Deutschland sucht den Diktator der Woche

Political Ambiguity, Explicit Sarcasm

Dokumentiert: DsdDdW

Ein Text wie dieser wirkt wie ein Epitaph – zumal Musealisierung solch einem konzeptuell offen gedachten Werk Gewalt antun muß. Von daher seien Interessierte herzlich zum Forken eingeladen.

2006 startete dieses „erisische OpenSource Kunstprojekt“ parallel im damaligen Historiker*Innencafé, sowie einer Studierendenwohnanlage und erreichte – neben viel Diskussionsstoff – eine aktive Beteiligung von 7 Autor*Innen, inkl. der zwei Admins. Neben offenen Organisationsformen und intellektuellem Humor – um Interesse zu wecken wurden die bekannten Namen niemals ausgeschrieben – sollte mit Sinnenstehungsmechanismen experimentiert werden.

Diese holten das Projekt allzubald ein: Nachdem Pol Pot und Milosevich mit der Begründung „Das ist doch antikommunistische Hetze“ wiederholt abgerissen wurden, fügten einige Autor*Innen diesen Ausspruch als ironischen Untertitel hinzu und druckten Diktator*Innen nur noch auf der Rückseite von Flugblättern der zensierenden
Gruppierungen. Als jedoch diese Auseinandersetzungen auch bei den Produzierenden zu Vereindeutlichungen der – sinnfrei angelegten – Reihe führte, wurde das Projekt beendet.

Nachträglich scheint es wie ein – überraschend wirkungsmächtiges – Symbol für die befreiende Kraft des Un-Sinns

ALL HAIL DISCORDIA!


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5 Responses to Deutschland sucht den Diktator der Woche

  1. Odradek sagt:

    So ungenau-pseudodiffamierend der Begriff „Diktatur“ (vgl. auch „die [sic] ostdeutsche Frau“ und ihre „Diktaturerfahrung“) gebraucht wird, war „Diktator“ auch auch schon vor diesem Projekt hart am empty signifier.

  2. […] Wer die Zeitung gegen das Licht hält sieht ein Bild auf S. 8 von Guido Westerwelle. Naja, bei DsdDdW hattten wir auch mal einen Möchtegern-Diktator […]

  3. Odradek sagt:

    Wikipedia, Art. „Autoritäre Persönlichkeit“

    Die zugrunde liegende autoritären Persönlichkeitsstruktur sollte mit der neuen California-F-Skala („implizite antidemokratische Tendenzen u. Faschismuspotential“) erfasst werden. Sie setzt sich aus folgenden Subskalen zusammen:

    • Conventionalism – Festhalten an Hergebrachtem
    • Authoritarian Submission – Autoritätshörigkeit/-unterwürfigkeit
    • Authoritarian Aggression – Tendenz, Verstöße gegen hergebrachte Werte ahnden zu wollen
    • Anti-Intraception – Ablehnung des Subjektiven, Imaginativen und Schöngeistigen
    • Superstition and Stereotype – Aberglaube, Klischee, Kategorisierung und Schicksalsdeterminismus
    • Power and Toughness – Identifikation mit Machthabern, Überbetonung der gesellschaftlich befürworteten Eigenschaften des Ich
    • Destructiveness and Cynicism – Allgemeine Feindseligkeit, Herabsetzung anderer Menschen
    • Projectivity – Veranlagung, an die Existenz des Bösen in der Welt zu glauben und unbewusste emotionale Impulse nach außen zu projizieren
    • Sex – Übertriebene Bedenken bezüglich sexueller Geschehnisse

    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Autorit%C3%A4re_Pers%C3%B6nlichkeit&oldid=91503594

  4. […] von mr garde Mehr zum Thema von der Redaktion siehe hier, hier und […]

  5. […] von mr garde Mehr zum Thema von der Redaktion siehe hier, hier und […]

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