat dieses Nachschlagewerk maßlos enttäuscht, aber dennoch seinen Dienst getan, das Adorno-Geheimnis zu lüften. Eigentlich das genaue Gegenteil von dem, was von Philospohie erwartet wird …

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One Response to Von den Höhen und Tiefen des Nachschlagens

  1. Odradek sagt:

    Btw.: Weder Derrida noch die Dekonstruktion haben einen Artikel, Foucault hingegen schon (nicht daß dieser Foucault gerecht würde, aber immerhin)

    Wobei – Artikel über Dekonstruktion sind so ein Ding, die bisweilen mehr verdunkeln als erhellen. Er selbst definiert natürlich nicht, während die Sekundärliteratur zwischen einer Art negativer Dialektik auf Gegensatzpaare und der Suche nach Aporien in Texten schwankt …

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