Fortschritt? Welcher Fortschritt?!?

17. März 2012

Im Anschluß an Feine Atheisten mal wieder und kfermions Replik hat sich eine ausführliche und interessante Debatte entwickelt. Zum Thema “Fortschritt” kann dieser Artikel ohnehin nur die Nachlese zu drkulturs Beitrag – dem hiermit hehre Erklärbären-Ehren verliehen werden – betreiben, unternimmt das alleine schon, um außerhalb der Kommentare auf gute Beiträge in jenen hinzuwiesen.

Technischer Fortschritt, was soll das sein? Ein überhistorisches Fortschrittskriterium, welches von Soziokulturellem – wie etwa ortzeitlichen Vorstellungen – vollkommen unabhängig ist?!? Was unter “Fortschritt” verstanden wird ändert sich im Zuge des Fortschritts – der Fluß ändert häufiger mal seine Richtung -, insofern hat der Begriff etwas Zirkuläres. Aber nehmen wir an, es könnte ein Set von Kriterien geben. Nahezu jeder Formalismus läßt sich hacken, wer entscheidet, wo er legitim zutrifft?

Probieren wir das an kermions Kriterium “möglichst viel mit möglichst wenigen, allgemeinen Annahmen zu beschreiben”. Fundichristliche Flitzpiepen würden darauf bestehen, ihr Glaube tue genau das, Discodier schlügen vor: “a&¬a, daraus können wir alles folgern”. Sicherlich, beide sind Spielverderber – letztere wenigstens mit Genuß -, aber wer entscheidet das? Wer ist d* neutrale Schiedsrichter*in – eben jenes modest_witness -, dessen Standpunkt Objektivität verbürgt? [Anm.: In erster Vorlage habe ich versehentlich nicht gegendered - bezeichnend]

Sicherlich können wir Kriterien angeben, nach denen es sowas wie “Fortschritt” stattgefunden habe. Einige klingen auch recht allgemein, z.B. Erweiterung der Möglichkeiten; doch bleiben das Kriterien des hier und jetzt und die Diskutant*innen wir. Wie ein Parlament mit allen verganenen Wissenschaftler*innen in Fortschrittsfragen entscheiden würde [Fleck: Erfahrung und Tatsache S.132], wäre auch mal ein schönes Szenario für einen Artikel.

Und da wir nicht aus dem Äpfel mit Birken vergleichen herauskommen, wie ist der Zusammenhang zwischen wissenschaftlich-theoretischem und technischem Fortschritt? Kompliziert! Spätestens hier kommen wir aus dem Kontext und also den soziokulturellen Bedingungen des s.g. “Fortschritts” nicht mehr heraus. Von Holzwegen wie Kern(spaltungs)kraft oder Quecksilberbirnen [Anm.: Terminus Technicus "Kompaktleuchtstofflampen"] will ich gar nicht erst anfangen. Da sich bösesachen(tm) mit dem – durchaus Möglichkeiten eröffnendem – Chip des neuen Personalausweises machen lassen, läßt sich dieser nicht mehr als Pfand erwenden, er verliert durch “technischen Fortschritt” diese Möglichkeit.


Political Ambiguity, Explicit Sarcasm Ganz plattes/plattmachendes Beispiel: Was macht eine Waffe fortschrittlich? Die Anzahl der potentiell getöteten? Dann wäre die Tsar-Bomba immernoch Gipfel des menschliches Fortschritts gewesen. In derzeit geführten Kriegen kommen aber die meisten durch Kleinwaffen um und – Beispiel gibt’s genug, nehmen wir mal den Klassiker – Kriege werden offenbar nicht zwangsläufig durch Hightech gewonnen. Selbst wenn wir abstraktere Überlegungen – wie Vorteile eines Schwertes, wenn die Munition ausgeht – ausblenden und sagen, heutige Gewehre seien besser als jene von vor 50 Jahren – Inwiefern? Sicherlich nicht das Aussehen, die Grüßaugusttruppen der BRD nutzen immernoch das Mauser 98. Gewicht? Stopping Power oder Durchschlagskraft? Reichweite? Wartungsaufwand und Zuverlässigkeit? Munitionsmenge? Preis? Das und mehr spielt eine Rolle und was wir als “Fortschritt” beschreiben könnten, sind nicht nur immer neue Mischungen aus solchen Kriterien, sondern auch neue Anforderungen, etwa durch Studien, was in vergangenen Kämpfen genützt habe (siehe etwa). Welche Waffe jetzt die richtige ist hängt ohnehin von äußeren Faktoren ab, z.B. wo wird gekämpft, was nutzen die Gegner*innen (Waffen, Schutzwesten, …), wie trainiert sind die eigenen Leute, welche Möglichkeiten bestehen zu Nachschub/Wartung. Allgemein werden Kriege nicht kontextfrei geführt.

Ganz interessantes Beispiel: US Soldat*innen nutzen seit 1964 Gewehre mit 5.56×45 Munition (BRD seit 1997); nun scheinen s.g. “aufständische” in Afghanistan sich die Grenzen der Reichweite und Durchschlagskraft dieser zu Nutze zu machen (siehe). Dabei fällt gerade bei der Bundeswehr auf, außer bei Gewich, Größe und Munitionsmenge hatte das alte G3 bessere Daten als das aktuelle G36, umgekehrt wurde am (ursprünglichen) G36 kritisiert, daß es keine einfache Alternative wie Kimme-Korn zu den optischen Zielhilfen hatte (es also ein Problem ist, wenn der rote Zielpunkt nachts zu hell ist, die Optik beschlägt oder zerkratzt). Gelände, Ausrüstungen und Taktiken beider Seiten – das alles bestimmt offenbar wie nützlich eine Waffe ist. Sprich: Es bestimmt der Kontext; der aber wiederum u.a. von der Waffentechnik mitbestimmt ist. Eine einfache oder formal-quantitative Lösung für ein fortschrittliches Gewehr (“die Gewehrformel”) werden wir deshalb wohl nicht finden.

Wer ahnt, dies arbeitet auf die Pointen hin, daß die Kalaschnikow (1947!) verbreitetste Kleinwaffe bleibt und daß Menschen (vielleicht auch andere Tiere) immer besser umlegen zu können gar nicht so fortschrittlich sei: Laaangweilig!


Auf noch übleres Terrain begeben wir uns, wollten wir mit Ähnlichkeiten in geschichtlichen “Entwicklungen” (noch ein furchtbares Bild, als stünde die Geschichte schon aufgewickelt bereit) vorherbestimmte Fortschrittsrichtungen belegen. Nicht nur, daß bereits die Seidenstraße ein Teil Globalisierung war, abgeschlossene “Kulturkreise” also wohl eher ein Mythos sind, solch eine Fortschrittsannahme droht auch wiederum ins Zirkuläre abzurutschen, nämlich Fortschrittlich als genau das zu definieren, was uns ähnlich (und überhaupt relevant) erscheint. Schlimmer noch, diese Sicht produziert ihr Anderes: “Völker ohne Geschichte”.

Eine These aus “feine Atheisten mal wieder” war – recht adornitisch -, (neo)positivistische Methoden – Sir Karl großzügig subsummierend – hätten die Tendenz, das Bestehende zu affirmieren. Den Fortschrittsbegriff einzuführen hat dies noch erweitert: Das gilt auch für die (je gegenwärtige) Zukunft. Insofern ist vergangene (uneingetretene) Zukunft etwas extrem Spannendes.


Assimilation

23. Januar 2012

Political Ambiguity, Explicit SarcasmDas Treitschke-Institut hat gemeinsam mit einem Think Tank des Trayçke Enstitüsü Diyabakır eine neue Idee entwickelt, die Assimilation der türkischen Zuwandernden in der n-ten Generation (n>>0) in das deutsche Volk1 noch effektiver zu gestalten: Zukünftig sollen Vor- und Nachnamen nur noch in eingedeutschter Form verwendet werden.2 Einige Prominente haben schon angedeutet, mit gutem Beispiel voranzugehen:

  • Glückliche Eigenprovinz [früher: Mesut Özil]
  • Herrscher Eisenkern [früher: Cem Özdemir]
  • Rosenherz (Dunkelwirt) Feld [früher: Gülcan (Karahancı) Kamps]
  • Süße (Ruhmseh) Oger [früher: Nazan (Üngör) Eckes]
  • Starke Gazelle [früher: Bülent Ceylan]
  • der Fels ist brennbar [früher: Kaya Yanar]
  • Tulpe Weißsonne [früher: Lale Akgün]
  • Eroberer Invasion [früher: Fatih Akın]
  • Fließend aus Kekil [früher: Sibel Kekilli]
  • der Frühling ist rot [früher: Bahar Kızıl]

Auch einige Türken mit wirtschaftlichen, politischen oder kulturellen Verbindungen nach Deutschland haben schon angedeutet, dem Beispiel zu folgen:

  • Stadtrichter Baumwoll [früher: Orhan Pamuk]
  • Gottknecht Rose [früher: Abdullah Gül]
  • Respekt Fohlenyip Frühfalke [früher: Recep Tayyip Erdoğan]
  • Auserwähltes Boot [früher: Mustafa Sandal]
  • Wesir [früher: Tarkan]

Im Gegenzug versprachen mehrere deutsche Spitzenpolitiker*innen, sich zum Staatsbesuch in der Türkei auch mit der türkischen Entsprechung ihres Namens ansprechen lassen zu wollen:

  • Melek Farkel [früher: Angela Merkel]
  • Ormanherif Batıdalga [früher: Guido Westerwelle]
  • Ayıcık Leyen’li [früher: Ursula3 von der Leyen]
  • Athalil Gül [früher: Philipp Rösler]
  • Sabine Halkevleri-Şakırdamadağı [früher: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger]
  • Zafermasal Cebrail [früher: Sigmar Gabriel]
  • Çiftçiyi Tekmele [früher: Jürgen Trittin]

1 Bekanntlich wird Integration in Milligörüsch (mGö) ausgedrückt, wobei 1 Görüsch bedeutet, dass die deutsche Nationalhymne fehlerfrei gesungen werden kann. Einige Werte sind:

  • Lothar de Maizière (1990): 500 mGö
  • Sarah Connor (2005): 724 mGö
  • kfermion: 976 mGö
  • Wolfgang Bosbach: 1000 mGö
  • Udo Voigt: 2983 mGö

2 Dies soll dazu dienen, die unter türkischstämmigen Deutschen verbreitete Armut einzudämmen.
3 “Ayıcık”= der kleine Bär / die kleine Bärin (das Türkische kennt kein grammatisches Geschlecht). Im Türkischen ist “Bär” ein Schimpfwort, da der Bär als faul und ungeschickt gilt.


Personenkult

25. August 2011

Political Ambiguity, Explicit SarcasmIslamkritiker weihen Be(h)ringstraße ein …


Porno-Laden

29. Juni 2011

Political Ambiguity, Explicit Sarcasm

Auf die Gefahr hin, dazu beizutragen, die Ermordung Osama bin Ladens zu verniedlichen sowie Islamisten-Klischees zu bedienen, möchte die Kulturelle Praxis den Bericht eines afghanischen Sicherheitsbeamten veröffentlichen, der sich aus ermittlungstechnischen Gründen die bei Osama Bin Laden gefundenen Pornos ansehen musste. Abdal Khan berichtet:
“Zuerst glaubten wir, die US-amerikanische Regierung hätte sich die Geschichte mit den Pornos nur ausgedacht, um Bin Laden nachträglich bei anderen Islamisten zu diskreditieren. Uns wurde aber versichert, dass das nicht der Fall sei.
Der Film fängt eigentlich ganz harmlos an. Eine junge Frau, die als Drittfrau mit ihrem 20 Jahre älteren Cousin verheiratet werden soll, hilft ihrer Mutter bei der täglichen Hausarbeit. Doch als beide – vollständig verhüllt – auf den Markt gehen, sieht das Mädchen plötzlich einen jungen, attraktiven Mann. Er merkt trotz ihrer Vollverschleierung, dass sie ihn beobachtet und schreibt seine Handynummer auf einen Zettel, den er dann “zufällig” fallenlässt. Entegen allen guten Sitten nimmt das Mädchen den Zettel an sich.
Es kommt noch schlimmer: sie ruft ihn tatsächlich an und drückt ihre Gefühle für ihn aus! Der junge Mann schlägt ein Treffen vor. Nach langem Zögern sagt sie zu. Das bisher erzählte nimmt etwa die ersten 10 Minuten des Films in Anspruch.
Die beiden jungen Leute treffen sich heimlich. Die Frau entehrt sich, indem sie in seiner Gegenwart ihren Gesichtsschleier entfernt. Eine Nahaufnahme der Augen des Mannes zeigen seine Erregung, die sich seiner bemächtigt, als er ihr Haar sieht. Er fragt sie, ob sie zusammen ein Lied singen möchten; sie sträubt sich erst, doch dann beugt sie sich seinem Willen. Schließlich nimmt er seinen Turban ab. – Dies war der Zeitpunkt, in dem meine Kollegen und ich uns sicher waren, dass es sich um pornografisches Material handelte! – Mit der Begründung, ihr sei zu warm unter der Bekleidung, legt die Frau auch ihrer Verschleierung ab und sitzt dem Mann nun splitternackt – lediglich in langen Hosen und einem langärmligen Shirt, man sieht deutlich ihre Hände, ihren Hals und ihre Füße – gegenüber. Er setzt sich neben sie, nimmt ihre Hand in seine und erzählt ihr einen Witz, in dem es darum geht, dass Frauen die gleichen Rechte haben wie Männer. Sie lacht.
Plötzlich betritt ihre – offenbar in diese Obszönitäten eingeweihte – Zwillingsschwester das Zimmer. Sie ist ebenso spärlich bekleidet wie ihre Schwester und bringt beiden eine Schale Datteln und anderer getrockneter Früchte. Die drei essen gemeinsam von den Früchten und plaudern. Dann geht die Schwester wieder, wirft den beiden aber noch einen ermunternden Blick zu.
Dann erzählt die junge Frau ihrem Verehrer, dass sie gern lesen und schreiben lernen möchte, da sie nie zur Schule gegangen ist. Er verspricht ihr, ihr beim nächsten Treffen eine Fibel zu schenken.
Der Film endet, indem sie wieder ihre Vollverschleierung anlegt und geht.
Ich habe gehört, dass derartige schmutzige Filme im Westen legal zu bekommen sind und sogar im öffentlichen Fernsehen zu sehen sind – finden Sie das nicht selbst verwerflich?”


Häh?

25. Juni 2011

Political Ambiguity, Explicit Sarcasm Neue Wälder im Weltnaturerbe. Damit soll verdeutlicht werden, daß Buchenwald in der deutschen Natur liegt.


TEM

11. Mai 2011

Political Ambiguity, Explicit SarcasmPraktisch unbemerkt für die breite Öffentlichkeit hat sich in den letzten paar Jahren eine Bewegung nationalkonservativer Kreise gegen die zunehmende Verbreitung der Traditionellen Chinesischen Medizin gebildet: Die Anhänger*Innen der sogenannten “Traditionellen Europäischen Medizin” (TEM) fordern eine Rückbesinnung auf – wie sie sagen – ursprüngliches medizinisches Wissen des Kontinents. Zur Veranschaulichung einige Beispiele:

- Das bei allen Krankheiten und über Jahrhunderte bewährte Mittel des Aderlasses soll die Akupunktur wieder zurückdrängen.
- Psychische Krankheiten sowie wissenschaftlichen Selbständigkeit und Rothaarigkeit sollen nur noch durch die sogenannte “Flammentherapie” und Exorzismus geheilt werden.
- Statt Qi-Gong sind die Prinzipien der Bing-N zu befolgen. Im Allgemeinen sind schmerzende Körperteile zu amputieren.
- Gebäude sollen statt nach Feng Shui lieber nach Osten ausgerichtet werden.
- Ayurveda wird durch Aristoteles ersetzt.
- Um der Schwächung des Immunsystems aufgrund mangelnder Belastung entgegenzuwirken, soll die Benutzung von Unterwäsche verboten werden.
- Die Vier-Säfte-Lehre muss wieder im Schulunterricht gelehrt werden.

Aber auch andere (ost)asiatische Einflüsse sollen den TEM-Befürworter*Innen zufolge wieder durch “heimische” Elemente ersetzt werden:

- Statt Sudoku sollen die Schwedenrätsel wieder populär gemacht werden.
- Porzellan soll wieder durch die guten alten Zinnteller ersetzt werden.
- Sämtliche Waffen auf Schießpulverbasis werden durch Lanzen, Keulen oder Pfeil und Bogen ersetzt.
- Auf Fernrohre muss verzichtet werden, stattdessen sollten Astronom*Innen wieder mehr Steinkreise bauen.
- Die Römischen Zahlen werden wieder eingeführt; das leidige Stellenwertsystem mit der sinnlosen Null ist dann überflüssig.
- Buchdruck mit beweglichen Lettern ist im Computerzeitalter sowieso nicht mehr verbreitet. Und was Papier betrifft — es muss ja nicht alles ausgedruckt werden.
- Da es ja GPS gibt, kann auch der Kompass wieder abgeschafft werden.
- Seide wird auch völlig überbewertet; Kleidung aus Schafwolle ist sowieso viel gesündäääähr.
- Statt Sushi gibt es Sauren Hering.
- Statt mit Knoblauch lieber mit Holzpflöcken Vampire bekämpfen. (echtes tomanisches Holz aus tomanischen Wäldern)
- Auch Nudeln können in den meisten Speisen getrost ersetzt werden durch Reis – ach nee, Kartoffeln – auch nicht – hm …
P. S.: Ich dachte bis vor einer Minute selbst, das wäre nur Satire … oh Sch***, bloß nicht “TEM” googeln …


Dudelfunk

6. Mai 2011

Political Ambiguity, Explicit SarcasmVorgängerinstitution des modernen Radios war der Gottesdienst, in seiner Kombination aus kürzeren Wortbeiträgen, Jingles (“Kyrie Eleison”, das berüchtigte “Amen in der Kirche”) und ganz viel nicht sonderlich originelle Musik.

Die Kirche der Zukunft wird mit einem Harvariechor ausgestattet, dessen Silencedetektor anspringt, falls mal keine gläubigen da sind.


Gewissenhaft losprügeln

1. Mai 2011

Political Ambiguity, Explicit SarcasmLiebe Leute. Denkt bitte auch dieses Jahr daran: Wenn die Nazis damals den 1.Mai nicht zum gesetzlichen Feiertag gemacht hätten, dann hättet Ihr heute einen festen Termin weniger, ihnen eins aufs Maul zu geben.


Post

22. März 2011

Political Ambiguity, Explicit Sarcasm

Schock bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Trotz gegenteiliger Prognosen wurde die postkommunistische Partei “Die Linke” zweitstärkste Kraft mit rund 24 % der Stimmen. Sie lag damit zwar deutlich hinter der postkommunistischen CDU Sachsen-Anhalts, die etwa ein Drittel der Zweitstimmen auf sich vereinigen konnte, aber auch knapp vor der postkommunistischen SPD des Landes, für die sich gut 21 % der Wähler*Innen entschieden. Den postkommunistischen B’90/Grünen gelang mit 7 % der Wiedereinzug in den Landtag, während die postkommunistische FDP mit knapp 4 % der Stimmen den Sprung in den Magdeburger Landtag verpasste. Ebenso scheiterte aber auch die postkommunistische NPD an der 5-%-Hürde.

Falls es zu einer rot-roten Regierung unter Führung der Postkommunisten kommen sollte, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich das postkommunistische politische System Sachsen-Anhalts sowie seine unzweifelhaft postkommunistische Wirtschaftsordnung dauerhaft festigt.


PS: Und falls es irgendwann die Deutsche Post AG (oder PostScript) nicht mehr geben sollte, freu ich mich schon auf Post-Post-Posts. Das wird ein Spaß!


Nuklearer Müll

21. März 2011

Political Ambiguity, Explicit Sarcasm
Nach Plänen, die so geheim sind, daß wir keine Hinweise auf sie finden konnten, plant die Bundesregierung ein kostengünstiges Konzept für zur Endlagerung radioaktiver Stoffe. Der Markt wird es schon richten: Dem Prinzip von Angebot und Nachfrage gemäß wird dieser an Selbstabholer*Innnen verschenkt.

Die Aussichten auf Erfolg stehen nach Recherchen der Kulturellenpraxis allerdings bereits in Frage. Ein Pressesprecher des Dachverbands DVfT (Deutsche Vereinigung fanatischer Terrorist/Innen) dazu: “Vor einigen Jahren hätten wir diese Möglichkeit sehr begrüßt, aber dank der Ausweitung der Zeitarbeit ist es wirklich nicht mehr schwer, an derartiges Material heranzukommen. Spätestens seit Wallraffs ‘Ganz Unten’ weiß auch die Öffentlichkeit ja auch, wiesehr Zeitarbeiter Giftstoffen ungeschützt ausgesetzt werden und bisweilen sogar hohe Strahlendosen abbekommen. Beim Fleiß unser Mitarbeiter – wir sind schließlich Fanatiker, keine Sozialschmarotzer – summiert sich das natürlich gewaltig. So ist es binnen weniger Monate möglich, eine schmutzige Bombe aus Zeitarbeitern – und natürlich auch Innnen – zu produzieren.”


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