80 Millionen Hooligans

Wenn heute im Hendrik-Verwoerd-Gedächnisstation die WM im Lande des burischen Brudervolks eröffnet wird, gewinnt endlich die Einigkeit ihren Platz vor den Sekundär- und Tertiärtugenden („Recht & Freiheit“), sodaß deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang zum großen Fest der Geschichtslektionsüberwindung zusammenkommen. Es kann gar nicht überbetont werden, wir normal wir (…) mittlerweile sind! Nur bei Killerspielen gilt die Katharsishyothese nicht; da brauchen wir sie auch nicht auch noch bestätigen und unsere Kleingärten außerhalb der WM wieder mit HSV- oder Schumifahnen beflaggen. Nur einige Spielverderber*Innen – wie dieser Blog – ordnen sich nicht dem demokratischen Konsens unter und jammern, daß sie angeblich keinen Fußball mögen – welcher normale Mensch mag keinen Fußball, das schauen mittlerweile ja sogar Frauen – oder verunglimpfen das obligatorische bunte Fahnenmeer gar als „Naztionalismus“! Dabei wird noch die falsche Fahne geschwungen – nicht etwa weil Spötter*Innen behaupten, schwarz-rot-senf ergebe gemischt braun, nein – keine Flagge repräsentiert Einigkeit und erfolgreichen Siegeswillen sosehr wie schwarz-weiß-rot. Auch profitiert die Nation davon, daß endlich unpopuläre Maßnahmen ohne unnötige Debatten beschlossen werden können. Sich diesem Fest nicht entziehen zu können ist doch kein Einwand, es geht um Dinge, die alle rechtmäßig in diesem Lande lebenden einschließen (geht doch nach ‚drüben!). Die paar Einzelfälle von sexistischen, rassistischen und homophoben Übergriffen gehen durchgehend auf Provokation seitens der selbststilisierten „Opfer“ zurück – überhaupt, was lassen die sich überhaupt blicken – und werden glücklicherweise medial auch nicht an die große (Öl)Glocke gehängt.

Wir fordern deshalb, mittels DNS-Zensur folgende Medien aus dem Internet zu entfernen:

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6 Responses to 80 Millionen Hooligans


  1. Da Fußballfans nur mit geschlossenen Aussagen (z.B.: „Ey, das war Abseits!“) aus ihren Reihen leben kommen, folgen ein paar Verwässerungen, gewissermaßen Blutgrätschen in den Artikel:

    Nachtrag1 für nicht-nationalistische Fußballfans – so jene überhaupt dazu kommen dies zu lesen, aber Langweiliges anzuschauen sind die ja gewöhnt: prokopius wies geradezu queer-dezentrierend darauf hin, daß einige Kinder, bevor sie mit dem Nationalschwachsinn angesteckt werden auf Seiten der Mannschaft sind, dessen Trikotfarben ihnen besser gefallen. Btw.: Beeinflußt Rollenspiel eigentlich das ästhetische Verhältnis zu Hexagrammen?

    Nachtrag2 von drkultur: Tatsächlich spielen einige der Kulturelle-Praxis-Blogger*Innen gerne Fußball und schauen gelegentlich sogar (WM-)Spiele, trotz der angedeuteten Problematiken, die die In- und „Umhalte“ dieses Sports betreffen. Wie alle lebenslangen Neigungen/Prägungen, ist die Ursache hierfür in der Kindheit, zu suchen: immer wenn Papa(vlov) den Fernseher zum Fußballgucken einschaltete, bekamen die Kinder einen Napf Leckerli (sprach der tiefenpsychologisch arbeitende Behaviorist).

  2. Boson sagt:

    …und dann kommt es noch zum „inneren Reichsparteitag“ Kloses! (K. Mueller-Hohenstein) Auch wenn es eine Redewendung sein mag, ich war doch etwas erschrocken. Aber was will man von einer Person erwarten, die offenbar keine „Ionen“ kennt und lieber „Lonen“ vorliest!

  3. […] Fanfaren überall, es gibt kein Entkommen vor der geistigen Monokultur. Als nicht gewaltaffin1 bleibt nur, das Beste daraus zu machen; […]

  4. Noch ein Artikelfundstück, zu Sexismus, Homophobie und ein wenig Rassismus im Fußball

    ar: Fußball – nichts für „Schwule; Mädchen“?

  5. […] Statt jetzt also dagegen zu sein, treten wir ganz queer für Vervielfältigung ein [1], [2] und Ihr habt unseren Segen (cc-by-nc-sa), Ausdrucke unserer Flaggen auf Demos zu verwenden […]

  6. […] ist soweit – wir brauchen wieder eine Vorrundenaus-Flagge! Die Kulturelle Praxis präsentiert die Flagge von Dantuland, unserem EM-Vorrundenfavoriten: […]

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