Rätsel

11. April 2012

Von den folgenden drei Texten stammen zwei aus der Feder von Stanisław Lem, einer ist real. Aber welcher?

[A] “Alle Piloten am Merkur sind dazu verpflichtet, dem Vorstand Unfälle zu melden, in die sie verwickelt sind. Bitte nicht falsch verstehen: Dies hilft uns lediglich, mit der Feuerwehr und den Behörden guten Kontakt zu halten, da wir für den Flugbetrieb auch dann verantwortlich sind, wenn andere einen Unfall bauen.
Alle Piloten müssen gültige Flugpapiere, die Tagesmitgliedschaften und den Nachweis über eine Einweisung mit sich führen. Der Flugbetrieb ist nur mit zugelassenem Gerät erlaubt. Vereinsmitglieder dürfen dies kontrollieren. Es darf von einer Stunde nach Sonnenaufgang bis 30 Minuten vor Sonnenuntergang geflogen werden. Verschiedene Zonen dürfen nicht oder nur in ausreichender Höhe überflogen werden (Friedhof, Wildgehege, Sendeanlagen). Wenn Schafe auf der Landewiese weiden, muss der Schäfer den Flugbetrieb vorher ausdrücklich gestatten. “

[B] “In Wahrheit hatten mächtige Konsortien und Geheimkartelle die Hand im Spiel. Es ging darum, die Planeten bewohnbar zu machen. Angesichts der Überbevölkerung ein dringendes Anliegen. Es galt riesige Raketenflotten zu bauen, Klimaverhältnisse und die Atmosphäre von Saturn und Uranus zu verändern; …”

[C] “Der zwischen dem Mars und der Erde kreisende Asteroidengürtel ist in einem beklagenswerten Zustand. Die monumentalen Felsenbrüche, einst in ewige Nacht getaucht, werden mit Elektrizität erhellt, und obendrein ist jeder Abhang mit emsig eingeritzten Initialen und Monogrammen übersät.”

Lösung:

Lösung


Bubble Tea

7. April 2012

Aus der Reihe “kfermion entdeckt die Welt

An der Ecke, gleich neben der Schule, hat ein neuer Laden aufgemacht, in welchem ein Getränk namens “Bubble Tea” verkauft wird. Mir persönlich ist es ja suspekt, wenn einem Lebensmittel ein englischer Name aufgezwungen wird, da das den Eindruck erweckt, eine deutsche Bezeichnung wäre entweder treffend oder verharmlosend. Blasentee ist es jedenfalls offenbar nicht, wird er doch vorzugsweise von Teenagern mit Zahnspangen und unvorteilhaft dosiertem Makeup im Gesicht getrunken anstatt von braungekleideten Senioren in den Achtzigern. Aber was ist es dann?

Ich entscheide meine Wissenslücke zu schließen, und gehe mir einen Bubble Tea kaufen; Geschmacksrichtung Waldmeister, “Topping” Mango Boba; Größe Large. Ich bekomme 700 ml grüner Flüssigkeit in einem zugeschweißten Plastikbecher, mit orangefarbenen Kügelchen (Durchmesser ca 8 mm) im unteren Fünftel (also strenngenommen “Bottoming”) und Eiswürfeln darin. Der Spaß kostet 4,10 Euro. “Treuekarte?” fragt der Verkäufer und reicht mit eine Karte mit zehn Stempefeldern, das erste ist ausgefüllt. “Nein, danke.” – “Ach, nicht aus dieser Stadt.” Äh … genau. Er deutet mir noch an, dass ich den Strohhalm, den ich mir nehmen soll, kräftig in die obere Folie des Bechers stoßen muss.

Auf der Folie ist eine niedliche Figur abgebildet, die ich als Manga-Figur bezeichnen würde, wenn die umgebenden Schriftzeichen nicht chinesisch wären. Ich ramme den Strohhalm, Durchmesser 11,5 mm, durch das Herz der Figur direkt in das grüne Gesöff. Es ist einfach kalte Waldmeisterbrause ohne Kohlensäure, möglicherweise tatsächlich mit einem kleinen Anteil an grünem Tee. Obwohl ich das distale Strohhalmende günstig positioniere, verirrt sich nur von Zeit zu Zeit eine “Mango Boba” in meinen Mund. Die Bubbles sind unerwartet weich und entgleiten bei dem Versuch, sie mit den Backenzähnen zu zerbeißen. Sie müssen also an vier Seiten fixiert und zerquetscht werden, wenn pers allerdings die beiden Schneidezähne, Gaumen und Zungenspitze nimmt, besteht das Risiko, den Inhalt der Bubble durch die Lippen auszuspucken. Das ist sehr frustrierend. Die Blasen bestehen aus dünnem Sirup in einer Haut, die sich wie Plastikfolie anfühlt, aber anscheinend verdaulich ist. Während ich gegen die Bubbles kämpfe, mustern mich die Passant*en neugierig. Ich versuche, in etwa dieses Gesicht zu ziehen.

700 ml Waldmeisterflüssigkeit später sind noch immer die meisten Bubbles am Boden des Bechers; sie mit dem Strohhalm einzusaugen ist weitgehend aussichtslos. Ich reiße also die ganze obere Folie ab und schütte mir die Bubbles pur in den Rachen, als erstes kommen natürlich die verbliebenen Eiswürfel. Die Bubbles schmecken fast nach nichts.

Aber ich kann vielleicht den Strohhalm mal gut gebrauchen.


Gesucht: Gott

11. März 2012

Vollzeitjob, Vergütung nicht spezifiziert


Noch einen Bus verpaßt …

14. Februar 2012

Nein, auch heute nichts Besonderes zu sehen.


Länglicher Kommentar

25. Januar 2012

Fortsetzung zu In die Zukunft schauen

Um nicht drkulturs Artikel das 9fache an Kommtar anzuhängen, mache ich einfach mal einen Artikel daraus:

Zukunft, welche Zukunft? Kulturellepraxis live: “2012 ist gar kein Weltuntergang” – “Es sei denn, ich hätte da noch ein Wörtchen mitzureden [diabolisches Grinsen]“

Beim in-die-Zukunft-schauen immer ganz interessanter Fehler, Quantitative Hochrechnungen mit qualitativen Änderungen gleichzusetzen. Mit geradezu dekonstruktivistischem Humor äußerte sich dazu Heinz von Foerster: Statistisch berechnet erreicht die Weltbevölkerung am 13.11.2026 (natürlich ein Freitag) eine unendliche Anzahl. Wenn Low-Level Wissenschaftstheorien zuträfen, könnten ohnehin Historiker*innen Prognosen stellen (und die weigern sich, da ihr Fach aus Abgrenzung von der Geschichtsphilosophie entstand).

Die Themenauswahl dieser modernen Schamanen ist bezeichnend: Evolution (eine Fortschrittserzählung strapazierend: Die ewig-gestrigen Modernisten, die mit Evolution ihre Vorurteile im Namen der Natur bestätigen wollen – als wäre das nicht schoneinmal schiefgegangen – gegen die ewig-vorgestrigen, die selbst dafür zu blöd sind), Sex1 und Computertechnik.

Und ohne eine gewisse Cyborgaffinitiät verleugnen zu können, sich das Gehirn unmetaphorisch als einen Computer vorzustellen war vielleicht in den 50ern noch nicht peinlich. Von allen möglichen Einwänden nur kurz das poststrukturalistische Gemäkel: Die Grenzen des Computers sind die Grenzen der formalen Logik. Damit ist keine Spockige Emotionsmetaphysik gemeint, sondern daß die Sprachauffassung der Logik und die Idee der “Implementierung” auf Repräsentation angewiesen ist; das sind aber Sprach- und Realitätsauffassungen, die als veraltet gelten können (mist, wieder eine Fortschrittsnarration).

KI, Cyborgs und Körper bleiben ein wahnsinnig spannendes Thema, von daher sei geistig Naschhaften der JDGG-Vortrag von Bernd Robben empfohlen und Hoffnung auf eine Veröffentlichung von Draude & Kluß gemacht.


1 Vgl. Schnurr, Eva-Maria: Typisch Mädchen, typisch Junge; in: Stöcker, Mira (Hrsg.): Das F-Wort : Feminismus ist sexy; Königstein/Taunus 2007; S. [suchsdirselbstraus]: “‘Franzosen haben ein größeres Hirnareal für Sex. Deutsche sind genetisch bedingt besonders schnell darin, Gartenzwer­ge zu erkennen. Und bei Muslimen sorgt ein Hormon für vermehrte Aggressionsschübe – Forscher bringen das mit der erhöhten Neigung zu Terroranschlägen in Verbindung. Schwachsinn? Genau das. Doch stünde oben “Männer” statt Franzosen oder Muslime, “Frauen” statt Deutsche und “Unordnung” statt Gartenzwerge, die Zeilen könnten in jeder Zeitung auftauchen. -Kann sogar sein, dass Franzo­sen besonders charmant sind und Anschläge derzeit vor allem islamischen Tätern anzulasten sind. Niemand jedoch käme auf die Idee, dafür biologische Ursachen zu vermu­ten. Die Kultur! Die Tradition! Die soziale Situation! Die Weltpolitik! Es gibt tausend Gründe, warum Menschen so sind, wie sie sind, so handeln, wie sie handeln. Doch wenn es darum geht, Verhalten oder Eigenschaften von Männern oder Frauen zu erklären, gibt es nur noch eine Deutung: die Biologie.”


Der Neue Thymian

5. Januar 2012

Dank an ihdl

Einige mögen meinen, der Mode-Buzzword Zusatz “2.0″ tauge nur noch für Discount Bärlauch-Aufstrich. Und die Marketingmaschine des Treitschke-Instituts setzt sich in Bewegung, künftig erhältlich:

  • Post Bärlauch
  • Neo Bärlauch
  • Rethinking Bärlauch
  • Reconstructing Bärlauch
  • Bärlauch-Dekonstrukt
    • Das wäre auch eine gute Beleidigung
  • Neuro Bärlauch
  • Systemischer Bärlauchaufstrich
  • Ganzheitlicher Bärlauchaufstrich
  • Kritisch-emanzipatorischer Bärlauchaufstrich
  • Humanistischer Bärlauchaufstrich
  • Effizienzoptimierter Just-In-Time Bärlauchaufstrich

Das Koch-Quiz

24. Oktober 2011

Fortsetzung zu Diskurstheorie

Das Kulturellepraxis-Quiz: Aus welchem Kochbuch stammt folgender Satz:

“Lotos ist eine orientalische Speise. Heute noch spielen die fein geschnittenen Scheibchen ihre Rolle in der chinesischen und indischen Küche.”

a) Tim Mälzer: Kochen leicht gemacht
b) Ralf Zacherl: Richtig genießen!
c) Max Horkheimer & Theodor W. Adorno: Dialektik der Aufklärung

AUFLÖSUNG


Freitag, 12. August

2. September 2011

(siehe hier)


U-Bahn Angriffe

29. August 2011

Sarrazin berichtet laut Titanic in der Zeit, daß er sich angegriffen fühle, als junge Männer “offenkundig türkischer oder arabischer Herkunft” gegen eine Fensterscheibe schlugen. Hatte der ein Glück, daß diesen Monat gewaltbereite Schläger nur eine Hand freihaben.

Hackerschorsch fragte bereits, als Sarrazin aus einem türkischen Restaurant ‘rausgeworfen wurde: Wieso hat eigentlich niemand von den weißenseienden geholfen? Also, ihn ‘rauszuwerfen.

Update: Das Zeitinterview. Gefunden durch “Ameisen”


Postprivacy #3

12. August 2011

Gleichwohl filmische Diskurse – oder überhaupt Diskure – zu Privatsphäre interessant zu untersuchen wären (es dauerte lange, bis ich die Nutzung technischer Überwachung bei Star Trek – auch gerade den sehenswerten Serien TNG & DS9 – problematisch fand), mögen das andere tun; hier nur einmal ad hoc gedacht, als hätten folgende Zitate hätten was damit zu tun:

1.) Full Metal Jacket, via Wikiquote

Gunnery Sergeant Hartman: Private Pyle, if there is one thing in this world that I hate, it is an unlocked footlocker! You know that, don’t you?
Private Gomer Pyle: Sir, yes, sir!
Gunnery Sergeant Hartman: If it wasn’t for dickheads like you, there wouldn’t be any thievery in this world, would there?
Private Gomer Pyle: Sir, no, sir!

2.) Evangelion:2.22 – You can (not) advance (via Untertiel, die Stelle kam auch in der Originalserie vor)

Asuka: Also, why do japanese people have no sense of fear? They can actually live in a room with no lock on it. It’s unbelievable
Misato: That’s because it is a Japanese virtue to be considerate and respectful.


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