Autobiographietitel oder Grabinschriften

Er_sie hat es sich nie leicht gemacht

No future ist so 80s

Das sozial selektive Schulsystem fördert Ungerechtigkeiten; einigen hat das Chancen bewahrt; einige haben diese nicht genutzt

Archipel Spivak

Baustelle betreten erbeten – Cyborgs haften für ihre Subjektivierungen

On a large enough time line, the survival rate for everyone will drop to zero

When do I get to sing ‚my way‘?

Ist das noch Boheme oder ist das schon die Unterschicht?

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4 Responses to Autobiographietitel oder Grabinschriften

  1. Boson sagt:

    > „Das sozial selektive Schulsystem“

    Offenbar aber das, was sich die Mehrheit der Hamburger Wähler (nota bene: nicht die Mehrheit der Wahlberechtigten) gewünscht hat.

    Ich habe damals in Niedersachsen die „Orientierungsstufe“ (damals Klasse 5+6), eine Schulform zwischen Grund- und weiterführender Schule, besucht, für die die Klassen neu zusammengewürfelt wurden – warum auch immer. Es gab dann ab dem 2. Halbjahr der 5. Klasse in Mathe, Deutsch und Englisch A-, B- und C-Kurse je nach Leistung. Und erst nach der 6. Klasse wurde entschieden. Dieses Modell wurde wieder abgeschafft – meiner Meinung nach zurecht. Ich bin aber der Meinung, dass es insgesamt sinnvoll ist, ein selektives Schulsystem zu haben! (Natürlich nach Leistung, nicht nach sozialer Herkunft) Denn nur so wurde damals bei uns wirklich mal die „Bremse“ gelöst, die von lernschwachen Schülern verursacht wurde. Ob dies nun nach Klasse 4 oder 6 zu machen ist, darüber kann man sich sicher unterhalten. Aber warum müssen angeblich gerechte Schulsysteme immer Klauseln drin haben wir „Keine Abschulung möglich“, „Kein Sitzenbleiben möglich“? Wir hatten in der 8. Klasse Gymnasium noch 2 Schüler, die ständig alle anderen gestört haben, der eine schon einmal sitzen geblieben. Nur durch Abschulung dieses Schülers kehrte endlich Ruhe in der ganzen Klasse ein, es bildete sich endlich eine Klassengemeinschaft. Auch für den abgeschulten Schüler (er hatte 5x eine 6 auf dem Zeugnis) war das sicher eine Erleichterung – er hätte nie auf das Gymnasium gehen dürfen. Daher sollte der Elternwille abgeschafft werden.

    So, sorry für diesen langen Exkurs. So links wie meine Gedanken normalerweise sind, in der Schulpolitik kann ich dem überhaupt nicht folgen. Es /muss/ einfach Leistungsdruck geben, sonst tut man nichts! Wenn man damit durchkommt, fast nie Hausaufgaben zu machen etc, dann lernt man auch nicht so viel. Leider leider kann ich nicht die CDU für Schulpolitik allein wählen, sondern bekomme dann all die verqueren anderen Ideen dazu. Gibt es eine linke Partei mit guter Schulpolitik? Danke für Hinweise.

  2. Odradek sagt:

    Hilfe, eine Grundsatzdebatte – und ausgerechnet zu diesem Thema und auch noch angesichts einer solchen Veltschmerz’aphorismen’sammlung. Naja, wenigstens keine Kommentare, wie geschmacklos „Archipel Spivak“ war.

    Auch wenn ich eher Lust hätte über Fight Club (Buch oder Film) zudiskutieren, hier ein paar pointer für die zu erwartende Debatte:

    – Im Sinne der hier bloggenden postmodernen Schickeria wäre Wissen als situiert zu verstehen, manches läßt sich nur von gewissen (privilegierten) Standpunkten denken
    – Ich habe von den Ungerechtigkeiten unseres Schulsystems profitiert, insofern kann ich keinen eindeutigen Standpunkt in dieser Debatte einnehmen
    – Wie auch bei Debatten um Studiengebühren wird gerne eine „philosophische“ Grundsatzdebatte vorgeschoben: Mit Positionierungen um „Leistungseliten“ läßt sich gut verschleiern, daß es konkret um die Privilegien von Herkunftseliten geht. Vgl. hierzu Schmickler
    – Damit wäre auch zu fragen, von wem welche „Leistung“ erwartet wird. Da wäre zunächst einmal das Problem der Operationalisierbarkeit und unterschiedlichen Auffassungen von (Aus-)Bildung. (Apropos Operationalisierbarkeit, ein Button meint gerade zu mir „sei der erste dem dieser Beitrag gefällt, für diese Unterstellung kommt er auf die Adblock-Liste!)
    – Darüberhinaus sei v.a. auf gerade laufende psychologische Froschungen zur These verwiesen, daß von Personen, welche als Fremdgruppe wahrgenommen werden deutlich höhere Anpaßungs(vor)Leistung erwartet wird
    – Skepsis gegenüber hamburger Schulreformen ist sicherlich angebracht; den Leistungsabbau des Abiturs nach 12 Jahren gerade verknusend eine Schulreform vorzusetzen, die nur funktionieren könnte, wenn die Betreuung der Schüler*Innen verbessert wird (sei auch nur um zu verhindern, daß Nerds verprügelt werden) ruft Mißtrauen auf den Plan
    – Gesamtschulen wird nachgesagt, eher eine erhöhte Durchlässigkeit nach unten aufzuweisen …
    – Was ist eigentlich „links“? Laßt uns spalten, ich will einen Kommunismus für mich ganz alleine!

  3. Odradek sagt:

    Nachtrag:

    Die, my dear? Why that’s the last thing I’ll do!
    –Groucho Marx

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