Plagaismus, Teil I

In Zusammenarbeit mit Odradek

Aus aktuellem Anlass: Eine Person wurde nicht eingestellt, weil diese “Ossi” (handschriftlicher Vermerk des potentiellen Arbeitgebers auf dem Lebenslauf) sei. Ein Gericht entschied, daß es sich um keine Diskriminierung handele, da Ostdeutsche keine “ethnische Gruppe” [sic] seien.

Gewisse akademische Kreise könnten jegliche Zuordnung zu einer (nicht freiwillig beigetretenen) Gruppe für höchst fiktiv halten, die Bezeichnung und – ganz materiell – die Ablehnung riefen diese Person als Teil einer irgendwie “minderwertigen” Gruppe1 an. Für Gerichte scheinen aber nur Gruppen die es geschafft haben vor das “usw.” (von “wir sind gegen die Diskriminierung von [Gruppe], [Gruppe], [Gruppe] usw.”) ‘satisfaktionsfähig’ zu sein. Vielleicht um die Kuchenteilung zu vervielfältigen, vielleicht um das Rezept zu versalzen brauchen wir von daher neue “wissenschaftliche” Fachbegriffe, Derartiges benennen zu können.

PLAGAISMUS — Diskriminierung einer Person/Personengruppe aufgrund ihrer (regionalen) Herkunft (“Himmelsrichtung”; lat. “plagae mundi” = “Weltgegenden”).

Offenbar gibt es tatsächlich noch keinen wissenschaftlichen Begriff dafür!2 Diskriminierung einer speziellen Person/Gruppe wird dann mit einem Anti*ismus bezeichnet. Vorschlag: Orientierung an der Windrose:

  • ANTISOLANISMUS — Diskriminierung Ost*er (Ostdeutsche*, Osteuropäer*, …)
  • ANTIFAVONISMUS — Diskriminierung West*er*
  • ANTINOTOSISMUS — Diskriminierung Süd*er*
  • ANTISEPTENTRISMUS — Diskriminierung Nord*er*

1Daß Ostdeutsche in “Opression Olympics” vielleicht nicht den ersten Platz der unterprivilegiertesten Gruppe erreichen würden – geschenkt. Wer jetzt darauf hinweist, daß es im Osten auch Nazis gibt, da jede diskriminierte Gruppe ausschließlich aus passiven Opfern bestehen muß wird mit einem nassen Waschlappen erschlagen.

2 In diesem Zusammenhang der Hinsweis, daß dieser Blog den Begriff Antinerdismus eingeführt hat.

4 Antworten zu Plagaismus, Teil I

  1. [...] folgern wir: Von einer deutschen Einheit und einem Überwinden des Anitsolanismus können wir erst sprechen, wenn ein Chor der jungen Union “Auferstanden aus Ruinen” [...]

  2. [...] Karriere „Bauschlosserei …“. Soviel zu den Klischees (aber er war zumindest kein Ossi). Am schönsten fand ich aber sein Profilfoto aus der TITANIC — ich hab mich ehrlich gefragt, [...]

  3. [...] und nach der Wiedervereinigung wimmelte es in den Neuen Bundesländern von westdeutschen Versicherungs- und sonstigen Vertretern1 und zugezogenen (d. h. zwangsversetzten) Professoren, [...]

  4. [...] höchstwahrscheinlich ernst gemeinte und komerzielle Seite für Hypnose und Radionik (ganz Antinotosistisch möchte ich hinzufügen: Wohl auch noch aus München) hat versucht, bei kfermions letzter [...]

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