Orks Füttern?

Einer dieser Sachen, die aus zeitökonomischen Gründen („bringt nichts“) nicht geschrieben werden sollten, aber nach einem „in Rage schreiben“ dennoch wider besseres Wissen vollendet wurden; naja, es ist kein Trollfüttern, nennen wir es Orkfüttern. Und über das im Bezugsartikel angesprochene Hauptproblem wollen wir gar nicht erst anfangen. Worum es geht: Ein gewisser #fefeminist schreibt mal wieder von „psychologischen Effekten“ m(

Zugegebenermaßen besitzt die experimental-statistische Methodik gerade für Laien – ohne jetzt selbstwidersprüchlich die Herren Justin K. und David D. mit ihren problematischen Einschreibungen strapazieren zu wollen – eine ungeheure Suggestivkraft. Aber unsere regelmäßigen Leser*Innen ‚wissen‘ wahrscheinlich, „The only people who end up actually believing and, goddess forbid, acting on the ideological doctrines of disembodied scientific objectivity enshrined in elementary textbooks and technoscience booster literature are non-scientists, including a few very trusting philosophers.“1 Und wenn nicht, hatte dieser Artikel zumindest eine Funktion, gleichwohl ungewohnt maoistische („Bestrafe einen, erziehe hundert“) …

Webneulinge würden im Glauben an Vernunft und Wahrheit mit viel Elan kommentieren – geht dort ja nicht, also Mail schicken – und alle Problematisierungen der Mainstream-Psychologie diskutieren.2 Oder stolz bereichten, dies schon auf dem eigenen Blog bereits getan zu haben. Nach einer gewissen universitären Frustrationszeit an akademischen Flachpfeifen (wir berichteten) setzt die „rtfm“ Phase ein, stattdessen Literaturhinweise3 hinzuwerfen. Am Ende steht schlimmstenfalls das Verstummen, bestenfalls das Lästern im Kreise gleichgesinnter über „geistige Tiefflüge“. Ein Blog bietet eine Vorstufe an, manche hoffen doch insgeheim, das könnte einige zum denken anregen, zumal seit der Pingback-Funktion …


1 Haraway, Donna Jeanne: Situated Knowledges; in: Simians, Cyborgs and Women : The Reinvention of Nature; New York 1991 (online verfügbar); c. 9, S. 183-202; S. 184.

2 Methodische Schwächen, veraltetes Wissenschaftsverständnis, Grenzen in Kategorien und Deutungen des Gemessenen, das Theorettenproblem, usw., usf., rhabarberrhabarberrhabarber, und zuletzt auf die Vielstimmigkeit der unterschiedlichen psychologischen „Paradigmen/Menschenbilder“ hinweisen

3 Besonders empfehlenswert sind hierbei die ersten Kapitel von Markard, Morus: Einführung in die Kritische Psychologie; Hamburg 2009. Das – qualitativ stets wechselhafte – Menschenbilderseminar hat eine umfangreiche Linkliste zusammengestellt, der Fefe-Style der Seite dürfte vLeitner wohl nicht sonderlich stören. Und „unsere“ (das sind in diesem Fall nur drkultur und Odradek) Lieblinge in Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie finden sich immer wieder in den Fußnoten.

Advertisements

One Response to Orks Füttern?

  1. Odradek sagt:

    Also wenn Fefe die nächsten Tage unglaublich „Kritisch“(tm) wird, waren wir’s 😉

    Wem das zu einfach war: Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen Besserwisserei und es besser wissen? Wenn nein, sollte studieren je nach Fach durch Berufsausbildung oder Wikipedia-lesen ersetzt werden?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s