Kritik der kritischen Kritik

„Olaf’s Law := Wird etwas mit hinreichend viel Selbstvertrauen vorgetragen, gibt es immer Idioten, die es glauben“ –Kulturellepraxis

Wer sich titelnd auf Foucault bezieht – jener Foucault, der meinte, daß, tieferes Verständnis des Funktionierens von Macht bedeute, Macht ein konstitutives Element einer Produktionsweise, nicht ihr Ergebnis zu sehen (Foucault, Michel: Die Macht und die Norn; in: ders.: Mikrophysik der Macht; Berlin/W 1976; S. 114-123, S. 116.) -, ihn aber nur aus den Fußnoten der Gouvernementality Studies kennt und v.a. zentrale Begriffe wie „Macht“ nicht durchdrungen hat, wer ihn für Ideologiekritik als Aufdecken „falschen Bewußtseins“ nutzen will, wer „Queer“ mit dem Hörensagen – selbstverständlich ohne Quellen anzugeben, denn von den methodischen Konsequenzen von „alles was gesagt wird, wird von jemandem gesagt“ sind Essenzialist*n ja ausgenommen – dummer postgender-Clichés verwechselt, die abgesehen von einigen sexistisch-klassistischen n00bs in Piratenpartei kein Wesen ernsthaft vertritt, wer nicht zur Kenntnis genommen hat, weshalb es nach „Gender Trouble“ auch „Bodies that matter“ gab, wer nicht weiß, weshalb „Antiessenzialismus“ von „Konstruktivismus“ unterschieden wurde, wer über zuwenig dialektisches Verständnis verfügt, um Fragen, auf welcher Seite eines angenommenen Gegensatzes „der Feind“ zu suchen sei als kindisch zu erkennen und auf die Frage des Unterschieds von Dialektik und Dekonstruktion beides nicht verstehend von Negation/Ausschluß faselt, wer Kapital daraus schlägt, zentrale Begriffe undefiniert zu lassen und deshalb teils unterschiedliche Bedeutungen vermischt (zum Beispiel von „Identität“), sie teils einfach falsch benutzt („Diskurs“, „Dekonstruktion“) sollte nicht das Recht bekommen an Universitäten vorzutragen. Doch mit soetwas läßt sich Erfolg erringen; wir finden also die wirtschaftskonforme Subjektivierung vor, welche praktischerweise andererleute Theorien vorgeworfen wird. Machen eine* wissenschaftliche Standards also zu tragischen Helden oder einfach nur Verlierern?

„Das Halbwissen ist siegreicher, als das Ganzwissen: es kennt die Dinge einfacher, als sie sind, und macht daher seine Meinung fasslicher und überzeugender.“ –Nietzsche

Werbeanzeigen

6 Responses to Kritik der kritischen Kritik

  1. Odradek sagt:

    Wie Konfuzius schon sagte – scheiße wenn man blöd ist.

    Jaaa, bezog sich konkret auf Soiland, doch „pars prototo“ auch auf weitere derartige geistige Tiefflüge. Voß – wenn er nicht gerade über Biologie schreibt – zählt beispielsweise auch zu diesen Kandidat*n, die ihr defizitäres Marxismus- und Poststrukturalismusverständnis und zur Heldentat erklären. Klar, daß solche Leute Essenzialist*n sind, sie brauchen wenigstens ein metaphysisches Garant fürs Rechthaben. Doch das besonders Beängstigende ist die breite Begeisterung für derartige Niveauflexibilität: Nicht nur ist Kompetenz kein Vorteil, in solchen Zusammenschlüssen der Dummheit gar ein Hindernis. Schlimm auch die Asymmetrie, mit viel Aufwand jedes derartig unfundierte Gerede fundiert zu widerlegen – was hieße, daß gründliches Denken schon aus Ressourcengründen nur verlieren kann. Was bei aller Differenziertheit und Transparenz ohnehin nie so überzeugend sein kann. Überlege, ob oder wie sich strategisch am günstigsten gegen diese Formen des Antiintellektualismus argumentieren läßt …

  2. Odradek sagt:

    Atheist: „Ich glaube nicht an Gott“
    Fundichrist: „Also bist Du Satanist!“

    Dialektisch ausgedrückt: Was hilft die Aufhebung, wenn sie mit der Antithese verwechselt wird?

  3. […] Positionen zu verwerfen, die es so gar nicht (naja, QuATSch These zu Folge: Kaum) gibt; wie das Kritische Kritiker*Innen von „Queer“ gerne tun. Betrachten wir es also einfach als Snapshot eines […]

  4. […] die Kritiker*Innen der QueerTheory [1], [2] – Wenn Geld und Szeneapplaus damit mit der Behauptung verdient wird, Queer wäre ja nur […]

  5. […] Manche „‘Pomo’-'Kritik’“ fällt einfach unter die Kategorie „Facepalm“, Heißdüsen und Dünnbrettbohrer treiben halt auch „links“ ihr Unwissen. Selbst wenn ich erstere schon als Produkt neoliberaler Subjektivierung abgetan habe; aber sich gegenseitig Neoliberalistische Gesinnung vorzuwerfen ist langweilig. Leider ist das Problem, daß gewisse Subjektivierungen auch dort auftauchen, wo sie nicht zu erwarten wären kein Neues, Stichwort Macker … […]

  6. […] kompetenzfreie Polemiker*innen ihren Mangel an Kenntnissen durch polemische Härte auszugleichen versuchen, wenn […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.