Featurelist für RL

21. Mai 2012

Was wir uns für das nächste Upgrade für RL wünschen

  • Es sollte unbedingt Ressourcenschonender sein
  • Die Downtime ist optimierbar
  • Dringend benötigt wird ein Löser wie bei KPatience, der anzeigt “Dieses Spiel kann (noch) gewonnen werden.” oder “Dieses Spiel kann nicht mehr gewonnen werden.”
  • Dieses Feature ist letztlich nur angenehm in Kombination mit dem längst überfälligen Undo-Button
  • Das Balancing wird komplett überarbeitet
  • Auch die Spieldauer gilt als optimierbar
  • Die alten unautorisierten und größtenteils fehlerhaften Komplettlösungen werden eingezogen; ob sie durch eine neue ersetzt werden steht noch nicht fest, denn diese beeinträchtigten allgemein den Spielspaß nachhaltig

Eine Lanze für #6 Bildungsnerdigkeit

18. Mai 2012

“Eine Lanze für … : Hantologische Streifzüge zu totgesagten Konzepten, in theoretischen Abfällen containernd”, Teil 6: Eine Lanze für Bildungsbürgerlichkeit

Humboldt ist im Kontext des preußischen Beamtenstaats zu sehen und die Zeit im Schatten des Kolonialismus. Die Bologna-Reform verwertet gar humboldt’sche Versatzstücke. Der durch Bildung “moralisch imprägnierte” Mensch hat sich so nicht ganz bewahrheitet, ist das Land der Dichter und Denker doch auch jenes der Richter und Henker. Und der Hauptvorwurf: Es handelt sich um ein (u.a.) klassistisches Ideal, benachteiligt es doch Leute, die nicht soviel Posermaterial von zuhause mitbekommen haben. Zudem bieten Schulen und Universitäten Strukturen des Lernens, die die Fordeurng nach “Bildung”, gar “sich zu bilden” – wohlgemerkt, Wissen ist nicht hinreichende Bedingung für Bildung, aber durchaus notwendig – wie Hohn der Zusatzbelastung erscheinen lassen, ein struktuelles Problem individualisieren.

Dies alles kann an dieser Stelle kaum bestritten werden. Wobei, auch wenn Konzepte des “autonomen Individuums” zugunsten einer Berücksichtigung von Subjektivierungsprozessen aufgegeben werden sollte, irgendeine Form von Handlungsfähigkeit anzunehmen wäre schon schön; lohnt sich zumindest das Suchen. Und auch wenn sich die früheren - sie mögen besser gewesen sein, gut waren sie nicht – wie die gegenwärtigen Verhältnisse einen Nimbus der Alternativlosigkeit geben, vielleicht ergibt es doch Sinn, beide nicht kritikfrei zu affirmieren? Nicht zu vergessen, “Sachzwänge” dienen meist als Vorwand für weitaus mehr als sie begründen.

Höchstwahrscheinlich unterkomplex und zugegebenermaßen stark durch persönliche Erfahrungen in einzelnen Fächern verwurzelt, aber das Bildungssystem scheint sich in einer Totalität der Gegensätze “streng überprüfbares ‘Wissen’” und “voraussetzungslos abholen” – Zusammenhänge zur “Theorie/Praxis” Gegenüberstellung nicht ausgeschlossen, hierzu vielleicht später eine Lanze – zu bewegen. (Wie eine Methode aussähe, diese These zu unterfüttern oder woher diese Denkfigur – nämlich das Ganze aus einem binären Gegensatz für ein grundsätzliches Problem zu halten – genau stammt, geschweige denn, wie ein Ausweg aus diesem Ganzen aussähe, ist an dieser Stelle schleierhaft). Und irgendwie scheint dieses Ganze Bärlauch-Dekonstrukte von Honks hervorzubringen (“subjektiviereren”?), die die Grenze vom “newb” zum “n00b” weit überschritten haben.

Das Probelm des Begriffs “Antiintellektualismus” sei an diesem Punkt nur angedeutet. So müßten Thesen abgeschmeckt werden, ob/inwiefern mit psychoanalytischen (btw. strukturell heteronormativen) Theorien Strukturellem Antisemitismus(tm) nachweisen könnten. Nehmen wir es deshalb provisorisch als Versuch, Erfahrungen von Abstraktionsfeindlichkeit und Abneigung gegen Kompliziertes.

Letztlich müssen wir uns ernsthaft die Frage gefallen lassen, wer aus der Wissensproduktionsmaschinerie wie und warum ausgeschlossen bleibt. Und das muß nochnichteinmal “kritisch” geschehen, viele später als wichtige Durchbrüche gefeierte Forschungsergebnisse stammten von eher randständigen (gleichwohl nie wirklich unterprivilegierten) Personen. Leicht mit Bourdieu zu erklären: Wenn Karriere im Betrieb nicht durch Vordertür/Erbfolge möglich ist, müssen sich die Anwärter*innen als revolutionär/originell und bessere Alternative zum Mainstream inszenieren.

Bei allem (z.B.) Klassismus enthält ein Ideal von Wissenschaft die Möglichkeit von Einschreibung in diese Wissensproduktionsmaschinerie. Ihrem Ideal nach komme es nicht an auf die Kunst an zu netzwerkeln/intrigieren/polarisieren, ihrem Ideal nach sollte es nicht um Blenderei gehen; sicherlich, der Eindruck von Kompetenz muß erweckt werden können, aber damit gibt es, Dunning-Kruger sei dank, ein “genug” an Kompetenz, ab dem sich nicht mehr lohnt nach mehr zu streben. Offensichtliche Abweichungen von einem solchen Ideal lassen sich als Defizite des Ideals oder als Defizite seiner Umsetzung betrachten. Auch dann wäre die Frage, wie gutes Denken aussieht; nur den richtigen Standpunkt einzunehmen? “Die normative Kraft des Faktischen” impliziert keine freiere, gleichere, geschwisterlichere Alternative.

Dabei fällt wieder auf, daß einige Konstruktivist*innen ihr privilegiertes “Ich” häufig in scheinbar bewußt subjektiven Aussagen vom Rechtfertigungszwang der Methode befreien, die härtesten Antikonstruktivist*innen aber unfreiwillig ständig demonstrieren, wiesehr Macht und Wissen zusammenhängen. Letztlich könnte der Begriff der “Halbbildung” Dreh- und Angelpunkt sein, wenn sich etwas so nahe an liebgewordenen Orientierungsmustern befindet, daß es sich wahrer anfühlt als der komplexe und häufig ins Diffuse ausdifferenzierte Wissen(schaft)sproduktionsprozeß; Wohlfühlgewißheit.

“Das Halbwissen ist siegreicher, als das Ganzwissen: es kennt die Dinge einfacher, als sie sind, und macht daher seine Meinung fasslicher und überzeugender. –Nietzsche

Doch was beispielweise unter dem Stichwort “Postkolonialismus” (habt ihr hier etwa ahistorisch “critical whiteness” erwartet?) an rassistischen Ausschlußmechanismen zu Tage gefördert wurde geht auf keine Kuhhaut kein Papyrus. Dies nur pars prototo, daß ein Loblied auf die Selbstregulierungsmechanismen des Wissenschaftsbetriebs gänzlich verfehlt wäre; möglicherweise ist dieser ohnehin nicht (mehr?!?) der Ort – und solche Orte sollte es geben -, ein Ideal der “Liebe zur Weisheit” zu praktizieren. Nur – wie lautet die Konsequenz? Ein moralisch begründetes Wissen statt des bildungsbürgerlichen Kanons als Zugehörigkeitsmarker? Sicherlich sollten wir nicht über den letzten Fallstrick des God-Tricks stolpern und eine Aufhebung aller Ausschlüsse doch noch über Standpunkttheorien anzustreben.

Vielleicht sollte Ignoranz nicht gefördert werden. Vielleicht können unterschiedliche Fähigkeiten ohne Wertigkeit und v.a. ohne Zwang zur Angleichung bestehen. Vielleicht sollte Verwertungslogik nicht affirmiert werden, auch nicht mit gutemwillen(tm). Vielleicht sollten auch Räume für Abstraktes und Voraussetzungsreiches (der zur toten Metapher verkommene Begriff “Niveau” wird hier anschaulich) geschaffen werden.

Räume und Lanzen für Bildungs-Nerdigkeit! Ein #flausch für Intellektuelle :)

Fortsetzung folgt


Kreatives Schreiben

2. Mai 2012

Irgendwoher müssen die Ideen ja kommen. Nun hatte Bruce Schneier jährliche Wettbewerbe für Terror-Movie-Plots inkl. Fazits, was daraufhin verboten wird. Viel Nettes dabei und äußerst inspirierend. Zum ersten Mai werden viele die ästhetisierte Gewalt auf die Spitze getrieben wissen wollen.

Nacht & Nebel; in der Ferne ein Käuzchen rufend. Ein Lieferwagen hält vor einem abweisend aussehenden Betonbau. Im inneren hackt ein ungekämmter Typ in Windeseile die umliegenden Kameras. Er lacht “Windows, sie machen es uns auch einfach. Die Türen sind auch entriegelt” Promt springen einige schwarzgekleidete aus dem Van und bewegen sich schnell und geschmeidig auf den Eingäng des Gebäudes zu. Auf dem Rücken tragen sie größere Behälter. Es handelt sich um ein Parkhaus für Wasserwerfer.

Hinweis: Die gehackten Kameras sind so eine verbreitete Trope, daß ich mir gar keine Gedanken darüber machen muß, wie solche tatsächlich zu umgehen sind; gut, wenn sie nur aufzeichnen wohl mit simplen Skimasken. Keine Ahnung, wie oder wo Hamburgs Wasserwerfer geparkt werden, aber Parkhausszenen finde ich so cyberpunkig-ästhetisch. Auch sind vielleicht die schwarzen Anzüge suboptimal: Es kursieren Gerüchte, daß in der Uni-Hamburg in Hörsälen fest installierte Beamer entwendet wurden, indem mitten in einer Vorlesung – bis heute nicht erwischte – Männer im Blaumann mit einer Leiter hineinreinkamen und diese einfach abmontierten …

Jedenfalls machen sich unsere Gestalten am Wasser-Tankstutzen eines der neuen WaWe10000 zu schaffen. Um verbleibende Wasserreste zu binden, wird etwas Katzenstreu eingefügt. Sodann folgen zuckerüberzogene Natrium- oder Kaliumkügelchen. Als am nächsten Tag – sagen wir einfach mal der 1.Mai – der Wassertank gefüllt wird, löst sich die Zuckerschicht recht schnell und das Natrium reagiert schlagartig in heftiger Explosion teurer CGI-Effekte.

Die Politik reagiert schnell: Kochsalz wird wegen des hohen Natrium-Anteils sofort verboten, Mineralwasser ist nur noch natriumsarm verfügbar. Und alle Katzenladys stehen künftig unter Terrorverdacht.


Tiere? Welche Tiere?!?

24. April 2012

Wer “Tier” sagt, sagt etwas Dummes.1 Wie groß genau sind die Gemeinsamkeiten zwischen Säugetieren und Saugetieren? D.h., der Begriff “Tier” macht aus einer Mücke einen Elephanten.


1 Vgl. Derrida, Jacques: Das Tier, welche ein Wort!; in: Stiftung Deutsches Hygiene-Museum: Mensch und Tier : Eine paradoxe Beziehung (Begleitbuch zur Ausstellung “Mensch und Tier. Eine Paradoxe Beziehung”, Deutsches Hygiene-Museum Dresden, 22. November 2002 bis 10. August 2003); Ostfildern 2002; S. 191-210, S. 191.

Disclaimer: Von “kein Gott, kein Staat, kein Fleischsalat” breche ich gerade mindestens zwei Forderungen …


Bubble Tea

7. April 2012

Aus der Reihe “kfermion entdeckt die Welt

An der Ecke, gleich neben der Schule, hat ein neuer Laden aufgemacht, in welchem ein Getränk namens “Bubble Tea” verkauft wird. Mir persönlich ist es ja suspekt, wenn einem Lebensmittel ein englischer Name aufgezwungen wird, da das den Eindruck erweckt, eine deutsche Bezeichnung wäre entweder treffend oder verharmlosend. Blasentee ist es jedenfalls offenbar nicht, wird er doch vorzugsweise von Teenagern mit Zahnspangen und unvorteilhaft dosiertem Makeup im Gesicht getrunken anstatt von braungekleideten Senioren in den Achtzigern. Aber was ist es dann?

Ich entscheide meine Wissenslücke zu schließen, und gehe mir einen Bubble Tea kaufen; Geschmacksrichtung Waldmeister, “Topping” Mango Boba; Größe Large. Ich bekomme 700 ml grüner Flüssigkeit in einem zugeschweißten Plastikbecher, mit orangefarbenen Kügelchen (Durchmesser ca 8 mm) im unteren Fünftel (also strenngenommen “Bottoming”) und Eiswürfeln darin. Der Spaß kostet 4,10 Euro. “Treuekarte?” fragt der Verkäufer und reicht mit eine Karte mit zehn Stempefeldern, das erste ist ausgefüllt. “Nein, danke.” – “Ach, nicht aus dieser Stadt.” Äh … genau. Er deutet mir noch an, dass ich den Strohhalm, den ich mir nehmen soll, kräftig in die obere Folie des Bechers stoßen muss.

Auf der Folie ist eine niedliche Figur abgebildet, die ich als Manga-Figur bezeichnen würde, wenn die umgebenden Schriftzeichen nicht chinesisch wären. Ich ramme den Strohhalm, Durchmesser 11,5 mm, durch das Herz der Figur direkt in das grüne Gesöff. Es ist einfach kalte Waldmeisterbrause ohne Kohlensäure, möglicherweise tatsächlich mit einem kleinen Anteil an grünem Tee. Obwohl ich das distale Strohhalmende günstig positioniere, verirrt sich nur von Zeit zu Zeit eine “Mango Boba” in meinen Mund. Die Bubbles sind unerwartet weich und entgleiten bei dem Versuch, sie mit den Backenzähnen zu zerbeißen. Sie müssen also an vier Seiten fixiert und zerquetscht werden, wenn pers allerdings die beiden Schneidezähne, Gaumen und Zungenspitze nimmt, besteht das Risiko, den Inhalt der Bubble durch die Lippen auszuspucken. Das ist sehr frustrierend. Die Blasen bestehen aus dünnem Sirup in einer Haut, die sich wie Plastikfolie anfühlt, aber anscheinend verdaulich ist. Während ich gegen die Bubbles kämpfe, mustern mich die Passant*en neugierig. Ich versuche, in etwa dieses Gesicht zu ziehen.

700 ml Waldmeisterflüssigkeit später sind noch immer die meisten Bubbles am Boden des Bechers; sie mit dem Strohhalm einzusaugen ist weitgehend aussichtslos. Ich reiße also die ganze obere Folie ab und schütte mir die Bubbles pur in den Rachen, als erstes kommen natürlich die verbliebenen Eiswürfel. Die Bubbles schmecken fast nach nichts.

Aber ich kann vielleicht den Strohhalm mal gut gebrauchen.


verzweifelter Versuch, einen wirklich nervigen Ohrwurm zu bekämpfen

5. April 2012

Alsbald wandte sich das karmesinfarbene Roß um und machte Anstalten
Sich mithilfe seines Schweifes der Brachycera zu entledigen.
Jenes Insekt jedoch, mit dem für seine Spezies üblichen Witze, entschied
Sich lediglich in einen peripheren Orbit um das Roß zu begeben.

(für die Unbedarften: [1], [2])


Kulturellepraxis live

3. April 2012

Political Ambiguity, Explicit Sarcasm“Heutzutage werden keine Arbeiter*innen mehr befreit, sondern nichtmenschliche Tiere, die setzen dem weniger Widerstand entgegen”


Killerspiele

20. März 2012

“Postal” hat so manchen Amoklauf verhindert, durch dieses Spiel haben viele eingesehen, wie langweilig das ist …


Guy Fawkes

3. März 2012

Matussek entdeckt, daß es sich eigentlich um einen katholischen Anschlag handelte und läuft künftig als Fawkes herum. Btw.: Gehört der Katholizismus nach Deutschland – dann hätten wir nur ein Integrationsproblem – oder sollten wir diese potentiellen Attentäter in den Vatikan abschieben, wo sie hingehören?

Indessen klärte sich ein Geheimnis am Ende des Films auf: Ein Sprecher von Heckler und Koch räumte nun offiziell die Existenz einer Guy-Fawkes-Sperre ein. Mit Enfield L85 Gewehren hätten nämlich höchstens Ladehemmungen ein Massaker verhindern können. Die hier verwendete Exportvariante des HK50 wurde also nicht zufällig von “G36E” in “G36V” umbenannt, sie kann – so ohne Jailbreak – nicht auf Leute mit derartigen Masken feuern, welche die Bundeswehr in geheimen Lagern vorrätig hält. Bei Lieferengpässen durch Occupy und Annonymous wurden solche allerdings an Zivilfahnder als Amtshilfe ausgegeben. SSchäuble nutzte diese Gelegenheit, um erneut Bundeswehreinsätze im Inneren zu fordern.

Damit sind Annahmen widerlegt, daß die Wahl der Waffen dem Fundus der Babelsberger Studios oder Schleichwerbung geschuldet sei oder der Film gar davon ausginge, daß in einer derartigen Situation alle von Gewalt abstand nähmen.

-POLITGELABER-


Aus aktuellem Anlaß: Schreiber

11. Februar 2012

Schreiber ist endlich weg, gleichwohl aus den falschen Gründen (Obdachlose und Sexarbeiter*innen scheinen kein Grund, aber [lovejoybutton]). Als Nachfolger ist nun Schreiber im Gespräch – seine Kenntnisse in Steuerrecht, sowie seine Verbindungen gaben den Ausschlag. Zum Thema Zomia äußerte er sich aufgeschlossen “ich habe ja immer Koffer bevorzugt, aber die junge Generation muß ihren eigenen Weg finden. Mich würden z.B. Jutebeutel auch nicht stören.”


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