Die Krise des Feminismus

Selbst unter Gleichstellungsbeauftragten ist es bis heute ein Tabu: Diskriminierung als solche zu benennen. Zusehr verbinden wir das Einfordern der persönlichen Würde mit Zeichen der Schwäche. Dabei hat bereits Pisa gezeigt, wiesehr unser Bildungssystem Menschen – ganz gleich welchen Geschlechts – keine hinreichenden Möglichkeiten gibt, ihre Leistungsfähigkeit zu entfalten.

In diesem Sinne traten die ersten Feministinnen an, Menschenrechte auch für ihre Gruppe durchzusetzen. Diese Idee durchzusetzen war eine zivilisatorische Errungenschaft, auf die der Westen stolz sein darf. Doch nach weitgehender rechtlicher Gleichstellung konnte dieses Projekt bis heute nicht vollkommen realisiert werden; bis heute gibt es in Deutschland 23% (Zufall?) Einkommensunterschied zwischen den beiden Geschlechtern, welcher nur zu geringen Teilen auf Schwangerschafts- oder Erziehungsurlaub zurückgeht.

Dem Erfolg so nahe, scheint der Feminismus zu straucheln, in viele Strömungen gespalten herrscht Uneinigkeit über das weitere Vorgehen. Es steht außer Zweifel, daß die Mittel im Rahmen der Freiheitlich Demokratischen Grundordnung liegen müssen. Realistische Einschätzungen könnte nur die Wissenschaft produzieren. Und es stehen neuere, bahnbrechende Forschungsergebnisse, so in den kognitiven Neurowissenschaften oder der Spieltheorie zur Verfügung. Doch fehlt der interdisziplinäre Rahmen, diese zu deuten. Von daher ist es eine Schande, daß der Innovationsbereich „Genderstudies“ nicht weiter ausgebaut, teilweise sogar eingestellt wird. Deutschland darf sich nicht leisten, derartige Ressourcen ungenutzt zu lassen sondern sollte eine derartige Chance auf einen Standortvorteil und Stärkung der kreativen Klasse nutzen. Gleichstellung ist ein Exzellenzfaktor!

Wer es nicht bemerkt haben sollte: Dies ist ein Satireblog. Dieser Text enthält auf 224 Wörter an mindestens 23 Stellen Unsinn (das wäre selbst für Sokalist*Innen Rekordverdächtig)

  1. Zum Funktionieren der Trope „Krise“ vgl. Felix Krämer: Playboy Tells His Story
  2. Tabubrechen als Selbstzweck
  3. „Zeichen der Schwäche“ als etwas Negatives
  4. Sowohl das Konzept von „persönlich“, wie das der „Würde“ müßten in ihrer Historizität hinterfragt werden
  5. Pisagejammer
    • „Ganz gleich welchen Geschlechts“ spielt auf Rezentrierungsvesuche an, Jungen als benachteiligt darzustellen, ungeachtet ihrer weiterhin bestehenden Privilegierung in Beruf; andere Benachteiligungsformen werden dadurch als unwichtiger dargestellt
    • Rassistische Selektivität des Bildungssystems verschwiegen
    • Leistungsdenken
    • Operationalisierungen in abfragbaren Tests mit „Kompetenzen“ verwechseln
  6. Eine Kategorie wie „Frau“ als einheitliche Gruppe zu denken verschleiert Unterschiede und Machtverhältnisse innerhalb und schafft zudem teils problematische Abgrenzungen; zudem wird die zu gefangenhaltende Kategorie („Frau“) reproduziert und damit gestärkt
  7. Von „den beiden Geschlechtern“ zu schreiben ist nicht nur eine grobe Vereinfachung biologischer Geschlechtsbestimmung, sondern schadet auch den Menschen die sich nicht oder nicht wie von ihnen erwartet in die Zweigeschlechtlichkeit einfügen können oder wollen
  8. Kulturrassismus: Von einer Richtung und „Errungenschaftscharakter“ eigener „Zivilisation“ auszugehen produziert Ausschlüsse und Projektionen und steht in kolonialer Tradition
    • Implizite Fortschrittsidee einer ungebrochenen historischen Entwicklung zum (überhistorisch) besseren ist ahistorische Geschichtsphilosphie
    • Das Problem wird nicht mehr in der eigenen Ingroup anerkannt, sondern auf einen Sündenbock abgewälzt („die sind doch die Sexist*Innen), dabei gilt es, nicht etwa einzelne Gruppen, sondern den Sexismus zu bekämpfen
  9. „Weitgehende rechtliche Gleichstellung“ könnte relativiert werden; wiesehr schafft beispielsweise eine Insititution wie Ehe finanzielle Anreize für Abhängigkeitsverhältnisse?
  10. „Uneinigkeit“ als Krisenerscheinung, statt als Diversität
  11. „Krise“ als meist restaurative Erzählung, das in-der-Krise-seiende als wichtig und schützenswert darzustellen
  12. FDGO – wie jede Ordnung – als unhinterfragbar darzustellen ist bereits innerdemokratisch zweifelhaft
  13. Wissenschaft als Garant von Wahrheit im Sinne von gefundener Übereinstimmung mit Realität zeugt von Unkenntnis wissenschaftlicher Prozeße
  14. „Neue Forschungsergebnisse“ als Qualitätsgarant und nicht etwa Zeichen der Unausgereiftheit
  15. Modewissenschaften „Neurowissenschaft“ und „Spieltheorie“, sowie „Interdisziplinarität“, „Innovation“ und „Exzellenz“ sind inhaltsarme aber imposante Buzzwords – Raiders of the empty signifier
  16. Nationalismus des „Standortes“
  17. Ressourcenförmigkeit von Menschen
  18. Verquerer Klassenbegriff
  19. Ich hasse es, Witze zu erklären!
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One Response to Die Krise des Feminismus

  1. Odradek sagt:

    Achtung, dies ist eine Parodie, die erläutert wird, wenn Ihr unten auf „Auflösung“ (oder wie jetzt auf die Kommentare) klickt. Diese Funktion, auf der Startseite nicht den vollen Artikel anzuzeigen wurde bereits beim Diktator der Woche eingebaut und kaum genutzt.

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